Frage von chillertom, 135

Stützmauer mit mehr als 2 m Höhe möglich (Baden-Württemberg)?

Hallo zusammen,

laut LBO ist in Baden-Württemberg eine Stützmauer bis zu einer Höhe von 2m verfahrensfrei. Wie wird diese Höhe denn gemessen?

Ich habe nämlich das Problem, dass ich einen (vorhandenen) Hang befestigen will/muss. Dieser ist aber über 3 m hoch. Könnte ich jetzt einfach am Fuß 1m Erde auffüllen, so dass der Sichtbare Bereich der Mauer nur max. 2 m wäre ohne Ärger zu bekommen?

Danke schon mal für Infos.

Gruß, Tom

Antwort
von Loreley30, 106

Hallo Tom,

welchen Hang willst Du befestigen? was ist oben auf dem Hang? Grünfläche oder Verkehrsfläche?

Wird die Mauer senkrecht oder kannst Du sie an den Hang anlegen?

Die Erfordernis einer Genehmigung und Prüfung des statischen Nachweises kommt aus der statisch notwendigen Höhe der Wand und nicht aus dem, was über dem Rasen sichtbar ist.

Alternativ setze die Wand vor (wenn der Platz ausreicht), baue nur 1,99 und bösche das Gelände über der Wand ab.

Kommentar von chillertom ,

Hallo Loreley30,

wir haben hinterm Haus einen knapp 4m hohen, ca. 65° schrägen Hang (noch aus der Baugrube). D.h. unser Haus wurde leicht in den Hang hineingebaut. Der Hang selber ruht auf Sandsteinfelsen (beim Ausheben der Baugrube für den Keller musste ordentlich gemeißelt werden). Auf dem Hang selber wird dann nur Grünfläche sein. Dahinter kommt dann das Nachbargrundstück.

Kurz: Unten steht das Haus, 3m weiter kommt der 4m hohe Hang und da knapp 6 m weiter kommt das erhöhte Nachbargrundstück.

Noch eine Info: Unser Grundstück war früher mal ein Steinbruch. D.h. unsere Nachbarn oberhalb haben auf massivem Fels gebaut. Die restlichen Ausläufer davon finden wir ja noch in unserem Hang. Der Aufbau der Mauer sieht wie folgt aus: 4 Reihen Pflanzringe (senkrecht) sind auf das Felsfundament (Steinbruch) zementiert, dann wurden diese mit Erde hinterfüllt und verdichtet, darauf dann nochmals 2 senkrechte Reihen Pflanzringe (Versatz mehr als 25 cm in den Hang), wieder hinterfüllt und verdichtet und darauf nochmals 2 senkrechte Reihen Pflanzringe (wieder versetzt). Alle Pflanzringe wurden mit Mörtel verklebt und nicht nur aufeinander gesetzt. Die Gesamthöhe wäre dann jetzt eigentlich knapp über 2 m (8 x 25 cm Höhe + Mörtel).

Wie kann ich die Mauer denn gegen seitlichen Druck absichern bzw. befestigen?

Kommentar von Loreley30 ,

Chillertom ...... hole Dir einen Statiker.

Alles andere wird hier ohne Bilder oder gar ein Bodengutachten zu reinen Spekulationen und ist u.U. lebensgefährlich.

auf "massiven Fels" würde ich nicht vertrauen, auch der kann rutschen, hinterspült werden, etc.

viel Glück.

Antwort
von enginmachine, 97

Es ist möglich, da von Oberkante Erde = fertig Gelände bis Oberkante Mauer gemessen wird. 

Kommentar von Loreley30 ,

den Begriff OK Erde gibt es nicht.

OK natürliches Geländeniveau - bei Abstandsflächen

OK gewachsener Boden - in der Statik

OK Gelände (evtl. befestigtes Gelände) - im Brandschutz für die Anleiterungshöhe.

Antwort
von FordPrefect, 109

Gemessen wird WIMRE vom Wandfuß zur maximalen Höhe.

NB.: Eine 3m Stützwand ist nichts für DIY. Da muss zwingend nicht nur ein Bauantrag her, sondern auch ein Statiker hinzugezogen werden.

Kommentar von unddannkamessah ,

Mit den Bausteinen vom Hornbach haben wir schon eine >2m Stützwand für den Garten gebaut, da hat sich nie wieder was verschoben! So schwer ists nicht:)

Kommentar von FordPrefect ,

Genial. Weil ja eine Stützwand immer nur Druck von vertikal oben erhält.

Kleiner Hinweis: Um als Stützmauer den horizontalen Druck aufnehmen und ableiten zu können, ist eine entsprechend dimensionierte Mauer aus Beton oder Stahlbeton zu konstruieren, inklusive passender Fundamente (je nach örtlichen Bedingungen mit einer Gründungstiefe von bis zu 2m). Eine Mauer aus Hohlblocksteinen *kann* gar keinen Seitenschub aufnehmen, weil das bisschen Mörtelbett schlicht völlig ungeeignet ist, der Mauer die notwendige Stabilität zu verleihen. Man kann dann - wie man es häufig sieht - Natursteine oder Profile vorschalen, um dem Ganzen ein wenig die optische Beeinträchtigung zu nehmen. Aber nur aus Hohlblocksteinen ist das schlicht Murks - und vor allem gefährlicher Murks.

Klar kann das lange halten - solange eben kein ausreichender Druck in der Horizontalen einwirkt. Aber wehe, wenn das eintritt - denn dann schiebt es die Hohlblockwand schlicht zur Seite, als wenn sie gar nicht da wäre. Etwa bei starken Hanglagen und Starkregenereignissen regelmäßig zu beobachten. Da hoffe iich nur für euch, dass dann niemand zu Schaden kommt - denn das kann schnell als fahrlässige KV gewertet werden.

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