Frage von 19Markus10, 140

Starkstromdose an 7-adriges Kabel anschließen?

Hey Leute,

ich habe ein kleines Problem: Ich muss für einen Heimwerker bei uns im Haus eine Starkstromdose installieren. Die Kabel liegen schon ein Weilchen. Das Problem ist: die Kabel haben 7 Adern(einzig markierte ist PE, Rest mit Zahlen) und der Elektriker der die Kabel damals verlegt hat hat nichts hinterlassen was auf die Belegung zutrifft. Weiß also vielleicht jemand wie ich die Steckdose dennoch richtig anschließe ohne einen Motor anzuschließen? Ich habe nämlich nur 230V- Maschinen hier und einen Drehfeldprüfer gabs beim Baumarkt "um die Ecke" nicht. Oder weiß vielleicht jemand die einzelnen Spannungen pro Leiter? ich habe ein "normales" Prüfgerät was mir unterschiedliche Spannungen sagen kann, halt nur über 2 Pole.

Antwort
von germi031982, 75

Also, das Kabel wird ja sicher in einer Unterverteilung enden, da könnte man nachvollziehen was Sache ist. Ich fürchte um einen Drehfeldprüfer wirst du nicht herumkommen, denn die Steckdosen müssen der Norm nach mit Rechtsdrehfeld angeschlossen werden. Ist auch sinnvoll sowas zu prüfen bevor man die Kreissäge anschließt, denn da kann es hässlich werden wenn der Motor falsch dreht und auf einmal das Sägeblatt rausfliegt...

Allerdings muss ich auch sagen das der Elektriker damals gepfuscht hat, denn bei numerisch bezeichneten Adern (ist zulässig bei Leitungen mit mehr als 5 Adern) muss die Ader die als Neutralleiter genutzt wird an den sichtbaren Enden blau markiert werden (Stück Isolierband oder Schrumpfschlauch).

Pack die Adern in Klemmen, zum Beispiel Lüsterklemmen oder Wago. Dann sind die erstmal halbwegs berührungssicher aber du kommst zum Messen trotzdem noch dran. Dann nimmst du einen Duspol und prüfst bei eingeschalteter Spannung. Die Außenleiter haben gegeinander 400V. Die Außenleiter gegen PE jeweils 230V, gegen den N auch. N gegen PE hat 0V.

Und nun zum Drehfeldprüfer, moderne Duspole haben eine einfache Drehfeldprüfung drin, falls du sowas nicht hast gibt es sowas hier zum Beispiel:

https://www.amazon.de/Testboy-TV-410N-Drehfeldtester/dp/B00202Z4P2/ref=sr_1_fkmr...

Antwort
von kuku27, 56
  • Alle Drähte die zueinander ca 400 V haben sind unterschiedliche Phasen. Beschrifte sie zB mit L1, L2, L3 
  • Finde nun die Passenden Sicherungen und mache auch eine vernünftige Beschriftung
  • Nun bleiben vermutlich 4 Adern übrig, eine davon ist als PE gekennzeichnet. Ich würde das mit einer schwachen Belastung testen (Steckernetzteil ?) Dann muss der FI fliegen
  • Nun bleiben noch 3. Hast du von jeder Phase ca 240V zu den Leitungen dann sind möglicherweise 3 mal Neutralleiter. Austesten mit einer Glühlampe. Mindest einer der Leiter wird sich als Neutralleiter präsentieren.
  • Bleiben nun noch Leiter übrig die keine oder nur eine unbestimmte  oder variable Spannung haben dann sind es möglicherweise nicht verbundene Leiter die gedacht sind zum schalten oder für irgendeinen unbestimmten Zweck. Wenn geht an beiden Enden zur Sicherheit abisolieren.

Nicht die eleganteste Methode aber mit einfachen Mitteln sollte man so in der Lage sein passende 5 Adern zu finden.

Antwort
von fjf100, 62

Das Stromnetz hat 4 Leiter plus den Schutzleiter (grün-gelb)

Die 4 Leiter werden bezeichnet als L1 (Farbe schwarz,Leiter 1) ,L2 (Farbe braun ,Leiter 2) ,L3 (Farbe grau,leiter 3) und N -Leiter (Farbe blau, Nulleiter) 

L1 ,L2 und L3 werden auch kurz bezeichnet als 1,2 und 3

Zwischen diesen 3 Leitern herrscht eine Spannung von 400 V (Volt).Man kann sie deshalb schön mit einen Spannungsprüfer ausfindig machen.

Zwischen den Leitern L1,L2 und L3 und den N-Leiter (blau) herrscht eine Spannung von 230 V.

Die Spannung zwischen einen Leiter (L1,L2,L3),den N-Leiter und den Schutzleiter (grün-gelb) kannst du an einer 230 V Steckdose ermitteln.

Antwort
von fuji415, 45

7 und mehr Adern und dann noch Nummerierung das deutet meist auf Steuerleitungen die aber nicht für Last mit Drehstrom geeignet sind .

Den Drehstrom hat max . 5 Leiter und je nach Last ist die dicke der Ader zu wählen das nennt man dann Stromdichte für die Leitung . 

Ist die zu groß wird die Leitung warm und kann anfangen zu brennen bevor der Leitungsschutzschalter abschalten kann (Sicherung auslösen ) .

Wen man es nicht 100% ig genau weiß was da los ist die Finger davon lassen  den da kann sehr schnell für Leihen tödlich enden oder im Gefängnis enden wen da andere zu Schaden kommen . 

 

Kommentar von treppensteiger ,

Sehe ich auch so, mir ist bisher auch bloß 7*1,5² vorgekommen,  ist jetzt die Frage, wie weit ist der Verteiler entfernt, soll es bloß eine 16-er oder eine 32-er werden? Welche Art von Motor soll da dran? Wieso ist der Beginn der Leitung (im Verteiler?!) nicht einsehbar und die dort verwendeten Adern?

Wer sich solche Fragen nicht selber stellen und beantworten kann sollte vielleicht doch besser mal den Elektriker holen. Der kann dann nachher auch messtechnisch nachprüfen, ob er nicht völligen Blödsinn gebaut hat.

Kommentar von germi031982 ,

Gibt auch 7x2,5mm² NYM-J...

Expertenantwort
von realistir, Community-Experte für Elektronik, 32

Ich sage jetzt mal du hast kein kleines Problem, sondern ein großes!

Erstens musst du für niemanden eine Kraftsteckdose installieren, zweitens zeigt deine Frage schon eindeutig genug, du verstehst diesbezüglich nur Bahnhof, bist also weder fachlich geeignet, noch hast du wenigstens soviele Kenntnisse solche Elelktrosachen betreffend, das vernünftig und sicher erledigen zu können.

Wieso hätte ich keine Probleme? Ich habe nicht nur die Grundkenntnisse ;-)
Lehrlingen versuchte ich manches Risiko anders zu vermitteln.
Ich fragte 10 Lehrlinge, ob Sie es packen würden, ein einziges Pferd an einem Seil fest zu halten ;-)

Alle sagten, nee, das schaffen auch 10 Lehrlinge nicht, ein PS ist viel stärker, zieht alle weg, hinter sich her. Ach ja? Tja wenn das so ist dann steckt in einer normalen Steckdose mit 230 V und 16 A abgesichert welche Kraft in PS?
Und wie sieht es bei Kraftstrom aus, oder im Kurzschlussfalle, wieviele PS können dann ihre Kraft entfalten, Schaden anrichten usw?

Dir fehlen viele Grundkenntnisse und deswegen wird das eine sehr unsichere Angelegenheit. Lehne diese Arbeit ab, lass die einen Elektriker machen. Dann kann der Anlagenbetreiber sich sicher fühlen, oder bekommt sogar ein Prüfprotokol.

Kommentar von germi031982 ,

Es zeigt auch das der Elektriker damals gepfuscht hat, denn wenn man Leitungen mit sieben Adern benutzt (bei NYM-J Leitungen mit mehr als fünf Adern sind sechs schwarze Adern und eine grün/gelbe vorhanden), dann muss nach VDE die Ader die als Neutralleiter benutzt wird an den sichtbaren Enden blau markiert werden (Schrumpfschlauch oder Isolierband). Und das ist auch sinnvoll es so zu machen denn es vereinfacht den Leuten die später daran arbeiten müssen die Arbeit. Man muss auch immer daran denken das man evt. später da auch nochmal ran muss und erleichtert sich da auch selbst etwas die Arbeit.


"Tja wenn das so ist dann steckt in einer normalen Steckdose mit 230 V und 16 A abgesichert welche Kraft in PS?"

16 A*1,73*400 V = ca. 11,1 kW = 15,1 PS

Ein Pferd kann im Galopp oder beim Springreiten übrigens mehr als 20 PS entwickeln. Man ist damals von Grubenponies ausgegangen die im Bergbau gearbeitet haben und nicht von richtigen Pferden.

Im Kurzschlussfall hängt es von der Charakteristik des Leitungsschutzes ab, B fliegt beim drei bis fünffachen des Nennstromes (48-80 A bei B16). C löst beim fünf- bis zehnfachen aus (80-160 A bei C16).

Allerdings gebe ich dir recht, mit einem Duspol hat man das ohne Probleme schnell geprüft.


Antwort
von Branko1000, 75

Für deine "Starkstromsteckdose" benötigst du insgesamt 5 Adern. Du benötigst L1, L2, L3, N und PE. 

Die grün/gelbe Ader ist der Schutzleiter (PE). Für den Rest gibt es keine Vorschriften und da kann der Elektriker die angeklemmt haben, wie er möchte.

Also kann es gut sein, dass 6 der Neutralleiter (N) ist, 1 der L1, 2 der L2 und 3 der L3. 4 und 5 bleiben frei.

Du solltest dies aber von einem Elektriker überprüfen lassen.

Antwort
von J0eSpivy, 62

Zwischen den 3-Phasen und N/PE hast du 230V, zwischen den 3-Phasen untereinander hast du 400V.

Du benötigst auch nur 5 Adern, die 3 Phasen sowie N und PE

Wenn du aber keine Ahnung davon hast rate ich dir dringlichst davon ab. Lass einen Elektriker kommen, Strom ist kein Spaß.

Kommentar von 19Markus10 ,

danke, mit den 230V und den 400V wusste ich auch schon. Und das Strom kein Spaß ist weiß ich ebenso, nur mache ich das eigentlich nicht zum ersten Mal. Starkstrom hab ich schon mehrfach bei anderen angeschlossen, nur die hatten 5 farbige Adern

Kommentar von J0eSpivy ,

Damit begibst du dich aber auch Versicherungstechnisch auf sehr dünnes Eis. Solange nichts passiert ist alles gut, aber wenn doch, dann haftest du. Ich habe eine 3,5 Jährige Ausbildung zum Elektroniker gemacht, jeder Laie unterschätzt was alles passieren kann wenn man nur eine Klemme nicht fest genug anzieht.

Kommentar von realistir ,

Hattest du 3,5 Jahre Ausbildung gebraucht um eine wie auch immer geartete Steckdose an zu schließen, oder war dir das in 20 Minuten erklärt?

Dir wurde genau wie mir und allen anderen Elektrikern zuerst mal gewisse Grundlagen vermittelt. Darauf aufbauend 3,5 Jahre alles was für den jeweils gewählten Berfufszweig wichtig ist.

Wieso argumentieren viele zu gerne, man müsse 3 Jahre lernen um eine Steckdose richtig anzuschließen? So lange hat kein Elektriker gebraucht, viele Details waren in sehr kurzer Zeit besprochen, erklärt, gelehrt.

Wer unbedingt glauben will dass Fachleute völlig fehlerfrei sind, darf das von mir aus gerne weiterhin glauben. Ich habe in meiner Berufszeit einiges von bzw bei Fachleuten erlebt, wenn ich das hier alles posten würde, ohje.

Übrigens, wie oft wurden in manchem Großbetrieb in regelmäßigen Abständen die Klemmen in Schaltschränken, Steuerpulten und Verteilern nach gezogen? Nicht weil irgendein Elektriker mal eine Klemme vergessen haben konnte, sondern weil etliche Klemmverbindungen nicht sicher waren, sich als nicht dauerhaft sicher heraus stellten.

Versicherungen sichern vor allem eines, ihren Gewinn ;-) Berufsgenossenschaften sind übrigens auch nur Versicherungsgesellschaften ;-)

Frage doch mal bei einer Berufsgenossenschaft an, wieviele Schadensfälle es durch Fachkräfte es gab und versuche dann an Zahlen auf dem privaten Sektor -Laienarbeiten- zu kommen! Glaubst du ernsthaft, die Schadensfälle in privaten Bereichen wären größer als in Fachbereichen? ;-)

Kommentar von J0eSpivy ,

Dennoch macht es im Schadensfall einen Unterschied ob es eine Fachkraft oder ein Laie "verbrochen" hat

Kommentar von realistir ,

Nein, es macht keinen Unterschied ob Fachmann oder Laie. Erstens ist irren menschlich, zweitens kann sogar ein Fachmann mal das haben, was Helmut Kohl sagte;-) Geistiger Blackout.

Kommentar von J0eSpivy ,

Es geht doch nicht darum das ein Fachmann nicht auch Fehler macht, natürlich passiert das. Es geht gerade rein um die Haftungsfrage im Schadensfall.

 Hier Auszüge eines Artikels:

"Was viele nicht wissen: In Deutschland ist es Laien gar nicht erlaubt, elektrische Anlagen, die an das öffentliche Elektrizitätsversorgungsnetz angeschlossen sind, zu errichten, zu ändern oder instand zu setzen. Die Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) schreibt das in Paragraph 13 vor. Demnach müssen die Arbeiten durch ein in ein Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragenes Installationsunternehmen durchgeführt werden. Wer genau hinschaut, findet meist auch im Baumarkt die entsprechenden Warnhinweise auf den Bauteilen."

"Es droht zwar keinem Heimwerker ein Bußgeld, wenn er selbst eine Lampe anbringt, weil niemand das "Vergehen" ahndet. Wenn jedoch durch den Fehler eines Laien ein Schaden verursacht wird, muss man damit rechnen, dass die Versicherung nicht zahlt."

Hier geht es zwar um Niederspannung, aber ich denke das dies bei Starkstom nicht anders sein wird.

Kommentar von germi031982 ,

Die Haftungsfrage ist gesetzlich gesehen ganz einfach: Jeder haftet für die Arbeit die er gemacht hat, egal ob Elektriker oder nicht. Es sind auch schon Elektriker verurteilt worden, zum Beispiel wegen fahrlässiger Tötung weil eine Elektriker aus einer klassischen Nullung eine klassische Phasung gemacht hat und eine Frau dann von der Waschmaschine einen tödlichen Stromschlag bekommen hat.

Der einzige Vorteil den der Elektriker hat, er hat Meßtechnik, und damit hat er seine Arbeit zu prüfen und abschließend ein Prüfprotokoll auszufertigen und dem Auftraggeber ein Exemplar auszuhändigen. Machen die meisten aber nicht und so manche messen auch nicht was sie da gemacht haben, nach dem Motto "passt scho".

Und eine Versicherung kann eine Zahlung nicht so einfach verweigern, höchstens bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. Und die muss sie einem nachweisen. Wer sich informiert über die Gefahren, wie man solche Arbeiten korrekt ausführt, die einschlägigen Vorschriften befolgt, das passende Werkzeug hat und die Arbeit fachgerecht ausführt ist auf der sicheren Seite. Aber einfach aufs Geratewohl loslegen ist in dem Bereich nicht, man muss sich mit der Materie auseinandersetzen, dann ist man aber auch kein Laie mehr im Sinne der VDE 0105-100. Der Laie ist nämlich, der Definition in der Vorschrift nach, total ahnungslos was Elektrotechnik betrifft.

Und es gibt keinen Starkstrom, das ist Niederspannung (bis 1kV). Wir reden hier von Dreiphasenwechselspannung, im Volksmund auch Drehstrom genannt.

Kommentar von realistir ,

Irgendwie empfinde ich dich momentan sehr witzig.

Du schreibst, Er solle besser einen Elektriker holen, den das machen lassen. Oben in seiner Frage sagte der Fragesteller eindeutig, dieses Kabel hatte damals ein Elektriker gelegt, nur nicht angeschlossen!

Tja, nun müsste ich dich genauer fragen, durfte der Elektriker für das was damals geplant war, kein 7 adriges Kabel mit Nummern benutzen? Wer oder was hätte ihm das denn verboten?

Niemand. Solange er gewisse Grundbedingungen einhält, hat er die freie Auswahl. Nummernkabel müssen nicht einzig für Steuerleitungen dienen.

Also, wenn ein Fachmann ein nummeriertes Kabel verlegt hat fängst du dann an der fachlichen Eignung dieses Elektrikers zu zweifeln und vermutest, ein anderer Elektriker macht es besser, sicherer? ;-)

Kommentar von J0eSpivy ,

Um das verlegen des Kabels geht es mir doch nicht. Ich habe lediglich darauf hingewiesen das es nicht ungefährlich ist das als Laie anzuschließen, auch aus Haftungsrechtlichen gründen. Verbieten kann und werde ich das niemanden.

Antwort
von hauseltr, 39

Du musst doch selber prüfen können, welche Leiter Strom führen.

Für Drehstrom 400 V werden doch normalerweise 3 Phasen mit 230 Volt benötigt. Die anderen Kabel können nicht angeschlossene Weiterleitungen oder aber Schaltungen sein.

Bei mir liegen z.B. für einen Durchlauferhitzer 3 x 230 Volt (schwarz, braun braun = L) und einmal N. PE ist bei mir nicht verlegt.

Alte Anschlüsse haben andere Kabelfarben.

Antwort
von Borgler94, 60

lass einen Elektriker kommen....

kleine Elekroninsachen mit "Batteriespannung" machen und basteln ist voll ok... aber doch nicht eine Starkstromdose anschließen

Kommentar von 19Markus10 ,

sieh dir mal bitte meinen anderen Kommentar an

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