Frage von boneclinks, 89

Sind Hamburger arrogante Schnösel im Vergleich zu Berlinern und Münchnern?

Ich habe nur schlechte Erfahrungen mit Hamburgern/Hamburgerinnen gemacht. Zufall oder Normalität?

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von Hausameise, 56

Nur weil Hamburg besser ist, als Belin oder so...

Antwort
von PolluxHH, 39

Soziale Kontakte leben von Interaktion, Interaktion ist geprägt von subjektiven Erwartungen und erlernten Verhaltensmustern, die in Deutschland nicht identisch sind. Es wäre ein Fehler, von einer deutschen Kultur zu sprechen, dies gilt allemal auf der Ebene sozialer Konventionen.

Hamburger WIRKEN mehrheitlich auf Berliner etc. regelmäßig arrogant, weil sie Menschen erst einmal kennenlernen wollen, was aber auch heißt, daß zunächst ein Mensch, der ihnen begegnet, ein weißes Blatt ist, das erst beschrieben werden will. "Zeig Dich mir, ich zeig mich Dir und wenn es sich gut entwickelt, dann können wir vielleicht sogar Freunde werden." Dies mag auch daran liegen, daß Hamburg traditionell immer mit anderen Kulturen in Kontakt trat und deshalb das Bewußtsein vorliegt, daß gleich scheinendes nicht gleich sein muß. Bilder sind Analogieschlüsse, doch sind solche Übertragungen bei Menschen zumeist unzulässig und lassen einen falschewn Eindruck entstehen, auch schon deshalb, weil der Mensch gerade nach außen zu kompensieren versucht, also eigentlich genau die Wesenszüge übertrieben zeigt, die er eigentlich an sich vermißt. Sympathie auf den ersten Blick meint deshalb nicht selten einen ganz anderen Menschen als den, der hinter der Fassade versteckt ist.

In Berlin oder München, aber auch Köln, geht es weit "unkomplizierter". Etwas übertrieben: wenn jemand die richtigen Sneaker trägt, ist er willkommen und man kann gleich zu Verbrüderungsszenen übergehen. Die Kehrseite: an dem einen Abend bezeichnet man den anderen noch als Freund , am anderen Abend guckt man ihn mit dem A.... nicht mehr an. Das ist etwas, was man bei Hamburgern eher selten erlebt. Wenn sie "Freund" sagen, meinen sie es auch (doch das hat etwas ähnlich weittragendes wie ein Eheversprechen, denn in den "Rechten" steht ein Freund einem Familienmitglied gleich). In Hamburg z.B. ist der Begriff "Freund" immer noch recht eng gefaßt und
wird bei Erwachsenen erst nach recht langer Zeit verwendet.

Unterschiedliche Sozialisation führt zu Mißverständnissen und Fehlinterpretationen, solange man sich dieses Mechanismusses nicht bewußt ist, allerdings sehe ich es nicht wirklich als arrogant an, den anderen möglichst ohne unzulässige Übertragungen kennenlernen zu wollen, ehe man zur Verbrüderung übergeht. In Hamburg ist zwar der Anfang nicht wirklich euphorisch, dafür die Intention echt, also die Auseinandersetzung mit dem anderen selber ein Zeichen eines echten Interesses am Menschen, bei fehlendem Interesse wird dies freundlich, aber ehrlich bekundet. Etwas plakativ: ein Hamburger feiert lieber alleine, als mit Leuten, die für ihn Mittel zum Zweck, austauschbar sind, woanders verhält es sich nicht selten umgekehrt (wohlgemerkt ist dies nicht als wertende Aussage zu verstehen: jedem das seine).

Nun kommt ein Berliner [übrigens Realsatire, denn das ist mir passiert] nach Hamburg, spricht einem Hamburger zwecks Kontaktaufnahme mit dem Satz "Alle Hamburger sind sch...e" an, der Hamburger wendet sich mit den Worten "Wenn Du meinst" einfach ab, spricht aber im weiteren nicht mehr mit dem Berliner, und der Berliner fühlt sich bestätigt, daß Hamburger arrogant und sch...e seien. Darauf, ich saß daneben, fragte ich ihn, was er denn sdagen würde, wenn ein Hamburger in Berlin ihn mit dem Satz "Alle Berliner sind sch...e" anspräche, worauf er meinte, daß er eine aufs Maul bekäme. Auf den Punkt gebracht war seine Argumentation "Da alle Hamburger sch...e seien, hätte der Hamburger es als Wahrheit akzeptieren müssen, aber da alle Berliner cool seien, verdienen der Hamburger Prügel."

Ein Hamburger lacht und sieht darin einfach nur "abweichende Erwartungshaltungen" ... und diese Haltung wird nicht selten als arrogant ausgelegt.



Antwort
von Knastduscher, 8

Ich behaupte mal, dass du mit der Hamburger Mentalität nicht zurechtkommst. Der Norddeutsche ist eher "kühl" und sachlich. Der Norddeutsche bietet dir auch so schnell kein "Du" an.

Obwohl Altkanzler Helmut Schmidt über 30 Jahre mit einem der ehemaligen US-Außenminister befreundet war, haben sie sich bis zum Schluß mit "Sie" angesprochen. Das sagt doch wohl alles, oder?

Einem Münchener (Bayern) sagt man eher nach, dass sie rau aber herzlich sind. Wenn ein Bayer dich "alter Bazi" oder "Sauhund" nennt, muss dass keinesfalls feindlich gesinnter Natur sein.

Ineressanter Weise ist für einen Niederbayer der Münchener wiederum zu arrogant, weil München die "Schickeria" von Bayern ist.

Ein Kabarettist hat mal einen Gag über die Berliner gebracht, uzw.: "In Berlin könnte es einem Bankräuber, der in eine Bank reinstürmt, passieren, dass die Berliner sagen: "Watt denn, watt denn, watt denn! Menste wir hättens nicht auch alle eilig? Stell dick (dich) jetzte mal gefälligst schön hinten an!"

Aus der Sicht eines Saarländers ist ihm der Westfale auch zu arrogant. Das sind eher Empfindungen, die von einem selbst kommen. Der eine liebt die herzliche aufgeschlossene Art der Italiener und Spanier und dem anderen sind diese Länder zu hektisch und zu lebhaft bzw. eher nervig.

Das ist nichts anderes als wenn du auf Frauen mit schwarzen Haaren und blauen Augen stehst und der nächste dreht sich nur nach einer blonden Frau mit dunklen Augen um.

Bedenke, dass wir 16 Bundesländer haben, die sich alle untereinander anders sehen. Selbst innerhalb der Bundesländer gibt es Differenzen. Bestes Beispiel ist Bayern. Da gibt es den Bayer, den Franke (Ober- und Unterfranke), den Schwaben, den Nieder- und Oberbayer.

Genauso sind nicht alle Baden-Württemberger Schwaben! In Nordrhein-Westfalen unterscheidet man zwischen dem Rheinländer und dem Westfale.

So - und nun lass mal den Westfale den Niederbayer, der Unterfranke den Rheinländer, der Hamburger den Berliner und den Niedersachse den Sachse bewerten. Viel Spaß bei der Meinungsfindung!

Antwort
von woflx, 38

Es ist oft die Eigenheit der Bewohner großer Städte, die eigene Stadt als den Nabel der Welt zu sehen. Da aber in Hamburg, Berlin und München eine jeweils eigene Mentalität vorherrscht, kommt diese Einstellung auch unterschiedlich rüber.

Antwort
von tryanswer, 47

Auch nicht mehr oder weniger. Aber jede Region hat ihre eigenen sozialen Normen und wenn man die nicht kennt oder nicht mit ihnen vertraut ist, kann leicht ein solcher Eindruck entstehen.

Antwort
von Daleduc, 51

Ich finde Münchener schlimm...

Hamburger sind halt Norddeutsche, wirken kühl, aber sind recht locker 

Kommentar von shimbuni ,

Da bin ich der gleichen Meinung! :)

Antwort
von shimbuni, 34

Ich denk eher die Leute aus FFM sind so, aber in Hamburg interessiert sich niemand so für dich auf der Straße würd ich sagen.

Kommentar von PolluxHH ,

Sagen wir es so ... andere wahrnehmen bedeutet neutral oder positiv wahrnehmen, aber ist in Hamburg ein aktives Wahrnehmen, also mit jemanden sprechen und kennenlernen. Auf der Straße kann man nichts beurteilen, man hat nur das "Bild" und das gibt nichts über den Menschen her (oder besser: alles, was man meint wahrzunehmen, meint in erster Linie einen selbst, denn die übertragenen Bilder kommen aus einem selbst). Der andere verdient die Achtung und die Höflichkeit, die jedem Menschen gebührt, nicht mehr, nicht weniger, alles mehr muß er sich verdienen. Dies gilt für einen Obdachlosen wie für einen Bankdirektor. Vorschußlorbeeren sind nicht so des Hamburgers Ding.

Aus der Haltung heraus dann auch den nicht bekannten Mitmenschen Interesse entgegenzubringen, auch in der dann aufgrund des Gleichbehandlungsgrundsatzes erforderlichen Breite, denn man müßte dann ALLEN in gleichem Maße gegenüber Interesse zeigen, wäre eine massive Überforderung. Man nimmt wahr, wenn es die Konstellation sinnvoll erscheinen läßt, z.B. durch Offenhalten einer Tür für die nachfolgende Person., verbunden mit einem freundlichen Lächeln.

Antwort
von InThisShit, 29

Bis zum wort Münchnern hätte ich gedacht dass du von essen redest

Antwort
von aloisff, 33

Meine Erfahrungen:

Berliner:(oft) Arrogante Schnösel
Münchener: hm....Bayern halt, eigentlich ganz nett, ausser wenn man was gegen deren Bundesland sagt....
Hamburger: immer gut drauf, nett, freundlich, ofen, hilfsbereit...

...es scheint also eineher individuelles Empfinden sein, bzw. daran liegen wen man da jetzt ganz individuell vor sich hat.

Kommentar von PolluxHH ,

Bei Berliner muß ich relativieren, denn - die wenigsten, die sich als Berliner bezeichnen, sind auch gebürtige Berliner, mit gebürtigen Berlinern hatte ich als Hamburger nie wirklich Probleme. Es sind eher "zugezogenen" Berliner, die .... auffallen, z.B. indem sie sich zum Maß aller Dinge stilisieren. Ob es sich dabei auch um eine Art von Kompensation handelt?; - wäre einmal eine interessante Frage für eine empirische Studie :D.

Kommentar von aloisff ,

...wie bereits geschrieben, es liegt wohl tatsächlich daran, wen man jetzt genau kennen gelernt hat, ich gehe davon aus, dass es im Endeffekt keine grossen Unterschiede gibt.

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