Senkrücken beim pferd hochheben?

... komplette Frage anzeigen

6 Antworten

Erstmal gut, dass du bereits am Kappzaum longierst - aber auch das muss man lernen. Dazu rate ich (wie einige andere auch) zum Longenkurs von Babette Teschen auf www.wege-zum-pferd.de - kostet nicht viel und ist Gold wert! 

Dann solltest du dir definitiv einen Trainer dazu holen, denn man lernt nie aus beim Reiten. Idealerweise einen, der dir auch hilft bei der Bodenarbeit, wie z.B. klassische Handarbeit. Klassische Handarbeit kann sehr viel bringen, um den Rücken anzuheben - aber alleine fängt man sowas nicht an, dazu holt man sich einen Trainer dazu. 

Was sich auch gut eignet ist Stangenarbeit - und zwar im Freilauf. Da störst du das Pferd in keinster Weise in seiner Balance. Und zwar brauchst du dafür ein paar Stangen und einen eingezäunten Platz. Du legst erstmal nur 2 Stangen auf eine lange Seite und eine auf die andere lange Seite (etwa mittig jeweils). Bitte wärme das Pferd mindestens 15 Minuten im Schritt vorher auf, ohne Stangen! (Hier würde sich hervorragend eine Einheit der klassischen Handarbeit eignen übrigens, ansonsten tut es auch schlichte führen). Dann lässt du das Pferd ca. 5 Minuten traben, ebenfalls ohne Stangen, also etwa 2,5 Minuten auf jeder Hand, sodass das Pferd wirklich gut aufgewärmt dann an die Stangen geht. 

Dann solltest du sie erstmal im gleichmäßigen Tempo mit ca. alle 5 Minuten Handwechsel über die Stangen schicken, im Trab. Tempo regulieren, wenn sie zu schnell oder langsam wird, wirklich erstmal möglichst gleichmäßig. Vielleicht hilft dir auch jemand in den ersten Einheiten, der dir die Stangen dann erstmal passend legt. Diese Abstände merkst du dir dann (ich nehme dafür immer meine Fußlänge, ist sicherer als Schrittgröße). Das machst du 20 Minuten. Achtung, nach den ersten Einheiten wird sie evt. stark schwitzen - das ist normal, da das wirklich anstrengend ist. Anschließend trocken führen und fertig. Das würde ich am Anfang nicht mehr als 2x die Woche machen. 

Hintergrund ist, dass das Pferd die Beine hebt, und auch die Hinterbeine und den Rücken im Laufe der Zeit von selbst anheben wird über den Stangen. Ich sehe bei meinem z.B. auch, dass er sich am Ende selbst wesentlich besser auf die Hinterhand setzt als am Anfang der Einheit. 

Wenn du merkst, dass es nicht mehr anstrengend genug ist, kannst du eine weitere Stange dazu legen. Aber bitte höre da aufs Pferd, wenn es noch nicht die zwei Stangen meistert, dann brauchst du auch keine dritte hinlegen. 

Was definitiv auch immer gut ist gegen einen Senkrücken ist korrekte (!!!) Dressurarbeit, auch die versammelnden Lektionen. Deshalb suche dir da bitte einen Trainer, der dich da begleitet und das Pferd im Mittelpunkt sieht. 

Was mir gerade noch so einfällt, wenn du Zirkuslektionen vll. gerne magst, könntest du auch mit der Lektion "Bergziege" anfangen. Das dehnt die gesamte Oberlinie und holt auf jeden Fall den Rücken hoch und stärkt ihn auch dann. 

In Kombination mit der Arbeit am Kappzaum und/oder der klassischen Handarbeit würde auch die Arbeit im Stand Sinn machen - hier sind Trainer der akademischen Reitkunst meist sehr begabt. 

Ich hoffe, ich konnte dir einige Ideen liefern, die du dann aber bitte mit einem Trainer umsetzt. Gerade, wenn es Sachen sind, die du noch nie zuvor gemacht hast. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Andrea275
16.06.2016, 23:55

wow eine sehr gute Antwort

0

Es gibt ein paar einfach Physio Übungen die du machen kannst z.b. Mit beiden händen an die Bauchnaht, also genau unter der Wirbelsäule, sanft dagegen drücken. Mit der richtigen kraft und wenn das pferd es zulässt hebt sich der rücken. Wenn du das regelmäßig und langzeitig machst lernt das pferd dass es den rücken anheben soll. Es wird wahrscheinlich die haltung des pferdes leicht verändern. Bei meinem pferd hat es gut geklappt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von emisylt2001
17.06.2016, 17:24

danke dir das werde ich heute mal gleich probieren

0

Ein Senkrücken ist eine orthopädische Erkrankung, eine Wirbelsäulenverkrümmung. Ein gesenkter Rücken ist leider in der Regel auch ein schwacher Rücken und einer, der nur eine geringe Tragfähigkeit besitzt, wodurch er die Bildung des Spannungsbogens verhindert, was ihn zum normalen Reiten nicht gerade prädestiniert. 

Alles, was die Rückenmuskulatur stärkt und fördert, ist an dieser Stelle wichtig, aber auch ein guter Osteopath, der sich den Rücken vornimmt, ein Sattler, der den richtigen Sattel anpasst, ein Tierarzt, der das Pferd gut im Auge hat und darauf achtet, dass es nicht durch Kissing Spines auch noch Schmerzen bei Belastung bekommt, was beim Alters-Senkrücken aber nicht unbedingt der Fall sein muss und ein Trainer, der Dich nicht mit dem dafür nötigen Programm alleine lässt.

Eine Lordose, also ein Senkrücken kann angeboren sein, aber auch entstanden sein durch zu frühe Belastung, falsche Belastung und falsches Training. Friesen wird im Allgemeinen ja nachgesagt, dass sie nicht unbedingt als Reitpferde geeignet sind, wegen ihres ehr schwachen Rückens.

Eine konsequente Dehnungshaltung begünstigt die Stärkung von Bauch- und Rückenmuskulatur. 

"Den Rücken hochheben" wirst Du definitiv nicht mehr können. Du kannst lediglich den Rücken so gut es geht stärken und dafür sorgen, dass er nicht unter Schmerzen geritten wird. An dieser stelle empfehle ich Dir die Hilfe eines richtig versierten Trainers, der Dir und dem Pferd genau zeigt, wie Ihr das Ziel - Reitbarkeit ohne Schmerzen erreichen könnt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Oh je. typisch Friese, würde ich mal sagen. Ich kenne keinen Friesen, der nicht einen weichen Rücken hat. Die gehen fast alle in absoluter Aufrichtung und drücken den Rücken weg.

Ob man da jetzt noch was dran machen kann - bei einem Friesen????

Um einen Friesen rückenschonend zu reiten, muss man , fürchte ich, ein meisterlicher Reiter sein. Denn sie müssen in Dehnungshaltung geritten werden. Und mach das mal bei einem Friesen? Ich kenne keinen einzigen Friesen von Normalreitern, der in Dehnungshaltung laufen kann.

Bei uns gibt es viele Friesen. Sie sind modern. Ich erkenne sie schon aus 3 km Entfernung an ihrer charakteristischen Körperhaltung. Einen, einen einzigen habe ich mal gesehen, der tatsächlich korrekt Vorwärts-Abwärts gehen konnte. Aber der gehört auch einem sehr, sehr guten Reitlehrer.

Tut mir leid. Ich kann dir also nicht helfen. Wenn es mein Friese wäre, würde ich einen guten RL engagieren, der mit dem Pferd regelmäßig Kappzaumarbeit macht.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wieso informiert man sich da nicht vor dem Kauf? 

Korrekt longieren (Kappzaum!), Doppellonge, Fahren vom Boden, klettern, Podestarbeit, Stangenarbeit. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von emisylt2001
16.06.2016, 20:58

ich habe sie nicht gekauft... ich habe sie wegen eines todesfalls bekommen...longieren mit kappzaum mach ich schon , dennoch kenn ich die anderen sachen nicht 😞

1