Frage von Schischa3, 94

Schreibt man in Deutschland manchmal die Wörter, wie man sie spricht (Dialekt)?

In der Schweiz schreibt man in Chats meistens in Schweizerdeutsch, auch wenn es keine Rechtschreibung dafür gibt und es verschiedene Dialekte gibt. Bei der Arbeit, in der Schule, ... benutzt man aber das normale Deutsch bei den schriftlichen Sachen.
Wie schreibt man in Deutschland oder in Österreich untereinander? Schreibt man häufig, selten oder nie im Dialekt (also nicht wie das Deutsch in den Büchern)?

Antwort
von OlliBjoern, 15

Ich schreibe normalerweise nicht in meinem Dialekt. Wäre aber eine lustige Idee. Bei uns (Nordsaarland) sagte man gerne z.B.

Luu mo lô, wie der lé lô lait... (moselfränkisch) =
Schau mal dort, wie der dort liegt...

Die einzige standardisierte Form des Moselfränkischen ist die luxemburgische Sprache (die mit unserem Dialekt verwandt ist).

"Dat ass onst Land, fir dat mer géif
Heinidden alles won,
Onst Heemechtsland dat mir sou déif
An onsen Hierzer dron." (aus der Nationalhymne)

https://lb.wikipedia.org/wiki/Ons_Heemecht

"won" und "dron" werden mit langem, offenen o gesprochen (wie "lô" weiter oben). "wagen" (hochdeutsch) > "won", "tragen" > "dron".

Bei uns konnte man auch sagen: "Dat es jedes Tour et selvischt"
(das ist jedes Mal dasselbe). Das -t (wie in "onst") passt zum neutralen Genus ("dat", "onst", "et", "selvischt"). Vergleiche auch niederländisch "het".

Antwort
von Gaskutscher, 52

Ist sehr unüblich. Ich kenne es von schweizerischen Foren, so ausgeprägt ist es in Deutschland nicht üblich.

Außer in Nieschenforen in denen sich ein entsprechender Personenkreis versammelt. Im Gegensatz zur Schweiz sind die Dialekte in Deutschland teilweise so weit voneinander entfernt das nichts mehr verständlich wäre.

Beispielsweise Plattdeutsch und Niederbayerisch. Wenn die jeweils im Dialekt schreiben würden -> der andere könnte es nicht lesen geschweige denn verstehen.

Kommentar von Schischa3 ,

Ich kannte ein Deutscher, der gesagt hat, das manche in seiner Region manchmal Plattdeutsch redeten, er es aber nicht sprechen konnte.

Antwort
von Nordseefan, 43

Es gibt durchaus (leider viel zu wenig wie ich finde) Bücher die im Dialekt geschrieben sind. Ob das nun hessisch, bairisch, sächsisch etc ist. Eine Regel gibt es da auch nicht direkt.

Kommentar von Schischa3 ,

Ich selbst habe noch nie ein Buch auf Schweizerdeutsch gelesen, weil ich nur von diesen gehört habe, aber noch nie einen gesehen habe. Liedertexte und Gedichte sieht man mehr auf Schweizerdeutsch.

Bei mir sind die Dialekte nach Orten benannt und man kann sich untereinander eigentlich gut verstehen: Berndeutsch, Zürideutsch, Bündnerdeutsch, Walliserdeutsch, St. Gallnerdeutsch und Baslerdeutsch. Das sind grobe Einteilungen, manchmal macht man auch genauere Einteilungen.

Ich habe schon Bücher gelesen, bei denen die direkte Rede nicht in normales Deutsch geschrieben ist. Diese Bücher sind aber von Deutschland.

Kommentar von Nordseefan ,

Was ist denn "normales" Deutsch?

Zum Teil verwenden die Schweizer ( kannst auch sagen die Deutschen) halt andere Wörter. Velo fällt mir da ein, wir sagen Fahrrad oder kurz Rad ( was aber kein Dialekt ist) im Süddeutschen Raum ist das auch das Radl in ostfriesland auch Fahrradd geschrieben oder Fiets(aus dem holländischen entliehen)

Antwort
von landregen, 38

Die Dialekte in Deutschland sind sehr unterschiedlich und auch regional sehr begrenzt. Es bringt nicht viel, wenn ein Sachse und ein Hesse miteinander chatten, und jeder seinen Dialekt in der Schreibweise zum Ausdruck bringen will.

Mir als Norddeutscher braucht niemand mit geschriebenem Dialekt zu kommen. Ich habe schon genug Mühe, gesprochene Dialekte zu verstehen.

Kommentar von Schischa3 ,

Manchmal bereiten auch schon Fachsprachen Mühe, auch wenn sie im normalen Deutsch sind. An den Sprachen der Mathematiker, Physiotherapeuten, der Köche, der Phylosophen, der Banker, der Mechaniker, der alten/der jungen Generation, der Männer/der Frauen, ... muss man sich zuerst daran gewöhnen.

Kommentar von landregen ,

Das ist richtig, und ich gewöhne mich auch gern an Fachsprachen aus Bereichen, die mich interessieren oder mit denen ich beruflich zu tun habe. Ich gewöhne mich auch gern - und mühsam - daran, zehn verschiedene deutsche Dialekte zu verstehen, und auch noch zwei oder drei englische.

Aber mir mit beliebiger Rechtschreibung aus unzähligen Dialekten zu begegnen - das geht zu weit! Das mache ich nicht mit, sorry!

Etwas Anderes ist es natürlich innerhalb von Gruppen und Gesprächspartnern, die im gleichen Dialekt zu Hause sind. Aber eben nur da ist es kein Problem, sondern kann im Gegenteil sogar sehr gemütlich sein.

Antwort
von silberfish, 31

Als Österreicherin: Wir verwenden Dialekt Wörter, z.B. Semmerln, Heferl, Detschn... Und den Rest eher Umgangssprache. Aber ist auch von Situation zu Situation verschieden. Im Geschaftsleben natürlich nicht.

Antwort
von LamacornIsLove, 36

Also bei uns in unserer Klassengruppe schreiben wir fast nur mit Dialekt und Abkürzungen. So wie wir auch miteinander reden.

Wenn ich mit meinen Eltern und Großeltern schreibe/rede ist es meistens "normales" Deutsch.

Auch in persönlichen Chats mit meinen Freunden schreiben wir im Dialekt. In unserem Fall Steirisch.

Mit meinen Brieffreunden, die ich nicht persönlich kenne, schreibe ich auch normales deutsch.

Ich persönlich finde einfach, dass man sich unter Freunden den Dialekt beim schreiben ruhig erlauben kann, aber bei Fremden oder nicht so gut bekannten (in öffentlichen Internetchats) sollte man das normale Deutsch verwenden.

Ich hoffe meine Antwort konnte dir helfen.

LG LamacornIsLove

Antwort
von HansH41, 20

Nein, man schreibt nicht im Dialekt.

Da ich keinen Dialekt spreche, ist bei mir Aussprache und Schriftform identisch.

Aber: Es gibt Menschen, die halten die norddeutsche Schriftform und Aussprache für Hochdeutsch und die süddeutschen, Schweizer und österreichischen Wortfomen für Dialekt.

Diese Ansicht teile ich nicht. Sie ist auch nicht korrekt, die unterschiedlichen Schreibweisen sind legal.

Also: "Semmel", das Silberfish genannt hat, ist ein normales Synonym für das norddeutsche "Brötchen".

Und es gibt andere Beispiele, neulich hier auf GF, die Benutzung von "nutzen" oder "nützen". Das ist beides Hochdeutsch und hat für mich einen leicht unterschiedlichen Charakter.

Kommentar von landregen ,

Ich bin nicht deiner Ansicht.

Dass "nutzen" und "nützen" zwei hochdeutsche Worte sind, stimmt zwar, aber dass sie leicht unterschiedlichen Charakter hätten, ist Unsinn. Es handelt sich um zwei verschiedene Verben mit unterschiedlicher Bedeutung:

Ein Angebot nutzen. Etwas nützt jemanden. Ich nutze das Angebot, denn es nützt mir, wenn ich es nutze.

Nützen ist ein transitives Verb, nutzen nicht.

Antwort
von HansH41, 14

Eine der wenigen Situationen, in denen auch in der Öffentlichkeit Dialekt geschrieben wird, ist das Münchner Oktoberfest, der Welt größte volkstümliche Veranstaltung. Und München bereitet sich intensiv auf das Oktoberfest vor.

Heute sah ich in der S-Bahn ein Plakat, das ein vollbusiges "Madl" in einem ausgeschnittenen Dirndl zeigte, mit der Aufschrift:

"I mog a Gaudi, koa Gfrett".

Darunter hatte jemand geschrieben: "No problem Madl. Mia haun zua".

Ja, ich kann mir gut vorstellen, dass bayerische "Mannsbilder" nicht zuschauen werden, wenn nordafrikanische Gäste auf unsere Frauen losgehen wie zu Silvester in Köln.


Kommentar von Schischa3 ,

Das bayrische ist kompliziert, doch eigentlich verstehe ich fast alles, höchstens gewisse Wörter nicht. Ich lerne ziemlich schnell verwandte Sprachen (von Italienisch zu Spanisch/Französisch/Rätoromanisch/Portugiesisch und von Deutsch zu Niederländisch) und Dialekte von Sprachen.

Ich war noch nie am Oktoberfest, weil ich kein Partymensch bin, aber vielleicht werde ich irgendwann Mal gehen. Ich bin aber nicht so eine, die viele Männer haben möchte und Alkohol trinkt.

Die Männer könnten eigentlich die Frauen begleiten und beschützen, wenn es solche von Südafrika gibt. Oder die Frauen müssen selbst schauen, dass sie in solchen Situationen gar nicht hineingeraten können. Die Frauen müssen auch lernen, wie man sich verteidigen kann und bei was man vorsichtig sein muss.

Es sind meistens die von Südafrika, die Frauen belästigen und (in der Schweiz) sind es sind meistens allgemein Ausländer, die offener sind und den zurückhaltenden (leisen, eher respektvollen) Männern die Frauen wegnehmen. Aber vermutlich gibt es auch Inländer, die Frauen belästigen würden.

In der Schweiz sind schätzungsweise etwa 1/6 der Plakate auf Schweizerdeutsch. :)

Antwort
von bartman76, 29

Offiziell schreibt man nicht im Dialekt. Doch im normalen Umgang kommt das schon vor.

Antwort
von ShadowHow, 30

Also bei mir und meinen bekannten ist es meist eine Mischung aus Hochdeutsch und Dialekt.

Antwort
von 1988Ritter, 16

Ja. Leider passiert dies.

Zugegeben mir auch.

Es ist eigentlich sehr unhöfflich, da es auch Leser gibt, die die regionalen Besonderheiten nicht kennen.

Mir passiert es zum Beispiel relativ häufig, dass ich hier meinen Ruhrpottslang in Kommentaren einbringe, der dort nichts zu suchen hat. Dabei kommen dann so Sachen raus wie:

Ja ne is klar.

Gutes Deutsch ist es schon mal nicht, da man richtig schreiben muss, "Ja nein, ist klar." Zudem ist dieser Äußerung abfällig, da der Andere, an dem diese Äußerung gerichtet wird, nicht für voll genommen wird.

Antwort
von Lumpy782, 26

Ich bevorzuge Hochdeutsch, um meine Rechtschreibung zu trainieren. Aber viele schreiben in dem jeweiligen Dialekt.

Antwort
von profiwisser, 30

Man schreibt auch im Dialekt

Antwort
von meinerede, 24

Es gibt auch Bücher, die im Dialekt geschrieben sind.

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