revision des versailler vertrags?

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3 Antworten

Das ist eine sehr weite Frage. Ich gehe mal davon aus, dass du mit den Reparationszahlungen aus dem Versailler Vertrag bekannt bist. Wenn nicht hier eine Zusammenfassung:

Der Versailler Vertrag war der einseitig stark gegen Deutschland gerichteter Friedensvertrag nach dem 1. Weltkrieg. Neben diversen Gebietsabgaben sowie teilweise Verlust der Staatssouveränitä beinhaltete er UNBESTIMMTE Reparationszahlungen. D.h. theoretisch unendlich hohe Schulden bei den Kriegsgewinnern.

Das Hauptaugenmerk der deutschen Politik lag also nach dem 1. WK auf der Revision des Versailler Vertrages, da dieser in den Augen der meisten deutschen eine Demütigung war. 

(Anmerkung: die Schuld wurde nicht etwa den Kriegsverursachern - also preußischem Kaiser usw. gegeben, sondern der SPD, die den Vertrag gezwungenermaßen unterschreiben mussten - das führte in der Folgezeit zu den starken Rechtsradikalen, da den Linken die Schuld an der Kriegsniederlage gegeben wurde) 

Ich gebe dir nur mal ein paar Wichtige Stichworte, die sollten dir beim suchen helfen:

Dawes-Plan, Young-Plan (beide zur wirtschaftlichen Besserung DEUs), Hyperinflation (Geld drucken um Reparationszahlungen leisten zu können; RENTENMARK), Verträge von Locarno (FRA), Rapallo-Vertrag (RUS)

Am besten, du trennst alle Ereignisse nach Thematik. Z.B. Wirtschaft, Politik, etc. Das hilft beim Lernen.

Wichtig ist hierbei: Deutschland hatte eine NEUE Demokratie aufgebaut. Hauptziel der neuen Regierungen war die Revision des Versailler Vertrages und somit eine Befreiung aus der Abhängigkeit von den Kriegsgewinnern. Wirtschaftlich war Deutschland am Boden aufgrund der Kriegskosten. Also waren die UNENDLICHEN Reparationszahlungen ein Problem.

Mit der sog. Hyperinflation hat man dieses Problem auf Kosten der Bevölkerung gelöst: Es wurde ewig viel neues Geld gedruckt, um zurückzahlen zu können - aber das Geld war einfach nichts mehr Wert, weil jeder Bettler Hunderttausende an Mark besaß. Das führte dazu, dass die Reparationszahlungen schrittweise eingeschränkt wurden. 

Mit Russland wurde mit dem Rapallo-Vertrag mehr oder weniger eine freundschaftliche Beziehung aufgenommen.

Mit Frankreich ebenso mit den Verträgen von Locarno. Die sind übrigens sehr wichtig für viele Klausuren über das Thema.

Zusätzlich erhielt Deutschland auch im weiteren Zeitverlauf Unterstüzung von insb. den USA (siehe Young- und Dawes-Plan)

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Kommentar von Mastrodonato
13.01.2016, 01:12

Ausführliche, aber in einigen wesentlichen Punkten falsche Antwort. So war die Inflation in erster Linie hausgemacht, http://geschichte-forum.forums.ag/t3-inflation-1914-1918-1923-einfach-verstandlich-erklart-von-der-kriegsfinanzierung-durch-schulden-bis-zum-ruhrkampf

Natürlich konnte die SPD wenig für den Ersten Weltkrieg (hatte allerdings 1914 für Kriegskredite gestimmt), war aber 1918 nicht einzige Regierungspartei. Die Frage allerdings -wenn nicht die Deutschen, wer hätte 1918 für die enormen Kriegskosten aufkommen sollen?

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Versailler Vertrag:  Vertrag zwischen den Siegermächten und Deutschland, was Deutschland tun muß (regelm,äßiig zahlen, land verlieren, industrieanlagen abbauen und im ausland wieder auf, keine erlaubnis große militärmacht wieder aufzubauen).

Revision heisst:  Wierderaufnahme, Neuverhandlung. Warum:  klar weils wohl ursprünglich nicht sehr gerecht war. D hat eigentlich nicht verloren sondern hat sich zurückgezogen so nach Art eines Waffenstillstands. Ich sag mal rückwirkend betrachtet hätten sie auch nicht mehr verlieren können, eher weniger, wenn sie bis zum letzten Mann gekämpft hätten (so wie das Hitler dann Jahre später dauernd gefordert hat, wo es dann aber nicht mehr angebracht war).

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Kommentar von hammi18
11.01.2016, 23:44

dankeschön! Also habe ich es jetzt richtig verstanden, dass der Versailler Vertrag dann abgeschafft wurde?

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Die Deutschen hatten sich nach 1918, statt sich ihrer Fehler bewusst zu werden, in eine weinerliche Opferrolle gesteigert, Dolchstosslegenden gestrickt. Der Versailler Vertrag war keinesfalls so fürchterlich, wie er allentahalben und bis heute noch, präsentiert wurd. 

Es war ein Vertrag eines Verlierers mit den Siegern, wäre es andersherum gekommen, wäre er für die Verlierer nicht milder gekommen. Für diejenigen, die etwas mehr wissen, siehe der Vertrag von Brest-Litowsk 1918.

Hier mehr: http://geschichte-forum.forums.ag/t347-der-vertrag-von-versailles-st-germain-und-trianon-war-die-friedensordnung-von-1919-zum-scheitern-verurteilt-oder-besser-als-ihr-ruf

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