Frage von LeasWoelbchen, 164

Reitbeteiligung frisst im Gelände?

Meine Reitbeteiligung frisst immer im Gelände. Sie wird gebisslos geritten und ohne Ausbinder/Hilfszügel. Immer wenn wir im Schritt gehen bleibt sie alle 5 Meter stehen und frisst. Ich habe schon überlegt ihr eine Fressbremse zukaufen, die sind aber zu teuer. Hat jemand eine Idee wie ich ihr das ständige Fressen ab gewöhnen kann oder eine Fressbremse selber machen.

Bitte keine doofen Antworten wie:"Ein gut erzogenes Pferd frisst nicht einfach so im Gelände."

Danke schonmal im Voraus!

Antwort
von LyciaKarma, 89
Bitte keine doofen Antworten wie:"Ein gut erzogenes Pferd frisst nicht einfach so im Gelände."

Ist aber so. 

Du musst das Pferd so erziehen, dass es keine Möglichkeit hat, zum Gras zu kommen. Sobald das Pferd auch nur ans Gras denkt, muss von dir irgendwas kommen. Treiben, Seitengang, Volte.. irgendwas, was das Pferd vom Fressen abhält. 

Mein Pferd ist auch so ein Mähdrescher, wartet aber mittlerweile durch die gute Erziehung aufmerksam ab, bis er das Kommando bekommt, das ihm das Fressen erlaubt. 

Ich würde sowas auch erst an der Hand üben, bevor man reitet. 

Kommentar von beglo1705 ,

Hübsch ihr zwei. Und so ein braves Schimmeltier ;-)

Kommentar von LyciaKarma ,

Danke :) 

War auch ne Menge Arbeit. Ist vorher auch ohne Rücksicht auf Verluste immer zum Futter gerannt. Notfalls auch mit Mensch dran quer über den Hof zur Futterkammer.. 

Kommentar von beglo1705 ,

Hast aber gut hin bekommen. 

Kommentar von ponyfliege ,

ich glaube ja, das schimmeltier ist eine art professor. wie eigentlich fast alle pferde.

im prinzip können pferde ja schon alles. manchmal dauert es eben eine ewigkeit, bis der dazugehörige mensch endlich gelernt hat, was er machen muss, damit das pferd sein können auch abruft.

@lycia karma: "mähdrescher" - lol... ;-))

Kommentar von LyciaKarma ,

Ja, ich stimme dir absolut zu, pony. 

Man muss nur rausfinden, wie man es angehen muss. 

Siehe mein "Status" hier :D 

Und danke, beglo! 

Expertenantwort
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde & reiten, 67

wenn dein pferd unterwegs ohne aufforderung einfach frisst...

bevor es auch nur ansatzweise ins gelände geht, sollte der mensch oben drauf die wandlung vom passagier zum reiter vollzogen haben.

die zügel sind generell nicht dazu da, um dem pferd den kopf aus dem gras zu ziehen. wenn das pferd das nicht will, wird das auch MIT gebiss nicht klappen. und hilfszügel für sowas zu missbrauchen, halte ich vollends für absurd.

da du also (laut deinem ensprechend in der frage formulierten satz) die erziehung des pferdes als gegenmassnahme wortwörtlich ausschliesst, bleibt nur eines:

du musst reiten lernen. zur zeit bist du nur passagier, was dir das pferd deutlich zeigt, indem es dir zu verstehen gibt, dass "programm nach ansage" nicht läuft, sondern seine eigenen ideen, ziele und ambitionen absolute priorität geniessen.

die entsprechende überzeugungskraft sollte daher von kreuz und schenkelnn des reiters ausgehen. der reiter muss also lernen, sich so auszudrücken, dass das pferd akzeptiert, dass seine eigenen interessen im moment eine untergeordnete bedeutung haben und der verdauungstrakt am vorderen ende zwischenzeitlich nicht selbsttätig über den zeitpunkt der nahrungsaufnaheme zu entscheiden hat.

sollte sich das pferd unterwegs regelrecht auf die erntearbeit konzentrieren, ist das ein zeichen dafür, dass es deine ideen für langweilig und nicht weiter wichtig hält. immerhin ist es bislang freundlich genug, dass es sich dabei an der last auf seinem rücken nicht weiter stört.

es gibt, wenn man die fresserei unterwegs oft genug durchgehen lässt auch pferde, die sich durch gegenteilige meinungsäusserung des passagiers so in ihrer tätigkeit gestört fühlen, dass sie irgendwann ihre zappelnde last kurzerhand "entsorgen".

wenn du nicht möchtest, dass es eines tages soweit kommt, solltest du dringend reitunterricht nehmen und dich mit der korrekten hilfengebung vertraut machen.

wie gesagt: wenn die erziehung des pferdes flach fällt, musst DU eben reiten lernen.

Kommentar von sukueh ,

Super Antwort!!!!

Kommentar von ponyfliege ,

danke. ;-))

Kommentar von Dackodil ,

Wunderbar pointiert auf den Punkt gebracht. Macht Spaß :-)))

Antwort
von Boxerfrau, 81

Das mit dem Erzogen Pferd stimmt allerdings schon... wenn ein Pferd gelernt hat, das es unterm Sattel oder an der Hand nicht fressen darf, fragt es auch nicht ständig nach.... und es geht sogar noch weiter, es kann sogar lernen das es in bestimmten Situationen darf und bei der Arbeit nicht... natürlich ist es schwierig das wieder raus zu bekommen, aber mit viel Geduld und Konsequenz sollte man es hin bekommen. kannst du das Pferd über eine saftig grüne Wiese führen ohne das es ständig den Kopf runter reißt und frisst? Nein? Dann fang am Boden an. Was vom Boden nicht klappt, klappt vom Sattel erst recht nicht...

Kommentar von LeasWoelbchen ,

1. Das Pferd ist erst 4½ Jahre. 2. Die Besitzerin hat es erst seit 2 Monaten. 3. Ich habe gefragt was ich machen kann das es aufhört und das ich darauf keine Antwort.

Kommentar von ponyfliege ,

gerade dann ist genau die grundlegende erziehungsarbeit das wichtigste überhaupt. 

und wer die grundlegenden reiterlichen fähigkeiten nicht hat, um ein pferd zum weitergehen ohne fresserei aufzufordern, hat weder allein im gelände, noch auf einem gerade angerittenen jungpferd was verloren.

solche pferde müssen dann früher oder später aus "schlechter haltung gerettet" werden. denn das verstehe ich darunter. es ist unfair, aus eigener faulheit (erziehung des pferdes macht nun mal eine menge arbeit) einer remonte die chance zu verbauen, mal ein anständiges reitpferd zu werden. ohne den "pferde-knigge" wird dieses pferd es mal sehr schwer haben, weil es mühsam und fürs pferd sehr unangenehm erst korrigiert werden muss, anstatt seine sache gleich anständig zu lernen.

ich halte die antwort von boxerfrau für SEHR gut, weil weitsichtig und pferdegerecht. DH!!!

Kommentar von Boxerfrau ,

Das hat mit dem Alter absolut nichts zu tun.

Kommentar von Boxerfrau ,

danke Ponyfliege..

Antwort
von ThomasAral, 88

vorher und nach dem Reiten füttern .... das ihr so antrainieren, dass sie schon weiss dass es was zu fressen gibt ---- also regelmäßig das selbe ritual.  das fressen daheim muss natürlich besser sein als das im Gelände.

Die RB ist aber die Person, nicht das Pferd -- hört sich also lustig an wenn der Reiter im Gelände frisst.

Kommentar von LyciaKarma ,

 das ihr so antrainieren, dass sie schon weiss dass es was zu fressen gibt 

Und was, wenn man dann mal keine Zeit, das genau so zu machen? Dann hast du ein bockiges Pferd, das überhaupt nicht mitarbeitet, weil es auf sein "Recht" zu fressen besteht.. 

Effektiver ist es, dem Pferd beizubringen, dass nur gefressen wird, wenn der Mensch es erlaubt.

Die RB ist aber die Person, nicht das Pferd -- hört sich also lustig an wenn der Reiter im Gelände frisst.

Nicht unbedingt. 

Man hat ja als Reitbeteiligung eine Beteiligung am Pferd. Man beteiligt sich am Reiten des Pferdes, das Pferd ist quasi dann die Beteiligung zum Reiten. Das kann also beides sein. 

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