Frage von sinamariee, 55

realschulabschluss wertlos heutzutage?

Hallo, es geht darum dass der Realschulabschluss heutzutage so gut wie wertlos ist und eine Lehre zu machen dann die Endstation ist, wer etwas anderes behauptet ist weltfremd meines Erachtens nach. Es gibt kaum mehr Möglichkeiten daraus zu kommen, die Eltern sollten ihre Kinder motivieren Abitur zu machen.
Geringqualifizierte sind deutlich armutsgefährdet.
Wieso machen dennoch so viele Leute nur den Realschulabschluss der in der heutigen Zeit definitiv kein Garant mehr auf einen Beruf ist, obwohl das Abitur nicht für Genies konzipiert ist ?

Antwort
von Kuhlmann26, 28

Die wenigsten Leute haben verstanden, dass Schulabschlüsse, und nicht nur die, für sie selbst völlig bedeutungslos sind. Auch für diejenigen, für die sie gedacht sind, haben sie nur einen begenzten Nutzen.

So wenig, wie ICH einen Abschluss brauche, auf dem steht, dass ich laufen kann, brauche ich einen, der MIR bestätigt, rechnen, schreiben und lesen zu können. Ich weiß doch, was ich kann und was nicht. Das gilt auch für all die anderen Dinge, die von anderen Leuten bewertet werden und für die ich am Ende einen Zettel bekomme, auf dem "Abschluss" steht.

Eine Klinik, die einen Arzt einstellt, weiß doch nicht, was der kann und was nicht. Dass er sechs Jahre studiert und anschließend ein AIP (Arzt im Praktikum) gemacht hat, sagt nichts über seine Fähigkeiten aus und schon gar nicht bewahrt es ihn vor Behandlungsfehlern.

Armutsgefährdet bist Du, wenn Du keine Fähigkeiten hast oder nicht weißt, wie Du sie an den Mann/die Frau bringen kannst. Auf unseren Straßen würde kein Merzedes Benz fahren, wenn Carl Benz keine Ehefrau gehabt hätte. Er konnte zwar Autos konstruieren, war aber nicht in der Lage Marketing zu betreiben. Berta Benz war es, die mit dem Fahrzeug ihres Mannes 106 km von Mannheim nach Pfortsheim gefahren ist und damit die Skepsis der Leute gegenüber der Erfindung überwand.

Ob ein Realschulabschluss wertlos ist, entscheidet Dein Denken über ihn. Wenn Du ihn für wertlos hältst, ist er das. Fakt ist, dass das aber nicht wichtig ist.

Gruß Matti

Antwort
von Kalypso2411, 44

Du hast schon mitgekriegt, dass heutzutage in vielen Branchen händeringend Azubis gesucht werden, oder? Immer mehr junge Leute wollen studieren, das heißt, dass immer mehr Lehrstellen unbesetzt bleiben. Dafür sind vor allem Jugendliche mit Realschulabschluss vorgesehen. Und so jemand gehört für mich keinesfalls zu den Geringqualifizierten, da viele für das grundsätzliche Leben wichtigen Branchen wie Einzelhandel oder Handwerk ohne Azubis gar nicht laufen würde. Und für die meisten dieser Berufe ist kein Abitur notwendig.

Und klar wollen die Eltern dazu motivieren, weil Eltern ihre Kinder untereinander gerne vergleichen...

Mit nem Realschulabschluss kann man es auch zB zum Meister schaffen oder eine der unzähligen Fortbildungen machen, die heutzutage von allen Seiten angeboten werden. So groß ist der Gehaltsunterschied zu Studierten dann auch nicht mehr. Perspektivlos bist du mit diesem Abschluss also ganz sicher nicht ^^

Kommentar von sinamariee ,

Zehntausende im Monat verdienst du bestimmt nicht mit einem einfachen Realabschluss

Kommentar von Kalypso2411 ,

Na und? Verdiene ich mit einem Studium auch nicht...

Kommentar von LightBall ,

Man muss auch keine Zehntausende im Monat verdienen um glücklich zu sein, denn Geld ist eigentlich Wertlos im gegensatz zu zufriedeheit und glückselligkeit. Das Leben hat mehr zu bieten als nur Geld. Wer nur dem Geld hinterennt, der hat das Leben nicht verstanden.

Kommentar von sinamariee ,

außerdem würde ich nicht sagen, dass Eltern ihre Kinder zum Abitur motivieren um sie zu vergleichen, sondern um die bestmögliche Schulbildung zu erhalten und damit eine bestmögliche Grundlage schaffen.

Kommentar von LightBall ,

Ich fände es viel wichtiger das Eltern ihre Kinder selbstentscheiden lassen was für sie das bestmögliche ist. Du wirkst materialistisch und etwas oberflächig, das ist der falsche Ansatz.

Antwort
von Agronom, 32

Je nach Branche reicht auch ein Realschulabschluss völlig aus, gerade jetzt bei dem großen Andrang an die Unis und damit vielen unbesetzten Ausbildungsstellen. Die Ausbildung, wie sie hier im deutschsprachigen Raum verläuft ist auch im internationalen Vergleich etwas besonderes und bietet entschiedende Vorteile für bestimmte Arbeitsbereiche.

In den nächsten Jahren wird vermutlich eine Ausbildung bessere Chancen bringen als so manches Studium. Leider begreift kaum einer, weder aus Politik und Wirtschaft, noch viele der Studienanfänger, dass eine Universität keine Berufsbildungsstätte ist (Medizin, Rechtswissenschaften etc. ausgenommen). Wir haben jetzt schon zu viele Abiturienten, es muss wieder mehr zu Ausbildungen motiviert werden. Abitur und Studium nehmen qualitativ zunehmend ab, damit man z.B. in OECD-Studien gut wegkommt und um Ausbildungskosten der Wirtschaft in staatliche Bildungsstätten zu verlagern.

Warum also Abitur machen, wenn man schon gleich eine Ausbildung anfangen kann. Abitur lohnt nur mit dem Ziel eines Studiums.

Aus meinem Freundeskreis kann ich deine Aussagen auch nicht bestätigen, jene welche eine Ausbildung gemacht haben sind recht erfolgreich und konnten sich auch durch Weiterbildung wie Techniker höher qualifizieren. Auch kann eine Ausbildung zum Studium qualifizieren und so noch weitere Möglichkeiten bringen.

Antwort
von LightBall, 53

wenn man studieren will ist Abitur gut. Weisst du das es Menschen mit Abi gibt, die sehr schwer eine arbeit bekommen, weil sie "überqualifiziert" sind? oder Akademiker die auch nichts finden. Es kommt auf den einzelnen an und was er daraus macht. Außerdem, man ist nicht weniger Wert nur weil man einen Realschulabschluß hat. Was sind dann die die nur einen Quali haben?

Traurige Welt an der wir leben. Menschen werden schon nach Noten und Abschlüsse definiert. Es gibt auch durchaus welche, die schulisch nicht so gut sind, aber dafür handwerklich oder können sehr gut arbeiten. Es gibt aber auch Abiturienten die einen 1er Abi haben, aber nicht mal einen Spiegelei machen können.

Du siehst, es liegt en einem selbst was daraus zu machen. Nichts ist unmöglich.

Kommentar von sinamariee ,

"wertlos" ist in meinen Augen der Abschluss jedoch nicht der Mensch - dahin gehend muss man klar unterscheiden

mag sein, dass Abiturienten im Zweifel keinen Beruf finden jedoch erlaube ich es mir zu behaupten, dass die Anzahl der Realschüler die Nichts finden weitaus größer ausfällt.

Kommentar von LightBall ,

das ist nicht richtig.

Antwort
von SerafinAndokayl, 49

Halli Hallo :)

ich kann deinen Frust verstehen :/ Die Ansprüche der Arbeitgeber sind inzwischen teilweise wirklich zu hoch und/oder nicht gerechtfertigt. Noch dazu kommt dass das Schulsystem in Deutschland (teilweise) nicht einheitlich ist. Dementsprechend ist in manchen Bundesländern das Abitur leichter zu erreichen als in anderen.

Die gute Nachricht: Es gibt inzwischen so viele Abiturienten -> Studenten, die zwar "Studierte" sind, aber dennoch fehlt es einfach an Erfahrung. Auszubildenden ist es möglich einige Studiengänge  zu studieren, wenn sie ein gewissen Maß an Berufserfahrung haben.
Bsp: (nach Examen) Krankenschwester -> 3 Jahre Berufserfahrung -> Medizinstudium möglich. 
Arbeitgeber stellen vorzugsweise "Studierte- Auszubildende" ein, da diese "studiert" sind und dazu noch praxiserfahren! Außerdem kann man auch ohne Abitur/Studium sich "hocharbeiten". (Das weiß ich aus eigener Erfahrung) Und während der Zeit hab ich gelernt: Egal ob man sich 8 Stunden lang mit Text/Lernstoff auseinander setzten muss, oder mit einem Stück Holz: Es IST anstrengend.. Aber es lohnt sich und"wirft" einen doch letztendlich Richtung Ziel :) 

Also egal in welchem Fall: A****.. ähm.. Pobacken zusammen kneifen ;)
"Ernte was du säst"- oder so ähnlich *hust

hoffe ich konnt dir irgendwie weiterhelfen ;)

Kommentar von sinamariee ,

hab das Abitur glücklicherweise schon in der Tasche, zwar nur mit 2,5 aber immerhin

Kommentar von SerafinAndokayl ,

Also gings quasi nur um die Frage: Warum einige "nur" den Realschulabschluss machen?

Antwort
von colocolo, 42

Garant für einen Beruf ist nicht einmal ein Uni-Studium, mach dir da nichts vor.

Mit Realschulabschluss und Lehre sind die weiteren Wege auch nicht völlig verbaut. Man kann extern Abi machen, oder auf eine Fachhochschule zusteuern, und manches mehr.

Ich stimme dir zu, dass Geringqualifizerte mehr armutsgefährdet sind und ein Abi besser ist als keins.

Aber manche haben den langen Atem nicht, der für Gym und Uni nötig ist, aus welchen Gründen auch immer, und müssen zwischendurch oder nebenher arbeiten. Über Gym und Abi geht manches leichter, das stimmt, aber man darf es nicht verabsolutieren.

Und: Niemals aufgeben.

Antwort
von ERANO0DE, 55

Abitur ist auch keine Garantie das was ordentliches kriegst ;). Es kommt immer auf Person an was diese draus macht.

Kommentar von sinamariee ,

Jedoch eine bessere Voraussetzung

Kommentar von ERANO0DE ,

Für manche Berufsgruppen ja aber nicht immer :).

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