Frage von EvilDevil666, 145

Pferd tritt mit hinterhuf über den Abdruck des forder Hufes, was bedeutet das?

Hallo ihr Lieben 😊

Und zwar: ein pferd soll doch mit dem hinterhuf in den Abdruck des vorder hufes treten um mit der hinterhand genügend Last aufzunehmen. Also ist es schlecht wenn der hinterhuf den vorderhuf Abdruck nicht erreicht weil so tritt das pferd nicht richtig unter seinen Schwerpunkt. Wenn ich soweit richtig bin ?

Was ist aber nun wenn das Pferd über den Abdruck des vorder hufes hinaus tritt ?

Klar es tritt sich so in die hufe rein oder zieht sich die Eisen ab. Aber was bedeutet das noch ? Heist das auch dass das Pferd gut unter den Schwerpunkt tritt ?

Danke schonmal 😊

Expertenantwort
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 45

Mein Araber war ein BEwegungswunder und hatte einen Übertritt von 40 cm.
Meine Stute trat, als ich sie  ungeritten bekam, genau in die Stapfen der Vorderhufe. Nach guter Ausbildung und Beritt tritt sie nun im Schritt 2 Hufbreiten über.  Fein. So tolle Bewegungen wie ihr Vorgänger hat sie freilich nicht.

Pferde mit einem deutlichen Übertritt müssen sich mitnichten die Hufeisen abreißen oder selbst hinten reintreten. DAs hat mein Araber nie gemacht.

Pferde, die sich die Hufeisen regelmäßig abreißen oder sich selbst in die Vorderhufe treten, sind schlecht gymnastiziert und laufen auf der Vorhand. D.h. die Vorhand kommt um eine Spur zu spät vom Boden weg und schon ist es passiert. Da hilft eine gute Gymnastizierung.

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde, 101

A) soweit richtig

B) wenn es darüber hinaus tritt, noch besser.   Es sei denn, man reitet in Versammlung - aber  das zu erklären, dürfte für jemand, der diese Frage stellt, zu komplex werden... 

C) nein, dasPferd zieht sich dabei nicht die Eisen ab, denn der Vorderhuf ist den Bruchteil einer Sekunde schneller weg, als der Hinterhuf aufsetzt. So sollte es zumindest sein. Manchmal hört man allerdings, dass sich die Eisen berühren, man sagt dann " das Pferd greift sich". Das ist natürlich nicht gut, aber da liegt  der Fehler nicht an zuviel Übertritt, sondern an  zu wenig beweglichen Schultern des Pferdes.

Kommentar von friesennarr ,

DH.

Bis auf A. das stimmt so nicht.

Kommentar von Urlewas ,

Was findest Du am ersten Absatz nicht richtig? 

( diese  Frage ist jetzt nicht oppositionell gemeint, sondern ganz ehrlich)

Natürlich ist für gute Noten beim Dressurturnier  etwas mehr Übertritt gefragt. Ich meine halt, dass die Fragestellerin das Prinzip, was Übertreten bedeutet,  richtig verstanden hat. Wenn ich ihre Definition nicht falsch interpretiert habe... ;-)

Kommentar von Baroque ,

Ich denke, friesennarr will auf das hinaus, dass ein Pferd noch lang nicht genug in der Längsbalance auf der Hinterhand lastet, wenn es grad mal den Abdruck des Voderhufs mit der Hinterhand erreicht. Wenn ich ein Pferd nicht weiter treten sehe als so weit und es nicht mit einem elends langen Rücken und eher dackelkurzen Beinen gesegnet ist, dann suche ich dringend nach dem Fehler, warum es nicht ordentlich untertritt und behebe den.

Wir haben selbst ein Pferd, das einen für das "Idealpferd" zu langen Rücken bei zu kurzen Beinen hat, aber wenn es nicht mindestens eine Hufbreit über den Vorderhuf hinaustritt im freien Schritt, dann fehlt ihm irgendwas.

Wenn der Vorderhuf nicht weg ist, bis der hintere kommt, die Pferde sich eingreifen, dann kann es, wie Urlewas schon meinte, an der Schulter liegen, aber auch an zu langen Zehen, wie sie aus Beschlag resultieren (eine der Nebenwirkungen, weshalb man wenigstens eine beschlagsfreie Periode machen sollte). Damit funktioniert das Abfußen im natürlichen Bewegungsablauf nicht ordentlich und schon klappert's. Ein Pferd, das klappert, sollte also meist neben Schultertraining auch eine Verbesserung der Hufbearbeitung erfahren. Oder es wird insgesamt so falsch geritten, dass seine Längsbalance einfach extrem vorhandlastig ist.

Kommentar von Urlewas ,

Vielen Dank, baroque, Da sind wir uns ja schon wieder einig. 😊

Kommentar von friesennarr ,

Und zwar: ein pferd soll doch mit dem Hinterhuf in den Abdruck des vorder Hufes treten um mit der Hinterhand genügend Last aufzunehmen. Also ist es schlecht wenn der Hinterhuf den vorderhuf Abdruck nicht erreicht weil so tritt das pferd nicht richtig unter seinen Schwerpunkt.Wenn ich soweit richtig bin ?

Es soll mindestens in den Abdruck des Vorderhufes treten - aber nur weil es dies tut, heisst das nicht, das die Hinterhand vermehrt Last auf nimmt und besser untertritt. Untertreten hat wenig mit der Schrittlänge zu tun.

Verstehst du den feinen Unterschied? Nr. 1 Schrittlänge - je weiter der Übertritt desto besser. Nr. 2 bei Versammlung guckt keiner mehr drauf, wo der Huf auffußt, da dies nichts mit der Schrittlänge zu tun hat.

Kommentar von Urlewas ,

Ok, ich hatte die Frage vom Verständnis her auf den Grundgedanken reduziert, 

Danke, dass Du das viel genauer und besser erklärst!

Kommentar von WesternCalimero ,

zu 1) Je weiter der Übertritt, desto früher (und länger) ist die Lastaufnahme durch die HH

zu 2) Bei der Versammlung wird die Schrittlänge ja auch durch die Hankenbeugung ersetzt == ebenfalls Verlagerung des gemeinsamen Gewichtes auf die HH

Kommentar von friesennarr ,

Frühere Lastaufnahme, ja - aber deshalb nicht bessere. Und wenn die mit der Vorhand noch nicht weg kommt (weil erst 3 Jahre alt) dann kommt das Greifen schon vor.

Kommentar von WesternCalimero ,

Wann ist denn Deiner Meinung nach die bessere Lastaufnahme gegeben ???

Die Grenzwerte des Systems sind :

A) keine Lastaufnahme der HH ( Pferd geht im Handstand)

B) völlige Lastaufnahme der HH (Pferd geht nur auf den Hinterbeinen).

Der Normalwert liegt bei 70/30 auf der VH.  Je früher die HH übernimmt, desto mehr verschiebt sich der Wert in Richtung HH.

Zitat: "Frühere Lastaufnahme - aber deshalb nicht besser"

...verstehe ich einfach nicht, denn je mehr die HH nach vorne tritt, desto besser ist das abknicken des Beckens , damit die Aufwölbung des Rückens - und darauf kommt es ja schließlich an.

Antwort
von EvilDevil666, 63

Okay danke für die vielen Antworten das klingt ja erstmal ganz gut 😊 

Es handelt sich hier um ein jungpferd. Ist jetzt drei Jahre alt geworden wird nun angeritten. Mir ist schon immer aufgefallen das sie mit den hinter hufen so weit vor tritt. Manchmal hört man es klackern da berührt sie dann schon ihren vorderhuf aber das kommt nicht so oft vor. 

Letztens wollte eine Klassen kameradin ein Video von meinem pferd sehen. Sie sagte es läuft total auf der vorhand und die hinterhand wäre null aktiv... aber bis wohin soll sie ihre hinterbeine denn noch nach vorne treten 0.0 vielleicht war das Video auch unvorteilhaft Hmm 

Dreimal die Woche kommt eine Trainerin vorbei die hat aber noch nix negatives gesagt. 

Kommentar von Baroque ,

Ah, ein so junges Pferd hat immer wieder mal ein Balanceproblem ... es wächst ja schubweise und nicht immer vorne und hinten gleichzeitig ... da kanns schonmal sein, dass die Hinterhand einfach weil grade aufgeschossen, die Vorhand überholt, ohne dass das über die Qualität und Gesundheit der Gänge überhaupt irgendwas aussagen kann.

Natürlich hilft auch diesem Pferd Training in balancefördernder Weise, denn wegschauen und alles auf den Wachstumsschub schieben, führt meist nur zu einem Vertagen des Problems. Man muss nur vorsichtig sein, was wirklich nicht zu übertreiben, so lange die im Wachstum sind, Rücksicht zu nehmen auf das, was sich da grade so verändert, dass auch das Pferd selbst kaum mitlernen kann.

Kommentar von EvilDevil666 ,

Okay also sie wird nun angeritten. Die Trainerin kommt 2-3 mal die Woche vorbei. Und ich mache mit ihr ein wenig Stangen Arbeit und wir gehen öfters im Gelände spazieren.  Ich hoffe und denke dass das so richtig ist 😊

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 82

Es ist das beste das es gibt - 1 bis 1,5 Hufbreiten über dem Vorderabdruck bedeutet ganz super - Note 1 und nur 0,5 über den Vorderabduck eine 2 und in den Abdruck eine 3 und hinter den Abdruck eine 4 usw.

Antwort
von Punkgirl512, 52

Nur die Hinterbeine nach vorne werfen ist nicht alles.

Tritt sich das Pferd dabei in die Vorderhufe, läuft es auf der Vorhand, denn die Vorderbeine kommen nicht schnell genug vom boden weg. Es läuft also nicht reell auf der Hinterhand.

Wichtig ist, dass sich das Pferd in den Hanken beugt.

Prinzipiell ist es aber gut, wenn das pferd über die spur der Vorderhufe greift. Zu weit drüber ist jedoch wieder ein Zeichen von schlechtem reiten.

Kommentar von EvilDevil666 ,

Das Pferd ist noch nicht geritten 😊 

Was kann ich denn dagegen für Übungen machen ??? Aktuell machen wir Stangen Arbeit und sehr viel im Gelände spazieren gehen sowie eben longieren. 

Kommentar von friesennarr ,

Du brauchst dagegen keine Übungen zu machen, das wächst sich von ganz alleine da hin wo es hin gehört. Schrittlänge ist nun mal vom Körper vorgegeben.

Später wenn sie mal unter dem Sattel ist und ordenlich eingeritten, dann hast du alle Möglichkeiten.

Sie ist 3 und vermutlich wie alle Pferd noch viel zu schlaksig um wirklich zu arbeiten. Ich halte 3 Jahre fürs Anreiten prinzipiell für alle Rassen für viel zu früh.

Kommentar von Punkgirl512 ,

richtig, das wächst sich vermutlich noch raus.

Antwort
von Nikita1839, 69

Das heißt das da Bedarf an Cavalettis groß ist. Sie können nicht sehen wo genau sie hintreten, es ist alles Übungssache. Manche Pferde Haben einen Perfekten gang , andere sind 'tollpatschig'

Kommentar von Urlewas ,

Wie meinst Du das jetzt? Was soll Übertritt mit Tolpatschigkeit zu tun haben? Wobei Cavaletti natürlich für beide Fälle eine gute Trainingsmöglichket sind.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten