Frage von xkathrinx, 129

Panische Angst vor Tod meiner Eltern?

Also ... Ich bin weiblich 27 Jahre alt und wohne alleine in einer Wohnung. Bin mit 25 von zuhause ausgezogen (was mir schwer fiel weil ich Angst hatte dass ich allein quasi nicht "überleben" kann) bin sehr viel Hilfe und Unterstützung meiner Eltern gewohnt. Bin auch immer da ich das kleine Nachzüglerkind bin sehr verhätschelt worden. Meine mama versucht mir immer und überall zu helfen erinnert mich an Dinge die mit meiner Wohnung zutun haben und und und ... Meine Eltern sind jetzt beide 65 Jahre alt. Und wenn ich mir vorstelle sie sind irgendwann nicht mehr da dann kann ich mir mein Leben auch nicht mehr vorstellen. Ich denke ich kann ohne sie nicht leben. Keiner liebt mich so wie meine Eltern und ich liebe auch niemand so wie sie... Und ich denke wenn sie mal nicht mehr sind warum ich dann aber noch da bin. Also wisst ihr wie ich mein!? Ich würde mich dann fragen für was ich dann noch da bin... Ich fahre auch jedes Jahr mit meinen Eltern in den Urlaub. Wir haben auch täglich sehr viel Kontakt. Telefonieren Öfter oder wir schreiben in whatsapp.
Partner sind bei mir wechselnd :( ich habe durchschnittlich 2-3 Jahre einen Freund und irgendwann trenn ich mich habe höchstens 4 Monate Pause bis ich schon den nächsten habe (ich verliebe mich auch immer sofort Hals über Kopf) das geht so seit ich 14 war. aber der richtige war noch nicht dabei. Ich denke vielleicht kann ich nicht allein sein und brauche das wissen dass ich jemand habe der mich liebt... Aber wie kann ich das überwinden? Ich habe Angst dass ich irgendwann ohne Eltern (evtl ohne Partner) mein Leben nicht mehr lebenswert finde.

Kennt jemand sowas ?
Hat jemand Ahnung ?

Antwort
von Tasha, 47

So etwas kenne ich - von meiner Mutter.

Ihr Partner verließ sie und ein Jahr später starb ihre Mutter. Sie hatte dann noch meinen geistig behinderten Bruder, für den sie sorgen musste. Aber da war es schon schwer für sie, gefühlt "alleine im Haus". 7 Jahre später starb mein Bruder und einige Zeit lang glaubte sie, dass sie nie wieder einen Grund zum Weiterleben finden würde. Sie fand dann aber doch noch gute Freundinnen, mit denen sie regelmäßig etwas unternimmt und hat sich an das Alleineleben im Haus gewöhnt und findet sogar Vorteile dabei.

Bedenke, dass es auch WGs unter Erwachsenen gibt (verschiedene Modelle, z.B. WGs von Gleichaltrigen, Leuten mit dem gleichen Beruf, wenn sie woanders arbeiten müssen als sie wohnen, Mutter-Kind-WGs, WGs unter Freunden etc.). Damit hätte man auch eine Art Ersatzfamilie. Dir fiel es anfangs schwer, alleine zu leben, jetzt kannst Du es. Natürlich wird man aus der Bahn geworfen, wenn die Eltern sterben! Aber normalerweise passiert das nicht gleichzeitig. Und man lernt mit der Zeit, damit umzugehen, auch wenn die Trauer anfangs sehr groß ist.

Außerdem gibt es keinen Grund, dass Deine Eltern in nächster Zeit sterben. Viele Menschen werden heute über 90 Jahre alt. Kürzlich suchte ich nach einer Kinderbuchautorin, die starb 2010 mit 102 Jahren.

Antwort
von Nashota, 36

Hast du das schon mal mit deinen Eltern besprochen?

Für seine Kinder da zu sein, ihnen zu helfen und regen Kontakt zu haben ist gut und auch okay. Aber Eltern sollten aufpassen, ihr Kind nicht zu überbehüten. Dann kommt es nämlich wie jetzt bei dir zu massiven Unsicherheitsgefühlen und auch einer gewissen Lebensunfähigkeit.

Überwinden kannst du es für dich allein, wenn du dir klarmachst, dass du erwachsen bist und du deine Eltern nicht für jeden Handschlag brauchst. Du musst selbst Verantwortung tragen und übernehmen. So wie in deiner Arbeit, der du ja sicher nachgehst.

Stelle fest, dass du selbstständig handeln kannst, wenn du es auch willst.

Verlasse dich zuerst immer auf dich. Rückversichern kannst du dich, wenn du dir wirklich nicht ganz sicher bist.

Und was Beziehungen angeht, solltest du auch versuchen, mehr Beständigkeit zu entwickeln. Es gibt keinen 100%-Mann oder Frau. Jeder hat seine Spleens und je nach Intensität kann man auch versuchen, mit einigen auszukommen.

Vertraue dir selbst, auch richtige und gute Entscheidungen zu treffen.

Meiner großen Tochter sage ich immer, dass ich wie früher bei den Hausaufgaben nicht vorsage, sondern nur die Richtung weise. Den Weg selbst lasse ich meine Tochter gehen. Damit sie lernt, dass sie es auch alleine kann.

Kommentar von xkathrinx ,

Ja richtig ich weiß das ich war mal auf einer "Kur" und unteranderem in psychologischer Behandlung und genau das selbe wurde mir gesagt ... Meine Mutter hat mich schon seit 27 Jahren überbehütet und deshalb bin ich unsicher in meinem ganzen Leben ich weiß nicht was ich will ich weiß nicht was richtig für mich ist ich bin unselbstbewusst und ich kann keine Beziehung aufrecht erhalten und habe aber eine Beziehung nach der anderen (vermutlich um nicht alleine zu sein) aus diesem Teufelskreis komme ich nicht raus

Kommentar von Nashota ,

Und weiß das auch deine Mutter? Soweit ich Therapien kenne, gibt es da auch immer Angehörigengespräche.

Wenn du dich so fühlst, wäre aus meiner Sicht eine erneute ambulante Verhaltenstherapie sinnvoll.

Du musst aber auch selbst den Willen haben, aus diesem Kreisverkehr, wie ich es immer nenne, die Ausfahrt zu finden.

Sein Problem kennen und erkennen, ist der erste Schritt zur Befreiung aus einer Situation. Der nächste Schritt muss sich aber anschließen. Und der heißt handeln und aktiv werden.

Wenn du das Nesthäkchen bist, hast du demnach große Geschwister. Wie sehen sie deine Bindung zu deinen Eltern und umgedreht?

Kommentar von xkathrinx ,

Ja das hatten wir auch einmal ich und meine Mutter ... Aber sie versteht das falsch... Sie denkt mit ihrer überforsorglichkeit hilft sie mir durchs Leben...

Ja habe eine Bruder der über 40 ist. Bei ihm ist das nicht ganz so schlimm... Bei mir ist es auffallend

Kommentar von Nashota ,

Dann muss deiner Mutter klargemacht werden, dass sie damit genau das Gegenteil erreicht.

Ich meinte, wie er das beurteilt, dass du so unselbstständig erzogen wurdest. Habt ihr Kontakt und kommt das da mal zur Sprache?

Vielleicht könnte er dich da auch unterstützen und als ältester Sohn auch mal euren Eltern was sagen?

Antwort
von Janin66, 23

Denk über sowas bitte nicht nach!
Ich bin 15 Jahre alt und habe mein Vater vor ein paar Monaten verloren. Er war ebenfalls alles für mich und es ist das schlimmste was jemanden passieren kann! Aber bitte denk nicht an sowas, schätze deine Eltern jeden Tag.

Kommentar von xkathrinx ,

Das tut mir sehr sehr leid. Okay das ist leichet gesagt als getan wenn man so ein Mensch ist wie ich der sich wirklich über Gott und die Welt Zuviele Gedanken macht

Kommentar von Janin66 ,

Ich verstehe dich voll und ganz. Hast du Angst weil deine Eltern eine Krankheit haben oder hast du Angst mal irgendwann ohne deine Eltern leben zu müssen?

Antwort
von kuchenschachtel, 45

Du solltest deine Eltern bitten, dich nicht mehr an diese Sachen zu erinnern. Kontakt ist gut, aber so viel auch wieder nicht.

Wenn du ein bisschen weniger zu deinen Eltern gebunden bist, "zwingst"du dich selbst dazu, die Sachen alleine in den griff zu kriegen und dein leben selbst zu führen :)

Kommentar von xkathrinx ,

Ich habe meinen Eltern schon mehrmals gesagt aber sie denken Sie tuen mir was gutes und wollen eigl. Ja nur das beste

Antwort
von Jejeh, 28

Kenne ich. Aber es gehört zum Leben dazu das die Eltern einmal sterben. Du kannst nix machen gegen die Angst. Außer viel Zeit mit ihnen verbringen und zeigen das du sie liebst.

Antwort
von amdros, 34

aber der richtige war noch nicht dabei

... dann wird er auf jeden Fall irgendwann vor deiner Tür stehen und ich denke, dann beginnt auch für dich ein neues, selbstständigeres Leben!

In deinem Alter haben sehr viele schon eine Familie und müssen sicher auch schon mit Kindern den Alltag meistern.

Du mußt lernen, dich von deinen Eltern lösen zu können, ohne aber sie zu vernachlässigen. Sicher auch eine verkehrt gemeinte Liebe deiner Eltern (ohne sie verdammen zu wollen) dich nicht erwachsen werden zu lassen!?

Du weißt, daß sie irgendwann nicht mehr für dich da sein werden. Zolle ihnen deine Liebe und Anerkennung solange sie leben, aber denke dabei auch an dich.

Wenn es dich über alle Maßen beunruhigt solltest du überlegen, dir professionelle Hilfe zu suchen. Aus dem Tal, wie du es mit deinen Worten beschreibst, wirst du ganz bestimmt allein nicht herausfinden!?

Ich wünsche dir die Kraft, den richtigen Weg für dich zu finden. Alles Gute.

Kommentar von xkathrinx ,

Vielen herzlichen Dank! Ja ich war mal 6 Wochen in einer psychosomatischen Klinik aber zudem Zeitpunkt war mir das alles noch gar nicht bewusst!

Kommentar von amdros ,

Dann..mit dem jetzigen Bewußtsein.. wiederhole es. Es sollte/könnte dir die Augen öffnen, die Situation aus einem anderen, menschlichen Blickwinkel zu betrachten.

Kommentar von xkathrinx ,

Ja ich habe es im tiefsten inneren gespürt als ich da damals raus bin dass ich da nochmal angreifen muss nach ner Zeit und nochmal wiederholen will/muss

Kommentar von amdros ,

Wichtig für dich, zu der Erkenntnis selbst gekommen zu sein. Ich bin überzeugt, damit hast du dir den Grundstein gelegt, die Situation bereinigen zu können.

Ganz banal gesprochen..Selbsteinsicht ist der beste Weg zur Besserung!

Ich bin sicher, du schaffst das!

Antwort
von Drogen69FTW, 4

Man soll sich Zeit für die Familie nehmen bevor die Zeit die Familie nimmt.

 Aber es könnte auch morgen schon aus sein. Bei jedem. Bei Angela Merkel (ich weiß scheiß beispiel xD)

 Versuch deine Familie stolz zu machen, und sie mit allen Mitteln versuchen zu Verteidigen. Den Ruf der Familie NIEMALS in den Schmutz ziehen. So werden sie irgendwann Sterben wie jeder. Mann hat im Leben nichts sicher außer den Tod.

 Aber wenn es soweit ist (ich hoffe für alle nicht zu früh) werden sie sich Denken was aus dir geworden ist. Eine Erwachsene Frau die Ihre Familie in Schutz nimmt und sie immer mit Ehren und Respekt behandelt hat. Und wenn sie nicht mehr da sind, hast du wahrscheinlich selber Kinder, die in der Selben Lage wie du grad bist.

 Der Tod ist eine natürliche sache die man nicht aufhalten kann, auch wenn es Weh tun wird. Und wenn sie alt sind und wie gesagt am Sterben sind dnken sie über Ihr ganzes Leben nach.

Ich sehe das so, wenn man aufhört zu Lernen, hört man auf zu Leben. 

Es wird passieren und niemand kann daran was ändern. Egal wie sehr man es versucht. Aber du wirst dich daran gewöhnen. Es wird zwar seine Zeit dauern. 

Verbring die Restliche Zeit nicht in Angst, sonder mit Freude mit deiner Familie.

Dennoch wünsche ich dir und deiner Familie noch Viel Glück. ;)

Entschuldigung falls der Text irgendwann nichts mehr mit dem Thema zutun hat aber es kam mir in die Gedanken und ich musste es einfach schreiben.


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