Frage von sandreena, 645

Muss mein Kind auf die Förderschule?

Hallo liebe Community ,
Mein Sohn (9 Jahre alt ) geht jetzt in die 4 Klasse einer Grundschule (Bayern ). Er war nie wirklich ein Musterschüler , allerdings rutscht er momentan notenmässig total ab :( bringt ständig nur 5er und 6er mit nachhause
Er lernt zuhause und strengt sich an , kaum schreiben die eine Probe , vermasselt er alles...
Nächste Woche will die Lehrerin ein Gespräch ob es noch Sinn macht für ihn auf einer Regelschule zu bleiben ?!?!
Er ist noch kein einziges Mal sitzengeblieben , allerdings wurde bei ihm in der 2ten Klasse sonderpädagogisches Förderbedarf festgestellt ! Seine Konzentration war unterdurchschnittlich , sein Lernverhalten durchschnittlich und sein Erinnerungsvermögen überdurchschnittlich ! Geholfen wurde uns damals nicht wirklich , es wurde nur gesagt "er soll mehr lesen" da er große Textverständnisprobleme hat .
Kann die Lehrerin ihn einfach nach der 4ten Klasse in die 5 Klasse Förderschule schicken ohne unsere Einverständniserklärung ?
Vielleicht kennt sich ja jemand aus und kann mir da weiterhelfen :)

Liebe Grüße
Sandra

Antwort
von Akka2323, 455

Wenn im 2. Schuljahr bereits ein sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt worden ist, wäre er eigentlich schon ein Inklusionskind und müßte nicht nach dem Lehrplan der Grundschule, sondern nach dem Lehrplan der Förderschule für Lernhilfe unterrrichtet worden sein. Dies müßte im Zeugnis vermerkt sein. Dann bleibt man auch nicht sitzen. Nach dem 4. Schuljahr trennen sich die schulischen Wege der Kinder. In Bayern hört die Inklusion dann meist auf. Wenn Dein Sohn die Voraussetzungen der anderen Schulformen leistungsmäßig nicht schafft, wird dann die Förderschule vorgeschlagen. Der Elternwille bringt dann nicht so viel, wenn das Kind das einfach woanders nicht schafft. Sprich noch einmal mit der Schule und lass Dir noch mal alles erklären. Vielleicht solltest Du ihn auch einmal psychologisch untersuchen lassen, damit Du noch mal eine Einschätzung von einer anderern Seite bekommst.

Kommentar von sandreena ,

Psychologisch haben wir ihn bereits in der zweiten Klasse untersuchen lassen , wie ich schon sagte, hieß es damals  :"einfach mehr lesen" den Beurteilungsbogen habe ich persönlich nie selber zu Gesicht bekommen.. Es wurde uns nur gesagt , dass sein Langzeitgedächtnis überdurchschnittlich ist , seine Konzentration aber im unteren Durchschnitt ! Sitzenbleiben musste er auch nie , da seine Noten gepasst haben .. Bzw kam er im Zeugnis mit einer 5 in Deutsch immer durch :) er wurde auch nie anders benotet wie andere Kinder... Erst jetzt in der 4. Klasse wurde das extrem schlecht was Noten angeht . Am Anfang des Jahres schwankte er immer zwischen 3 und 4. jetzt steht er in drei Fächer auf einer 5.
Wir  haben 11- und 12jährige bei uns in der Klasse , die immernoch schulerisch sehr schlecht sind, die werden doch auch nicht auf die Förderschule geschickt...

Antwort
von ATorres9, 496

Allein die Erziehungsberechtigten entscheiden auf welche Schule das Kind gehen kann.
Jedoch solltest du daran denken, dass wenn das Leistungsniveau deines Sohnes sehr viel niedriger ist, als das der Mitschüler, wird das kein leichtes Spiel auf einer normalen Schule werden.
Ihr solltet euch dran setzen und das Problem des Kindes feststellen und daran arbeiten. Tägliches, gemeinsames lernen und Nachhilfe sollten schon mal ein Anfang sein. Jedoch wird es in zunehmendem Alter nicht leichter.

Antwort
von nadu123, 375

ich würde dringend dazu raten, ihn in einem sozialpädiatrischen zentrum testen zu lassen, denn 2 klasse ist sozusagen "verjährt", das sollte ganz aktuell neu gemacht werden.

wenn dabei herauskommt, dass er (nach wie vor) förderbedarf hat, muss sich im förderausschussverfahren zusammengesetzt werden und beraten werden, was für ihn jetzt das beste ist. inklusion an einer dazu bereiten schule (seine derzeitige?), förderschule lb, nachhilfe (wird vermutlich nicht ausreichen) etc.

"einfach so" passiert nichts und die schule kann dich bitten, ihn umzuschulen, wenn sie ihn sozusagen nicht wollen - aber das würde ich dann als mutter schon von selbst tun, wenn ich merke, mein kind ist da nicht gewollt.

viel erfolg

Antwort
von Stadtreinigung, 327

Eigentlich nicht,aber du kannst ja mal das jugentamt befragen

Antwort
von violatedsoul, 327

Habt ihr schon mal an Nachhilfe gedacht? Es ist ja noch ein Halbjahr Zeit, was rauszureißen.

Wie ist der Stand deines Sohnes in seiner Klasse? Hat er Freunde?

Kommentar von sandreena ,

Am Anfang der 4ten Klasse war es notenmässig noch ok dh. Er schrieb oft 3er oder 4er in letzter Zeit bekommt er lauter 5er und 6er. Er ist momentan auf dem Stand von drei 5er in den Hauptfächern.Mit zwei 5er bleibt man sitzen!( Nachhilfe haben wir uns jetzt geholt , ein Sportstudent aus seinem Fussballverein wird ab Ende Februar ihn etwas unterstützen . Allerdings hat er sehr große Schwierigkeiten Texte zu verstehen ... Er liest super fleißig und kann dies auch stundenweise tun , versteht aber nichts von dem was er gelesen hat :/ Religion Proben oder englisch schreibt er aber komischerweise sehr gut und da muss man ja auch lesen/verstehen ...
Freunde hat er sehr viele , sei es in der Klasse oder in der Freizeit . Vielleicht ist ihm der Schuldruck zu hoch , die Kids schreiben wöchentlich zwei Probem ... Wenn er nicht beim Training ist , ist er am lernen . Habe auch schon überlegt , sein Sport etwas zu verringern allerdings will ich ihm das ungerne wegnehmen .. Er hat da sooo viel Spaß darin :/
ich weiß was er kann und es tut mir in der Seele weh ihn jedesmal enttäuscht zu sehen ...jetzt kommt auch noch die Angst dazu , dass die Lehrerin ihn "abschieben" will , immerhin hat sie "sonderpädagogisches förderbedarf" auf ihren Papier stehen...

Kommentar von violatedsoul ,

Hm, etwas Gelesenes auch inhaltlich zu erfassen, fällt vielen Kindern schwer. Sie können sich nicht richtig konzentrieren und das für sie Wichtige herausfiltern.

Deshalb würde ich vorschlagen, ihn nicht stundenlang lesen zu lassen. Er soll dir mal etwas vorlesen. Zum Beispiel einen kurzen Artikel aus einer Zeitung. Und dann soll er dir mit seinen Worten wiedergeben, was er gelesen hat.

Dasselbe kannst du auch mit Büchern tun, die ihm gefallen.

Wenn es um Textaufgaben in Mathe geht, musst du mit ihm üben, den Inhalt zu erfassen. Es hilft, sich ein paar Stichpunkte zu machen als Lernhilfe. Beispielweise "3 Züge, gleiche Abfahrtszeit, welche Strecke, Ankunftszeit."

So hat er das Wichtigste vor der Nase und kann sich darauf auch konzentrieren.

Der Sport ist ein wichtiger Ausgleich, der sollte ihm bleiben.

Und wenn dein Sohn viele Schulfreunde hat, könnten die sich auch mal als solche erweisen und mit ihm gemeinsam lernen. Das muss nicht Stunden dauern, aber es wäre gut, wenn jemand aus seiner Klasse weiß, wie es geht.

Überprüfungen sind der Test, ob Kinder den Stoff können oder nicht. Wenn dein Sohn jetzt mehr oder weniger als Einziger hängt und der Rest nicht, kann es durchaus sein, dass es an seiner Aufnahmefähigkeit liegt. Dann ist das Wiederholen eines Schuljahres aber auch kein Beinbruch. Manche Kinder verstehen es in Runde 2 dann besser.

Mit Förderschule würde ich mir nicht kommen lassen. Es gibt ja auch noch den Hauptschulweg. Die Regelschule meiner Tochter hat beide Schulformen vereint, das heißt, Haupt-und Realschule. Und da sind die Schüler sozusagen aufgeteilt. Wer in bestimmten Fächern gut ist, ist mit Real eingestuft, wo es klemmt, mit Hauptschule.

Danach wird auch in der 8. und 9. Klasse geregelt, wie die Prüfungen gestaltet werden.

Erkundige dich mal, ob das bei dir auch der Fall ist. Dein Sohn scheint ja auch seine starken Fächer zu haben.

Kommentar von sandreena ,

Er würde gerne in die 5te Klasse einer Sportschule gehen , da ist es so ,wie du es gerade erklärt hast :) Mittel und Hauptschule zusammen ! Allerdings ist es ziemlich schwer da reinzukommen , Kids müssen in den Sportsichtungen weiterkommen ...Sein Selbstvertrauen ist momentan gleich null und da braucht man es eben... Zum Schluss werden die Beurteilungen der jetzigen Lehrer angeschaut und da seh ich schwarz...
Auch wenn er es nicht schaffen sollte , wäre eine normale Mittelschule nicht schlimm , es soll nur keine Förderschule werden , denn da geht er ein :( seine Stärken sind Religion , englisch und Sport das ist aber im Zeugnis unwichtig denn da zählen ja nur die Noten in Deu - Hsu und Mathe
Es beruhigt mich ,wenn du sagst er muss nicht auf die Förderschule wenn wir das nicht wollen . Ich war der Meinung, dass wir da kein großes Mitspracherecht haben , wenn dieses Gutachten vorliegt

Kommentar von violatedsoul ,

So ein Gutachten ist auch nur eine Empfehlung und kein Diktat. Als Eltern sollte man nur realistisch genug sein, ob das eigene Kind von den Leistungen, seiner Einstellung und den allgemeinen Anforderungen für eine Schulart geschaffen ist oder nicht.

Jeder kennt ja Kinder, die aufs Gymnasium sollen, obwohl sie noch gar nicht soweit sind.

Als Mutter solltest du deinen Sohn so gut es geht unterstützen. Möglichst ohne Druck, am besten auf spielerische Weise, wie zum Beispiel das angesprochene Vorlesen.

Im verbleibenden 2. Halbjahr muss intensiv gearbeitet werden, auch mit Nachhilfe und Freundeunterstützung.

Sollte sich trotzdem rausstellen, dass er das Klassenziel nicht erreicht, würde ich ihn die 4. Klasse wiederholen lassen. Das würde zwar neue Klasse bedeuten, aber heutige Schüler sind es ja gewöhnt, ständig auseinandergerissen zu werden.

Förderschule würde ich nicht zum Thema machen.

Antwort
von loema, 310

Da es mittlerweile Inklusionsvorgaben gibt, kann er auch auf der Schule bleiben. Die Frage ist, ob es nicht eventuell auch eine gute Idee wäre, ihn eine neue Chance zu geben an einer anderen Schule.

Kommentar von sandreena ,

Richtig ! Ist das aber nicht so , dass wenn ein sonderpädagogisches Gutachten vorliegt , es dann die Schule bzw das Schulamt entscheidet ?

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