Frage von Jackyy95, 39

Mops Welpe 11 Wochen jung. Hundeschule ja oder nein?

Hallo zusammen. Seit 5 Tagen wohnt der kleine Mops Welpe Henry bei uns. Er hat sich super eingelebt und versucht mittlerweile Grenzen aus zu testen. Er beizt leicht beim Spielen und hört erst nach mehrfachen auffordern damit auf. Er kennt es ebenfalls nicht an der Leine zu laufen und bleibt lieber sitzen wenn wir draussen sind.

Ich erwarte nach 5 Tagen auch noch nicht das er das alles ändert.

Ohne Leine läuft er super und hört auch super wenn man ihn ruft.

Was habt ihr für Erfahrungen gemacht in Welpen Kursen ?

Bei uns werden Welpen Spielstunden, Welpen Gruppen "Training" sowie Einzeltraining an.

Ich möchte einfach das es dem kleinen gut geht und wir mit der Erziehung nicht hinter her hängen.

Expertenantwort
von dsupper, Community-Experte für Hund, 23

Hallo,

lass deinen Welpen doch erst einmal richtig bei dir ankommen, das dauert einige Wochen. Und der Imfpschutz muss sich auch erst einmal ausbilden (meist muss er ja mit 12 Wochen noch einmal geimpft werden und dann wartet man auch noch 2 - 3 Wochen).

Eine Hundeschule ist schon eine gute Einrichtung, da lernt vor allem der Hundebesitzer viele Dinge über die richtige Erziehung.

ABER: bitte achte darauf, dass es tatsächlich um eine Welpenschule und nicht um eine Welpenspielstunde geht.

Bitte vermeide den Besuch einer Welpenspielstunde.

Bei diesen „Spielstunden“ „lernt“ dein Welpe, sich mit anderen Hunden
auseinanderzusetzen, sich mit ihnen zu messen. Er lernt also bereits jetzt,
ganz frühzeitig: wenn ich andere Artgenossen treffe, dann muss ich meine
Stärke beweisen. Prima Erfahrung, die er da macht, wo ihn alles noch
deutlich prägt.

Sich fremde Hunde – auch bei Welpen ist das so – spielen nicht
miteinander – sondern sie üben den „Ernstfall“ – für später. Dein Welpe
würde eigentlich in dieser Situation erwarten, dass du ihn schützt, das
wäre deine Aufgabe als „Rudelführer“.
Aber was machst du: du stehst dabei und findest dieses Spiel „herrlich“ und
denkst dir, dein Hund spielt ja so gerne.

Das ist für eine Mensch-Hund-Bindung sehr sehr negativ.

Sich fremde Hunde sind immer Konkurrenten – Konkurrenten um das
Revier, die wichtigen Ressourcen, den Nachwuchs, die Hündinnen – eben um alles, was wichtig im Sinne der Hunde ist. Dieses Verhalten ist durch
den Instinkt vorgegeben.

Nur Hunde, die sich wirklich kennen und auch wissen, dass vom anderen
keine Gefahr (s.o) ausgeht, können tatsächlich miteinander spielen.

Du bringst deinem Welpen also prima bei, aggressiv auf andere, fremde
Hunde zu reagieren – denn später wird er sich genauso mit anderen
Artgenossen auseinandersetzen wollen.

Und bitte bedenke, dass in solchen Welpenspielstunden oft
sehr viele Tiere ganz unterschiedlicher Rasse, Größe, Alter und auch Gewicht  unkontrolliert miteinander „spielen“. Keine Mutterhündin oder „Tanten“,  die hier regulierend eingreifen und den Kleinen richtiges Hundeverhalten beibringt.
Junge und kleine Welpen werden also oft massiv angegangen und dadurch auch schnell verängstigt.

Deshalb kann ich nur raten, diese Welpenspielstunden zu vergessen und mit dem jungen Hund besser eine richtige Welpenschule zu besuchen. Dort steht nicht das „Spiel“ (das ja keines ist) im Vordergrund, sondern
die Interaktion von Hund und Herr – und natürlich ebenso das Verhalten
von Hund zu Hund. Und das Ganze eben kontrolliert, geführt und
angeleitet.

Gutes Gelingen

Daniela

Kommentar von derHundefreund ,

Dem kann ich mich nur anschließen. 

Expertenantwort
von Berni74, Community-Experte für Hund, 21

Ich würde an Deiner Stelle in eine Hundeschule gehen, denn da lernt vor allem der Halter (also Du ^^) ganz viel über Haltung, Pflege und Erziehung von Hunden.

Such Dir aber auf jeden Fall eine Hundeschule mit einer Welpengruppe für kleine Rassen. Außerdem sollten nicht mehr als 5 - 6 Hunde pro Trainer sein. Spielstunde ist schon ok, solange die Größenunterschiede der Zwerge nicht zu gravierend sind. Daran anschließen oder parallel kann man einen Welpenkurs belegen, wo verschiedene Alltagssituationen trainiert werden und der Hund auf spielerische Art die Grundkommandos beigebracht bekommt.

Das alles übt man dann allerdings auch selber daheim, nicht nur während des Kurses.

Daß der Hund Dir jetzt noch ohne Leine läuft, ist völlig normal. Aber er wird mit jeder Lebenswoche sicherer und wird sich weiter von Dir entfernen, um seine Umwelt zu erkunden.

Antwort
von uwe4830, 6

Hallo,

Sozialisierung findet beim Spaziergang statt, Welpengruppen sehe ich differenziert, nämlich wie groß ist die Gruppe, was für Rassen sind vertreten, nur ein Beispiel 12 Wochen alte Dogge zu 12 Wochen altem Mops, hier stimmt nur das Alter, aber nicht mehr die Kräfteverteilung. Nur beide wollen spielen. 

Das euer Hund euch ohne Leine folgt ist ganz klar, er hat nun noch Verlustängste, ist er aber erst mal im seiner Umgebung gefestigt, geht er auch schon mal seine eigenen Wege. Wenn du ihn zu gegebener Zeit leinenführig haben möchtest, übe jetzt schon mal Richtungswechsel ohne Leine und macht aus diesen Übungen Bindungsspiele, wie weglaufen, stoppen rechts links weglaufen. Später wenn das funktioniert machst du das gleiche mit Leine. Sollte der Kleine gegenwehr leisten, wartest du bis die Leine sich lockert, und alles beginnt behutsam von neuen.

Gruß Uwe 4830

P.S. In den Foren findest du bereits schon jede Menge toller Anleitungen

Antwort
von tysignx, 8

Wenn du weißt wie du ein Hund zu erziehen hast wozu dann die hundeschule? Aber wenn du zum ersten Mal einen Hund hast und 0 Erfahrungen hast dann würde ich zur einer hingehen

Antwort
von NoradieHexe, 10

Grundsätzlich ist eine gute Hundeschule Gold wert. Allerdings ist ist sie auch wie Gold schwer zu finden. Nach meiner Erfahrung musst du wirklich sehr gut zwischen den Zeilen lesen können, wenn du eine gute Hundeschule suchst. Lese dir einfach auf der Internetseite www.hundeschule-pegnitz.de mal den Text zu Welpenkurs und Faire Kommunikation durch. Vielleicht hilft dir das bei der Auswahl. Viel Glück.

Antwort
von lordy20, 19

So eine Welpenschule ist auf jeden Fall ratsam.
Der Kleine lernt dort u.a., das er sich auch mal unterordnen muss.

Zudem wird in einer vernünftigen Schule auch einiges erklärt (z.B. in Sachen Erziehung).
Hilfreich für Tier und Mensch. :-)

Kommentar von Berni74 ,

Der Kleine lernt dort u.a., das er sich auch mal unterordnen muss.

Genau das ist nun nicht Sinn und Zweck einer Welpenstunde, und das lernt er auch nur, wenn man nicht richtig aufpaßt.

Kommentar von lordy20 ,

Richtig lesen: ich habe auch nicht geschrieben, das es Sinn und Zweck ist.
Er wird aber auch mal den Kürzeren ziehen gegen andere Hunde (besser für dich ausgedrückt?).
In die Schranken verwiesen werden schadet keinem Hund, vor allem nicht, wenn das auf eine natürliche Weise wie in einer Welpenschule geschieht.

Kommentar von Berni74 ,

In die Schranken verwiesen werden schadet keinem Hund,

Aber nicht von gleichaltrigen, deren Sozialverhalten selber noch nicht richtig ausgeprägt ist. "In die Schranken verweisen" kann und sollte nur ein sozialer Althund, der weiß, wann und warum er es tut. Es ist ein Irrglaube, daß Welpen in der Welpenstunde lernen, sich unterzuordnen. Wenn man es so betreibt wie Du es denkst, lernen sie lediglich, sich durchzusetzen, weil sie auf sich gestellt sind und ihr Mensch ihnen nicht hilft.

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