Frage von Janaklr, 189

Kann ich Anzeige gegen Hundebesitzer erstatten?

In unserer Nachbarschaft wohnt eine Familie mit einem Hund, an dessen Haus ich vorbei laufen muss wenn ich mit meinem Hund spazieren gehe. Das Problem ist, dass jedesmal wenn ich an dem Haus vorbei gehe, der Hund knurrend über die Straße gelaufen kommt und versucht meinem Hund in die Hinterläufe zu beißen. Mein Hund verträgt sich daher nicht mit diesem und es ist jedesmal eine Tortur daran vorbei zu gehen. Die Besitzer zeigen jedoch keinerlei Einsicht und empfinden es als lustig. Kann ich also Anzeige erstatten? Da dies jetzt schon knapp 2 Jahre so geht und sich kein verändertest Verhalten seitens des Besitzers zeigen.

Antwort
von Jurasuppe, 50

Hallo,

meine unbefangene Ansicht zu dem Ganzen wäre wie folgt, kann eine detailliertere Prüfung durch einen RA aber nicht ersetzen. Insb. habe ich auch gerade wenig Zeit für eine Antwort und kann es daher nicht nachprüfen:

I. Zivilrechtlich

Sollte der Hund dir oder deinem Hund Schäden zufügen (war schon mal eine Tierarztbehandlung nötig?) so könnten sich Ansprüche aus § 833 BGB stellen.

II. Strafrechtlich

1. Wenn der Hundehalter bzw. dein Nachbar einen bissigen Hund hat, muss er gewissermaßen diesen Hund beaufsichtigen, denn dieser stellt offensichtlich eine Gefahrenquelle dar. Er hat den Hund zurückzupfeifen, tut er das nicht verletzt er seine Garantenpflichten und macht sich möglicherweise (Sachverhalt etwas zu dünn) im Rahmen von unechtem Unterlassen nach §§ 303, 13 StGB strafbar oder wenn er gar dich beißt nach §§ 223 I, 13 StGB. Ich muss jedoch zugeben dass ich das gerade in 3 Minuten schreibe und nicht ordentlich geprüfte Sachverhalte schnell rechtsfehlerhaft eingeschätzt werden, weswegen ich so kurze Antworten eigentlich gar nicht leiden kann, aber das Abendessen will gekocht werden. ;-)

2. In dem Unterlassen dürfte ein Angriff i.S.d. Notwehr liegen, jedoch sind in solchen Sachverhalten i.d.R. zivilrechtliche Rechtfertigungsnormen wie § 228 BGB eher zutreffend bzw. beachtlich. Im Rahmen dessen muss eine gewisse Propotionalität gewahrt werden, aber den Angriff auf deinen Hund musst du m.E. nicht dulden. Töten solltest du den netten Nachbarhund aber nicht direkt :-)

Du könntest solche Ansätze von einem Anwalt prüfen lassen und deinen Nachbaren mit Strafanzeige drohen. Sei dir aber darüber im Klaren, dass die rechtliche Keule zur Ende einer jeden Freundschaft führt, sie ist daher nicht immer empfehlenswert.

Viele Grüße, JS

Antwort
von brandon, 66

Der Hund läuft über die Strasse?

Bedeutet das das er unangeleint durch die Gegend spazieren darf?

Schlimm das manche Hundebesitzer so uneinsichtig sind bis es zu spät ist. 

Wenn sie darüber lachen bestätigen sie dem Hund sogar in seinem Verhalten.

Wenn Du schon ein Gespräch mit den Leuten geführt hast und sie trotzdem nichts ändern kannst Du sie beim Ordnungsamt melden. Das solltest Du aber wirklich erst dann tun wenn es gar keine andere Möglichkeit gibt.

LG

Kommentar von Janaklr ,

Ja, er hat die Möglichkeit unangeleint über die Straße zu laufen. Unsere Straße und das Grundstück sind durch ein Stück Wiese und einen schmalen Bachlaufen ( wo eine Brücke drüber ist, er jedoch auch drüber Springen könnte -c.a. 20cm) getrennt

Expertenantwort
von Naninja, Community-Experte für Hund, 99

Grundsätzlich kannst Du Anzeige beim Ordnungsamt erstatten. Nur versprechen solltest Du Dir davon nicht zu viel.

Um was für einen Hund geht es?

Kommentar von Janaklr ,

Es ist ein Havaneser.. Also ein recht kleiner Hund, jedoch sollte man meiner Meinung vorallem "kleine" Hunde nicht unterschätzen.. Die haben es faustig hinter den Ohren (liegt oftmals an der Erziehung). Da sich mein Hund dies aber nicht gefallen lässt (Boxermischling) heißt es im Nachhinein das meiner der "böse" sei.

Kommentar von wotan0000 ,

Wir hatten hier einen extremen Jack Russel, der ständig auf meinen Chihuahua los wollte.

Einmal ergab es sich, dass ich eine Wasserflasche dabei hatte.

Mein Hund war angeleint und der zurückgerufene, nicht gehorsame JR kam angefegt. Er bekam eine Ladung Wasser ins Gesicht. Beim Weglaufen war er dann doppelt so schnell. :-)

Kommentar von Naninja ,

O.k.

Bei so einem kleinen Hund würde ich eine Wasserflasche (Plastik) mitnehmen und dem Hund eine Ladung Wasser vor den Latz knallen, wenn er das nächste Mal pöbelt.

Oder Du rennst beim nächsten Angriff auf den Hund zu, machst Dich groß, brüllst ihn an und wirfst ihm Schlüssel, Discs oder irgendetwas anderes, das Krach macht, vor die Füße. Also nicht auf den Hund, sondern vor den Hund.

Lange verhandeln würde ich nach 2 Jahren bei so einem ignoranten Besitzer nicht mehr.

Kommentar von Naninja ,

*5* wotan! ;-)

Kommentar von wotan0000 ,

2 Seelen und ein Gedanke. ;-)

Kommentar von Janaklr ,

Das bringt leider alles garnichts.. Der Hund ist in den Fällen nur auf den anderen Hund fixiert. Zudem gestaltet sich das etwas Schwieger da ich meinen Hund ja selber noch an der Leine halten muss.

Wir haben hier mehrere große Hunde in der Straße wohnen, mit denen im Ernstfall nicht gut Kirschen essen ist (mein Hund sich jedoch nur nicht mit bellenden/ knurrenden -oftmals kleinen Hunden- verträgt). Jedoch zeigt der Besitzer keinerlei Einsicht obwohl ich nicht die einzige bin, die sich regelmäßig beschwert.

Kommentar von Bitterkraut ,

Hast du die Wasserflasche schon probiet, oder woher weißt du, daß das nichts nützt? Es reicht, wenn der Hund Einsicht zeigt....

Kommentar von wotan0000 ,

Brauchst Du beide Hände um deinen Hund zu halten?

Dann solltest Du auch an dem Problem arbeiten.

Kommentar von Bitterkraut ,

Wir haben einen Dackel in der Nachbarschaft, der sich anderen Hunden gegenüber als "Wadenbeißer" gezeigt hat. Mein Althund hat den vor ein paar Jahren mal mit der Pfote auf den Rücken gelegt (ohne einen Zahn zu zeigen), dann war Ruhe. Das ging schneller, als ich und der Dackelbesitzer gucken konnten. Seither hält der Dackel respektvoll Abstand :-)).

Kommentar von Naninja ,

Mich würde ebenso wie Bitterkraut interessieren, ob Du es schon versucht hast.

Sinn und Zweck der Wasserflasche ist, beim Hund den Angriff mit einer unangenehmen Konsequenz zu verknüfen. Du kannst auch eine leere Flasche Duschgel nehmen, die passt in eine Hand. 

Kommentar von Janaklr ,

Das mit der Wasserflasche werde ich mal ausprobieren, Danke!:)

Schlüssel sowie drauf zu laufen haben wir schon mehrfach getestet, jedoch ohne Wirkung. Zeitweise sind wir zu zweit (wenn es passte) mit dem Hund gelaufen um verschiedene Sachen ausprobieren zu können.

Antwort
von BenniXYZ, 26

Jetzt hast du das 2 Jahre ausgehalten und nichts getan? Und dein Hund läßt sich das gefallen? Wieso beschützt du ihn nicht vor dem Wadenbeißer? Versteh ich nicht.

Klar kannst du den Besitzer anzeigen. Aber was soll es bringen? Da ist Eigeninitiative gefragt. Ich bin auch kein Freund der Wasserflasche, lieber werfe ich eine kleine Metallkette, die rasselt schön laut.

Kommentar von Janaklr ,

Ich versuche den Hund von meinem fern zu halten, jedoch kann ich meinen Hund verstehen, dass er sich das nicht gefallen lässt.. Schlüssel, Ketten ect interessieren den kleinen leider nicht. 

Andererseits hat mein Hund 36 kg, welches das ganze ein wenig schwierig macht mit "beschützen"

Kommentar von BenniXYZ ,

Ja, versteh ich. Irgendwann machen die das mal untereinander aus. Dann ist Ruhe.

Antwort
von Modrian, 16

Das dürfte in der Regel gegen das jeweilige Landeshundegesetz verstoßen.

Die genaue Rechtslage prüft das örtliche Ordnungsamt nach deiner Anzeige.

Antwort
von Bitterkraut, 60

Du kannst dich ans Ordungsamt wenden. Oder einen Umweg machen. Oer beides.

Antwort
von Biberchen, 78

du kannst es auf jedem Fall dem Ordnungsamt mitteilen!

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