Frage von JohnnyLoe, 26

Kätzchen erschreckt sich bei jeder Bewegung tipps um ihm die umstände zu erleichtern?

Hallo liebe gemeinde, haben seit Donnerstag kleine samtpfötchen im haus... ist ein drei monate alter kater, soll wohl ein British kurzhaar sein... (mutter ist british kurzhaar, vater ist british langhaar) aber das tut nix zur sache wir haben uns verliebt egal was für ne rasse es ist... er ist ja jetzt quasi erst den zweiten tag bei uns... zieht sich immer noch unter die couch zurück (essen,trinken,klo nahe am rückzugsort platziert) er kommt oft raus zum spiel und gestern ist er sogar neben mir eingeschlafen. Mautz aber immer noch viel, mag nicht wenn man ihm zu nahe kommt und ist sehr sehr schreckhaft... wenn man sich zu schnell bewegt rennt er sofort unter die couch... wir haben den verdacht das es daher kommt das ein kleinkind in der alten familie war das die kätzchen doll unter stress gesetzt hat...

Die eigentlich frage ist ob es sachen/tipps gibt das wir dem kleine die angst bisschen nehmen... wir bewegen uns nur noch in zeitlupe durch die Wohnung... oder ob wir einfach abwarten soll...

Ich hoffe jemand kann uns paar gute tipps geben... danke schonmal...

Antwort
von EndlessCyne, 8

Dass die Katze sich nicht selbsticher in der Wohnung bewegt ist ein klares Zeichen von Unsicherheit, Verwirrung und aber auch von einem generell nervösen Charakter. 

Hier sind Tipps, die ich geben kann: 

  • Zeit. Du kennst das selber: Zum ersten Mal in ein fremdes Haus eintreten. Da ist man auch achtsam. Jetzt stell dir vor, du bist von deinen Geschwistern und Familie getrennt in einem neuen Heim mit fremden Leuten. Und du weißt noch gar nicht mal, welchem Zweck das Ganze dienen soll. Das kann schon sehr beängstigend sein. 
    Dafür dass sich Mieze jetzt schon so nah an euch traut ist super, dass ihr euch in Zeitlupe bewegt, noch besser. Da kann nicht mehr viel schief gehen.
  • Gerüche. Hast du je schon mal von der Sinneswelt einer Katze gehört/gelesen? Außer dass diese Tiere hervorragend hören können, ist in deinem Fall ganz besonders auf den Geruchssinn hinzuweisen: Er ist sozusagen der "soziale" Sinn einer Katze und sehr essentiell, wenn es um Sicherheit geht. Klar, als wildes Tier muss man in der Natur natürlich ständig auf fremde Gerüche reagieren können: Ein Feind? Ein Sexualpartner? Ein Freund? Meine eigenen Kittens? Hier läuft immer die Erwägung ab, ob etwas als "bekannt und sicher" oder "fremd und damit gefährlich?" eingestuft wird. Die Katze riecht in einem neuen Haus nichts mehr von dem, was es einst mal beruhigt hat: Die alten Möbel, die alten Geschwister, die alten Menschen, die alten Alles. Alles hat für sie einen Geruch. Sogar etwas anfangs Geruchloses. Sollte kein Geruch bestehen, so markiert die Katze dies mit verschiedenen Mitteln, um es als etwas Eigenes und Sicheres zu benennen. Da hat am Schluss sogar der Mensch den Geruch, den die Katze riechen will. 
    Deine Katze wird nun wie gesagt mit sehr viel Neuem konfrontiert sein. Das muss sie erst noch erkunden und sicherstellen. Um ihr diese Arbeit zu erleichtern wäre es zum Beispiel wichtig, Gerüche von außen her zu vermeiden. Stellt die Schuhe nicht in die Reichweite der Mieze, denn diese sind voll von Gerüchen anderer Welten. Auch Jacken und weitere Kleidung außer Reichweite halten, sollte man in fremden Gebäuden gewesen sein.
    Dazu ist es wichtig, jegliche künstliche Gerüche durch Parfum, Deodorant, Shampoo usw. zu vermeiden und der Katze viele Möglichkeiten zu geben, Räume, Möbel sowie euch selber in aller Ruhe zu erkunden und mit eigenem Geruch zu versehen.
  • Die Außenwelt. Katzen sind sehr territoriale Tiere. Falls deine Katze (zu bestimmten Zeiten) raus darf, könnte man darüber auch noch mal ein ganzes Buch schreiben. Dort draußen sind andere Katzen die herrschen, in einer Hierarchie stehen, sich Orte nur ganz strikt zu bestimmten Zeiten teilen, um Partner ringen und ständig Durftmarken hinterlassen. (Duftmarken sind auch noch mal ein sehr signifikanter Bestandteil.)
    Sich einen Platz zu verschaffen, die Bereiche zu erkunden und lernen was tabu ist, das ist Anfangs sehr viel Stress. Es gibt das alte Zuhause und die Familie nicht mehr. Nichts ist mehr sicher. Da braucht es auch noch Zeit, bis man sich irgendwo selbstsicher fühlen kann. 
    Tipps dabei sind, den Ausgang für den Anfang so gut wie möglich zu reduzieren. Erstmal braucht man ein Zuhause, welches die Katze als "Territorium 1. Ordnung" küren wird. Das heißt, dies ist einzig ihr Ort mit Futter sowie den eigenen Gerüchen. Und es ist der Ort, wo keine Geschäfte erledigt werden, damit niemand Unbefugtes Wind davon kriegt (im wahrsten Sinne des Wortes) und sich prüfend hineinschleicht.
    Hier kann man sich dann wirklich sicher fühlen. 
  • Spielen, Futtern. Diese beiden Punkte sind die zwei besten Wege für den Menschen, eine Bindung mit der Katze einzugehen. Spielen gibt dem Tier die Möglichkeit, all den Stress für ein Weilchen zu vergessen und selbst nicht mehr an die Umgebung zu denken. Sie entspannt sich, findet Spaß an der Sache und geht eine tiefere Bindung mit dem Menschen ein. Bestenfalls wird die "Beute" schlussendlich gefangen (das heißt, der Mensch lässt das Spielzeug los) - dann beendet Mieze das Spiel mit einem Erfolgsgefühl und kann stolz auf sich sein. 10 bis 15 Minuten Spielen minimum am Tag ist eine enorme Stütze für euer Gefährte.
    Kennt ihr Spielzeuge für Katzen? Gibt es zu Tausenden auf dem Markt. Am beliebtesten für beide Seiten ist zum Beispiel eine einfache Angel mit Federn am Seil. 
    Durch Futtern wird auch wieder eine sehr enge Bindung aufgebaut. Wer die Katze füttert, der gewinnt sehr schnell ihr Vertrauen. Und sie selber weiß: Hier bekomme ich zu fressen. Da fühlt man sich gleich eher wie zu Hause. 
    Man sagt nicht umsonst: Liebe geht durch den Magen.
  • Diverse Helfer. Der Markt für Katzen ist riesig. Es gibt hier alles - von Futter, zum Katzenklo bis hin zum außergewöhnlichsten kleinen Spielzeug. Ich möchte hier auch auf "Bachblüten Essenzen" hinweisen, die verschiedene Effekte bei Tieren versprechen. Es ist wie ätherische Öle oder ein heißes Bad mit bestimmten Substanzen für uns Menschen. (Beides ist für Katzen übrigens sehr unangenehm!) 
    Auch Katzenminze und ein paar weitere Pflanzen haben Gerüche, die die Tiere tatsächlich high werden lassen. Wird gerne "Katzendroge" genannt. Das Schöne hierbei ist, dass die tierischen Konsumenten keinen Schaden davon nehmen und sich lustvoll herumwälzen, schnurren (und auch ein bisschen sabbern). Sie vergessen sich und fühlen sich pudelwohl. 
    Es gibt im Internet noch viel mehr kleine Helfer, die für das Wohl einer Katze sorgen können. Man wird im Markt ganz schnell fündig. Auf jeden Fall mal googeln! ;)

Alles was ich hier aufgeschrieben habe, sind lediglich Tipps, damit es die Katze einfacher hat. Auf Sicherheits- und Wohlfühlsgrundlagen bin ich gar nicht eingegangen, da ich bei euch ein gutes Gefühl habe. Die Katze gewöhnt sich schnell, ihr bewegt euch ihr zuliebe sogar in Zeitlupe. Ihr liebt sie, ihr habt das Wichtigste bereitgestellt und ich bin mir sicher, dass sie die nächsten Jahre bei euch sehr genießen wird. 

Grüße. :)

Expertenantwort
von palusa, Community-Experte für Katzen, 7

Das wichtigste, so junge Katzen sollten nicht alleine leben. Habt ihr noch andere Katzen? Das Schreien ist vermutlich rufen nach anderen Katzen..

Er ist übrigens ein blh/bkh-Mix, falls die Angaben über die Eltern stimmen. Keine reinrassige bkh.

Geduld haben. Er kommt doch nach und nach raus und schläft sogar draußen. Es wird!

Versuch, ihm Spiele anzubieten. So junge Katzen spielen gern. Spielangeln sind toll dafür.

Antwort
von ano1000, 14

Du solltest deinem Kätzchen einen Kameraden möglichst im selben alter  dazu holen. Er fühlt sich im Moment wahrscheinlich einsam und verwirrt. Durch eine Einzelhaltung entstehen meistens viele Verhaltensstörungen.
Falls ihr euch ein zweites Kätzchen dazu holen solltet, könntet ihr den beiden beim Spielen zusehen, die beiden könnten sich den Tag über miteinander beschäftigen und sehr wahrscheinlich wäre seine Angst verflogen und wäre deutlich zutraulicher(da er den Rückhalt durch eine zweite Katze hat).😉
LG Ano

Antwort
von Hugito, 24

Das Kätzchem muss sich erst an seine neue Familie gewöhnen. Wenn es schreckhaft ist, sollte man schnelle Bewegungen usw vermeiden. Das macht ihr schon richtig.

Außerdem hilft viel streicheln, aber nur so wie die Katze das mag (vor allem am Kopf und Rücken.)

Im Laufe der Zeit wird die Katze dann immer selbstbewusster.

Antwort
von Grillmax, 10

Geduld ist jetzt angesagt - es wird ein wenig dauern, bis die Samtpfote eure Körpersprache "lesen" kann... und gelernt hat, das keine Gefahr droht.

Antwort
von Canteya, 20

Einfach der Katze ein paar Versteck- und Rückzugmöglichkeiten bieten. Also vielleicht auch ein offener Karton oder so etwas. Euer Kätzchen wird dann schon von alleine rauskommen, wenn es sich traut. Ich finde, dass man wirklich abwarten sollte und das Tier zu nichts (auch nicht zum Spielen) drängen sollte.

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