Frage von Hulahuo, 72

Hilfe bei der Eingewöhnung einer Zweitkatze?

Hallo an alle,

mein Freund und ich haben seit einem halben Jahr einen BKH-Kater (kastriert), der jetzt 9 Monate alt ist. Da er eine reine Wohnungskatze ist und es uns wichtig war, dass er in netter Gesellschaft ist, auch wenn wir arbeiten sind, wollten wir uns eine zweite Katze anschaffen. Er hat einen starken Charakter, ist aber auch sehr anhänglich. Im Internet und aus einem Buch habe ich gelesen, dass es keine Rolle spielt, welches Geschlecht zusammenlebt. Wichtig ist natürlich, dass Alter, der Charakter und andere Sachen, wie die Größe der Wohnung etc..

Da die Umstände alle passen und wir einen offenen Kater haben, der schnell auf fremde Menschen zugeht, dachten wir es wäre kein Problem ein Kätzchen dazu zu holen. Am Montag holten wir uns dann ein 13 Wochen altes kitten. Weiblich und ebenfalls britisch-kurzhaar. Sie ist sehr verspielt und auch verschmust und hat ebenfalls einen recht starken Charakter.

Nunja, die erste Begegnung lief schon einmal nicht so gut. Kurz bevor wir zu Hause ankamen, hat sie in das Katzenkörbchen geka***. Dies wollte sie natürlich zuscharren und beschmierte dabei ihren ganzen Körper damit. Ich bin schnell mit ihr ins Bad, um sie sauber zu machen, aber der Kater hat das natürlich mitbekommen, dass dort jemand war. Als sie dann sauber war, setzte ich sie ins Wohnzimmer, damit sie langsam die Wohnung und den Kater erkunden konnte. Das ging aber gehörig schief. Die faucherei und knurrerei ging sofort los.

Ich habe oft gelesen, dass Rangordnungs- und revierkämpfe total normal sei. Das Problem ist nur, dass sich die kleine Maus aus Angst manchmal einkackert wenn die zwei sich rangeln oder der Große nach ihr haut. In der ersten Nacht konnte ich auf jeden Fall die Couch sauber machen, da sie dort beim rangeln hingemacht hat. Und das noch einige weitere Male. Der Kater ist zwar erst ein 3/4 Jahr aber ihr körperlich deutlich überlegen. Er ist jetzt schon größer als manch eine ausgewachsene Hauskatze.

Der sechste Tag ist jetzt vorbei und es trat bisher keine Besserung ein. Im Gegenteil, sie ist sehr ängstlich geworden, weil der große sie immer wegscheucht und hinterherjagd und sie haut und beißt. Sie versteckt sich immer in einem schmalen Spalt. Es ist sogar schon so schlimm geworden, dass sie automatisch schon in diesem Spalt verschwindet, auch wenn der Kater nicht in der Nähe ist. Sobald sie ihn sieht, faucht und knurrt sie ihn an. Das lässt er sich natürlich nicht gefallen. Aber auch er fängt manchmal an zu stänkern.

Wir wissen nicht mehr weiter, da es uns so leid tut, dass die kleine Maus den ganzen Tag in der Ecke liegt und dort versucht zu schlafen.. Immer wenn sie sich sehen eskaliert es dann. Haben seit 2 Tagen einen Pheromonstecker in der Steckdose und die beiden auch nachts und wenn wir nicht da sind räumlich getrennt. Aber heute war es besonders schlimm wieder...

Bitte weiterlesen.. Siehe unten

Expertenantwort
von NaniW, Community-Experte für Katze & Katzen, 32

Hallo Hulahuo,

warst du dabei, als die kleine Nachts auf die Couch gemacht hat ? Oder gehst du nur davon aus, das sie gerangelt haben und es dann darauf hin passiert ist ? Wie oft ist das vorgekommen, das das Kitten Kot abgesetzt hat, wenn sich dein Kater ihr nähert ?

Wieviele Katzenklos hast du für die zwei ?

Warst du mit dem Kitten schon beim TA ?

Lass bitte unbedingt, Zeitnah, abchecken, das alles in Ordnung ist.

Sollte sich das nicht besser, habt ihr ein Richtiges Problem und müsst wohl das Kitten weiter vermiteln :-(

Wenn eine Katze bei Konfrontationen Kot oder Urin absetzt, das ist ein
Zeichen von allerhöchster Angst und Not. Und für die Katze absoluter Stress. Wenn das ständig vorkommt, würde ich dir raten, ein Tierpsychologen zu zu ziehen, oder das Kitten abzugeben !

Aber mal zur Zusammenführung allgemein:

eine Zusammenführung geht nicht zwischen Tür und Angel, man braucht Zeit und viel Geduld.

Die Katzen sollten vom alter und Charakter zusammen passen. Dann klappt es Stressfreier. Das Geschlecht ist dabei Nebensache.

Bei einer Zusammenführung gibt es immer kleinere Aufreger. Es gibt Prügeleien, Kreisch-Orgien und wenn es ganz hart wird, fließt auch mal Blut. Darauf muss man sich einstellen, das ist völlig normal. Bitte nur dazwischen gehen, wenn es blutig wird. Es ist Wichtig, das die Katzen die Rangordnung selbst klären ! Und selbst danach, wird es immer wieder mal Szenen geben, wo Kräfte gemessen und die Rangordnung neu ausgestritten werden und gerangelt und gespielt wird.

Es kommt auf die Katzen an, wie lange so etwas dauert. Bei manchen geht es bereits nach paar Tagen, andere brauchen paar Wochen.

Für die Katze die zu erst da war, ist eine neue Katze immer erst mal ein Eindringling in ihre heile und sichere Welt. Das bedeutet für die Erstkatze Stress pur.

Um den Stress für beide zu reduzieren, wäre es sehr Ratsam, vorher schon mal eine Decke, oder ein Kissen der jeweils anderen Katze aus zu tauschen. So können sie die Tiere an den jeweiligen Geruch des anderen schon einmal gewöhnen. Dann ist dies schon mal nicht mehr so fremd. Aber auch wenn man das vorher nicht machen konnte, nicht gleich den Mut verlieren.

Man sollte auch bedenken, für die eine Katze bedeutet es ja nicht nur, das sie einen Artgenossen bekommt, sondern auch gleichzeitig noch ein neues zu Hause. Neue Gerüche, neue Geräusche, nichts vertrautes mehr.

Wenn sich die Katze zurück zieht im neuen zu Hause, einfach in Ruhe lassen. Es braucht Zeit, bis sich die Katze mit der Situation arrangiert und beginnt Vertrauen auf zu bauen. Und diese Zeit muss man ihr einfach auch lassen.

Hier noch Hilfreiche Seiten zum Thema Zusammenführung:
http://www.petsnature.de/info/products/Katzen-Ratgeber/Katzen-Haltung/Zusammenfu...

http://www.tierhilfsnetzwerk-europa.de/aufklaerung/zusammenfuehrung-von-katzen

Alles Gute

LG

Kommentar von Hulahuo ,

Nein gesehen habe ich es die erste Nacht nicht. Aber ich habe es später einige weitere Male gesehen und da es alles verschmiert war konnte ich es darauf zurückführen. Es ist so circa 6-7 mal passiert.

Es sind 2 Katzenklos vorhanden. Und es gehen auch beide in beide rein...

Nein, beim tierarzt waren wir noch nicht, aber es ist diese Woche dran. Der Vorbesitzer meinte aber es ist alles in Ordnung mit der kleinen 

Antwort
von Luzie9, 6

Die Vergesellschaftung von Katzen kann Monate dauern.

Es war aber ein Fehler, zu einem halbstarken Kater ein Kleinkind zu holen.

Das Kätzchen steht furchtbare Angst aus. Es ist direkt in die Hölle verschleppt worden. Mama weg, unbekannte Umgebung, und das Revier ist schon von einem übermächtigen Despoten besetzt. Da es sich gegen den rüpelhaften Artgenossen nicht wehren kann, sucht es sein Heil im Verstecken. Das Benutzen eines Katzenklos ist jetzt nicht gerade sein Hauptproblem.

Der Kater ist im Flegelalter, so ähnlich wie ein Teenager. Er will toben, raufen und seine Kräfte ausprobieren. Da er bisher alleine war (und sicher noch nicht kastriert ist), hat er außerdem den starken Drang, sein Revier gegen Eindringlinge zu verteidigen. Und er scheint das unterlegene Katzentier als Spielzeug zu sehen. Katzen zeigen meist ein völlig anderes Verhalten gegenüber Menschen als gegenüber Artgenossen.

Ein idealer Partner für ihn wäre entweder ein gleichaltriges Tier oder ein erwachsenes, das gut sozialisiert und selbstbewusst ist und auch gerne mal mitspielt.

Ich würde entweder das Kätzchen wieder abgeben oder die beiden erstmal getrennt halten. Später ganz langsam zueinander führen. Vielleicht wartet ihr damit, bis die Katze größer ist und der Kater kastriert (geht jetzt schon, spätestens mit 12 Monaten).

Wichtig: Jedes Tier braucht ein eigenes Katzenklo und einen eigenen Rückzugsort, wo der andere nicht hinkann. Für immer. Getrennte Futterplätze und Wasserstellen sind selbstverständlich.

Die Kleine wird sich noch eine Weile verstecken, auch im separaten Zimmer. Lasst sie. Nicht rauszerren, nicht belauern. Sie muss an Futter, Wasser und Katzenklo kommen, ohne an euch vorbei zu müssen (und schon gar nicht am Kater). Vermeidet Hektik und laute Geräusche, redet mit ihr, aber beachtet sie sonst nicht weiter. Irgendwann wird sie ihr neues Reich schon erkunden, sobald sie merkt, dass der Hauptfeind keinen Zugriff hat. Erst vielleicht heimlich, später dann auch offen. Erst wenn sie sich sicher in ihrer eigenen Umgebung bewegt, könnt ihr die beiden auch mal vorsichtig zusammenlassen. Wenn es geht, erst durch einen Türspalt, ein Gitter o.ä.beschnuppern lassen. Und erst zusammenlassen, wenn die zwei an die Gerüche des anderen und seine Anwesenheit gewöhnt sind.

Das Ganze kann etliche Wochen oder gar Monate dauern. Es braucht viel Geduld, ausreichend Platz in der Wohnung und etwas Katzenerfahrung. Und es gibt keine Garantie, dass es gutgeht. Manchmal mögen sich zwei Katzen einfach nicht. Dann hilft nur, sie wieder zu trennen. Faustregel: Wenn in den ersten zwei Wochen absolut keine Besserung in Sicht ist, eins der Tiere das andere partout nicht toleriert und/oder eins so stark eingeschüchtert bleibt, dass es sich nicht frei bewegt, dann ist das Experiment gescheitert.

Sehr wichtig für später, wenn die zwei sich im selben Raum aufhalten können: Behandelt den Kater immer als Chef. Unter Katzen ist der ursprüngliche Revierinhaber fast immer ranghöher. Er wird zuerst gefüttert und gestreichelt und darf sich bevorzugt seinen Platz aussuchen. Bestraft ihn nicht, wenn er den Neuankömmling zurechtweist oder verjagt. Überhaupt geht nur dazwischen, wenn es blutig wird.

Expertenantwort
von palusa, Community-Experte für Katze & Katzen, 27

Die würde ich trennen und mit gittertüre arbeiten. Die kleine muss dem großen mit der sicherheit begegnen können, dass ihr nichts passieren kann. Sonst wird das nichts. Dass man durch das Gitter nicht durchkommt, lernen Katzen recht fix.

Will der große spielen, ist er neugierig oder meint er das sehr ernst? Ist die Angst der Katze berechtigt?

Wie alt war er, als ihr in bekommen habt? Ist er kastriert?

Kommentar von Hulahuo ,

Wir werden heute eine durchsichtige duschabtrennung in den Flur einbauen, damit wir sie trennen können.

Den Kater hatten wir wie gesagt mit 12,5 Wochen bekommen und ist auch kastriert.

Ich kann es ehrlich gesagt nicht richtig sagen, ob er es böse meint. Sie faucht ihn meist an und daraufhin reagiert er beißend und hauend (obwohl er manchmal eben auch nur schnuppern wollte). Aber oft geht es auch von ihm aus, dass er ihr einfach hinterherrennt und mit ihr balgt. Sie versucht einfach nur panisch zu flüchten.

Heute morgen saß sie hinter/unter der Toilette und er ist immer drumherum stolziert mit großen Augen und hat sie mit der Pfote gehauen.

Wenn sie neben mir auf der Couch sitzt passiert meist nicht viel, da geht er einfach vorbei oder guckt nur 

Antwort
von JolieBijou, 31

Wenn wirklich keine Besserung zu erkennen ist würde ich die beiden erstmal räumlich trennen. Nicht nur nachts sondern auch tagsüber.

Das dein Kater so reagiert ist eigentlich sehr verständlich und bedeutet nicht, dass er die Kleine nicht mag. Aber stell dir vor bei dir sitzt jemand Fremdes im Wohnzimmer und zieht einfach bei dir ein. Da ist es egal ob er nett ist oder nicht, du schmeißt ihn raus.

So ist das bei ruckartigen Zusammenführungen auch, Katzen brauchen erstmal jeder ihr abgetrenntes Revier. Jeder sein Spielzeug, Fressen, Klo. Am besten getrennt durch eine blickdichte Tür.

Dann lässt du beiden Katzen erstmal einige Wochen zur Ruhe kommen. Die Kleine soll sich einleben und wieder Vertrauen fassen und der Kater soll sich an den Gedanken gewöhnen das da jemand ist. Zwischendurch kann das Spielzeug mal gewechselt werden.

Danach kann die Tür durch ein Gitter ersetzt werden, sodass Blick und Geruchskontakt entsteht. Das wird zunächst nur kurz zugelassen, die Zeitspanne wird immer weiter verlängert bis nurnoch das Gitter da ist und beide Katzen sich ignorieren, weil es völlig normal geworden ist. 

Dann kann das Gitter komplett abgenommen werden.

Kommentar von Hulahuo ,

Ja natürlich, ich kann das auch voll und ganz nachvollziehen, dass der große deswegen nicht gerade erfreut ist. Also sind Sie auf jeden Fall der Meinung, dass man es nicht aufgeben sollte ?

Heute sind es auch erst 7 Tage.. Ein bisschen Hoffnung habe ich noch.. Aber es tut einem eben immer so leid..

Diese Woche werde ich nochmal den Tierarzt fragen wenn wir dort sind.

Wir werden den Flur heute mit einer durchsichtigen duschabtrennung abtrennen. Hoffe das hilft.

Wenn ich die kleine mit der auf der Couch habe und mit ihr schmuse (natürlich erst nachdem der große dran war) dann macht der große auch den Anschein, als würde es ihn gar nicht stören und guckt einfach nur.. Ich weiß nicht so richtig was ich denken soll bei den beiden.

Alles sehr nervenaufreibend.

Antwort
von LilaPferd1, 30

Überfallartige Zusammenführungen sind bähbähbäh. Wenn sich also jemand eine zweite Katze anschaffen
will, sollte er ein Zimmer in der Bude für den Neuankömmling reservieren

Mehr dazu findest du unter diesem Link > Katzen zusammenführen > http://haustierwir.blogspot.de/2011/03/katzen-zusammenfuhren.html

Antwort
von Hulahuo, 43

....Fortsetzung 

as abreiben der Katzen mit einem Tuch bringt nichts und auch durch gemeinsames spielen bekomme ich die kleine nicht aus ihrem Versteck, und wenn doch dann nur kurz, weil der große gleich hinter ihr her ist und sie ihn anfaucht.

Hat eventuell jemand ein paar Tipps für uns..?
Ich weiß, dass Geduld eine wichtige Rolle spielt und wir versuchen auch den Kater zu bevorzugen. Aber es raubt uns einfach extrem die Nerven, dass die beiden sich nicht verstehen..
Ich war sogar schon fast soweit die kleine wieder abzugeben :(
Ich bin total verzweifelt und hoffe mir kann irgendjemand ein paar Tipps geben..
Ich möchte der kleinen ja auch eine schöne Kindheit bieten... :(
Lohnt es sich an der Sache dran zu bleiben oder wäre es vielleicht besser sie in ein sichereres zu Hause zu geben ?

Vielen Dank im Voraus...

Kommentar von Yalana ,

spontan kann ich sagen, dass es keine gute idee war, die neue einfach ins wohnzimmer zu setzen. 

da wäre es besser gewesen, sie erstmal in einem raum, der vor allem von dem katerchen nicht so oft genutzt wird, ankommen zu lassen. und zwar in ruhe. 

das sie nicht gemeinsam gefüttert werden sollten und ihre eigenen klos, spielsachen haben sollten muss ich ja nicht sagen. 

praktisch wäre es dann eigentlich nach ein paar tagen kontakt zwischen den beiden herzustellen, erstmal aber nur sichkontakt, beschnuppern und mehr nicht. 

aber naja, jetzt ist die katze in den brunnen gefallen.. jetzt wird das ganze komplizierter, vor allem wenn der kater größer und stärker ist. und die kleine nicht leiden kann. die brauchen erstmal abstand.

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