Frage von MarieMango93, 92

Kabel durchgebohrt - Verteilerdose dadurch angeschmort?

Ich habe beim Bohren in der Küche ein Kabel erwischt (nur angebohrt, nicht durch) und die Sicherung flog dadurch raus. Über der Stelle befindet sich eine Verteilerdose und dann oben rechts in der Küchenecke die nächste. Nachdem das angebohrte Kabel neu isoliert wurde flackerten allerdings die Lichter und man hörte aus der Verteilerdose oben in der Ecke ein Brummen. Nach langem Überlegen was die Ursache ist (wussten bis dahin nicht, dass da oben noch eine Dose ist), ging irgendwann der ganze Schaltkreis nicht mehr. Als wir die Dose dann gefunden und aufgemacht haben entdeckten wir, dass dort die Isolierung der Kabel schon sehr marode ist und die Klemmen teilweise angeschmort waren. Sobald wir dann neue Klemmen rangemacht haben funktionierte der Strom wieder einwandfrei. Nun die Frage - sind diese Kabel einfach nur super alt und der Kurzschluss beim Bohren hat ihnen den Rest gegeben oder kann das ausschließlich durch diesen Kurzschluss gekommen sein? Wäre denn sonst nicht die Verteilerdose direkt über dem Bohrloch verschmort statt der oben in der Ecke? Ich bin jetzt erstmal nämlich davon ausgegangen, dass die Kabel schon vorher ziemlich kaputt gewesen sein müssen. Ist das so?

Antwort
von ElektroKDD, 37

Hallo.

Wenn ich deine Frage so lese, dann gehe ich mal davon, dass die Kabel schon länger liegen und deine Wohnung kein Neubau ist. Waren in der Abzweigdose noch Schraubklemmen als verbinder?

Die alten Schraubklemmen von früher haben folgendes Problem. Beim installieren werden diese Dinger fest gezogen. Und dann sind die erst mal fest. Allerdings ist Kupfer ein relativ weiches Metall d.h. es fließt. Die schraube in der Dose drückt direkt auf die Kupferader. Das Kupfer gibt nach und der Kontakt wird über die Jahre schlechter da die schraube nicht von alleine nachrutscht. Diese Klemmstelle wird bei Betrieb warm und ausser Betrieb wieder kalt. Und das immer wieder. So wird diese Klemmstelle immer schlechter. Und irgendwann reicht dann ein kurzer Impuls ,wie bei einem Kurzschluss z.B. um diese Klemmstelle den Rest zu geben. 

Für mich würde das bedeuten alle Klemmstellen in der Wohnung zu überprüfen und gegen Steckklemmen mit zugfedermechanismus zu tauschen. 

Es wird wahrscheinlich nicht bei dieser einen verschmorten Dose bleiben. Nach und nach kommen da mehr Fehler, die man mit dieser einfachen Maßnahme verhindern kann. Im schlimmsten Fall Brent eine der Dosen aus und muss aufwendig repariert werden. 

Von daher war es nicht mal so schlecht dass ihr ein Kabel angebohrt habt. 

Antwort
von Branko1000, 20

Du wirst in der Abzweigdose noch mit Schraubklemmen die Adern verbunden haben diese lösen sich nach einer Zeit und dadurch schmoren die weg, da keine feste Verbindung mehr besteht.

Dass die Klemmen schmoren, liegt nicht an deinem Bohren, dass liegt einfach an der alten Installation und diese sollte komplett geprüft werden.

Expertenantwort
von Peppie85, Community-Experte für Elektrik & Strom, 33

klingt danach, als wären die klemmen schon vorher leicht lose gewesen und durch das anbohren und den kurzschluss haben sie sich dann vollends gelockert oder so..

du kannst ja mal deinen vermieter von mir schön grüßen, er solle mal vorsichtshalber die verteilerdosen in der gesamten wohnung ausfindig machen und die klemmen routinemässig gegen steckklemmen ersetzen, um auch in anderen räumen schlimmeres auszuschließen.

lg, ANna

Antwort
von Chefelektriker, 12

Wenn die Adern mit Isolierschläuchen gesichert und Steckklemmen verwendet wurden ist die Abzweigdose sicher.

Sämtiche Klemmen in der Wohnung austauschen halte ich für schwachsinnig.

Jedoch solltest Du dir so ein Suchgerät zulegen.

http://www.pollin.de/shop/dt/ODE4OTYxOTk-/Messtechnik/Messgeraete/Sonstige_Messg...

Das ist günstiger als dauernd den Elektriker zu beauftragen.

Antwort
von Shalidor, 12

Das Anbohren der Leitung hat damit nichts zu tun. Einfach Zufall, dass die Klemmen gerade zu dieser Zeit nicht mehr gehalten haben.

Antwort
von Nasenbohrer85, 42

Wenn Du ein Kabel anbohrst, schließt das natürlich kurz. Hattest sogar Glück, dabei keine gewischt zu kriegen, des tut nämlich auch nicht so gut.

Wenn die Kabel neu verbunden wurden, und es nicht mehr flackert, war es ein Wackelkontakt.

Wie habt ihr das verletzte Kabel verbunden?

Ansonsten verlaufen Stromkabel in aller Regel parallel zu den Steckdosen, wenn nicht gerade ein Pfuscher die Kabel kreuz und quer gelegt hat.

Ist es eine Mietswohnung oder Eigentum?


PS: Baujahr des Gebäudes?

Kommentar von MarieMango93 ,

Das ist eine Mietwohnung und das angebohrte Kabel lag quer. Die Kabel haben wir mit solchen Isolierhülsen oder sowas isoliert, also das hat ein Elektriker gemacht. Die Frage ist halt nur ob die Kabel oben in der Verteilerdose schon vorher nicht mehr ganz okay waren oder ob ich durch den Kurzschluss schuld daran bin dass die angeschmort wurden.

Baujahr glaub ich 60er

Kommentar von Nasenbohrer85 ,

Wenn kurzzeitig der Stromfluß durch den Kurzschluß größer war, könnte das theoretisch sogar sein.

Du hast aber die Lüster-/Wakoklemmen erneuert, so lese ich das raus. 

Also erstmal zum Verständnis: Die Stromkabel müssen in einem definierten Bereich liegen, eben damit man abschätzen kann, wo man bohren kann. Sprich parallel zu den Steckdosen/vertikal zum Lichtschalter etc., +/-10 cm.

Am besten läßt Du das mal einen Elektriker nachmessen bzw. einen Blick daraus werfen, ob die Kabel noch in Ordnung sind. 

Ist der Vermieter eine Genossenschaft oder ein Privatmann (der eventuell selber mal die Kabel angeschlossen hat)?

Kommentar von MarieMango93 ,

Ja, dass man die kabel eigentlich nur waagerecht oder senkrecht verlegt ist klar, tatsächlich ist das angebohrte Kabel aber diagonal verlegt worden.

Unser Hausverwalter ist eigentlich nie zu erreichen und kümmert sich um nichts, daher wissen wir nicht wer die Kabel verlegt hat oder ob sie schon damals so verlegt worden beim Bau.

Okay also könnten die Kabel auch durch den Kurzschluss verschmort worden sein? Warum sind dann aber die Kabel nicht in der Verteilerdose direkt über dem angebohrten Kabel verschmort sondern in der oben in der Ecke, die ja erst danach kommt?

Ich will eigentlich nur wissen, ob die Kabel da oben jetzt vorher schon angegriffen waren oder ob es erst durch den Kurzschluss zu der Beschädigung kam. Der Elektriker meinte nämlich die sind mega alt und die Isolierung müsste vorher schon nicht in Ordnung gewesen sein, will wissen ob er recht hat, mein Mitbewohner behauptet nämlich das käme erst durch den Kurzschluss 

Kommentar von Nasenbohrer85 ,

Wenn man ganz böse will, kann man denjenigen, der die Kabel verlegt hatte, zu Schadensersatz verpflichten - aber eben auch nicht mehr nach über 50 Jahren. Letzten Endes war es natürlich niemand.

Warum genau jetzt das andere durchgeschmort ist, kann hier wohl niemand sagen, da dazu auch jegliche Informationen fehlen. Was hängt an der Dose noch alles dran, was für ein Stromkreis ist es?

Das kann nur ein Elektriker vor Ort feststellen. Redest Du jetzt von einem Elektriker oder "Elektriker"? 

Die Frage ist eben, ob Du auf Deine Kosten das Netz durchmessen willst oder ob Du mit dem Vermieter einig wirst.

Ansonsten, bei solch einem Pfusch ist auch davon auszugehen, daß anderswo Kabel nicht ganz dort liegen, wo man sie vermutet. Gibt in den Baumärkten für paar Euro Geräte, die das elektromagnetische Feld aufspüren.

Kommentar von Nasenbohrer85 ,

Ansonsten, wenn der Elektriker gesagt hat, daß es noch in Ordnung ist und er auf Dich einen kompetenten Eindruck gemacht hat, wird es schon stimmen.

Ansonsten - für den unwahrscheinlichsten Fall - sollte es einen Kabelbrand oder so geben, haftet er.

Kein seriöser Elektriker würde sowas sagen. Im Gegenteil, die wollen auch Geld verdienen und nicht käme gelegener, als mal ein paar neue Kabel einzuziehen. Mach Dich nicht verrückt...

Kommentar von wollyuno ,

eine gewischt kriegen halte ich für märchenstunde,denn heute sind alle bohrmaschinn schutzisoliert.genauso kabelbrand dafür lösen sicherungen aus,schmorstellen ja aber nicht mehr

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