Ist Johannes der Täufer ein Prophet?

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8 Antworten

JOHANNES

(Johạnnes) [lat.-deutsche
Entsprechung zu Jehohanan, was „Jehova hat Gunst erwiesen“, „Jehova ist
gnädig (gütig) gewesen“ bedeutet].

Der Beginn seines Dienstes. Die
ersten Jahre seines Lebens verbrachte Johannes im Bergland von Judäa,
wo seine Eltern wohnten. Er „wuchs heran und erstarkte im Geist. Und er
blieb bis zum Tag seines öffentlichen Auftretens vor Israel in den
Wüsten“ (Luk 1:39, 80).
Nach dem Bericht des Lukas begann Johannes seinen Dienst im 15. Jahr
der Regierung des Tiberius Cäsar. Johannes war damals ungefähr 30 Jahre
alt. Es wird zwar nichts davon berichtet, daß er jemals Priesterdienste
im Tempel geleistet hätte, aber in diesem Alter traten die Priester
normalerweise ihren vollen Dienst an (4Mo 4:2, 3).
Augustus starb am 17. August 14 u. Z., und Tiberius wurde am 15.
September vom römischen Senat zum Kaiser ernannt; sein 15. Jahr dauerte
demnach vom letzten Teil des Jahres 28 u. Z. bis August oder September
29 u. Z. Da sich Jesus (ebenfalls im Alter von ungefähr 30 Jahren) im
Herbst zur Taufe darstellte, muß Johannes, der sechs Monate älter war,
seinen Dienst im Frühling des Jahres 29 u. Z. angetreten haben (Luk 3:1-3, 23).

Johannes begann seine
Predigttätigkeit in der Wildnis von Judäa, indem er sagte: „Bereut, denn
das Königreich der Himmel hat sich genaht“ (Mat 3:1, 2). Er trug wie der Prophet Elia eine Kleidung aus Kamelhaar und einen ledernen Gürtel um seine Lenden. Seine Nahrung bestand aus Heuschrecken und wildem Honig (2Kö 1:8; Mat 3:4; Mar 1:6). Er war ein Lehrer und wurde deshalb von seinen Jüngern „Rabbi“ genannt (Joh 3:26).

Der Zweck seines Werkes. Johannes
predigte die Taufe zur Vergebung der Sünden derer, die bereuten; er
taufte aber nur Juden und Proselyten (Nichtjuden, die zur jüdischen
Religion übergetreten waren) (Mar 1:1-5; Apg 13:24).
Gott hatte Johannes zu den Juden gesandt, um ihnen liebende Güte zu
erweisen. Sie standen in einem Bundesverhältnis mit Jehova, hatten aber
gegen den Gesetzesbund gesündigt. Johannes machte sie darauf aufmerksam,
daß sie den Bund gebrochen hatten, und forderte Aufrichtiggesinnte zur
Reue auf. Ihre Wassertaufe war ein Symbol dieser Reue. Sie wurden so
darauf vorbereitet, den Messias zu erkennen (Apg 19:4). Die verschiedensten Leute kamen zu Johannes, um sich taufen zu lassen, selbst H uren und Steuereinnehmer (Mat 21:32).
Auch Pharisäer und Sadduzäer, denen er mit scharfen Worten das kurz
bevorstehende Gericht ankündigte, kamen zur Taufe. Er schonte sie nicht,
sondern nannte sie „Otternbrut“ und wies sie darauf hin, daß sie
vergeblich auf ihre Abstammung von Abraham vertrauten (Mat 3:7-12).

Johannes sagte zu denen, die zu
ihm kamen, sie sollten das, was sie besäßen, mit anderen teilen, niemand
erpressen, sich mit den Dingen zu ihrem Unterhalt begnügen und niemand
drangsalieren (Luk 3:10-14). Er lehrte seine getauften Nachfolger auch, zu Gott zu beten (Luk 11:1).
Damals war das Volk in Erwartung, und alle überlegten wegen Johannes in
ihrem Herzen: „Ist er vielleicht der Christus?“ Johannes sagte, er sei
es nicht, und erklärte, daß derjenige, der nach ihm komme, weit größer
sei als er (Luk 3:15-17).
Auch als in Bethanien jenseits des Jordan Priester und Leviten zu ihm
kamen und ihn fragten, ob er Elia oder „Der Prophet“ sei, bekannte er,
daß er es nicht sei (Joh 1:19-28).

Johannes wirkte zwar keine Wunder wie Elia (Joh 10:40-42),
aber er kam mit dem Geist und der Kraft Elias. Er führte ein
wirkungsvolles Werk durch, indem er ‘veranlaßte, daß die Herzen von
Vätern zu Kindern umkehrten und die Ungehorsamen zur praktischen
Weisheit von Gerechten’. Er erfüllte den Zweck, zu dem er gesandt worden
war und der darin bestand, „ein zubereitetes Volk für Jehova
bereitzumachen“. Er veranlaßte tatsächlich „viele von den Söhnen
Israels . . ., zu Jehova, ihrem Gott, umzukehren“ (Luk 1:16, 17). Er ging vor Jesus Christus, dem Repräsentanten Jehovas, her.

Johannes stellt „das Lamm Gottes“ vor. Im
Herbst des Jahres 29 u. Z. kam Jesus zu Johannes, um sich taufen zu
lassen. Johannes weigerte sich zuerst, da er sich seiner eigenen
Sündhaftigkeit und der Gerechtigkeit Jesu bewußt war. Jesus bestand
jedoch darauf. Gott hatte Johannes ein Zeichen versprochen, das ihm
helfen würde, den Sohn Gottes zu erkennen (Mat 3:13; Mar 1:9; Luk 3:21; Joh 1:33).
Als Jesus getauft wurde, erschien das Zeichen: Johannes sah Gottes
Geist auf Jesus herabkommen und hörte Gottes Stimme sagen, daß Jesus
sein Sohn sei. Offenbar war bei der Taufe Jesu niemand anders zugegen (Mat 3:16, 17; Mar 1:9-11; Joh 1:32-34; 5:31, 37).

Nach seiner Taufe hielt sich
Jesus ungefähr 40 Tage in der Wildnis auf. Als er zurückgekehrt war,
wies Johannes seine Jünger auf ihn hin mit den Worten: „Siehe, das Lamm
Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt!“ (Joh 1:29).
Am nächsten Tag wurden Andreas und ein anderer Jünger (wahrscheinlich
Johannes, der Sohn des Zebedäus) mit dem Sohn Gottes bekannt gemacht (Joh 1:35-40).
Auf diese Weise begann Johannes der Täufer als treuer „Türhüter“ der
israelitischen „Schafhürde“, seine Jünger dem „vortrefflichen Hirten“ zu
übergeben (Joh 10:1-3, 11).

Jesu Jünger tauften im judäischen Land, während Johannes in Änon, nahe bei Salim, taufte (Joh 3:22-24).
Als ihm berichtet wurde, daß Jesus viele Jünger mache, wurde er nicht
eifersüchtig, sondern erwiderte: „Daher ist diese meine Freude voll
geworden. Jener muß fortan zunehmen, ich aber muß fortan abnehmen“ (Joh 3:26-30).

Die letzten Tage seines Dienstes. Diese
Worte des Johannes erwiesen sich als wahr. Nach mindestens einem Jahr
eifrigen Dienstes wurde er gewaltsam aus seinem Tätigkeitsgebiet
herausgerissen. Herodes Antipas ließ Johannes ins Gefängnis werfen, weil
er ihn wegen seines ehebrecherischen Verhältnisses mit Herodias (die
Antipas seinem Bruder Philippus weggenommen hatte) zurechtgewiesen
hatte. Antipas, der nominell ein jüdischer Proselyt war und sich daher
an das mosaische Gesetz hätte halten müssen, fürchtete Johannes, da er
ihn als einen gerechten Mann kannte (Mar 6:17-20; Luk 3:19, 20).

Als Johannes im Gefängnis war,
hörte er, daß Jesus den Sohn der Witwe von Nain auferweckt und andere
Machttaten vollbracht hatte. Da er von Jesus selbst die Bestätigung
haben wollte, sandte er zwei seiner Jünger zu ihm und ließ ihn durch sie
fragen: „Bist du der Kommende, oder sollen wir einen anderen erwarten?“
Jesus antwortete ihnen nicht direkt, sondern heilte vor ihren Augen
viele Personen, ja er trieb sogar Dämonen aus. Dann sagte er zu ihnen,
sie sollten Johannes berichten, daß Blinde, Taube und Lahme geheilt
würden und daß die gute Botschaft gepredigt werde. Johannes wurde also
nicht bloß durch Worte, sondern durch das Zeugnis der Werke Jesu
getröstet und in dem Glauben bestärkt, daß Jesus wirklich der Messias (Christus) war (Mat 11:2-6; Luk 7:18-23).

Nachdem die Boten des Johannes weggegangen waren, erklärte Jesus den Volksmengen, daß Johannes mehr als ein Prophet war, daß er derjenige war, von dem Jehovas Prophet Maleachi geschrieben hatte.

Er wandte auch die Prophezeiung aus Jesaja 40:3 auf Johannes an, wie Sacharja, der Vater des Johannes, dies schon früher getan hatte (Mal 3:1; Mat 11:7-10; Luk 1:67, 76; 7:24-27).

Jesus erklärte seinen Jüngern ferner, daß sich durch das Auftreten des Johannes die Prophezeiung aus Maleachi 4:5, 6
erfüllte, wonach Jehova vor dem Kommen seines großen und
furchteinflößenden Tages Elia, den Propheten, senden würde. So groß
Johannes auch war („Unter den von Frauen Geborenen ist kein Größerer
erweckt worden als Johannes der Täufer“), wird er doch nicht zur
„Braut“klasse gehören, die mit Christus zusammen in seinem himmlischen
Königreich regieren wird (Off 21:9-11; 22:3-5), denn „jemand, der ein Geringerer ist im Königreich der Himmel, ist größer als er“ (Mat 11:11-15; 17:10-13; Luk 7:28-30). Anhand eines Beispiels verteidigte Jesus Johannes gegen die Beschuldigung, einen Dämon zu haben (Mat 11:16-19; Luk 7:31-35).

Einige Zeit nach dieser Begebenheit
befriedigte Herodias ihren Haß gegen Johannes. Als Herodes seinen
Geburtstag feierte, tanzte die Tochter der Herodias. Das gefiel Herodes
so gut, daß er ihr schwor, er wolle ihr alles geben, worum sie ihn
bitten würde. Von ihrer Mutter angetrieben, bat sie um das Haupt des
Johannes. Aus Rücksicht auf seinen Eid und auf die Anwesenden gewährte
er ihr die Bitte. Johannes wurde im Gefängnis enthauptet, und sein Haupt
wurde auf einer Platte dem Mädchen übergeben, das es dann seiner Mutter
brachte. Später kamen die Jünger des Johannes und holten seinen
Leichnam weg. Sie begruben ihn und berichteten es Jesus (Mat 14:1-12; Mar 6:21-29).

Als Herodes nach dem Tod des
Johannes von der Predigttätigkeit Jesu, seinen Heilungen und
Dämonenaustreibungen hörte, erschrak er. Er befürchtete nämlich, Jesus
sei in Wirklichkeit der von den Toten auferstandene Johannes. Deshalb
brannte er darauf, Jesus zu sehen, offenbar aber nicht, um ihn predigen
zu hören, sondern weil er sich seiner Sache nicht sicher war (Mat 14:1, 2; Mar 6:14-16; Luk 9:7-9).

Das Ende der Taufe des Johannes. Die
Taufe des Johannes wurde bis zur Ausgießung des heiligen Geistes zu
Pfingsten des Jahres 33 u. Z. durchgeführt. Danach wurde die Taufe „im
Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes“ gepredigt (Mat 28:19; Apg 2:21, 38).
Alle, die danach in die Taufe des Johannes getauft wurden, mußten sich
nochmals im Namen des Herrn Jesus taufen lassen, um den heiligen Geist
zu empfangen (Apg 19:1-7).

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Quelle:

Einsichten über die Heilige Schrift, Stichwort Johannes der Täufer, auf jw.org

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Kommentar von JensPeter
06.02.2016, 18:57

Klasse Antworte und biblisch begründet! 

Danke!

4
Kommentar von JensPeter
06.02.2016, 19:04

Hier prophezeite Johannes der Täufer als Prophet, es traf alles ein:

Johannes 3:27 Johạnnes gab zur Antwort: „Ein Mensch kann nicht ein einziges Ding erhalten, es sei ihm denn vom Himmel her gegeben worden. 28 Ihr selbst bezeugt mir, daß ich sagte: Ich bin nicht der Christus, sondern ich bin diesem vorausgesandt worden. 29 Der die Braut hat, ist der Bräutigam. Wenn aber der Freund des Bräutigams dasteht und ihn hört, ist er hoch erfreut über die Stimme des Bräutigams. Daher ist diese meine Freude voll geworden. 30 Jener muß fortan zunehmen, ich aber muß fortan abnehmen.

Markus 1:6-8 Johạnnes nun war mit Kamelhaar und mit einem ledernen Gürtel um seine Lenden bekleidet und aß Heuschrecken und wilden Honig. 7 Und er predigte und sprach: „Nach mir kommt einer, der stärker ist als ich; ich bin nicht wert, mich zu bücken und die Riemen seiner Sandalen zu lösen. 8 Ich taufte euch mit Wasser, er aber wird euch mit heiligem Geist taufen.“
 
Er verkündigte das Nahen des Christus:

Matthäus 3:1 In jenen Tagen trat Johạnnes der Täufer auf und predigte in der Wildnis von Judạ̈a, 2 indem er sprach: „Bereut, denn das Königreich der Himmel hat sich genaht.“ 3 Dieser ist es tatsächlich, von dem durch Jesaja, den Propheten, in diesen Worten geredet wurde: „Horch! Es ruft jemand in der Wildnis: ‚Bereitet den Weg Jehovas! Macht seine Straßen gerade.‘ “ 

Jesus später:

Matthäus 4:17 Von dieser Zeit an fing Jesus an zu predigen und zu sagen: „Bereut, denn das Königreich der Himmel hat sich genaht.“

Beste Grüße

JensPeter

4

Ein Prophet ist jemand der von Gott inspiriert wird, um zu anderen zu sprechen, so wie es bei Moses, bei Abraham, bei Jesaja und vielen anderen vor allem des Alten Testaments war. Augenscheinlich ist es auch bei Johannes dem Offenbarer gewesen, der die Offenbarung, nach welcher das entsprechende Buch im Neuen Testament benannt ist, einige Jahrzehnte nach der Kreuzigung und Himmelfahrt Jesu auf der griechischen Insel Patmos empfing, als er dort im Exil war.

Johannes der Täufer, der vermutlich etwa ein halbes Jahr vor Jesus geboren wurde, welcher sein Wegbereiter war und ihn auch getauft hatte, wurde jedoch zur Zeit des Lehrens und Wirkens Jesu enthauptet. Johannes der Täufer und Johannes der Offenbarer können daher nicht ein und dieselbe Person gewesen sein. Vermutlich war es jedoch auch so, dass auch Johannes der Täufer von Gott inspiriert wurde und Menschen belehrte, sie sogar dazu einlud, sich im Jordan taufen zu lassen. 

Obwohl es daher durchaus naheliegend sein kann, dass auch Johannes der Täufer ein Prophet war, also von Gott inspiriert war, um anderen eine Botschaft zu überbringen, steht, soweit mir bekannt, nichts eindeutiges in der Bibel, dass es sich bei ihm klar um einen Propheten gehandelt hat - im Gegensatz zu verschiedenen Propheten des Alten Testaments.

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Johannes der Täufer hat Jesus angekündigt, dazu wurde er von Gott beauftragt. So gesehen war er ein Prophet. Allerdings kam das nicht so wirklich zur Geltung, weil seine Voraussage, nämlich dass der Sohn Gottes kommen würde, sich in sehr kurzer Zeit bewahrheitete.

Im Gegensatz dazu dauerte es sehr lange (rund 700 Jahre), bis sich die Voraussagen z.B. von Jesaja 9 und Jesaja 42, die Jesus ankündigen, erfüllten.

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Ja, Jesus sagte über ihn: "Denn ich sage euch: Unter denen, die von Frauen geboren sind, gibt es keinen größeren Propheten als Johannes den Täufer; doch der Kleinste im Reich Gottes ist größer als er" (Lukas 7,28). Und: "Denn alle Propheten und das Gesetz haben geweissagt bis hin zu Johannes" (Matthäus 11,13).

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"Johannes wird im von Urchristen in griechischer Sprache verfassten Neuen Testament als Prophet der Endzeit und Wegbereiter Jesu Christi mit eigener Anhängerschaft dargestellt."

Quelle: Wikipedia

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Kommentar von JTKirk2000
05.02.2016, 21:27

Wie ich schon bei der Antwort von thprttyrcklss schrieb, verwechselst auch Du Johannes den Täufer mit Johannes dem Offenbarer. Trotz der Namensgleichheit handelte es sich um zwei verschiedene Personen. Johannes der Täufer war zwar Wegbereiter für Jesus, lebte aber nicht lange genug, um Jahrzehnte nach der Kreuzigung und Himmelfahrt Jesu die Offenbarung des gleichnamigen Buches der Bibel zu empfangen.

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Hier verwechseln einige Johannes den Täufer mit den Apostel Johannes der die Offenbarung geschrieben hat.

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Ja, er war der letzte Prophet vor Jesus Christus. Mit ihm ist eine Ära zu Ende gegangen. Nach ihm kamm Jesus, mit dem die Ära des Gnaden Gottes begonnen hat. 

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Prophet der Endzeit, ja :D

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Kommentar von JTKirk2000
05.02.2016, 21:24

Du verwechselst Johannes den Täufer mit Johannes dem Offenbarer. Johannes der Täufer wurde zur Lebzeit Jesu enthauptet. Johannes der Offenbarer überlebte jedoch die Himmelfahrt Jesu und hatte erst ein paar Jahrzehnte nach der Kreuzigung und Himmelfahrt Jesu die Offenbarung, von welcher das gleichnamige Buch im Neuen Testament handelt.

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