Frage von ercanlive, 207

Ist Deutsch oder Mathe wichtiger?

Expertenantwort
von Willibergi, Community-Experte für Mathe & Schule, 46

Das kann man so pauschal nicht beantworten.

Ich denke mal, du beziehst dich in deiner Frage auf die Schulfächer.

Obgleich vielen Schülern der Sinn des Schreibens einer Gedichts- oder Dramenanalyse zweifelhaft ist, geht es dort um nichts anderes als die deutsche Sprache, Grammatik, etwas Literaturgeschichte und das Schreiben zusammenhängender, kohärenter, logisch aufgebauter Texte zu lernen.

In Deutsch geht es nicht darum, dass du als Rentner von dir behaupten kannst, dass du ein Gedicht fehlerfrei analysieren und interpretieren kannst, sondern mehr darum, bei der Beendigung deiner Schullaufbahn eine ordentliche Rechtschreibung zu haben, deine Meinung richtig und fundiert ausdrücken zu können, gut argumentieren und ohne Probleme längere Texte schreiben zu können.

In Mathe haben viele Schüler dasselbe Problem: Wofür muss ich wissen, wie ich eine kubische Gleichung löse, wie ich Bruchterme vereinfache, wie ich differenziere oder integriere?

Es geht nicht darum, das im späteren Leben drauf zu haben, sondern darum, das logische Denken zu schulen, zu lernen, ein Problem strukturiert anzugehen und lösen zu können. Die ganzen mathematischen Methoden sind nur die Mittel zum Zweck.

Deshalb kann man meiner Meinung nach auch nicht sagen, dass eines der beiden Fächer mehr oder weniger wichtig ist.

Beide haben ihre Daseinsberechtigung und haben eine enorme Wichtigkeit in der Schule.

LG Willibergi

Antwort
von OlliBjoern, 45

Obwohl ich früher in Mathe besser war, sage ich: beides ist wichtig. Und da wir eigentlich alle Deutsch benutzen, kann dies unmöglich unwichtig sein. Mir fällt es hier auf, dass viele (auch Erwachsene) Mankos in Punkto Textverständnis, sprachlicher Logik, Grammatik und Rechtschreibung haben.

Natürlich geht es nicht darum, dass man mal einen kleinen Fehler macht (klar, passiert jedem, mir natürlich auch). Aber manchmal bekommt man echt "Augenkrebs" von dem, was hier so steht (selbst grundlegende Wörter werden falsch geschrieben).

Natürlich ist auch klar, dass Menschen, die keine deutsche Muttersprachler sind, öfters gewisse Schwierigkeiten haben. Aber die Schwierigkeiten betreffen auch Leute, die von Kind auf Deutsch benutzen.

Insofern: da ist noch Platz nach oben. :)

Ok, nun zu Mathe: mochte ich immer gerne. Ist in vielen Studiengängen wichtig, aber ich sehe natürlich auch, dass ein Germanistik-Student eher nicht so viel damit anfangen kann.

Antwort
von ElizaD, 41

Obwohl ich mein Leben lang schlecht im Rechnen und/oder in Mathe war (ich war die Verzweiflung meiner Mathematiklehrerin, da ich ihr im Unterricht
intelligent und verständig erschien, aber sämtliche Mathe-Arbeiten mit
konstanter Bosheit verhaute, indem ich mich miserabel verrechnete---damals gab's noch keine Taschenrechenr---und dann gar nciht dazu kam, alle Aufgaben fertigzukriegen) trotz alledem: 

Was Wichtigeres als Mathematik gibt's nicht. Wie wunderbar (sagte Leibniz), dass die Natur nach vernünftigen, mathematisch erfassbaren Gesetzen geregelt ist: Ohne ihre mathematische Durchdringung der Welt hätte die Menschheit nicht überlebt. (Die meisten mathematischen Kunstgriffe sind ja gerade deshalb entwickelt worden, WEIL die Menschheit ein wichtiges praktisches Problem überhaupt nicht hätte bewältigen können.)

Wogegen natürliche Sprachen und Literatur zwar schön sind und wichtig, damit sich die Menschen untereinander überhaupt verständigen können; aber erst die Sprache der Mathematik, die auf der natürlichen Sprache aufsetzt und sehr viel schärfere Gedankenstrenge ermöglicht (und zwar in allgemeinverbindlicher sprachen-und kulturübergreifender Form), ohne die wären eben die Gedankengänge gar nicht möglich, ohne die die Welt nicht bewältigt werden könnte.

Daher: Auch wenn du in der Mathematik nicht begabt sein solltest (ich war es áuch nie), versuch mal, davon soviel mitzukriegen wie du kannst. Mal keine Angst vor der Mathematik, einfach versuchen, so locker wie möglich mitzudenken.

(Nachdem ich mich bezüglich meiner Studienfächer so gut ich konnte, vor der Mathematik gedrückt hatte und bei den Sprachen gelandet war, wo mir dann aber die gedankliche Strenge und das Streben nach Objektivität bei den Linguisten viel attraktiver erschien, als die so subkjektive Literaturwissenschaft---nachdem ich also an diesem Punkte war, da fiel mir plötzlich das Buch Language. Mathematics and Linguisitics des klassischen amerikanischen Strukturalisten Charles Hockett in die Hände. Es hatte mich also auch hier erwischt. Ohne Mathematik auf die Dauer kein scharfes, objektives Denken. Ich bewundere die Menschen, die die zur Mathematik erforderliche gedankliche Disziplin aufbringen, ganz gewaltig. LEICHT fällt das denen nämlich áuch nicht. Aber sie bleiben trotzdem hartnäckig dran.

Das könntest du áuch versuchen. Es wäre sehr lohnend, auch wenn's schwerfällt. Aber schwer ist nicht dasselbe wie unmöglich.

Kommentar von Deponentiavogel ,

Aber ohne Sprache hätte halt keiner Mathe betreiben können.

Kommentar von ElizaD ,

Eben. Das sagte ich ja. Bloß hat die Mathematik die natürlichen Zeichensysteme bzw Sprachen so verschärft, dass damit Sachverhalte mit einer Allgemeinverbindlichkeit und Schärfe ausgedrückt werden können, die die natürliche Sprache nicht zuwege bringt. Einerseits.---Andererseits vermag die natürliche Sprache gerade wegen ihrer Weichheit und der Fähigkeit, Dinge in Bildern (Metaphern) auszudrücken, auch auf das Neuland des bisher Ungesagten vorzudringen. (Das aber jeweils nur für den Lebensbereich, in dem die betreffende natürliche Sprache gesprochen wird...)

Antwort
von Help4, 30

Beides ist wichtig wenn später was großes machst z.b ne Firma muss dein deutsch perfekt sein um mit anderen auch gut kommunizieren zu können und mathe ist auch sehr wichtig weil man nicht dumm rüber kommen will

Kommentar von Deponentiavogel ,

Dir ist schon bewusst, dass man Deutschsprechen im Kindergarten, nicht in der Schule lernt.

Kommentar von Help4 ,

Ja ach ne aber denkst du wirklich dass man mit einem Kindergarten Niveau sprechen kann? Auch iin der Grundschule oder am gymnasium?

Antwort
von vardo, 28

Also natürlich sind beide Fächer im beruflichen Alltag und auch für den weiteren Werdegang wichtig. Es gibt viele Situationen in denen du einen guten Sprachsatz benötigst, z.B. Bewerbungsgespräche oder gut formulierte Argumentationsketten im Beruf. Mathematik ist natürlich genauso so wichtig im Alltag, z.B. kurze Rechenaufgaben beim Einkauf oder auch das umrechnen von Maßeinheiten, sowie finanzielle Einschätzungen. Ich weis nicht welchen Jahrgang du besuchst (ich nehme jetzt an das die Frage daraus entstand, weil du gern einzuschätzen möchtest, in welches Unterrichtsfach du mehr Engagement du stecken möchtest) aber wichtig ist, dass man bereits eine Idee hat, wo man sich am Ende gern sieht bzw. die grobe Richtung kennt, welche man nach der Schule oder dem Studium einschlagen wird. Es kommt meist auch ganz anders aber ich würde das berufliche Ziel im Auge behalten und demnach entscheiden, denn ein Linguist oder ein Analytiker gehen anders vor.

Antwort
von Help4, 25

Es kommt eig immer drauf an was du werden willst oder in welchem Bereich du w jetzt meinst

Antwort
von Deponentiavogel, 25

Wir müssen mal spezifizieren, um welche Schulstufen es sich dreht. Wenn du von der Grundschule/Volksschule sprichst, dann fällt die Entscheidung ziemlich schwer.

Im Grunde kann man aber sagen, dass in der Grundschule Deutsch wichtiger ist. Die wichtigste Fähigkeit des Homo sapiens im 21. Jahrhundert ist das Lesen (und vielleicht zudem das Schreiben). Wer das nicht kann, kommt nirgendwo weit. 

Arithmetik ist auch irrsinnig wichtig. Ich stelle es dem Lesen aber jetzt einmal hintan. Auch wenn es ziemlich konstruiert ist, dass man vor die Wahl zwischen Lesen oder Rechnen gestellt wird und dann nur das eine oder das andere lernen kann.

Wenn wir von den höheren Schulstufen sprechen, ist Mathematik wichtiger. Die Schule versteht es großteils überhaupt nicht, Schülern in 9 Jahren die Rechtschreibung hinter die Ohren zu schreiben. Vornehmlich, weil sie sie nicht zu genug Lesen nötigt oder sie das Falsche lesen lässt. 

Von Deutsch kann man sich verabschieden, ohne eine zu große Veränderung zu erzielen. Es verschlimmert mit der Eintrichterung von grässlichen Stilblüten eher noch die gelegenheitsschriftstellerischen Fähigkeiten der Schüler (Des Weiteren ist zu erwähnen, dass einer der beiden, welche auf dem Bild zu sehen sind, sehr traurig aussieht, da er von seiner Mutter verlassen wurde … jede Hausarbiet und davon abgeleitet jedes Bewerbungsschreiben).

Mathe hilft den jungen Leuten immerhin, denken zu lernen, und gibt ihnen mit der Prozentrechnung sogar was Brauchbares mit auf den Weg. 

Antwort
von Meganx123, 55

Mathe, ist jetzt aber recht subjektiv, ich sage das nur weil ich Mathe mag.
Allgemein würde ich sagen, dass beides bis zu einem bestimmten Punkt sehr wichtig ist, aber später musst du dann entscheiden ob du Gedichtsinterpretation oder Sinuskurven wichtiger findest. Also ich finde Sinuskurven ;)

Kommentar von Hopetocanhelp ,

Bei Sinuskurven ist die Wahrscheinlichkeit auf jeden Fall höher sie noch mal zu brauchen als bei Gedichtsanalysen😅

Kommentar von Meganx123 ,

Ja glaub ich auch😂

Kommentar von OlliBjoern ,

Klar braucht man keine Gedichtanalysen in den allermeisten Berufen. Aber es ist auch so, dass man viele mathematische Sachen später nicht mehr braucht.

Ich denke, es geht oft weniger um die Anwendbarkeit der Sache an sich, sondern darum, bestimmte Fertigkeiten zu lernen:
- wie gehe ich an eine mathematische Aufgabe heran?
- wie gehe ich an einen Text heran? (und kann ich davon abstrahieren, dass der Inhalt des Textes dabei nicht das Wesentliche sein muss?)

Auch als Naturwissenschaftler denke ich, dass uns allen eine gute sprachliche Ausdrucksweise (und auch Analyse) weiterhelfen kann.
Das ist etwas, was ich als Schüler auch unterschätzt hatte. 

Kommentar von Deponentiavogel ,

Wobei man gute sprachliche Ausdrucksweise nicht im Deutschunterricht finden wird. 

Kommentar von Raskolnikow21 ,

Naja oder halt schon.

Antwort
von Namevonmir, 39

Kommt drauf an ob es um Grundwissen oder erweiterndes Wissen geht.

Antwort
von HOBE2002, 48

es kommt auch sehr drauf an welchen job du machen willst... :)

Antwort
von Ramona2252, 38

Ganz klar: Mathe

Antwort
von proGM, 48

Diese Frage kann man nicht beantworten.

Beides ist wichtig und im Alltag unentbehrlich

Antwort
von AstridDerPu, 36

Hallo,

eines ist so wichtige wie das andere.

AstridDerPu

Antwort
von deranimefan, 34

Beides, wobei Sprache im Alltag wohl wichtiger wäre.

Kommentar von Deponentiavogel ,

Und die Sprache hast du in Deutsch gelernt … ?

Kommentar von deranimefan ,

worauf willst du hinaus? Unter anderem?

Kommentar von deranimefan ,

Ohne Deutsch könnte ich nicht/kaum schreiben sowie lesen, mich schlecht artikulieren und hätte auch nur einen sehr begrenzten Wortschatz.

Antwort
von Satiharu, 26

Deutsch spricht man in Deutschland und der Schweiz, Mathematik ist universell

Also: Mathematik

Kommentar von Deponentiavogel ,

Und lebst du in Universell-Land oder in Deutschland?

Oder vielleicht in Österreich?

Kommentar von Satiharu ,

Ich lebe in meiner Wahrnehmung. Länder sind gedankliche Räume, gefüllt mit leeren Worten und unsinnigen Vorschreibungen. Täuschende geistige Barrikaden :)

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