Ist Autismus nun eine Krankheit?

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5 Antworten

Krankheit ist ein falscher Zustand; man strebt eine Heilung an, ob es nun eine gibt oder nicht. Autismus ist ein ungewöhnliche Art zu sein, aber keine unbedingt falsche Art. Man kann autistisch und dabei völlig in Ordnung sein.

An einer Krankheit leidet man. An Autismus leidet man nicht. Viele Autisten leidern nur an den asozialen Reaktionen ihres gesellschaftlichen Umfelds.

Wird eine Krankheit geheilt, bleibt der gesunde Mensch dabei er selbst. Würde man eine autistische Person in eine neurotypische Person verwandeln, dann hätte man einen völlig anderen Menschen mit neuem Charakter, neuen Vorlieben und neuer Persönlichkeit.

Fazit: Autismus ist ein untrennbarer Teil der Person. Ob man dadurch behindert ist oder wird, kommt auf den Einzelfall und das Umfeld an. Eine Existenz derselben Person ohne Autismus ist nicht vorstellbar, es wäre eine andere Person.

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Kommentar von Whimbrel
27.04.2016, 15:27

Autisten sind zwangsläufig behindert.

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Laut ICD-10 wird Autismus als Krankheit definiert. 

Allerdings gibt es einige Parteien, meistens Betroffene selbst oder die Eltern betroffener Kinder, die meinen, dass Autismus keine Krankheit ist, weil eine Krankheit meistens negativ konotiert wird.  

 Das heißt eine Krankheit ist für die meisten Menschen eben etwas schlechtes, etwas belastendes und etwas negatives. 

Für Betroffene ist der eigene Autismus aber nicht grundsätzlich nur negativ, sondern birgt auch einige positive Seiten. Daher neigen sie eher dazu Autismus nicht als Krankheit zu bezeichnen, obwohl es offiziell eine ist. 

Vielleicht hilft dir ein etwas doofes Beispiel um dir das zu verbildlichen.

Stell dir vor es wäre eine Krankheit, wenn ein Mensch nicht Fahrrad fahren kann. Das ist in gewissen Situationen einschränkend. Weil Skateboards, Inliner, Roller, etc, nicht besonders gut auf Wiesen oder matschigen Wegen geeignet sind.

Der nicht FahrradFahrer kann dafür aber viel besser Roller/Skateboard/Inliner/etc fahren, als die meisten anderen Menschen. Außerdem hat er gelernt auch auf matischien Wegen zu fahren, das klappt vielleicht noch nicht so gut, wie mit dem Rad, aber es funktioniert. 

IN so einem Fall würde er sich nicht als krank bezeichnen. 

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Kommentar von Whimbrel
26.04.2016, 17:52

Negerküsse darf man nicht mehr Negerküsse nennen sondern Schaumküsse, Ausländer nicht mehr Ausländer sondern Menschen mit Migrationshintergrund, Asylanten nicht mehr Asylanten oder Flüchtlinge sondern Asylbewerber und jetzt auch noch Autismus nicht mehr Krankheit oder Behinderung.

Wo soll das hin führen? Nur weil sich eine Bevölkerungsgruppe durch Tatsachen beleidigt fühlt, muss man nicht immer sagen, was die wollen.

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Kommt drauf an, wie man Krankheit definiert. Nach der Wikipedia-Definition von Krankheit, die auch oben schon zitiert wurde, könnte man auch Autismus als Krankheit bezeichnen. In der Regel/im allgemeinen Sprachgebrauch wird Autismus aber nicht als Krankheit bezeichnet, sondern als eine (seelische) Behinderung oder "(Entwicklungs-)Störung". Für mich als Betroffene fühlt es sich auch komisch an, Autismus als Krankheit zu bezeichnen, Autismus ist für mich mehr als das, aber da fehlen mir gerade die Worte und die Ausdrucksmöglichkeiten, um das vernünftig zu erläutern.

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Kommentar von Whimbrel
26.04.2016, 16:58

Es ist nun eben eine Krankheit und damit muss man sich abfinden.

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Der Begriff "Krankheit" impliziert, dass es sich um ein Defizit handelt, das beseitigt gehört.

Das empfinden viele Autisten als diskriminierend. Manche beschreiben es so: Autismus ist kein Programmierfehler, sondern ein anderes Betriebssystem des Gehirns.

Manche - aber nicht alle! - weisen auch auf Vorteile, z. B. auf eine intensivere Wahrnehmung oder auf Sonderbegabungen hin. Sie lehnen ihren Autismus nicht unbedingt ab, wünschen sich nur mehr Akzeptanz und Rücksichtnahme auf ihre speziellen Bedürfnisse. Sie wehren sich oft auch gegen die Formulierung "an Autismus leiden", besonders aber gegen Methoden, mit denen Autismus wegtherapiert werden soll.

Andere wiederum empfinden ihr Autistisch-Sein dagegen in erster Linie als Behinderung. Das ist eben von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Es gibt ja auch nicht "den Autismus", sondern ein breites autistischen Spektrum mit sehr unterschiedlichen Ausprägungen.

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Krankheit:

ein Zustand, in dem ein Mensch, ein Tier oder eine Pflanze nicht gesund ist, da die normalen körperlichen oder seelischen Vorgänge gestört sind und man sich unwohl fühlt.

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