Frage von SarahSuuu, 75

In welchem Bereich als Verkäuferin quereinsteigen?

Hallo liebe Gemeinschaft,

die Frage ist vllt etwas seltsam, aber ich suche für meine Mutter einen neuen Job. Aktuell arbeitet sie als Verkäuferin in einem Geschenkeartikelladen und das schon seit 17 Jahren.

Nun ist es so das ich nächsten Monat ausziehen werde und ihr leider die Miete von mir jeden Monat fehlen wird. Man kann sich vorstellen, dass das Gehalt einer Verkäuferin im Einzelhandel nicht gerade rosig ist.

Sie möchte gerne in der Wohnung bleiben da wir 1. schon seit über 20 Jahren da wohnen und im Verhältnis zur Größe keine günstigere mehr geben wird (Umkreis Köln - teure Mieten).

Nun möchten wir ihr zu einem neuen Job verhelfen, leider ist sie damals sehr jung schwanger geworden und konnte dadurch keine Ausbildung machen und hat quasi hauptsächlich die 17 Jahre Einzelhandelserfahrung.

Gibt es auch andere Branchen in denen man als Quereinsteiger einsteigen kann ohne spezielle Ausbildung und man wenigstens so gut verdient das man sich eine 570 Euro Miete und Fixkosten leisten kann?

Wir haben schon viele Bewerbungen geschrieben - ich selber komme aus dem Personalbereich daher kanns zumindest nicht an der Bewerbung per se liegen.

Ich freue mich über eure Antworten.

Antwort
von ShinyShadow, 45

Naja... ich weiß ja nicht, ob sie das möchte... Aber oft verdient man in ner Fabrik mehr als im Einzelhandel... Ich erzähl dir mal von einem Beispiel:

Meine Mutter ist gelernte Verkäuferin... Als sie nach der 3. Elternzeit wieder ins Berufsleben einsteigen wollte, hatte sie ein Jobangebot in nem Spielwarengeschäft und eins in der Produktion eines Unternehmens... Sie hat sich für den Produktionsjob entschieden.... Weil sie dort einige Hundert Mark (war 1997 oder 1998) mehr verdient hat...

Inzwischen Arbeitet sie in einer anderen Firma, Dort hat sie im Lager als Hilfskraft angefangen. Jetzt ist sie mit einem Kollegen zusammen verantwortlich für die Qualuitätssicherung und verdient sehr gut. Alles ohne passende Ausbildung... Aber der Schlüssel zu dem Job war eben der wechsel in ne Fabrik...


Kommentar von ShinyShadow ,

... und zur Ergänzung: Mein Bruder hat als ungelernter Arbeiter mit Anfang 20 ebenfall knapp 1.500,- € netto bekommen...

Kommentar von Joergi666 ,

die genannten Beispiele gibt es natürlich, früher war das sogar problemlos möglich ohne Ausbildung ganz gut zu verdienen und ein Stück weit aufzusteigen. Mittlerweile verschwinden solche Beipiele aber immer mehr- der Einstieg in die Industrie gelangt mittlerweile sowieso fast nur noch über Zeitarbeit und übernommen werden die wenigsten. Ein verhältnismßig akzeptables Einkommen über einen solchen Weg zu erlangen gelingt entsprechend nur noch sehr wenigen Leuten.

Antwort
von Joergi666, 36

auch wenn ich gerne etwas anderes schreiben würde- mit den aufgezählten Voraussetzungen ist das quasi unmöglich. Der Niedriglohnsektor ist bei uns ja immer noch riesig- auch wenn man jetzt wenigstens die 8,50 Euro Mindestlohn hat. Mittelfristig wäre eine Fortbildung bzw. Ausbildung wohl das beste, wobei dabei ja in den meisten Fällen auch erstmal zusätzliche Kosten entstehen- aber wie gesagt aus meiner Sicht der einzige Weg um mittelfristig mehr Geld zu verdienen.

Antwort
von Silo123, 25

Was man auch noch machen kann: Putzen gehen.  (Aber kann ein Knochenjob sein) Aber nicht bei einer Putzkolonne.

Sondern in einem nicht zu großen Betrieb, als Vollzeitkraft.

Bzw. nebenbei in Privathaushalten.

Kommentar von SarahSuuu ,

Das hatte sie auch bereits überlegt. Leider untersagt die aktuelle Firma den Mitarbeitern Nebenjobs :/ Könnte sie noch einen 450 Euro Job annehmen, würde sie nämlich relativ gut hinkommen. 

Kommentar von Silo123 ,

Ehrlich, das finde ich echt mies von der Firma, gerade da sie da nichtmal Vollzeit arbeitet.  Aber leider darf ein Arbeitgeber das ja verbieten.

Antwort
von DrStrosmajer, 29

Ich fürchte, da werden sich die Möglichkeiten an den Fingern einer amputierten Hand abzählen lassen. Mutters berufliche Vorbildung ist ja leider eher gering. Eigentlich bleibt ihr nur eine Arbeitsstelle im Einzelhandel.

Wie sehr allerdings der Non-Food-Einzelhandel unter Beschuß steht, kannst Du sogar hier bei gutefrage sehen: zu fast jeder Frage nach einer Bezugsquelle für irgendwas melden sich die Ammazohn-Lemminge mit einem Ammazohn-Link, oder irgendwelchen Links zu online-Hökern für Schuhe, Plünnen, sonstwas.

Vielleicht kann sie es mal bei einem der Filialisten wie z.B. Staples (Büromittel) oder Blödmarkt, oder bei einem Baumarkt probieren. Wie dort bezahlt wird, weiß ich auch nicht. Sie müßte ja mindestens 1600 brutto verdienen, um die Wohnung halten zu können und kein Auto fahren.

Kommentar von SarahSuuu ,

Das Grundproblem ist momentan der, sie verdient gerade mal 1200 brutto auf 130 Stunden Basis, die einfachste Lösung wäre natürlich sie hält ihren Job und geht auf Vollzeit - das macht ihre Firma aber nicht, daher zwingend der neue Job. Ein Auto muss sie aktuell auch haben, da ihre aktuelle Firma ihre Mitarbeiter ständig in andere Filialen versetzt und seit einem Jahr ist sie zb in einer Filiale die mit dem Auto sehr schlecht zu erreichen ist - d.h. sie hat Kosten für das Auto plus noch mal 100 Euro für ein Bahnticket alles in allem eine sehr sehr schwierige Lage. Mit meiner Miete die ich im Monat zahle und die dann weg fällt ist leider absolut nichts mehr möglich. Und vom Amt einen Teil bekommen kommt für sie absolut nicht in Frage - da ist der Stolz zu groß :) 

Kommentar von DrStrosmajer ,

So leid mirs tut - mehr als ein zusätzlicher Minijob fällt mir ad hoc auch nicht ein. Private Putzstellen gibts eigentlich immer, natürlich nicht für eine Gebäudereinigungsfirma, denn das ist miese Sklavenarbeit für einen Hungerlohn.

Ob andererseits das "Amt" überhaupt in Anspruch genommen werden könnte, weiß ich leider nicht. Wahrscheinlich müßte sie, wenn das "Amt" überhaupt was beisteuern würde, eine billigere Wohnung suchen.

Kommentar von Silo123 ,

Genau, eine billigere Wohnung würde das Amt als erstes verlangen!

Kommentar von SarahSuuu ,

Ja da haben wir uns tatsächlich schon erkundigt. Mit dem geringen Einkommen würde sie schon was dazu bekommen. Sie müsste sich jedoch eine billigere Wohnung suchen was ziemlich utopisch ist, da Wohnen in Köln und Umgebung sehr sehr teuer ist. Wir haben immerhin eine billige Miete eben weil wir schon seit 20 Jahren drin sind. Eine neue Wohnung mit viel weniger qm würde auch sogar noch mehr kosten. Das ist so eine blöde bürokratie

Antwort
von Silo123, 15

Noch eine weitere Idee bei teuren Mieten. Wie wäre es denn, wenn sie nach Deinem Auszug ein Zimmer untervermieten würde? entweder dauerhaft oder auch an Feriengäste?

Antwort
von BridgeTroll, 40

ich bekomme 1000 leute, die um mindestlohn arbeiten und eine 2 jährige ausbildung als verkäufer haben

ungelernte verkäufer bekommen gar kein geld, weil diese arbeit jeder machen kann

ich jann da zur not auch eine 16 jährige hinstellen, für 8,50

immobilienmakler geht als quereinsteiger, da KANN! man mehr verdienen

oder minus machen, auch als semi-angestellter

sozialer bereich, da könnte sie auch noch eine ausbildung machen, bei manchen trägern wird die auch sehr gut vergütet, mit um die 1000€

Kommentar von SarahSuuu ,

Genau das ist auch der Grund warum sie sich gerne umorientieren möchte 

Kommentar von Silo123 ,

"
ich jann da zur not auch eine 16 jährige hinstellen, für 8,50"

so viel aber echt erst seit Mindestlohn, VORHER wurde da viel weniger gezahlt.

 Immobilienmakler ist keine schlechte Idee

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