Frage von SeikoKomori, 122

Ich komme mit meinem Praktikum nicht mehr klar, was tun?

Ich bin 17 Jahre alt und habe gerade mein drittes Schülerpraktikum. Bei dem beiden die ich davor hatte musste ich jedes mal mittendrin wechseln und bin bei einem Familienmitglied untergekommen, weil ich die Praktika aus verschiedenen Gründen nicht geschafft habe. Ich habe gemerkt, dass ein Praktikum im Büro vielleicht das richtige für mich wäre, zudem ist das OSZ auf das ich gerade gehe darauf spezialisiert also musste ich mir so oder so ein Praktikum in diesem Bereich suchen. Es geht 2 mal 5 Wochen dazwischen liegen 5 Wochen Schule. Die ersten 5 Wochen habe ich bereits hinter mir doch in den letzten 3 Tagen hatte ich gemerkt wie mir langsam alles zu viel wurde, am letzten Tag war ich kurz davor mich früher nach Hause schicken zu lassen doch den Tag hatte ich gerade noch so irgendwie geschafft. Als der zweite Abschnitt angefangen hat bin ich wieder hingegangen, mit flauem Gefühl im Magen. Nach 1 Stunde im Praktikum war ich psychisch so am Ende, dass ich mich nach langem überlegen dazu entschlossen habe nach Hause zu gehen. Nach viel hin und her mit meinen Eltern empfanden wir es als das beste mich erst einmal Krankschreiben zu lassen mit der Begründung ich würde mit meiner Betreuerin dort nicht klar kommen (meine eigentlichen waren zu dem Zeitpunkt im Urlaub und eine andere Kollegin war dort, ich meine mit Betreuer übrigens die die dort in meinem Praktikumsbetrieb arbeiten und quasi ein Auge auf mich haben sollen, mir Aufgaben geben sollen usw.) Diese Begründung war allerdings nicht wirklich richtig. Also war ich nun die ersten beiden Wochen krank geschrieben und müsste heute eigentlich wieder hingehen (ich habe Freitags trotzdem immer Schule) allerdings wehrt sich quasi mein ganzer Körper dagegen zum Praktikum zu gehen und ich bin psychisch total am Ende. Ich hatte sowas schon geahnt und hab versucht mit meinen Eltern darüber zu reden doch die sagen nur ich muss den Rest schaffen eine andere Option gäbe es nicht. Wechseln kann ich nicht mehr. Ich kenne mich selber und weiß, dass ich meine absolute Kotzgrenze erreicht habe doch ich kriege immer nur zu hören "da kann ich dir auch nicht weiter helfen". Ich weiß jetzt absolut nicht was ich machen soll. Ins Praktikum zu gehen würde mir nichts bringen da ginge es mir nur noch schlechter aber Schwänzen geht ja auch nicht doch nochmal wollen meine Eltern nicht das ich mich krankschreiben lasse.

Antwort
von testwiegehtdas, 23

Mach dir klar, dass es hier um deine Zukunft geht.

Ja, es ist wichtig deiner Freundin zu helfen, gerade wenn sie wohl keinen anderen mehr hat, aber du musst ihr klar machen, dass es so für dich nicht weiter geht. Sage ihr in Ruhe, dass du sie nicht wegschicken willst und sie dir sehr viel bedeutet, du aber auch mal Zeit für dich und etwas ruhe brauchst. Sonst bist du bald die nächste, die "durchdreht".

Glaube mir, du fällst ihnen nicht zur Last. Jeder weiß, dass Praktikanten eben mal Fragen stellen und auch wenn es für sie stressig ist, freuen sie sich sicher, dass du Interesse hast. Und dass du die Vorkenntnisse über Programme oder genaue Produkte nicht hast ist normal. In der Abteilung wo ich gerade bin (Ausbildung) brauchte die Kollegin fast 2 Jahre um sich voll einzuarbeiten. Entsprechend kann ich mit meinen 4 Wochen hier auch nicht alles machen und muss viel fragen.

Wenn du mit Aufgaben wirklich überfordert bist und auch nach langem Versuchen nicht weiter kommst, dann bitte Kollegen um Hilfe oder frag, ob du die Aufgaben dann abgeben darfst. 

Überlege dir, dass du später im Berufsleben das auch durchziehen musst. Wenn du jede Ausbildung und so abbrichst, nur weil du zu Hause Stress hast, dann scheint der normale Arbeitsmarkt nicht für dich geeignet zu sein. Denn sowas kann man vielleicht ein mal machen, aber wenn das dann öfter vorkommst oder du ständig fehlst, dann war es das bald.

Versuche im Praktikum nicht über die Probleme zu Hause nachzudenken, sondern sehe es als Auszeit wo du etwas entspannen kannst. Ok, das ist alles leichter gesagt als getan, aber so ist es leider.

Antwort
von Utanyan, 20

Nachdem ich mir deine Beschreibung nun mal durchgelesen habe kann ich dir nur Folgendes raten:

1. Zieh das Praktikum durch. Auch wenn es "nicht ganz" das Richtige ist,
du hast dir selbst Möglichkeiten genannt das zu Ändern, bzw. wie du dieses Problem lösen kannst. Lern die Programme kennen und erkundige dich doch einfach mal, was genau dein Betrieb eigentlich vertreibt.
Natürlich sind deine Eltern auch mal am Limit/ausgereizt.
Ihr habt seit einem Monat einen Dauergast bei euch, den sie mit "durchfüttern" und beherbergen... da kommt dann bestimmt schon mal das Gefühl auf als würdest du ein ähnliches Leben anstreben - daheim bleiben und "nix" tun (auch wenn das nun auf deine Freundin so nicht zutrifft, sie braucht ja Hilfe..).
Das kommt für sie natürlich nicht in Frage.
Ausserdem wollen sie doch auch, dass du später mal was erreichen kannst, dafür braucht man halt ein bisschen Durchsetzungsvermögen und muss auch mal Dinge tun, die einem nicht gefallen.
Sie wollen es dir später nur nicht noch schwerer machen, sondern wollen, dass du später nicht an genau so etwas scheiterst.
Nimm ihnen das also nicht allzu übel.

2. Es ist eine sehr noble Geste von dir, deiner Freundin unter die Arme zu greifen. Aber das kann - weder für dich, noch sie, noch deine Eltern - die Dauerlösung sein. Auch deine Eltern und du brauchen ihr Privatleben und das ist mit einer "fremden" Person im Haushalt leider nicht so wirklich möglich.
(sei es allein die Tatsache, dass es vllt. peinlich ist im Schlafanzug vor ihr stehen zu müssen - deinen Eltern würde also zum BEISPIEL die Möglichkeit genommen sich in ihrem Haus anzuziehen was sie wollen und wonach sie sich fühlen.).
Sprich mit deiner Freundin.
Mach ihr klar, dass du ihr gern hilfst, dass du sie auch keinesfalls abschieben oder verletzen willst, aber dass es so nicht geht.

Du bist nicht ihre 24 h-Spaßstelle und das sollte sie berücksichtigen.
Erkläre ihr ruhig wie es dir geht und dass du es so nicht schaffen kannst,
da du nie einen Moment Zeit hast dich zurückzuziehen und Kraft zu tanken.

Meine beste Freundin kam damals bei der Caritas unter.
Sie wollte auch eine Therapie machen und fand da beste Unterstützung.
Dort gibt es so genannte "Verselbstständigungswohnungen", das heißt dort ist zwar ein Betreuer zugegen, Kochen/Putzen etc. müssen die Bewohner der kleinen Wohngemeinschaft aber selber. Es ist halt eine WG mit dauerhaft anwesendem Ansprechpartner - genau das was Menschen die psychisch instabil sind brauchen. Support.

Danach könntet ihr ja mal suchen.
Es wird nicht von jetzt auf gleich gehen, aber den Platz in Aussicht zu haben wäre ja auch schon mal viel wert.
Versuche nur, dass sie das nicht falsch versteht.
Du willst ihr helfen und sie nicht abschieben.
Aber du musst dich auch um DEIN Leben und das "danach" kümmern
und so fehlt dir einfach die Kraft.

Ich wünsche dir alles Gute dabei und euch beiden viel Glück!

LG
Utau

Antwort
von Rosalielife, 23

Was genau belastet dich? wo liegen deine Probleme, sind es Dinge, die du tun sollst oder liegen sie im zwischenmenschlichen Bereich?

klar ist, dass du nicht jedes Mal aufgeben kannst und darfst. Wir alle kennen dieses miese Gefühl, heute wieder zur Arbeit gehen zu müssen, Dinge zu tun, die einem nur Kraft kosten und nichts bewirken und Kollegen zu ertragen, mit denen man nichts zu tun haben will und vielleicht einen Chef, der nur kritisiert und niemals freundlich ist.Und wir haben öfter erlebt, dass sich ein solcher Tag gewandelt hat, dass etwas passiert ist, mit dem wir nicht gerechnet haben und wir letztendlich dieses Gefühl überwunden haben und zufrieden mit uns selbst den Tag hinter uns gebracht haben.

Du stehst erst am Anfang, du machst ein Praktikum. Das bietet dir eine Chance, du kannst dich erproben, Abläufe kennenlernen und sehen, ob du dich in diesem Arbeitsfeld wohlfühlen könntest.

Gib dir einen Schubs, geh hin und mache deine Zeit bis zum Ende fertig. Selbst wenn es schlecht läuft und du sicher bist, dass du niemals hier einsteigen wirst, du hast deine Pflicht getan und durchgehalten.

Antwort
von mexp123, 32

Was überfordert dich denn so an deinem Praktikum?
Sind die Leute nicht nett zu dir, sind die Arbeitszeiten unerträglich oder sind die Aufgaben, die du dort schon bekommst, zu anstrengend?

Also nur weil du keine Lust drauf hast oder dir die Arbeit nicht so viel Spaß macht, würde ich das zB noch nicht als Überforderung bezeichnen. Manche Sachen sind halt nicht so spaßig, aber da muss man trotzdem durch, so wird es nämlich in jedem Job mal sein

Kommentar von SeikoKomori ,

Das problem liegt darin dass ich einfach mit allem überfordert bin. Ich habe momentan dauerstress zuhause den ich leider nicht so einfach loswerden kann. 

Kommentar von mexp123 ,

Und was stresst dich zuhause? Wäre es dann nicht schön, bei der Arbeit sich um etwas Neues zu vertiefen und auf andere Gedanken zu kommen?

Kommentar von SeikoKomori ,

Ich habe zuhause seit ungefähr einem monat eine freundin als dauergast. Sie hat stress zuhause und ist psychisch krank. Jetzt nicht so extrem aber halt es ist halt so dass sie eine menge aufmerksamkeit will und man mit ihr nicht so einfach darüber reden kann dass man mal nicht immer bei ihr sein möchte da sie das nicht richtig versteht. Sie hat schon hilfe und alles aber das geht alles nur schleppend voran aber nach hause kann sie nicht und vor die tür setzen geht ja auch nicht. Das problem an dem praktikum ist dass es nicht wirklich das richtige ist. Ich fühl mich fehl am platz. Die aufgaben sind so halb halb. Teils leicht und teils kompliziert. Ich habe schon mit den leuten da geredet aber viel können die da nicht machen. Die arbeit da ist ja eigentlich schon ruhig im gegensatz zu anderen praktika und so. Ich versuch es mal einfach zu beschreiben. Die arbeit im grundlegenden ist nicht wirklich schwer aber man braucht eigentlich fachwissen über die ganzen programme und allgemein über das was in dem betrieb verkauft wird und das habe ich halt nicht und das alles kann ich auf die schnelle auch nicht lernen oder so das geht ja nicht von jetzt auf gleich. Es ist auch einfach mir wird immer gesagt wenn ich fragen hab soll ich fragen aber irgendwie haben die fast nie zeit dafür und wenn doch dann fühl ich mich als würde ich denen eine last sein selbst wenn sie das gegenteil behaupten.

Kommentar von SheeshYall ,

Zu deiner freundin: gut dass du dich um sie kümmerst. Sag ihr ganz in Ruhe, dass du auch was Zeit für dich brauchst. Das MUSS sie verstehen. Das ist wichtig für beide seiten. 

Als Betreuer von vielen Praktikanten kann ich dir sagen, du fällst da niemandem zur last wenn du fragen stellst. Ich freue mich zB. darüber, wenn Praktikanten interessiert sind und fragen stellen. Es ist auch ganz klar, dass du noch nicht alles so hin bekommst wie Mitarbeiter die dort schon länger arbeiten. Mach es dir da so spaßig wie möglich. Sieh es einfach mal so: Du bist da um den Betrieb kennen zu lernen, die Aufgabe deiner Betreuer ist es dir alles in Ruhe zu erklären und zu zeigen. Falls was schief geht, bist du ja eh bald da raus. Also mach dir nicht so nen Kopp ;)

Kommentar von HellasPlanitia ,

Es wird in deinem Leben immer wieder Zeiten geben, in denen privat viel los ist, dich irgendwas belastet oder du generell Stresssituationen ausgesetzt bist. Du musst lernen, damit klar zu kommen und deine Aufgaben trotzdem zu erledigen. Jeder kennt solche Situationen und die allermeisten Leute haben Verständnis dafür, wenn manches vielleicht nicht ganz reibungslos läuft oder du vorübergehend nicht ganz so produktiv bist wie normalerweise. Aber du kannst dich nicht dein Leben lang krankschreiben lassen, sobald irgendein Stressfaktor auftritt, und du kannst auch nicht langfristig vor allem weglaufen. Sieh das Praktikum als eine Chance, genau das zu üben. Trenn dein Privatleben von der Arbeit, steigere dein Durchhaltevermögen und deine Stressresistenz. Das Praktikum ist dafür in meinen Augen sehr gut geeignet.

Antwort
von Jani1510, 33

Wenn es dir wirklich so schlecht geht, dann rede doch mal mit deinem Hausarzt darüber. Vielleicht weiß der irgendwas um dir zu helfen. Kann allerdings für nichts garantieren.

Wünsche dir viel Glück

Antwort
von SheeshYall, 38

Kneif die arschbacken zusammen und mach das zu Ende. Die anderen Leute die da arbeiten schaffen das ja auch jeden Tag.

Versuch dir weniger stress zu machen im Praktikum und versuche mit den Mitarbeitern in ein freundliches Gespräch zu kommen. Arbeiten ist doof, aber da musst du jetzt durch. 

Was genau stört dich denn, und was musst du da genau machen?

Kommentar von SeikoKomori ,

Ich fühle mich einfach überfordert was daran liegen könnte dass ich wirklich ne menge stress zuhause hab der nicht einfach so wegzukriegen ist und ich konnte mit stress leider noch nie wirklich gut umgehen oder eher ich kann kaum stress aushalten. Klingt wie eine blöde ausrede, ist aber leider so. 

Kommentar von SheeshYall ,

Also sind deine Probleme zuhause der Grund für deine Probleme auf der Arbeit? Versuche das zu trennen. Auf der Arbeit kannst du eh nichts daran ändern, also versuche es dort auszublenden. 

Ich glaube es ist für dich ungemein wichtig das Praktikum komplett durch zu ziehen! Das wird deine häuslichen problemchen in eine gute Perspektive setzen. Versuche diese auch in naher Zukunft anzugehen, ganz unabhangig vom Praktikum.

Antwort
von HellasPlanitia, 30

Du schreibst viel, aber es fehlt die Angabe, weshalb du das Praktikum nicht durchziehen kannst. Wieso ist das so schlimm? Fühlst du dich gemobbt? Hast du irgendeine psychische Krankheit, welche dazwischenfunkt? Ist der Job körperlich zu anstrengend? Was genau macht dich fertig?

Ohne genauere Kenntnis deines Problems kann man dir auch keine vernünftigen Ratschläge geben.

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