Frage von FallenGirl96, 41

Hund erschrickt manchmal beim Gassigehen vor Menschen und bellt sie an - wie rufe ich ihn dann zurück?

Hallo, liebe Community!

Ich habe ein kleines Anliegen: mein Hund (5-jähriger Mischling aus Eurasier und Australian Cattle Dog) ist eigentlich ein ganz wunderbarer und verträglicher Hund. Ich kann ihn beim Gassigehen im Wald ohne Leine laufen lassen, er versteht sich mit allen Hunden und ist mittlerweile auch sehr gehorsam.

Dennoch ist es mir jetzt wieder passiert, dass er sich in der Dämmerung vor einer Joggerin erschreckt hat. Ich bin vorausgegangen und er war etwa 20 m hinter mir. Dahinter kam dann die Joggerin um die Ecke und da hat er sich wohl erschreckt. Er bellte sie an und kam auf Rufe wie "Hier!" oder "Leckerli!" nicht zu mir. Als ich "Tschüss!" gesagt hab und in die andere Richtung lief (was normalerweise auch hilft), kam er auch nicht. Er bellte einfach weiterhin ununterbrochen die Joggerin an bis ich bei ihm war und ihn zurückgehalten hab bzw die Joggerin passieren ließ.

Er hat keine schlechten Erfahrungen mit Menschen und noch nie geschnappt oder gebissen.

Wie kann ich ihn in so einer Situation zuverlässig zu mir rufen? Er steigert sich nur so rein, wenn er denjenigen nicht vorher schon gesehen hat. Mit Joggern oder Fahrradfahrern hat er ansonsten kein Problem, läuft ihnen auch nicht hinterher, sondern schnuppert am Wegrand und ignoriert sie.

Ich habe aus einem Spielzeug so einen "Quietscher" (war sein erstes Quietsch-Spielzeug und hielt 2 Tage). Das Quietschen findet er aber richtig toll. Denkt ihr, dass ich damit versuchen kann/sollte, ihn zu konditionieren? Pfeifen bringt in dieser Situation nichts, aber ich möchte ihn auch nicht mit dem Quietschen in der Ferne für die Situation belohnen.

Ansonsten ist er wie gesagt ein sehr braver Hund und lässt sich auch von anderen Hunden anbellen oder anknurren, er wird nie aggressiv oder gestresst.

Danke schon mal im Voraus!

Euer FallenGirl

Antwort
von Goodnight, 24

Lass den Hund in Zukunft in der Dämmerung an der Leine, die Reaktion des Hundes ist nachvollziehbar und kommt häufig vor. Das ist im Moment Unsicherheit.

Ganz wichtig selber ruhig bleiben. Wenn dein Hund auf Distanz ins Sitz oder Platz geht wäre das eine Möglichkeit. Dann holst du deinen Hund kommentarlos ab. Dem Kommando Sitz, kann sich kaum ein Hund entziehen.

Unsere Stimme ist immer heikel, ich nehme an, dass du auch erschrocken bist und deine Stimme aufgeregt geklungen hat.

Geh einfach ruhig auf ihn zu und nimm ihn ohne etwas zu sagen mit. Alles gut, du bist Herr der Lage. Bei der Joggerin entschuldigst du dich natürlich freundlich. 

Solche Situationen kann man mit Helfern auch gut üben.

Kommentar von FallenGirl96 ,

Na das ist doch mal etwas, was ich probieren könnte! Manchmal kann es so einfach sein. Vielen lieben Dank für den Ansatz, den werd ich demnächst gleich mal versuchen :-)

Kommentar von Goodnight ,

Gerne ! :-)

Antwort
von T4YFUN23, 20

zuersteinmal würde ich Ihn diesen Fehler nicht noch häufiger machen lassen.

Wenn du schon weißt wann er so reagiert (Dämmerung / jogger kommt von hinten) mach doch einfach da die Leine ran.

Dann ist es wichtig das du so eine Situation vor deinem Hund erkennst, ihn bevor er loslegt aus der Sache raus holst... ich würde das gezielt trainieren.. man kann solche situationen auch gut stellen. nehme z.b. einen Bekannten den er auch mag, derjenige soll in der Dämmerung von hinten angejoggt kommen.. dein Hund darf aber vorher nicht wissen das er in der Nähe ist.. kurz bevor er da ist, packst du dein Spielzeug raus und spielst mit ihm bis der jogger vorbei ist.. das machst du paar mal.. dann lässt du den Jogger mal anhalten und ihn begrüßen.. etc... ´wenn das dann irgendwann so positiv verknüpft ist, wird dein Hund keine Angst mehr vor solchen Situationen haben und sich im gegenteil dazu auch noch freuen...

Kommentar von FallenGirl96 ,

Dankeschön für deine hilfreiche Antwort :-) die Idee gefällt mir, aber konditioniere ich ihn damit nicht wieder, dass er auf fremde Menschen zugeht (eben weil er sich dann freut)? Ich hab echt ewig gebraucht bis ich ihn einigermaßen davon abhalten konnte, auf fremde Menschen zuzugehen und zu schnuppern etc pp. Mittlerweile ignoriert er andere Spaziergänger und da bin ich richtig froh drüber, weil er früher immer auf andere Leute zugerast kam in der Hoffnung auf streicheleinheiten usw. ... hmm...

Kommentar von T4YFUN23 ,

klar machst du so fremde Leute wieder interessanter.. willst du das nicht, lass es bleiben, dass der Jogger ein Bekannter ist und ihn dann begrüßt, sondern hole ihn nur mit tollen Dingen die du mit ihm machst raus.

So wird er irgendwann die Intension haben: Jogger kommt von hinten.. oh toll das ist doch die Situation wo Frauchen immer mit mir spielt.. oder wo ich was besonderes bekomme... etc...  und nicht oh gott wie schrecklich...

Hast du Ihn so weit musst ddu natürlich die tollen Dinge langsam wieder abbauen... irgendwann kommt das Spielzeug nur noch jedes 2. mall dann jedes 3. mal... oder je nach situation wenn es besonders schwierig war für ihn nicht zu bellen z.b.... halte aber die Erwartungshaltung immer oben

Kommentar von Goodnight ,

Die tollen Dinge muss man gar nicht reduzieren. Ein Chef der mit seinem Hund spielt ist doch super und die beste Option, dass der Hund gerne zu seinem Meister kommt.

Kommentar von T4YFUN23 ,

naja wenn du pech hast fordert der Hund das aber irgendwann ein.. du solltest schon die kontrolle darüber haben und auch nicht ein problem wenn du mal gerade keine Zeit hast (telefonanruf z.b.) 

Es ist auch viel spannender für den Hund wenn es nicht jedes mal kommt 

Expertenantwort
von jww28, Community-Experte für Hund, 5

Hi,

Da das ja vermehrt anscheinend abends passiert, musst du dir selber auch mal die Frage stellen ob du dich im Dunkeln evtl auch einfach etwas unwohler fühlst, denn oftmals überträgt sich das dann auf den Hund. 

Am besten wäre es abends erstmal mit Schleppleine zu gehen, so das du den Hund auch jederzeit noch unter Kontrolle hast, denn rein theoretisch kann ein übelgelaunter Jogger sich unter Umständen mal wehren oder direkt zum Ordnungsamt gehen, dann gibt es Ärger, weil dein Hund nicht bedrohlich auf andere losgehen darf,auch wenn er nix macht, es reicht wenn der Mensch sich erschreckt und dadurch zB hinfällt :( 

Und ich weiss das es dazu keine wissenschaftliche Studie gibt die ich hier angeben könnte,aber nach meinen eigenen Beobachtungen ist ein Quietschspielzeug nicht ganz so geglückt. Hunde lernen bei der Sozialisierung das andere Hunde, Menschen etc quietschen, wenn sie ihnen weh tun, ab da soll der Hund sein Verhalten abbrechen. Beim Quietschspielzeug lernt der Hund aber das es immer lustiger wird um so häufiger man reinbeisst. Sowas kann man nehmen um zu üben, spielt der Hund damit ohne das es quietscht wird er belohnt, quietscht das wird das Spielzeug weggenommen und das Spiel beendet. 

Zum Konditionieren wäre eine Hundepfeife da besser, da musst du nur beibringen Pfeife ich und du kommst gibt es Leckerchen oder Spielzeug als Belohnung. 

Antwort
von TheFreakz, 15

Hund an die Leine nehmen! Schon mal daran gedacht, dass es Leute gibt die eventuell Angst vor Hunden haben oder Allergisch sind etc.? Da brauche ich keinen bellenden Hund um mich. Gibt wahrscheinlich auch genug Leute, die den Hund aus Angst treten würden. Schon alleine zur Sicherheit würde ich das nicht tun..

Hundeschule wird helfen! Aber bis dein Hund nicht zu 100% auf dich hört gehört er nicht abgeleint. Kannst ja eine Schleppleine etc nehmen.

Kommentar von FallenGirl96 ,

Wegen einer Situation, die 4 x im Jahr passiert, wenn es hochkommt, soll ich meinen ansonsten braven und friedlichen Hund an die Leine nehmen? Wir gehen nur auf speziellen Hunderouten Gassi. Wer da als Allergiker oder jemand, der Angst vor Hunden hat, entlang geht, würde seines Lebens nicht mehr froh...

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