Holga 120N oder Agfa Optima?

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1 Antwort

Hallo 

- Holgas sind Plastikkameras mit endlosen Lichteinfallproblemen und Plastikoptiken (gab auch mal welche mit Glasoptik) mit geringer Auflösung und benutzen 120er Filmmaterial (Rollfilm). Holgas wurden früher als Spielzeugkameras verkauft (zb bei Vedes) und nach der ersten Filmentwicklung wegen der "Bildqualität" oft entsorgt (Weggeworfen). OK neben der schlechten Optik war ab Werk ein genau so schlechter "Lucky" Farbfilm in der Geschenkpackung. Die Holga hat nur 2 Verschlusszeiten (um 1/60 bis 1/125tel und B. Mit B geht alles von etwa 1/15 bis der Fotograf einschläft und der Finger vom Hebel rutscht) und 2 Blendenstufen (Lichtwertbezogen 13 und 18 wobei die Blende oft nicht funktionierte weil ab Werk nicht montiert)

- 70er Jahre Optimas sind wesentlich aufwendiger hergestellt (Bei Agfa in München) mit Druckgussschalengehäuse und haben Glasoptiken, bei 535 und 1035 aufwärts sogar das 2,8er Solitar bzw bei 1000ern das Solinar (Bokeh !!!). Die 35er Serie wurde von Schlagheck-Schulte entworfen und sind Designklassiker auch bei der Funktion. Es gibt Focusdrehrad und Blendendrehrad, Belichtungsmessung, Programm/Zeit-Automatik, Blitzschuh der korrekt arbeitet (bei der Holga prellt der X Kontakt). Film wird in eine "Sicherungskammer" gespult. Der Sensorauslöser ist heute noch unerreicht. Die 35er haben einen hellen Sucher der ordentlich vergrössert. Die 1535 hat sogar Schnittbild Messucher. 

135er Film kostet etwa 1/8 von Rollfilm, bekommt man problemlos ist leichter handhabbar. Aktuelle 400er Filme haben genug Feinkorn und die Afga Optik genug Auflösung um die Holga locker abzuhängen. Freistellung ist bei der Agfa grösser. Das 40er war aber nicht die schärfste Optik der Zeit und in der Auflösung eher in Konkurenz mit Zoomoptiken der 80er

Bei Lomographie geht es nicht um "Fotografie". Holga "Effekte" kann man ab 3€ mit Wegwerf-Kameras erreichen. Die Agfa Optimas waren nie Spielzeugkameras. Die 335 hatte noch ein 3 Linser aus denn 50ern und kommt damit eher für Lomoisten in Frage (also Bildstile wie beider Lomo CA).

Die letzten 100 Jahre wurden jede Menge Rollfimkameras gebaut die man heute noch verwenden kann. So lange Bidlqualität nicht erwünscht ist kann man jede 50-70er Jahre Knipse kaufen. Wenn es um Bidlqualität geht ist die Optima nicht die erste Wahl für das Geld einer 1535 bekommt man auch eine Schraub-Leica mit dem 50er Hektor oder eine Rollei 35 SE, Minox 35 EL/GT, Yashica Mini, Ricoh GR, Fuji, Vivitar, Konica, Minolta, Nikon, Canon, Olympus,,,

In den 70ern bis 90ern hatte man die selbe Qual der Wahl aber damals kosteten die Kameras noch richtig viel Geld heute kann man auf jedem Flohmarkt für 2-10€ Markenkameras der 80er finden darunter auch "Highlights". Messsucher und SLR gibt es ab 40€ aufwärts.

Entweder man Weiss was man will und recherchiert sich die einzelnen Kameras und deren Macken im Netz oder man lässt sich treiben und nimmt das Erstbeste und sieht sich an was rauskommt bzw erklärt dass zur Kunstform (Lomographie).

Wenn an Mittelfomatrollfilm also 120/220/320er "wasten" will kann man sich zum Peis einer Holga auch gleich eine "richtige" Kamera wie eine Kiev, Seagull, Yashica, Minolta Reflex oder einen der vielen Falter besorgen. Es gibt auch Lösungen wie man Holgas an einem Kiev 88 Rückteil verwenden kann.

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