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Hohe Minne - niedrige Minne im Mittelalter: Wo ist der Unterschied?

gefragt von gri1sugri1su am 17.05.2007 um 14:18 Uhr

In einem Lokal habe ich teilweise ein Gespräch mitbekommen, wo sich über die Minne im Mittelalter unterhalten wurde. Dabei fielen auch diese beiden Begriffe. Minnesänger sind mir ein Begriff, besteht da ein Zusammenhang? Worum handelt es sich da?


Reply


marxx
beantwortet von marxx am 17. Mai 2007 14:30
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hier der Begriff der Minnesänger:
http://de.wikipedia.org/wiki/Minnes%C3%A4nger

Kommentar von 1079a100179c7e88556a9448df89ed3dsmallKabark am 17. Mai 2007 14:39

Du antwortest mit einem link zu dem einzigen Begriff, der ihm in dieser Beziehung was sagt?

Kommentar von 72acc6de58b4107af02ffc7d9d828dcasmallmarxx am 17. Mai 2007 14:47

weil da alles drinnen steht! siehe auch dein Beitrag, das gleiche

Kommentar von 1079a100179c7e88556a9448df89ed3dsmallKabark am 17. Mai 2007 14:58

Okay.


Kabark
beantwortet von Kabark am 17. Mai 2007 14:44
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Die Hohe Minne ist die sog. zweite Phase des Minnesangs, die die Frau zu einem Ideal stilisiert. Bei der Niederen Minne, die Walther v.d. Vogelweide schuf, wird die Frau als Partnerin besungen. Eine Steigerung der Hohen Minne war ja nicht mehr möglich...

Sehr schön auch hier beschrieben: http://www.hausarbeiten.de/faecher/hausarbeit/lim/25645.html


Rolf u. Högemann
beantwortet von Rolf u. Högemann am 17. Mai 2007 14:45
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Vereinfacht ist Hohe Minne ohne, niedere Minne mit Geschlechtsverkehr. Folgende Zitate von der Seite http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/15/0,1872,2116175,00.html

Unter "Minne" versteht man die höfische Liebe des Mittelalters. Der Minnedienst am Hofe war wichtiger Bestandteil der feudalen Kultur und ein bedeutendes Motiv in der Dichtung dieser Zeit.

Einer Dame den Hof zu machen, um ihre Gnade zu werben, sie selbstlos zu lieben und ihr stets Treue zu schwören, galt als ritterliche Tugend. Zwar beschäftigte sich sowohl die hohe als auch die niedere Minne mit der körperlichen Liebe als "letztem Vergnügen", als Ziel aller Sehnsüchte - allerdings mit erheblichen Unterschieden im Weg und in der Erfüllung.

Die hohe Minne

Ende des 12. Jahrhunderts entwickelte sich am Hofe die hohe Minne als Kunst und Form der Tugend. Dabei galt für den Minnediener nicht die Eroberung, sondern allein der Dienst an der Verehrung und die Hingabe an die reine, adlige Frau, der Herrin - nicht selten der Ehefrau des Burgherren. An ihr war es, den Verehrer zurückzuweisen. Durch die Zurückweisung konnte er seine Kunst stets weiter vervollkommnen und immer reiner und besser in seinem Streben werden. Auch im Werben zählten Tugenden wie Ehrbarkeit, Verschwiegenheit und Treue. Die Gunst der höher gestellten Frau musste sich der Mann durch Leistungen wie Preislieder oder Waffentaten verdienen. Die hohe Minne verzichtete auf die erotische Erfüllung, denn dies hätte das Ende des künstlerischen und sittlichen Strebens bedeutet. "Wer die hohe Minne wünscht, muss vorher, nachher um sie dienen", formulierte Wolfram von Eschenbach im "Parzival".

Die niedere Minne

Natürlich wussten die Männer die Reize der körperlichen Liebe zu schätzen. Da Wert und Ehre der edlen Damen vornehmlich in deren Unerreichbarkeit bestand und eine platonische, sich verzehrende Liebe schwer durchzuhalten war, wandten sich die Herren der Schöpfung auch den Vertreterinnen des schönen Geschlechts zu, die zu mehr bereit waren. Es waren dies zumeist unverheiratete, in der sozialen Hierarchie niederer stehende Frauen, für die zum Teil auch keine Heirat vorgesehen war. Sich am Hofe auf eine Beziehung mit einer adligen, gar verheirateten Dame einzulassen, war heikel, denn man lief leicht Gefahr, sie bloßzustellen. Ehebruch seitens der Frau war ein schweres Verbrechen, bei Männern dagegen wurde ein ausschweifendes Liebesleben toleriert. So war die Frau weder in der Fiktion noch in der Realität dem Manne gegenüber gleichberechtigt: einerseits überhöht, andererseits untergeordnet. Die Liebe zwischen Eheleuten galt als verwandtschaftliche Zugeneigtheit - leidenschaftliches Begehren war eher in außer- oder unehelichen Verhältnissen zu finden. Erst ab dem Hochmittelalter behandelten Männer Frauen zunehmend ebenbürtig, man entdeckte die Liebe, auch in der Ehe, neu.

Kommentar von E2fa440c10c0c80559920d054009341dsmallHugo Geier am 19. Dezember 2007 14:05

Gut recherchiert - und interessantes Ergebnis. DH




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