Frage von Joejoe164, 176

Hengst in Stalltrakt mit Wallachen und Stuten?

Hallo Leute, Ich werde mir warscheinlich demnächst einen Jährlingshengst holen und nun stellt sich die Frage in welche Box bin zur Weide Saison. Hengststall ist komplett besetzte. Aber der kleine kennt es neben Wallachen und momentan (er ist ja nichmal 1 Jahr alt und nicht hengstig) neben Stuten zu stehen. Kann ich also ihn zwischen 2 wallache stellen und die box etwas mehr vergittern? Wenn er zu hengstig wird ist klar dass das nichts wird, aber vielleicht kann mir ja mal jemand seine Erfahrungen mitteilen. :) Bitte

Antwort
von beglo1705, 54

Hab in meinem Stall selbst Hengste, die im Offenstall (also rund um die Uhr) in ihrer Gruppe draußen sind und Kontakt zu den anderen Wallachen und Stuten haben und da gibt es keine Probleme. Die gibt´s nur, wenn man einen Junghengst/Hengst generell ein Lauftier Pferd einsperrt in einer Box.

Hengste mögen mehr Testosteron haben, als die Gelegten oder Stuten, aber wenn man ihnen ein artgerechtes Pferdeleben bietet, machen sie selten Probleme.

Mein Tipp: such dir einen Stall, wo er mit anderen Hengsten (bestenfalls Gleichaltrigen) ganztägig raus kann.

Ich hab derzeit einen Hengst in Beritt bei mir, der Zeit seines Lebens (10 Jahre) nur eine Paddockbox zwischen Stuten und Wallachen kennt: er ist unausgeglichen, steigt, bockt, nimmt den Kopf runter, legt sich auf´s Gebiss, Headshaking, versucht alles um seinen Reiter los zu werden, hieß es. Nun ist er seit 3 Tagen bei uns, ich hab ihn in die Hengstgruppe integriert: ein feiner Kerl, sehr aufmerksam, gelehrig, leicht mit Gewicht-u. Schenkelhilfen zu reiten und keinerlei Hengstmanieren weder unter noch bei mir. Ja, ein Traum von einem Pferd, wenn ihr mich fragt.

Woran es liegt? Das weiß nur er. Vielleicht die neue Freiheit, die er kennen gelernt hat...

Kommentar von ponyfliege ,

woran es liegt?

du bist der boss, weil du in der lage bist, für deine "herde" zu sorgen. du hast führungsqualitäten, auf die man sich aus sicht dieses pferdes verlassen kann. demzufolge arbeitet er gern mit. er verlässt sich drauf, dass du die leitung übernimmst. wenn man ihn fragen würde, wärst du ein traum von einem menschen.

Kommentar von beglo1705 ,

*rotwerd* danke für das Kompliment, Pony.

Kommentar von ponyfliege ,

es ist kein kompliment. es ist einfach die wahrheit. ;-))

dazu kommt vielleicht noch, dass die chemie zwischen euch einfach "passt".

Expertenantwort
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde, 77

ein jährlingshengst kann bereits erfolgreich decken, auch wenn er noch nicht hengstig ist.

ihn zwischen stuten zu stellen, sollte man bleiben lassen.

ihn ohne sozialkontakte in eine box zu stellen schon erst recht. spätestens in 12 monaten hast du auf diese weise ein pferd, das lebensgefärhlich ist. wenn dann die hormone schiessen, bringt er dich um.

ein jährlingshengst gehört in eine junghengstgruppe mit mindestens einem, besser aber mit mindestens 3 anderen junghengsten zusammen (insgesamt 3 junghengste zusammen ist ungünstig, weil 2 sich zusammentun und den 3. mobben), oder mit mindestens einem ausgewachsenen HENGST zusammen..

und zwar nach draussen. auf eine grosse fläche, die ihm bewegung ermöglicht und wo er mit anderen männlichen pferden rangeln, rennen und spielen kann seine rangordnungskämpfe ausfechten und sozialverhalten erlernt.

der zweite punkt ist nämlich, dass ein pferd, dass sich in seiner fohlenzeit (ein fohlen ist er, bis er etwa 3 1/2 oder 4 ist) nicht genug bewegt, bereits durch das anreiten schwerste und nicht heilbare körperliche schäden davontragen kann.

einen jährling auf einen reiterhof zu holen ist quasi handaufzucht. handaufgezogene pferde kriegen ALLE früher oder später einen haschmich, weil sie weder mit pferden sozialisiert wurden, noch ihre energie altersgemäss rauslassen und auch nicht gesund wachsen können. ich würde das als kaspar-hauser-syndrom bezeichnen (das kannst du nachschlagen oder googlen, falls du den begriff nicht kennst). 

sorry... ich muss dir das so sagen - was du dir da vorstellst, ist in keiner weise artgerecht und verstösst in aller übelster weise gegen das tierschutzgesetz. du würdest dich strafbar machen, ein fohlen so aufzuziehen. es ist das, was man gemeinhin "schlechte haltung" nennt.

Kommentar von Joejoe164 ,

Ich hab nichts dagegen dass du mir das alles so offen und ehrlich sagst :). Aber so schlimm wäre es nicht. Er würde täglich rauskommen und das nichts nur 2h. Außerdem ist das nur für höchstens 3 Monate als Lösung gedacht. Noch ist er ja lange nich da, ich muss noch ganz viel planen und die Zeit läuft. Also separiert von anderen Pferden wäre er auf keinen fall, vor allem weil die boxen nicht mal ganz vergittert sind. Außerdem ist der Kleine jetzt schon 1,60cm groß (mit nichmal 1 Jahr). 

Das es nicht der träum von Haltung ist weiß ich. Aber ich denke mit sozialkontakt (wenn auch für 3 Monate nicht sein alter) und Auslauf wäre es erträglich. :/

Kommentar von ponyfliege ,

das IST schlimm.

ich hab so einen gehabt, der nicht sozialisiert wurde. der war bloss 1,26m uns sooooo niedlich... 2 meter, näher durfte man ihn an kinder nicht ranlassen, dann ging er zum vollen angriff über. auf unserer koppel hat NIEMAND auch nur einen apfel geklaut... der ging wie eine furie auf alles los, was fremder mensch war, wenn mein dad oder ich nicht dabei waren - und manchmal sogar dann.

bevor er zu uns kam, stand er etwa ein halbes jahr in einem 8qm kleinen geschlossenen, dunklen stall - ungemistet. die besitzer hatten das pony für ihre kinder gelauft. sie hatten eine höllenangst und haben ihm bloss noch heu und wasser reingeschoben...

man konnte ihn auf der koppel nicht mit andern pferden zusammenstellen - der hat getrieben und alle zerbissen und zerschlagen - auch die 1,70m stute vom nachbarn. zusammen mit andern ausreiten ging, wenn man wie ein schiesshund aufgepasst hat.

bei meinem dad war er wie ein lamm, mich hat er nach 2 jahren akzeptiert, aber auch nicht mehr...

ich habe vor etwa einem jahr einen kleinen wallach kennengelernt - dasselbe. nur - den hat man 8 jahre als hengst gehalten. der steht jetzt mit einzelhaltungsgenehmigung bei sehr kompetenten und geduldigen leuten. der musste aus der ponygruppe raus, weil er zwei von den ponys fast umgebracht hat.

wenn überhaupt, dann lass ihn da stehen, wo er jetzt ist. ich hoffe, der steht noch beim züchter! da kann er pferdegerecht aufwachsen.

oder kauf eine jährlingsSTUTE. aber auch die muss raus zum gesund aufwachsen. möglichst tag und nacht.

weisst - das gegenteil von gut ist gut gemeint. entweder macht man es vernünftig, oder man lässt es bleiben.

aber a la wendy oder bibi blocksberg - das ist reine phantasterei.

ich muss auch ehrlich sagen, dass mich deine belange hier zur zeit gar nicht interessieren.

ich spreche für das pferd. ich spreche für ein pferdekind, dass der menschlichen willkür gnadenlos ausgeliefert ist und sich nicht dagegen wehren kann, was mit ihm geschieht.

wir halten pferde und andere lebewesen in gefangenschaft. wir sind damit dafür verantwortlich, dass es ihnen so gut wie irgend möglich geht, dass sie keinen schaden nehmen, dass ihnen kein leid geschieht.

für die pferde sind wir götter. doch auch gegen götter kann man sich auflehnen.

ich habe in meinem leben pferde kennen gelernt, die ihren "glauben" verloren haben. die meisten davon mussten getötet werden. ich möchte deinem fohlen das ersparen. nichts weiter.

Antwort
von Mikado13, 88

Ein Jährling gehört überhaupt nicht in die Box, sondern raus in eine gute Hengstaufzucht. Egal wie weit diese entfernt sein mag, so ein junges Pferdchen braucht dich definitiv noch nicht täglich. Entweder ich kann so ein junges Pferd artgerecht großziehen oder ich kaufe mir keines. Aber gut, ist nur meine Meinung.

Das Problem sehe ich jetzt nicht so sehr in der Konstellation mit Stuten und Wallachen zusammen, das wird funktionieren und sollte es für ihn doch einmal zu stressig werden, musst du ihn eben legen lassen. Das Problem sehe ich eindeutig in der Boxenhaltung. Wäre wenigstens die Möglichkeit gegeben, dass das Pferdchen mit gleichaltrigen Artgenossen nach draußen kommt?

Kommentar von ponyfliege ,

das problem liegt auch darin, wenn er zu früh gelegt werden muss. aber ansonsten gebe ich dir recht.

Kommentar von Joejoe164 ,

Er müsste "nur" bis ca Mai durchhalten in der box und dann wäre er in Wallach und Hengst Herde 24h draußen. Für den kommenden Winter besteht die Möglichkeit, nur leider jetzt noch nich. Ich habe zwar einen sehr verspielten Wallach der Fohlen liebt aber das is nich das gleiche. Und die Züchterin hat nur ihn und müsste sich einen dazu kaufen, wobei sobald ich ihn dann hole ist der dann alleine. Ich würde ja einen der hier vor Ort vorhandenen Jährlinge abzweigen nur sind die alle nicht halfterführig und wegen fremden Pferden muss ich keinen stress haben. :/

Kommentar von ponyfliege ,

du willst doch nicht ernsthaft einen jährling schon legen lassen?

und danach - die spermien beim pferd bleiben bis zu 6 monaten aktiv. so lange könnte er erfolgreich decken. 

das würde einzelhaft bis november heissen. ;-(

Kommentar von Joejoe164 ,

Also ich will ihn eigentlich gar nich legen lassen außer es geht gar nicht ( wenn er auf andere junge losgeht) und im Sommer soll er definitiv raus! Und wenn er zu hengstig ist dann stell ich ihnen nur neben andere aber raus muss er. 

Kommentar von ponyfliege ,

an allem gemessen, was ich über verhalten und sozialisation von pferden weiss, ist das vorhaben völlig unrealistisch.

wenn er zu hengstig wird und er einen menschen umbringt, wird die tötung des pferdes angeordnet. ein nicht sozialisierter halberwachsener hengst ist so gefährlich, wie eine selbstschussanlage.

es hat schon gründe, warum hengste sich gegenseitig erziehen sollen. dich als mensch dazwischen zu stellen ist, als wolltest du allein durch deinen willen eine dampfwalze anhalten, die bergab auf dich zurollt.

die allerbesten hengste sind die, die als jungspund einen althengst dabei stehen hatten. einen tag, nachdem das testosteron geschossen ist, stehn die nämlich kleinlaut und leicht zerbissen in einer ecke der koppel. wenn sie sich dem "alten" unterordnen, dürfen sie wieder in die gruppe. wie willst du das als mensch hinkriegen?

Antwort
von Heavengotmyhero, 101

Hallo,also an meinem Stall stand vorübergehen (c.a ein jahr) ein Hengst zwischen einer Stute und einem wallach. Den Hengst hat es nicht gestört. Wenn dein kleiner es jetzt so gewohnt ist wird das vorübergehend wohl auch klappen es sei denn die Stuten werden rossig dann könnte es schwierig werden..

Antwort
von LyciaKarma, 74

Nicht in eine Box sondern in eine Hengstaufzuchtherde. 

Kommentar von Joejoe164 ,

Die nächste Hengstaufzuchtstation ist ziemlich weit weg und ich hätte da gerne die Hand drauf und möchte dass mein Pferd mich kennt. Und die Jungen hier ind der Nähe stehen matschig, ohne fließend Wasser und werden nich so optimal versorgt. Ich möchte nicht dass er nachher Mangelerscheinungen bekommt. :/ :) trotzdem danke

Kommentar von LyciaKarma ,

Mangelerscheinung bekommt er aber, wenn er in der Box steht. Zu wenig Bewegung, keine oder kaum Stärkung der Bänder und Sehnen. Verdauungstrakt läuft nicht richtig, weil er auf Bewegung ausgelegt ist, die er nicht hat. 

Dein Pferd kann dich auch später noch kennenlernen. Aber du willst doch sicher ein Pferd, das gut sozialisiert ist, oder? Da ist eine Aufzuchtherde einfach das Beste. 

Mit ihm arbeiten kannst du eh nicht, ein mal die Woche 10 Minuten Fohlen-ABC reichen völlig aus. 

Kommentar von ponyfliege ,

dann sollte sie eine stute kaufen. aber boxenhaltung geht trotzdem gar nicht.

ausserdem hats noch keinem geschadet, ein paar hundert eimer wasser zu schleppen.

und matsche im gewöhnlichen mass (bis 20cm) schadt überhaupt nix. da ist ein topfebener weicher und glatter boden viel schädlicher. dann bekommst du einen "storlperer" raus, weil er nicht lernt, die füsse zu heben.

Kommentar von Feivel93 ,

Wenn du "die Hand drauf hast" und zufüttern kannst, wie soll der dann Mangelerscheinungen bekommen? Die meisten Jungpferde sind eh zu fett!

3 Monate Schlamm, wo ist das Problem? Dann wird der wenigstens trittsicher?

Warum willst du ein Kleinkind, das noch nicht ausgewachsen und nicht psychisch gefestigt ist für 3 Monate aus seiner gewohnten Umgebung reißen? Lass ihn doch so lange beim Züchter, wenn er mit dem Wallach dort gut klar kommt.

Für mich klingt das nach "ich habe ein neues Spielzeug, dann möchte ich damit auch spielen"...

Du solltest dir echt noch mal überlegen, ob die genannten Gründe nicht einfach vorgeschoben sind!

Kommentar von ponyfliege ,

genau.

Antwort
von Spiky2008, 77

Am besten in gar keine. Sondern in einen Offenstall mit Gleichaltrigen.

Kommentar von Joejoe164 ,

Das wäre auch der plan gewesen nur is die einzige Möglichkeit sehr matschig, schlecht versorgt und hat kein fließend Wasser. Und ich wollte nicht unbedingt das er Mangelerscheinungen bekommt. :/ :) danke trotzdem

Kommentar von Spiky2008 ,

Mangelerscheinungen bekommt er durch die Boxenhaltung. Siehe Lycias Kommentar. Diesem habe ich nichts mehr beizufügen

Antwort
von Rebecca120181, 61

Ich glaube ich habe gerade schon eine andere Frage beantwortet 😆 

Bei mir am Stall (Pferdewirtin) stehen viele Hengste. Alles Zuchthengste. Und das ist kein Witz, ich gehe zum Spaß mal die Stallgasse durch 

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Und das sind ALLE Hengste, die 100% Hengst sind. Mehr Hengst geht nicht :D

Es wird funktionieren. Vielleicht nicht am ersten Tag aber spätestens am 3.

Viel Glück 

Kommentar von Joejoe164 ,

Vielen Dank, das hört sich sehr vielversprechend an. :D 

Kommentar von ponyfliege ,

ein vorher ordentlich aufgezogener "kavalier" weiss, wann er darf und wann nicht. deshalb sperrt man noch lange kein fohlen allein in einer box ein.

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