Frage von Joejoe164, 76

Jährlingshengst mit Wallachen auf stundenkoppel?

Hallo Leute, Ich bin im Begriff mir einen Jährlingshengst zu kaufen und da stellt sich die Frage wie ich ihn raus stellen kann. Ich weiß Hengste stehen meistens separat aber junge Tiere ja auch in einer Herde. Ich würde ihn zur Weide Saison holen und müsste ihn dann an weiden und würde ihn gerne mit meinen 4 Wallachen raus stellen bis er Tag und Nacht raus geht. Nur die Frage ist ob das geht. Also auf so "kleinem" Raum. Wäre das nen Versuch wert oder sind die Erfahrungen zu negativ? Bitte um Antworten :)

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 28

Ein Jährlingshengst ist hinten und vorne noch nicht Hengst, der entwickelt sich dahingehend erst noch.

Was auf keinen Fall geht ist eine "Stundenkoppel" das junge Pferd braucht eine "Tages-, Wochen-, Monate-, Jahreskoppel".

Jährlinge sind (wenn du ihn beim guten Züchter holst) immer angeweidet, weil die immer auf der Koppel sind, also würde das anweiden wegfallen. Wenn du ein Pferd bei einem Züchter holst, wo das Tier jetzt schon nur stundenweise Auslauf hat und ansonsten nur in einer Box bzw. Laufbox ist, dann würde ich da kein Pferd kaufen.

Wirklich sinnvoll für junge Hengstchen ist eine Gruppe anderer junger Hengstchen mit möglichst einem oder zwei älteren Wallachen zur Erziehung.

In deiner Frage schreibst du vom Sommer (Tag und Nacht draussen) was ist mit dem Winter?

Zur guten Entwicklung von Körper und Geist brauchen die die Aufzucht so nah wie möglich angelehnt an das natürliche Vorbild. Ein Jungpferd von diesem Alter an zu halten, wie ein erwachsenes Pferd bringt mehr als Probleme mit sich.

Noch eine Frage: Wie klein ist der genannte Raum?

Kommentar von Joejoe164 ,

Er müsste auch "nur" höchstens 3 Monate mit meinen raus (wenn es denn klappen würde) und danach dann 24h. Momentan steht er 6 h oder mehr draußen, je nach Wetter. Bei Eisregen findet das kein Pferd toll. 

Die Tageskoppeln sind so groß dass da gut 6 Pferde drauf und sich ausweichen können. 

Kommentar von friesennarr ,

Verstehe das nicht was du geschrieben hast,

Momentan 6 Std. raus - nach Wetter.

Viel zu wenig für ein Jungpferd im Wachstum - meine stehen 24 Stunden draußen - immer und bei jedem Wetter.

Eisregen kommt ja nicht so oft vor, oder?

Was bedeutet Tageskoppeln? Da dürfen sie Tagsüber drauf oder wie? Wenn ja, wo ist das Jungpferd dann in der restlichen Zeit.

Egal wie man es dreht und wendet, ein jährling sollte sich 24 Stunden frei bewegen können - ein Unterstand reicht das schon aus.

Mein letzter Hengst war auf einer Aufzuchtweide (nur Junghengeste und ein älterer Wallach) 24 / 7 für 2,5 Jahre.

Alles was weniger ist sollte man seinem Joungster nicht antun.

24/7 draußen ist Artgerecht für ein Jungtier.

Wie groß ist deiner Meinung nach groß genug, das man sich ausweichen kann? 1 ha oder 2 ha oder ??

Kommentar von Joejoe164 ,

Mit dem Auslaug hast du schon recht aber wenn ich ihn wie ein Wildpferd halte wird er sich auch wie eines benehmen. Und dann hab ich mit 3 einen 1,80 Hengst, der keine Menschen kennt und sich nicht anfassen lässt. Wenn man es so sieht darf man sein Pferd auch nicht reiten. Aber heute sind es doch zumindest hier keine Wildpferde mehr sondern gezüchtet für den sport. Und wie viele Pferde kommen gar nicht raus! Z.b. in 50cm Schlamm bewegen sich die Pferde dann gar nicht mehr dann bringt ihnen das draußen stehen auch nichts außer dass sie sich die Hufe kaputt machen. Und nicht jedes Pferd ist für draußen gemacht. Einer von meinen springt nach ca 2 Wochen täglich ca 6 Stunden Auslauf über den Zaun. Und das immer wieder. Und nicht weil davor mehr gras ist, er kommt dann zum stall gelaufen. Ich kenne auch eine Stute die auf Koppel riesig Panik bekommlt obwohlbis 3 jährig den Sommer komplett draußen war. Und der Besitzer versucht EA immer wieder aber sie will einfach nicht raus. Und andere Pferde mag sie schon gar nicht. 

Ich hab ja nicht gesagt dass er in Boxenhaltung aufwächst aber es wäre so:

Winter halben Tag raus

Sommer ganzen Tag raus

Kommentar von friesennarr ,

Sorry aber das ist quatsch was du da schreibst.

Keines meiner Pferde hat sich in der Fohlenaufzucht zu einem Wildpferd entwickelt und als ich meinen 3 jährigen von der Fohlenweide geholt habe hatte ich ein gut geformtes wohl erzogenes Pferd, genauso wie ich ihn mit 6 Monaten dort hingebracht habe.

Eine Aufzuchtweide wo sie 24 Stunden draußen sind und unter Ihresgleichen aufwachsen hat absolut nichts mit Verwildern zu tun.

In allen Aufzuchtweiden die ich kenne, kommt täglich jemand um nach den Jungtieren zu sehen, sie werden dem Hufschmid vorgestellt und dem Tierarzt. Sie werden ab und an Angebunden und geputzt. Mehr aber eben nicht.

Eine gute Sozialisierung bekommt ein Pferd aber nicht vom Menschen sondern von den anderen Pferden. Diese werden ihn zusammenstauchen wenn er was in der Gruppe falsch macht und er wird mit Freunden um die Koppeln ziehen, wenn er sich einfügt.

Genau dieses Verhalten will man dann wieder wenn sie dreijährig von der Weide zurück kommen.

Ohne Federlesens kann man das Pferd von dort direkt in die Ausbildung nehmen. Wäre ja sehr schlimm wenn man das nicht könnte.

Dazu kommt, das Pferde nur so gesund wachsen, nur so gesunde Lungen und gesunde Charaktere bilden.

Und wie viele Pferde kommen gar nicht raus!

Schlimm dann wenn man damit schon im Fohlenalter anfängt, oder nicht? Sollten sie nicht wenigstens 3 Jahre ohne viel Mensch aufwachsen dürfen? Für Box und stundenweises Raus und die Arbeit ist dann noch etliche Jahre Zeit.

Noch etwas: Warum nimmst du an, das du einen unhändelbaren Junghengst von der Fohlenaufzucht zurückbekommst ?- viel schlimmer werden die Hengste, die bei ihren Besitzern aufgewachsen sind - in Einzelhaft und Einzelkoppel stehen und schon mit 1 em Jahr wie erwachsene gehalten werden.

Wo es bei den anderen Einstellern schon von weitem schreit - geh weg mit deinem Hengst, meine Stute ist rossig - hilfe da kommt der Hengst usw. und dann bekommt das arme Vieh einen schlechten Ruf und durch den schlechten Ruf wird er in Einzelhaft und auf Einzelkoppel vollkommen gegen seine Natur gehalten.

Dann hast du einen Hengst wo du sagen kannst: Es geht nicht - er lässt sich nicht handeln. Gruß

Antwort
von Honey24hh, 5

Ich kann für einen Jährling keine Stundenkoppel empfehlen. Die brauchen mit Gleichaltrigen und älteren (2-3 Jährigen) den ganzen Tag (24 h) Koppelgang.

Antwort
von Rebecca120181, 48

Das ist von Hengst zu Hengst unterschiedlich. Meistens bleiben die ganz entspannt aber es gibt auch welche die schon viel zu früh wissen dass sie Hengst sind. 

Im Normalfall sollte aber alles gut gehen. Ich würde ihn jedoch nicht direkt auf 4 Wallache lassen. Hast du die Möglichkeit einen von denen erst mal ein paar Tage mit dem Jährlich auf eine Weide zu stellen?

Kommentar von Joejoe164 ,

Ja die Möglichkeit besteht. Das ist ein guter Tipp! 

Antwort
von pilot350, 36

Mit einem Jährlingshengst wird das gehen. Erst ab ca. 18 - 20 Monate kann es vielleicht ein Problem geben.

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