Frage von Honeybeee99, 60

'Hast du keine Feinde, dann hast du keinen Charakter' - was ist dran?

Hallo liebe Community!

Auf eben diesen Satz bin ich vor ein paar Tagen im Netz gestoßen und er hat mich zum Nachdenken gebracht. Ich habe eigentlich keine Feinde, aber natürlich gibt es Leute, die mich nicht mögen... Sicher, wer bei niemandem aneckt, kann keinen eigenen Charakter haben bzw verstellt sich gegenüber anderen:

Was meint ihr dazu, braucht man unbedingt Feinde, um sagen zu können, dass man Charakter hat?

Expertenantwort
von rotesand, Community-Experte für Kleidung, Auto, Mode, Schule, 12

Hallo!

Ich sage mal so ------> da steckt schon was Wahres drin!

Ich interpretiere den Satz in Richtung "Everybody's Darling ist Everybody's Depp" -----> gleichnamiges Buch habe ich vor 'nen paar Jahren auch mal gelesen & da wird recht unterhaltsam (ich kann's echt empfehln!!) beschrieben, dass jmd., der allen gefallen will auch im Grunde die Zielscheibe anderer Leute ist. Genauso ist eine Person, die immer allen gefallen will eigentlich nicht in der Lage, einen eigenen Charakter zu entwickeln & darauf ziele ich damit ab!

Meine Ansicht -------> Jemand, der allen gefallen will hat mMn auch kein echtes "Profil" --------> "Profile" haben nur Menschen, die auch mal anecken, ihre eigene nicht immer mehrheitsfähige Meinung begründen und vertreten können (dabei aber nicht über Leichen gehen) und wissen, was sie wollen, sachlich argumentieren & bereit sind auch mal gegen den Mainstream bzw. auch mal gegen scheinbare Windmühlen anzukämpfen!

Antwort
von dasadi, 14

Wenn man Glück hat, ist man von vielen Menschen umgeben, die Toleranz gegenüber Charakteren üben, die ihnen nicht liegen. Charaktereigenschaften können für einen Menschen unnachvollziehbar sein, dewegen kann er den anderen trotzdem mögen. Meine besten Freunde haben in vielen Dingen eine andere Meinung als ich und wir können auch darüber debattieren oder uns aufregen. Aber wir würden uns deshalb nicht weniger mögen, denn Freundschaft bedeutet, Treue, Loyalität und Toleranz,und....mehr als alles andere: Ehrlichkeit und die Erlaubnis, ehrlich sein zu dürfen.

Es ist wohl so, dass Menschen, die aktiv sind, also die Macher und die, die nicht durch die Blume reden sondern klare Worte verwenden, im allgemeinen unbeliebt sind. Denn offene Worte sind manchmal verletzend, meist weil der andere den Nagel auf den Kopf getroffen hat.

Ein diplomatischer Mensch hat die Fähigkeit, klaren Worten auszuweichen, ohne seinem Gegenüber nach dem Mund zu reden.

Ich verurteile nichts von beidem.

Was ich als Feind bezeichne, ist ein Mensch, der wissentlich und böswillig die Unwahrheit sagt, um das eigene Ego zu stärken oder um zu übervorteilen. Der zu jedem freundlich ist, weil er nur seinen eigenen Vorteil im Fokus hat.

Niemand braucht Feinde, man kann auch ein guter Mensch werden, ohne dass man Feinde hat. Ein guter Mensch kann man auch durch gute Freunde, durch das richtige Umfeld und durch Warmherzigkeit werden.

Antwort
von Maimaier, 18

Feinde zu haben ist keine Vorraussetzung für einen Charakter. Jeder Mensch hat einen Charakter. Er kann ehrlich oder unehrlich sein, freundlich oder unfreundlich, aufgeschlossen oder schüchtern usw.

Zum Charakter zählen auch die Eigenschaften, die auch andere haben. Warum sollte eine Eigenschaft nur dann zählen, wenn sie anderen entgegengesetzt ist? Zählt nur das, was andere nicht sind oder nicht wollen? Das wäre blindes Trotzdenken.

Antwort
von S7donie, 21

Nein, solche Sprüche sind extrem sinnbefreit und redundant. 

Ein Mensch der nur zuhause rumsitzt, Bücher liest und sich nur mit Freunden umgibt hat auch keine Feinde, oder keine Menschen die ihn nicht mögen, da sie ihn gar nicht kennen. Und trotzdem hat er Charakter. Oder Menschen die sich immer so geben dass die meisten sie mögen, die sind sehr gerissen und geben sich immer so, dass man sie mögen muss, die sind alles andere als charakterlos, aber naja.

Antwort
von Sleepcheap19, 19

Ich finde Feindschaft zu anderen setzt eine militante Haltung voraus. Und die muss nicht jeder haben.

Man kann auch einfach nicht übereinstimmen; ganz ohne Feindschaft. Also ist meiner Meinung nach nix dran ;-)

Antwort
von oxygenium, 15

Wer Feinde hat,braucht auf jeden Fall ein schnelles Pferd.

Ob nun Feinde was mit Charakterstärke zutun hat stelle ich mal in Zweifel.

Mir ist aber bekannt,wer seine persönliche Meinung kund tut und seiner Linie dabei treu bleibt,ist nicht immer beliebt.

Wir müssen aber auch nicht alle und jeden lieben und umgekehrt. Und das macht den Menschen aus.

Antwort
von Laberdor, 41

Ob man Feinde unbedingt braucht, sei mal so dahingestellt.

Grundsätzlich ist die Aussage dieses Satzes wohl die, dass ein Mensch ohne Feinde mit allem konform geht, keine eigene Meinung hat, die ein anderer anfechten könnte und kaum noch ein Individuum ist. Und das ist nicht einmal die Unwahrheit. ;)

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