Frage von dof45, 100

hallo kann man einen alkoholkranken zwangseinweisen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von furbo, Community-Experte für Recht, 72

Zwangseinweisen geht nur in ein geschlossenes Krankenhaus. Ein Alkoholkranker kann nur unter den Voraussetzungen, die auch für einen Nichtalkoholiker gelten, eingewiesen werden. D.h. er muss für sich oder andere eine Gefahr darstellen.

Gegen den freien Willen eines Alkoholkranken darf er nur wegen seiner Krankheit nicht eingewiesen  werden.

Btw: Gegen den Willen des Alkoholkranken bringt eine zwangsweise Therapie sowieso nichts. Ein Alkoholkranker muss selbst den Entzug wollen, sonst ist jede Therapie sinnlos. 

Kommentar von dof45 ,

das habe ich mir  schon gedacht,aber ich kann nicht hilflos mitansehen ,wie dieser Mensch sich körperlich kaputt macht.Es gibt nur eine Möglichkeit, ihn vor die Wahl zu stellen ich oder der Alkohol.

Kommentar von furbo ,

Dein Problem ist mir wohlbekannt und verstehe ich dich sehr. Den Alkoholkranken wegzusperren hilft nicht. Damit erreicht man keine dauerhafte Abstinenz. Erst wenn der Kranke tatsächlich selbst vom Alkohol wegkommen will, hat man eine Chance. Und selbst das ist ein langer Weg, von Rückschlägen gekennzeichnet. Ansonsten kommen irgendwann Korsakow und Konsorten. Alleine bist du absolut überfordert, vielleicht selbst schon koabhängig.  Hast du schon einmal daran gedacht, zu einer Suchtberatungsstelle zu gehen? 

Ich wünsche dir viel Kraft. 

Antwort
von Ostsee1982, 67

hallo kann man einen alkoholkranken zwangseinweisen?

Nein kann man nicht. Wie andere auch schon angemerkt haben, eine zwangsweise Unterbringung beinhaltet eine Eigen- und/oder Fremdgefährdung, ob das vorliegt entscheidet der diensthabende Psychiater nach Begutachtung.

Antwort
von RubberDuck1972, 69

Meines Wissens nach: Nur wenn er für sich eine Gefahr darstellt. Suizidankündigungen...

Hast du schon mal was von "Alkohol-Intervention" gehört? - Ruf´ mal beim "Sorgentelefon", der Karitas oder dem Diakonischen Werk an.

Ich bin nicht auf dem neusten Stand, aber bei einer Alkohol-Intervention soll der Betroffene quasi von seiner Familie und seinen Freunden dazu gebracht werden, sich freiwillig in Behandlung/Therapie zu begeben. Das muss man richtig vorbereiten.

Die Intervention läuft so ab, dass alle dem Betroffenen sagen, dass sie ihn mögen bzw. was sie an ihm mögen und was ihnen an Persönlichkeitsveränderungen aufgefallen ist, seit er so viel Alkohol trinkt.

Antwort
von user8787, 55

Zwangseinweisungen gelten nur bei Selbst- oder Fremdgefährdung. 

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