gutefrage.net, die Ratgeber Community
Login   |  Registrieren   |  Forum |  Richtlinien & FAQ
60 

Wie kann man erreichen, einen alkoholkranken Menschen "einweisen" zu lassen?

gefragt von suheyl2005suheyl2005 am 22.05.2007 um 11:38 Uhr
Frage beantworten

Hier finden Sie weitere Fragen zu den Themen:

Recht x 35.004

anonym
beantwortet von Sambista am 22. Mai 2007 11:49
5x
Die Antwort ist hilfreich? Dann klick mich!

Leider kann ich Andrea nur zustimmen.

Allerdings war bei meinem Onkel der Entzug erst dauerhaft wirksam, als er das zweite Mal aus Überzeugung, dass es so nicht weitergeht, in die Klinik gegangen ist. Das erste Mal hielt gerade mal 2 Jahre, das zweite Mal jetzt über 20 Jahre.

Kommentar von Simple_avatar1smallAndrea1204 am 22. Mai 2007 11:55

Ich drücke alle Daumen, daß es so bleibt ;-))

Kommentar von Sambista am 29. Mai 2007 09:05

danke :)


Andrea1204
beantwortet von Andrea1204 am 22. Mai 2007 11:43
5x
Die Antwort ist hilfreich? Dann klick mich!

Das wird ein echtes Problem!!! Ich spreche aus Erfahrung! Man muss jemanden "entmündigen" lassen und das ist nicht ganz einfach. Der einfachste Weg ist, wenn der Kranke selbst zugibt, Hilfe zu benötigen und dann sich einweisen lässt. Ich weiß, es ist ein schlimmes Thema, aber hier kann ich nur sagen: Ich musste hilflos mit zusehen, wie sich meine Mutter zu Tode getrunken hat :-(((

Kommentar von 537310e680d277536f9b3d88763be74dsmallsuheyl2005 am 22. Mai 2007 11:47

So weit ich weiß, ist seit einigen Jahren nicht mehr möglich, jemanden "entmündigen" zu lassen. In meiner Familie terrorisiert ein 72-jähriger Mann seine Frau mit Wahnvorstellungen. Jetzt schickte er die Frau aus dem Haus, schlug einiges im Haus zusammen und droht mit "Haus anzünden", "aufhängen" usw. Die Polizei war einige Male bei ihm, konnte jedoch angeblich nichts unternehmen. Die Familie hat angst, zu ihm zu gehen. Was kann man machen? Nur zusehen, bis etwas Schlimmes passiert?

Kommentar von Simple_avatar1smallAndrea1204 am 22. Mai 2007 11:52

ich weiß, ich weiß - das ist ein schlimmes Thema! In der Klinik gibt es die Entgiftung, das hilft aber nicht so wirkilch! Eine erfolgreiche Therapie muss über eine Einweisung erfolgen, aber leider nicht ohne Zustimmung des Patienten. Im Krankenhaus konnten die mir leider nicht weiterhelfen, trotz Ärzte, Psychologen usw. Die Entgiftung wurde durchgezogen, aber danach ist der große Schritt zu machen!! Grausam, wirklich!!

Kommentar von Simple_avatar1smallAndrea1204 am 22. Mai 2007 11:54

Es gibt auch Hilfen über den Kreuzbund bzw. die AA (Anonymen Alkoholiker), aber die können auch nur helfen, wenn der Kranke zu Ihnen kommt, die kommen zu niemandem.....

Kommentar von 537310e680d277536f9b3d88763be74dsmallsuheyl2005 am 22. Mai 2007 12:02

Vielen Dank für Eure Hilfen. So wie ich es sehe, müssen wir tatsächlich eben doch warten, bis etwas passiert. Das ist wirklich grausam für die ganze Familie!!!!!!

Kommentar von B1e7156b56f68f91ca896274da6882d9smallwaterlilies am 22. Mai 2007 11:55

Statt des Entmündigungs- gibt es seit 1992 die Betreuungsverfahren. Die Errichtung einer Betreuung kann von einem Angehörigen, einem Arzt oder einer Amtsstelle angeregt werden. Auskunft gibt hierüber das zuständige Amtsgericht - Vormundschaftsgericht -

Kommentar von 35ad1655dea747ef6e926418fd4fe006smallsevendayson am 22. Mai 2007 19:54

@suheyl Bei so etwas wie dem 72 jährigen ist Gefahr im Verzug, den kann man doch mit der Polizei zwangseinweisen lassen, nur muss die Familie dafür hart genug sein, um das durchzustehen und das ist oft ein Problem. Amtsgericht benachrichtigen, Polizeiprotokolle mit einreichen und dann sollen die alles weitere regeln.


Knowledge
beantwortet von Knowledge am 14. September 2007 17:42
3x
Die Antwort ist hilfreich? Dann klick mich!

So schlimm es in dem Fall klingen mag: Man darf sich nicht über die Person eines Anderen stellen und ihn entmündigen lassen. Es ist die Freiheit jedes Einzelnen, so zu leben, wie es ihm Spass macht, wenn er niemanden damit schädigt. Und wenn er sich zu Tode trinkt, ist das sein gutes Recht. Wie würde es einem der Antwortenden gefallen, wenn morgen jemand zu ihnen käme und sagte: "Dein Leben gefällt mir nicht, deshalb lasse ich dich entmündigen"?


loopwithme
beantwortet von loopwithme am 22. Mai 2007 13:27
3x
Die Antwort ist hilfreich? Dann klick mich!

Für jede Form der Hilfe ist Krankheitseinsicht des Betrofenen unabdingbare Voraussetzung. Es nützt überhaupt nichts, die Leute in den Entzug und die Therapie zu "schicken" (in welcher Form auch immer), sie müssen selbst davon überzeugt sein, dass es so nicht mehr weitergeht.

Eine Zeit lang gab es das Programm "Therapie statt Strafe", bei denen straffällige gewordene Alkohol- und andere Drogenabhängige sich den Knast oder eine ganze Ecke Haftzeit sparen konten, wenn sie in Therapie gingen. Die Rückfallquoten haben dem Programm keine besondere Effizienz bescheinigt.

Wie also mit einem Alkoholabhängigen umgehen? Wenn er keinerlei Krankheitseinsicht zeigt oder immer nur verspricht, aber nichts hält, da hilft nur eins: ihm die Unterstützung entziehen, ihm zeigen, das man ihn auf seinem Weg nicht stützt. Nichts verdeckt, nichts beschönigt, ihm notfalls den Stuhl vor die Tür setzt und ganz notfalls zuschaut, wie er Stück für Stück immer tiefer sinkt. Bis es ihm reicht. Das ist ganz sicher sehr hart, wenn es sich um einen nahestehenden Menschen handelt, aber alles Andere hat überhaupt keinen Zweck. Die Hilfe kann man dem Menschen nur dann geben, wenn er sie auch wirklich will. Dann sollte aber auch das Umschwenken kommen und ihm Hilfe geboten werden!

Ein ganz anderes Problem ist aber oft der sogenannte "Co-Alkoholiker": dann stützt das Umfeld aus verschiedenerlei Gründen die Sucht. Was sich da abspielt, würde den Rahmen hier sprengen und ist von außen oftmals nur schwer zu erkennen. Auch wenn diejenigen, die so etwas betrifft, dem Überbringer der Botschaft häufig am liebsten die Gurgel rumdrehen würden, bleibt doch oft die Frage, durch welches Verhalten man den Alkoholismus des Betroffenen offen oder versteckt stützt...

Kommentar von 537310e680d277536f9b3d88763be74dsmallsuheyl2005 am 23. Mai 2007 09:47

Danke für diese Antwort. Sie hilft mir sehr weiter - bzw. bestätigt meine Ansicht. Nochmals danke! Suheyl

Kommentar von 345b91b71226a3c3dc19086ee5c77bfdsmallloopwithme am 23. Mai 2007 12:58

Bitte bitte, gern geschehen :-)


ETEAM
beantwortet von ETEAM am 22. Mai 2007 13:04
3x
Die Antwort ist hilfreich? Dann klick mich!

Ich kann Andrea1204 auch nur zustimmen! Habe die Hälfte meines Lebens(12Jahre) nichts anderes gesehen wie das meine Mama getrunken hat! Habe jahrelang versucht alles mögliche zu unternehmen, aber es hatte leider nichts geholfen! Die Ehe meiner Eltern zerbrach und sie hätte fast ihre 2 Töchter verloren! 2004 hatte sie dann einen schweren Herzinfarkt, ihr Nachbar hatte sie gott sei Dank rechtzeitig gefunden! Bin dann sofort 600Km nach Hause gefahren und mich darum gekümmert das sie endlich eine Therapie macht! Es war zwar ziemlich hart die Tage, möchte es auch kein 2. Mal erleben, aber toi toi toi sie ist seit 3 Jahren trocken und ich habe endlich meine Mama zurück....Ich wünsche Dir/euch ganz viel Kraft....

Kommentar von Simple_avatar1smallAndrea1204 am 22. Mai 2007 13:17

Das freut mich wirklich für Dich, daß Du es geschafft hast. Wünschte, ich hätte es auch hinbekommen :-(

Kommentar von 7825c62e4cee9a23440868fb28764309smallETEAM am 22. Mai 2007 14:04

ja das kann ich nachvollziehen...ich muß aber auch sagen das die 12 Jahre schon Spuren bei mir hinterlassen haben!Alles Gute für dich...


suheyl2005
beantwortet von suheyl2005 am 24. Juni 2007 20:00
2x
Die Antwort ist hilfreich? Dann klick mich!

Zur Situation: Der Mann wurde inzwischen "zwangsweise" eingewiesen. Nach knapp 3 Wochen musste er entlassen weil, weil er keiner Therapie zustimmte. Obwohl wir ihm klar machten, dass seine Familie nicht mehr für ihn da sein wird (und in erster Linie seine Frau), wenn er keine Therapie macht, bestand er auf eine Entlassung. Bereits 2 Tage später wurde er mit dem Notarzt nach einem Zusammenbruch (Alkohol und Hitze) ins "normale" Krankenhaus eingeliefert - nach 2 Tagen wiederum entlassen. Heute, nach weiteren 5 Tagen, ist er so weit, er will freiwillig eine Therapie machen. Jetzt hoffen wir, dass er tatsächlich morgen auch noch damit einverstanden ist - er merkt, dass er ganz alleine ist, die Familie hält sich jetzt fern (nach Anraten der Ärzte).


anonym
beantwortet von Carryna am 31. Juli 2009 20:14
0x
Die Antwort ist hilfreich? Dann klick mich!

bei meinem Vater (62) haben wir das Problem, dass er mittlerweile shitsophren ist vom ganzen Alkohol, er trinkt seit ugf. 50 Jahren durchgehend, kein Geld mehr zum saufen zur Verfügung hat und heute mal wieder eine Morddrohung an meine Mutter gerichtet hat, diese ich mal wieder mitbekommen habe. Leider unternimmt der angebliche Freund und Helfer überhaupt nichts. Einmal hat er meiner Mutter das Nasenbein gebrochen vor lauter Wut darauf, dass er kein Geld mehr hat. Die Wut auf andere ist ja bekannt bei Alkoholikern. Mein Vater sagt selber von sich dass er nicht mehr lange zu leben hat, weil sein Hauptnahrungsmittel der Alkohol ist. Das weiß er selber. Noch dazu sagen muss ich, dass er in unserem Dorf als nicht zurechnungsfähig gilt und er deshalb auch nirgends mehr an sein Ziel kommt, Gottseidank. Allerdings beherrscht er die Lügerei so gut, dass er es sogar schafft ohne Absicherung an einen höheren Dispo an der Bank zu gelangen, weil er und der Bankmensch sich schon so lange kennen. Mein Mutter muss jedes Mal alles rückgängig machen, aus Angst, sie müsse nach seinem Ableben seine Schulden übernehmen.

Morgen werden wir mal wieder zur Polizei fahren und ihn anzeigen (meine Eltern leben getrennt, aber im selben Haus wegen Eigentumstreiterei) obwohl wir jetzt schon wissen dass es nichts bringt. So ist das leider in Deutschland. Ich hoffe nur dass es nicht so weit kommt dass er seine Drohungen war macht. Vielleich habt ihr ein paar Tips was wir tun können um andere Menschen vor ihm zu schützen? Mit 4 Promille im Blut fährt er übrigens auch Auto. Erwischt wurde er öfter schon, seltsamerweise hat die Polizei noch nie etwas unternommen. Er wurde immer samt Auto und Führerschein nach Hause geschickt!?


anonym
beantwortet von picco54 am 29. Mai 2009 20:00
0x
Die Antwort ist hilfreich? Dann klick mich!

hallo guten tag ich finde es auch sehr traurig das erst was passieren muß bevor man was tun kann. bei mir ist die situation so: mein mann hat sich mit 59 jahren totgetrunken . mein sohn (38)trinkt seit er 14 ist....das schlimme ist: er weiß es ..er sagt selber er ist alkoholiker aber er will nichts ändern....ich kann doch nicht nochmal hilflos zusehen wie sich ein mensch den ich liebe umbringt....ihr sagt : es kann einem erst geholfen werden wenn er einsieht das er alkoholiker ist...mein sohn weiß es aber er lässt sich nicht helfen...wie sieht denn da die sachlage aus? er hat mitlerweile die räumungsklage , arbeit eh seit jahren nicht und frau und kinder gingen schon vor 5 jahren. was bitte kann ich tun? übrigens könnte mein sohn durchaus arbeiten und er müßte auch wissen das es nur noch ein schritt zum abgrund ist ...er beendete die schule mit 1,2 durchschnitt. mein jetziger mann und ich haben ihm immer geholfen auch geld gegeben für miete usw...aber ich denk so wird er es nie einsehen das er was tun muß...nun lass ich ihn finanziell hängen...so schwer mir das auch fällt. was mach ich richtig? was mach ich falsch? vielen dank für euer zuhören:) vielleicht habt ihr ja auch hilfe für mich marion


Frage beantworten

Verwandte Fragen

Verwandte Fragen

Verwandte Tipps

    Fristgerecht krankmelden

Noch nicht die richtige Antwort? Dann hier in allen Fragen und Tipps suchen:




Die unter gutefrage.net angebotenen Dienste und Ratgeber Inhalte werden nicht geprüft. Die Richtigkeit der Inhalte wird nicht gewährleistet. Bitte lesen Sie hierzu auch unsere Rechtlichen Hinweise.