Geldsystem im Mittelalter?

4 Antworten

Geldwechsler werden schon in der Bibel erwähnt. Die gab es dann natürlich auch im Mittelalter. Das Münzrecht hatten nicht nur Könige, sondern auch kleinere Herrscher, und Inflation hat es auch schon damals gegeben. Grund dafür war nicht, dass zu viele Münzen geprägt wurden, sondern das die Münzen "abgemagert", also im Wert gemindert wurden. Ohne moderne Technik hat das alles funktioniert, weil die Menschen damals mit ihrem Abakus und ihrem Kopf rechnen konnten.

Banken im heutigen Verständis gab es so noch nicht.
Es gab dieses System Banco, wovon sich das Wort Bank und Giro ableitet und Geldverleiher, wie z.B. die Fugger.

Anfänglich waren es Klöster, gar Mönche die sich gar "mildtätig" betätigten, für 'nen "kleinen Zins" von 33%.
Kaufleute zahlten einen Betrag ein (Giro) udn erhielten einen Kreditbrief (Wechsel), den sie am Ort vorlegen konnten und eben Geld (Scheine und Münzen) ausgezahlt bekamen.
Diese Geldhäuser verliehen auch Geld (Kredit).
Bei Zahlungsverzug drohte der Schuldturm, daher das heute noch übliche Wort für Schuld (Schulden).

Niemand wußte wieviel Münzen im Umlauf waren und welchen Wert die gerade hatten.
Zumal es nicht allein ums schnöde Marktgeschehen ging, auf dem Warentransport wurden Zölle fällig, nicht gerade wenig.
Nahzu von einer Stadt zur nächsten stand zuweilen vor jedem Dorf ein Zollhaus.

Das Geld bestand aus Edelmetal (Gold, Silber, Kupfer) und hatte dementsprechenden Wert. Das wurde abgewogen, wenn es eine Fremdwährung war. Inflation gab es in wesentlich geringeren Ausmaß, denn Edelmetalle können sich nicht unendlich vermehren, wie Geld aus Papier oder digital.

Die Kirche verbot ursprünglich das Geldgeschäft. Dementsprechend waren die Juden die ersten, welche Geld wechselten und das machte diese unbeliebt. Die bekannteste jüdische Familie hatte ein rotes Schild am Hauseingang zur Wiedererkennung, die Rothschilds wurden jedoch erst als Banker bekannt, als auch Christen Bankgeschäfte tätigten https://de.wikipedia.org/wiki/Rothschild_(Familie)

Das Christen mit Geldverlei und Geldwechsel verdienten geschah am Ende des Mittelalters. Im deutschsprachigen Raum wurden besonders mächtig die Welser https://de.wikipedia.org/wiki/Welser und vor allem die Fugger https://de.wikipedia.org/wiki/Fugger im italienischsprachigen Raum waren es die Medici https://de.wikipedia.org/wiki/Medici die schafften es sogar in den Adelsstand gehoben zu werden. Eine von Beginn an gleich in den Niederlanden und Deutschland tätige Bankiersfamilie, die Barings, die dann nach England ging, schaffte es, dort auch in den Adelsstand zu gelangen https://de.wikipedia.org/wiki/Baring_(Familie)

Der Geldverlei schaffte Macht und Ansehen, konnte jedoch auch in den völligen Ruin enden, denn nicht immer erhielt man das Geld zurück.

Woher ich das weiß:Hobby

Es hatte zwar jedes kleine Fürstentum seine eigene Münzen. Die waren aber aus Edelmetallen wie Gold oder Silber.

Auf (größeren) Märkten gab es Geldwechsler die die Münzen einfach nach Gewicht getauscht haben.

Der Wert einer Währung hing damals noch direkt vom Wert des Metalls in den Münzen ab.

Frühe vorläufer der Bankenwesens gab es auch schon. Bei den Großen Handelshäusern wie den Fuggern oder Medici konnte man an Ort A Geld einzahlen und an Ort B Auszahlen lassen. So musste man keine großen Geldbeträge über Land transportieren.