freund ist sauer wenn ich ihm meine Meinung sage?

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5 Antworten

Meistens reagiert man auf Kritik von außen empfindlich, wenn man sich selbst insgeheim die gleiche Kritik vorsagt.

Ist er zum Beispiel tatsächlich etwas unsicher und sucht deshalb in einer großen Anzahl von weiblichen Freunden Bestätigung, ist sich seiner Unsicherheit dabei bewusst, so reagiert er auf die (rein objektiv betrachtet recht harmlos erscheinende Kritik von außen) gereizt, will nicht darüber reden oder wehrt sie vehement ab. Nicht genug, dass er sich selbst für Unsicherheit kritisiert, jetzt müssen es auch noch andere tun. Vielleicht hat er auch Angst, durchschaut zu werden.

Wäre er selbst davon überzeugt, dass er vollkommen sicher ist und einfach gerne mit Mädchen rumhängt, bzw. er doch nach Bestätigung suchen, sich aber nicht dafür verurteilen würde, so müsste er auch keine Angst haben, durchschaut bzw. kritisiert zu werden.

Um sich besser hineinversetzen zu können, stell dir eine umgekehrte Situation vor. Angenommen du seist schüchtern und würdest es für einen Makel halten, dich nie durchsetzen zu können. Jetzt würde dir jemand etwas zu dir sagen, wie "Du redest immer so leise, man versteht dich gar nicht" oder "Süß, jetzt wird sie rot". Du wärst über die (von außen betrachtet eigentlich recht harmlose) verärgert, bzw. wütend auf die Person, dass sie dich kritisieren muss, wo sie doch weiß, dass du unsicher bist.

Fändest du es hingegen nicht schlimm, unsicher zu sein, weil das einfach zu dir dazugehört, so würde dir die Bemerkung gar nichts ausmachen. Ebenso wenig, wenn du davon überzeugt wärest, eine extrovertierte und selbstbewusste Persönlichkeit zu sein.

Das soll dich aber nicht daran hindern, ehrlich zu sagen, was du denkst. Seine Gereiztheit oder Abwehr ist auf eine gewisse Unsicherheit seinerseits zurückzuführen, jedoch nicht darauf, dass deine Kritik unangemessen wäre. Du solltest zwar nicht ausnutzen, dass er Schwachstellen hat, wenn du jedoch eine berechtigte Kritik an seinem Verhalten hast, so darfst du diese ruhig äußern. Deine Gefühle sind schließlich nicht weniger wert als seine. Wenn er Unsicherheiten hat, er keine Kritik verträgt, so ist es an ihm, seine Unsicherheiten zu überwinden.

Zum Thema Kritik: Die Kritik, die letztlich zu einer Verbesserun der Situation führt, ist eine sachliche Kritik. Wenn du ihn kritisierst, betone, dass du nur sein Verhalten kritisierst, jedoch nicht seine Person an sich. Sobald man als Person angegriffen wird ("Du bist so unzuverlässig!") ist die automatische Reaktion Abwehr und Verteidigung. Das führt eher zu sinnlosem Streit als zu einer Lösung. Besser wäre also nach dem Beispiel aus der Klammer: "Mich stört, dass du jetzt schon oft zu spät gekommen bist, wenn wir verabredet waren."

Ich würde es auch lieber sein lassen, ihm eine Analyse seiner Psyche vorzutragen, es kann gut sein, dass er nicht ganz versteht was du meinst, auch wenn sie der Realität entspricht. Kritisiere lieber ganz konkret ein bestimmtes Verhalten oder sage direkt, was dich stört. Juckt es dich zum Beispiel, dass er so viel Zeit mit seinen schönen Freundinnen verbringt, sage ihm das genau so, ohne viel Drumherum Gerede.

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Hey nanunana123321, 

es ist schon etwas Wahres dran, dass manche Männer es bevorzugen, Konflikte aus dem Weg zu gehen. Die Hauptursache dafür ist, dass manche Männer keine Lust auf "unnötigen" Stress in einer Beziehung haben. Was konfliktscheue Männer jedoch nicht zu wissen scheinen:

Konflikte und Diskussionen aus dem Weg zu gehen verursacht nur noch mehr Probleme - und das kann keine Lösung sein, die sich positiv auf eine Beziehung auswirkt. Das Vermeiden von Diskussionen und Konflikte führt allerhöchstens nur zur Trennung, aber zu keiner Verbesserung des Problems. 

Deshalb sollte ein konfliktscheuer Mann seiner Partnerin zumindest zuhören, wenn sie ihm etwas zu sagen hat. Dabei ist es jedoch die Aufgabe der Frau, dass sie ihrem Partner ihr Anliegen so mitteilt, dass er sich nicht angegriffen oder beleidigt fühlt. Sie sollte sachlich und verständlich bleiben. Aber auch verdeutlichen, dass sie es ernst meint. 

Damit möchte ich dir sagen, dass auch dein Freund anscheinend ungern mit der Tatsache konfrontiert wird, dass er viele weibliche Freunde hat. Sagst du ihm, dass dir das nicht gefällt, reagiert er genervt und fühlt sich nicht mehr in der Lage, darüber zu sprechen, da er sich beleidigt und, wie es hier schon erwähnt wurde, kritisiert fühlt.  

In dieser Situation solltest du Ruhe bewahren, da es dir nichts bringen würde, ihn unter Druck zu setzen oder wenn du ihn Tag für Tag mit deinem Anliegen konfrontierst. Aber was kannst du tun, damit er dir zumindest zuhört? 

Du solltest ihm deutlich, ernst aber sachlich und konsequent erklären, dass es zumindest dir wichtig ist, dass du mit ihm über seinen großen Anteil an weibliche Freunde reden möchtest und dass du seine vielen weibliche Freunde nicht gutheißen kannst. Achte nur darauf, dass er nicht das Gefühl bekommt, dass du über seinen Freundeskreis bestimmen möchtest. Gebe ihm zu verstehen, dass es dir wichtig ist, wenn er dir zumindest zuhören würde; dass die Beziehung nicht funktionieren kann, wenn er Tatsachen vermeidet, die nun mal der Wahrheit entsprechen. Erkläre ihm, dass das keine Lösung ist, sondern vielmehr Gift für eure Beziehung ist. 

Sollte er sich wiederholt weigern, darüber zu sprechen, der Tatsache ausweichen oder Probleme haben, dir nur zuzuhören, solltest du an einer Auszeit denken, die euch dann gut tun könnte. 

Wenn selbst das nicht helfen sollte, muss an einer Trennung gedacht werden. Denn Konflikte, Probleme und Diskussionen zu meiden macht jede Beziehung kaputt. Auch eure. Dein Freund sollte sich also besser in Zukunft die eine oder andere Meinung von dir anhören, wenn ihm die Beziehung wichtig ist. 

LG, Toxic38 

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Ich habe das auch erlebt und verstehe die Reaktion schon. Wenn ein junger Mann ungefragt eine ,,An alyse" erhält, hat er vielleicht das Gefühl, dass er im Denken bevormundet wird. Am Besten erklärst Du ihm, was Dich stört (Verhalten oder Aussagen, keine ,,Ursachen") und fragst ihn dann, wieso? Fragen beantworten ist immer angenehmer, als irgendwelche Psychologie über sich ergehen zu lassen. Wenn Deine Vermutungen zutreffen, fühlt er sich ,,ertappt" wenn sie falsch sind, verärgert. Rede miteinander soviel als möglich, aber nur durch Fragen wird man klug!

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Nun ja ich würde da genauso reagieren. Du machst ihm Vorwürfe und kritisierst ihn und niemand wird gerne kritisiert das ist der Punkt.

Ihr solltet euch in einer ruhigen Minute zusammensetzen und das ausdiskutieren wenn dich das so stört.

Und dann konfrontiere ihn nicht direkt mit der Tatsache. Sag ihm beruhigt und sachlich, dass dir aufgefallen ist das er sehr viele weibliche Freunde hat und dann kannst du hinterfragen warum das so ist. Du wirst sehen dass er dann höchstwahrscheinlich eine Antwort gibt und nicht direkt zu macht oder die Diskussion boykottiert.

Und dann solltest Du vielleicht darüber nachdenken wie man konstruktive Kritik gibt um eventuell weitere unnötige Diskussionen oder Streit mit ihm zu verhindern.

Ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen.

Lg 😊

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Ich gehe mal davon aus, dass Ihr sachlich über ein Thema diskutiert und Du ihm nicht endlose Vorhaltungen und verallgemeinernde Unterstellungen an den Kopf wirfst (Du machst dauernd... Du sagst jedes mal...Von dir höre ich immer nur...Kannst nicht wenigstens ein mal.....)

Die Kunst ist, dem anderen klar zu machen, dass man seine Meinung interessant findet (was keine Lüge ist, denn in fast jeder Meinung steckt irgend etwas Diskussionswürdiges), aber in diesem oder jenem Punkt ein wenig anders denkt. Sag ihm, dass vielleicht was sehr Interessantes dabei rauskommt, wenn man die beiden Meinungen mal unvoreingenommen gegeneinander stellt und Schlüsse daraus zieht. Wenn man die richtigen Worte findet, begreift der andere, dass man nicht seine Person infrage stellt, sondern sich nur für eine andere Meinung interessiert und erfahren möchte, warum sie von der eigenen abweicht.

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