Wer in Kaufhäusern Panikattacken hat, der hat unbewusst vielleicht “nur” Angst, mit Vergnügen bis zum Umfallen shoppen zu gehen. Wer in einem Aufzug “Platzangst” hat, der hat vielleicht Angst vor seiner eigenen Wut auf den Kollegen, der mit ihm im Aufzug steht. In einer Verhaltenstherapie würden Therapeut und Patient so lange Aufzug fahren, bis die Angst des Patienten verschwunden ist. In einer Psychoanalyse geht man der unbewussten Ursache der Angst nach. Sobald sie verstanden ist, löst sie sich oft auf. Die Psychoanalyse ist eine anthropologische Wissenschaft. Sie erforscht das Zusammenspiel von bewussten und unbewussten seelischen Vorgängen. Wie sich diese Kräfte auf das Verhalten und das Erleben auswirken, untersuchen Analytiker und Patient gemeinsam. Auch wenn Psychoanalyse zu Zeiten Freuds als “Redekur” galt, so ist es viel mehr: Durch die regelmäßigen Termine kann der Patient unbewusst mit dem Therapeuten Beziehungs-Situationen herstellen, die ihm bekannt vorkommen und die ihm immer wieder Probleme bereiten. Das ist dann die Gelegenheit, diese Situation genau zu betrachten. Der Analytiker behält den Überblick und ermöglicht es dem Patienten, neue Beziehungs-Erfahrungen zu sammeln. Diese Erfahrungen sind es, die grundlegende Veränderungen beim Patienten bewirken.

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