Frage von retzi1, 123

Elektro-Installation selbst machen?

Hallo ich möchte ein paar Elektroinstallationen selbst durch führen. Welche Normen und welche Vorschriften muss ich dabei beachten?

PS. Ich bin Kraftfahrzeugtechnikermeister und bin somit auch eine Elektrofachkraft (für KFZ-Elektrik) und habe so elektrotechnische Vorkenntnisse.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ProfDrStrom, 35

Hallo retzi1,

ich weiß nicht wo Du wohnst, aber es gibt bei euch sicher Elektrohandwerker die Dir für einen schmalen Preis helfen. Ich biete meinen Kunden einen sogenannten DIY-Service an. Ich plane mit dem Kunden zusammen die Anlage und kläre bzw. erkläre offene Fragen. 

Das komplette Normungsthema braucht den Kunden dann nicht mehr interessieren. Der Kunde kann/ darf alles selber machen, bis auf die Verdrahtung der Unterverteilung/ Zählerschrank und den Anschluss an das Versorgungsnetz. Diese Arbeiten werden dann von der Elektrofachkraft (Installation) durchgeführt.

Wenn die Anlage fertig ist, wird alles geprüft und dokumentiert.

Meine Kunden zahlen nur die Zeit die ich für Sie tatsächlich aufgewendet habe (Planung, Beratung, Verdrahtung, Prüfung). Damit der Kunde optimales Material bekommt, stelle ich den Kontakt zu einem meiner Großhändler her. Es gibt sonst öfters Probleme mit "Baumarktware".

Expertenantwort
von Peppie85, Community-Experte für Elektrik, Elektronik, Elektrotechnik, 78

um auf alle eventuellen szenarien einzugehen, müsste ich mir hier eine sehnenscheidenenzündung schreiben...

wichtig sind erst mal die leitungsarten, aderzahlen und querschnitte. der schutleiter muss generell angeschlossen werden. auch wenn er am anderen ende nicht benötigt wird z.b. weil er in einem lichtschalter ist.

die leitungen müssen ordentlich und gerade verlegt innerhalb der vorgesehenen installationszonen verlaufen. außerdem muss der berührungsschutz eingehalten werden...

ich empfehle das Buch "do it your self elektro" aus dem falkenverlag. die bisher leider letzte auflage ist schon was älter. da ist die sache mit den FI Schaltern für jeden stromkreis bis 20 ampere im haus und bis 32 Ampere außer haus noch nicht so ganz berücksichtigt... an sonsten kann man gut danach gehen...

lg, Anna

Antwort
von Mikkey, 64

Ideal wäre ein Dir bekannter Elektromeister, mit dem Du vorher Deine Planung durchsprichst und der nachher die gesamte Installation überprüft. (Im Gegenzug kannst Du Dich gelegentlich seines Autos annehmen)

Das ganz allein zu machen halte ich für etwas gewagt. Die Regeln zur Leitungsdimensionierung und Absicherung sollten Dir ja bekannt sein.

Kommentar von retzi1 ,

da hast du recht 

alleine würde ich es nie machen und von einer Fachkraft für Gebäudeelektrik werde ich es sicherheitshalber abnehmen lassen 

Antwort
von netzy, 51

und bin somit auch eine Elektrofachkraft

und warum fragst du dann hier ?
was auch immer "Elektrofachkraft" ist :-)

gerade als Meister solltest du wissen, das dir hier keiner alle Normen und Vorschriften aufzählen kann ;)

Kommentar von germi031982 ,

Elektrofachkraft ist eine Person, die aufgrund ihrer fachlichen Ausbildung, Kenntnisse und Erfahrungen sowie Kenntnis der einschlägigen Normen die ihr übertragenen Arbeiten beurteilen und mögliche Gefahren erkennen kann.

Zur Beurteilung der fachlichen Ausbildung kann auch eine mehrjährige Tätigkeit in dem betreffenden Arbeitsgebiet herangezogen werden.

Es gibt noch die verantwortliche Elektrofachkraft, die übernimmt die Fach- und Aufsichtsverantwortung. Die elektrotechnisch unterwiesene Person, und eben noch den Laien.

Kann man alles in der DIN VDE 0105-100 nachlesen.

Kommentar von realistir ,

Da könnte man auch so einiges andere nachlesen, wenn man auf die Idee käme. Der Kram der da drin steht ist oftmals auch ein Witz.

Zum Beispiel gab es zu Zeiten der neuen und angeblich so viel besseren und sicheren Perilexstecker die üblichen Empfehlungen -die zu gerne als Norm oder Vorschriften verstanden werden- bevorzugt diese super sicheren Steckverbinder ein zu setzen.

Haha, kaum sprang die ganze Elektrobranche auf diesen Empfehlungszug auf und kaum kamen diese angeblich sicheren Perilexstecker öfters in Gebrauch, schon gab es bald die ersten Sicherheitsmängel. Das bekam auch VDE mit und nun plötzlich wurde laut VDE diese Steckverbindung für private Bereiche sinngemäß verboten.

In betrieblichen Anlagen darf diese Steckverbindung weiterhin genutzt und verwendet werden. In betrieblichen Anlagenbereichen wird ja auch viel öfter die Elektrik kontrolliert, überprüft. Interessant ist, nur wer diese VDE Blättersammlung lesen und durchforsten kann, kann auch manches fragwürdige darin finden, wenn man gezielt danach sucht.

Nochwas. diese VDE Blättersammlung wird immer umfangreicher, nicht nur weil es angeblich und ab und zu in echt neue Technologien gibt, sondern alte Empfehlungen durch neue Empfehlungen korrigiert werden.

Trotzdem gilt in diesen Empfehlungswerken immer schon ein Grundsatz. Eine Elektroanlage, die dem Stand der Technik zum Zeitpunkt der Anlagenerrichtung entsprach, genügt ab dann allen weiteren Bedingungen. ;-)

Heißt grob übersetzt, eine Elektroanlage vom Jahre 1960 entspricht auch heute noch dem technischen Stand von 1960 und darf so betrieben werden. Alle technischen Fortschritte sind also sinngemäß nur Verbesserungen und keine Verschlechterungen ;-) Verbesserungen kann man mit machen, muss man aber nicht.

So einfach kann VDE sein, man müsste es nur genauer betrachten.
Empfehlungen sind keine Normen, keine Vorschriften.

Kommentar von germi031982 ,

Perilex ist im privaten Bereich erlaubt, ebenso in kleinen Gewerbebetrieben wie Bäckereien, Küchen, Nähereien, Ladengeschäften und in Laborräumen. Nur in der Industrie sind die Stecker verboten worden, da ist CEE Stand der Dinge. Die sind mechanisch auch wesentlich robuster als die Perilex, die sind halt nichts für Grobmotoriker.

Und das mit Nachrüstpflicht stimmt nicht ganz, es gab auch mal Aktionen bei denen eine Nachrüstpflicht angeordnet wurde. Zum Beispiel bei den alten vierpoligen (L1, L2, L3 und PEN) Kragensteckern aus Metall Marke "Bauertot" oder "Witwenmacher". Die wurden in der alten BRD 1975 aus dem Verkehr gezogen. In der DDR wurden die Dinger noch länger benutzt, die MUSSTEN bis 1998 dann aber alle ersetzt sein. Das Problem bei denen war das die Kodiernase am Stecker abbrechen konnte und man dann L1 auf dem Gehäuse hatte wenn man den Stecker dann falsch herum einsteckte. Die Steckdosen sahen so aus:

http://www.allrad-lkw-gemeinschaft.de/phpBB3/userpix/143_Kragenstecker001_1.jpg

Und die zugehörigen Stecker:

http://i.ebayimg.com/00/s/MTYwMFgxMjAw/z/JqoAAOSweW5VdcnQ/$_1.JPG

Antwort
von fuji415, 61

Nur nach VDE Normen kommt da jemand zu Schaden stehst Du mit einem Bein im Knast so wie das mir mein Ausbilder gesagt man steht für seinen Mist gerade wen man  es nicht zu 100% genau weiß wie und wo und was man alles beachten muss dann sollte man die Finger davon lassen un das Fachleute machen lassen  . 

Nach DIN VDE 0100 bis 10000 Volt und 0101 über 1 KV  Nennspannug 

Das steht in einem keimen Buch das nennt sich Erlaubt ? Verboten ? nur mit den wichtigsten Vorschriften und Normen DIN VDE usw. hat nur um die 500 Seiten für so was .  

KFZ hat nichts mit Energieversorgung und der gleichen gemein den von Kfzlern hab ich schon Dinger erlebt da stäuben sich die Haare einer sogar Alufelgen aufgebohrt weil die Löcher zu klein waren die Felgen kommt man  alle 5 wegschmeißen .

Kommentar von germi031982 ,

Man muss nicht nach VDE installieren. Der Gesetzgeber schreibt vor das man nach dem aktuellen Stand der Technik installieren muss, vom VDE ist nirgends die Rede. Man muss aber mindestens den gleichen Sicherheitsstandard bieten wie eine Installation nach VDE-Richtlinien.

Und VDE ist nicht alles, gerade im Bereich der Installation zuhause greifen auch noch andere Normen, zum Beispiel die DIN 18015-2 (Elektrische Anlagen in Wohngebäuden). Um da mal ein Beispiel zu nennen:

Ich installiere eine Zuleitung zu einem Herd. Diese soll Unterputz gelegt werden (Verlegeart C), Leitungslänge ca. 8m, Absicherung 3x16A (entspricht ca. 11kW). Für den Fall würde 5x1,5mm² nach VDE vollkommen ausreichen. Die DIN 18015-2 macht da aber einen Strich durch die Rechnung, nach der müssen es unter gleichen Bedingungen 5x2,5mm² sein. Diese Norm schreibt nämlich vor das der Herdanschluss für mindestens 3x20A auszulegen ist, und da ist man Minimum mit 2,5mm² dabei. Und das macht auch Sinn, wenn man irgendwann einen stärkeren Herd kauft braucht man einfach nur den Leitungsschutz wechseln und muss nicht noch die Leitung aus der Wand holen.

Kommentar von ElektroKDD ,

Paradeantwort. Super

Kommentar von realistir ,

Stimme dir ausnahmsweise mal voll zu. VDE gibt keine Normen heraus, sondern nur Empfehlungen und Richtwerte.

An dieses Zeugs sollten sich vor allem Handwerksbetriebe halten und meist werden diese auch mit den VDE -Schriftwerken regelrecht genötigt.

Es gibt wie immer zwei Welten. Eine private Welt und eine betriebliche Welt. Große renomierte Betriebe halten aus eigenem Interesse all ihre Elektroanlagen auf dem sichersten Stand und tun das regelmäßig, überprüfen auch ihre Elektroanlagen regelmäßig.

Alles was sich im privaten Elektroanlagen-Sektor abspielt zählt zu einer anderen Welt. Dort wird vielleicht noch bei einer Anlagenerstellung das nötigste und sicherste gemacht, danach aber nicht mehr. Regelmäßige Kontrollen gibt es im privaten Bereich nicht mehr. Da wird höchstens mal jemand zum kontrollieren gerufen, wenn etwas zu offensichtlich anders wird, oder anders empfunden wird.

Vergleicht man nun diese beiden Welten bezüglich Sicherheit und Aufwand, wird man fest stellen die privaten Anlagen sind meist nicht viel schlechter als die betrieblich gepflegteren! Es muss also kaum regelmäßige Kontrollen in privaten Bereichen geben.

Und nun bringe ich so manches was sich so in verschiedenen Empfehlungen nach VDE eingebürgert hat und von niemandem ernsthaft hinterfragt wird nur ein Thema zur Diskussion.

Immer wieder heißt es, bei Elektrokabeln ist für dies und das mindestens 1,5 mm² zu verwenden, für alles über 16 Ampere muss bzw sollte es 2,5 mm² oder größer sein.

In gewisser Weise ist das übertriebene Empfehlung, denn wer nur nachplappert was vorgeplappert wird im Haushaltsstrombereich kommt nie auf die Idee zu hinterfragen ob solche Empfehlungen für alle Elektrobereiche gelten.

Schaut man in die Datenblätter von Elektronikbauteilen, dann heißt es dort, das Bauteil verträgt maximal 50 Ampere oder gar 80 Ampere.

Schaut man sich dann nur die Bauteilanschlüsse "außerhalb" an, erkennt man das sind da aber weder 1,5 noch 2,5 mm². Wieso also darf ein viel zu dünnes Anschlussbeinchen 50 Ampere zugemutet werden und wieso sagt VDE nichts dazu!

Viel interessanter wäre der Anschluss innen. Innen sind die Anschlussdrähte nicht mal so stark wie aussen und da dürfen dann trotzdem 50 Ampere drüber gehen und das regt VDE nicht auf und sonst auch niemanden.

Kommentar von germi031982 ,

Du vergisst nur eines:

Auf den Datenblättern steht nicht wie lange die 50A fließen. Zweitens sind die unisoliert, und damit wird es einfacher. Das Problem bei den Leitungen im Haushalt ist da die Isolation denn die besteht aus PVC. Wenn die Leitertemperatur 70°C übersteigt fängt das PVC an sich zu zersetzen, die Schäden addieren sich im Laufe der Zeit bis die Isolation dann irgendwann versagt. Das führt dann irgendwann zu Schwelbränden in der Elektroinstallation.

In Geräten sind oftmals Sicherungen vorhanden, oftmals Schmelzsicherungen. Bei Lampen sind wirklich nur dürre Adern drin, aber da sagt man das Leuchtmittel begrenzt den Stromfluss auf das zulässige Maß, und deswegen sind da oftmals auch maximale Wattzahlen für die Leuchtmittel angegeben (unter anderem auch wegen möglichem Wärmestau bei Glühlampen).

Antwort
von YankoCBR, 55

Mach es ruhig selber, aber lass einen richtigen Elektroniker nochmal drüber schauen ob alles richtig ist.

Kommentar von retzi1 ,

genau das habe ich auch vor :)

Kommentar von YankoCBR ,

Das ist denke mal das beste :)

Antwort
von Branko1000, 52

Wenn du dir das zutraust und dir zu 100% sicher bist, dass du das richtig machst, mit Querschnitten, Absicherung, etc., dann kannst du dies machen.

Welche Vorschriften du beachten musst, kommt drauf an, was du machen möchtest. Klassisch musst du z.B. auf die Installationszonen Unterputz achten.

Antwort
von germi031982, 66

Die Elektrofachkraft kennt eigentlich die einschlägigen Normen, bzw. sollte sie kennen...

Die einschlägigen Normen sind die VDE 0100 (Errichtung von Niederspannungsanlagen), DIN 18015-2 (Elektrische Anlagen in Wohngebäuden). Damit hat man die wichtigsten Normen, bei der 0100 gibts noch entsprechende Unternormen, da wäre zum Beispiel die 0100-701 wichtig für Räume die eine Dusche und/oder Badewanne enthalten.

Ich würde mir die Normen aber nicht direkt besorgen, es gibt entsprechende Fachliteratur wo das alles verständlich zusammengefasst ist.

Kommentar von ProfDrStrom ,

Die DIN 18015-2 reicht nicht aus. Es sollte die komplette 

DIN 18015 sein.

Kommentar von germi031982 ,

Die 18015-1 ist interessant, aber das ist die Hauptstromversorgung und das sollte man eher dem Fachmann überlassen, und gerade im Bereich vor dem Zähler muss man das sogar, denn dort darf nur ein konzessionierter Meisterbetrieb ran. Die -2 sollte auf jeden Fall in Augenschein genommen werden da es die Endstromkreise betrifft die ja in Eigenleistung errichtet werden sollen.

18015-1:

http://www.elektrogemeinschaft-halle.de/Vortrag/Hauptstromversorgung.pdf

18015-2:

https://www.ednetze.de/fileadmin/ednetze/PDF/Partner/Elektroinstallateure/Instal...

Antwort
von Karrrrrl, 5

das sind 2 verschiedene Schuhe Hausinst. und das Kleingefummels.

Du hast bestimmt als Meister Beziehungen.

Lasse dies von einem Installateur durchführen verwende deine kostbare Zeit für sinnvolleres.

Ansonsten suche halt in "myHammer"

Antwort
von SaschaWzb, 70

Lass das lieber von einem richtigen Fachmann machen,sonst könnte es im Schadensfall teuer werden.

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