Frage von Brainer03, 150

DDR und BRD Arbeitslosenquote in einer Statistik?

Ich analysiere gerade für eine Arbeit die Arbeitslosigkeit in der BRD und in der DDR. Ich wollte nun Fragen, ob jemand eine Statistik bzw. eine Seite kennt, wo ich so einen Überblick möglichst in der Zeit vor oder während dem Wirtschaftswunder der BRD :)

Antwort
von DerHans, 91

Da im "Arbeiter- und Bauernstaat" per Gesetz Vollbeschäftigung herrschte, wird es da wahrscheinlich gar keine ehrliche Statistik geben.

Eine "ehrliche" Statistik gibt es für die BRD aber auch nicht.

Antwort
von LillyVanillyhey, 109

Auf statista.de gibt es sehr viele Statistiken zu so ziemlich jedem Thema. Das einzige Problem ist, dass du wenn du kein Abo hast keinen zugriff auf alle Statistiken hast... Aber die diagramme sind auch immer sehr Übersichtlich und schön. Du kannst dich ja mal dort umschauen ob du was brauchbares findest :)

Antwort
von PeVau, 75

In der DDR gab es keine Arbeitslosigkeit als gesellschaftliches Phänomen. Warum kannst du z. B. hier in der Antwort von Homunculus nachlesen:

https://www.gutefrage.net/frage/wie-kam-es-dass-es-in-der-ddr-keine-arbeitslosen...

Antwort
von archibaldesel, 72

Die wirst du nicht finden. Gemäß Propaganda gab es in sozialistischen Staaten keine Arbeitslosen. Das war ein kapitalistsischer Auswuchs. Der Sozialismus in seinem Lauf... äh hatte Vollbeschäftigung.

Antwort
von FantaFanta76, 79

In der DDR gab es gar keine Arbeitslosen, alle waren dort in Beschäftigung

Kommentar von Brainer03 ,

Kannst du mir sagen warum trotzdem viele Deutsche aus der sowjetischen Besatzungszone geflohen sind?

Kommentar von Soldier79 ,

Weil man nur dann weiterkam, wenn man dem Staat treu war und nicht gegen ihn aufbegehrt hat. Das diese Einschränkung zu Flucht führte, sollte klar sein. Auch gab es für den Normalbürger etliche Einschränkungen. Die meisten haben sich aus Angst arrangiert. Aber viele wollten nur raus. In Freiheit leben.

Kommentar von DerHans ,

Die sind ganz sicher nicht vor der Arbeit geflohen

Kommentar von Huckebein ,

@Brainer03,

ganz bestimmt nicht deshalb, weil sie vor der Arbeitslosigkeit geflohen sind, um im Westen endlich!!! Arbeit zu finden. :)

Kommentar von FantaFanta76 ,

Hast du gar keine Ahnung von Geschichte? In der DDR war es ja nicht so, dass die Leute traumhafte Jobs hatten, sondern sie waren halt manchmal einfach nur beschäftigt. Die DDR war ein Riesenknast! Man durfte nichts!

Kommentar von Hegemon ,

Nö. Die Prioritäten waren nur anders gesetzt. Früher konnte man seinem Chef ins Gesicht sagen, was man von ihm hält, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen, aber man durfte nicht über die Regierung schimpfen. Heute kann man über die Regierung schimpfen - aber Du kannst ja mal versuchen, Dich mit Deinem Chef anzulegen. Dann stehst Du schneller auf der Straße, als Du "ja aber" sagen kannst.

Antwort
von Modem1, 59

Ich muß dich leider enttäuschen denn die DDR hat immer geleugnet das es Arbeitslose gibt und hat keine Statistik geführt. Außnahme die erste frei gewählte und letzte DDR Regierung 1990.

Antwort
von holodeck, 58

Du wirst für die DDR keine Angaben finden. Offiziell gab es dort keine Arbeitslosen, allenfalls bestand eine verdeckte Arbeitslosigkeit (s. Text unten). Eine Statistik für die Bundesrepublik ab 1950 findest du hier:   

http://www.bpb.de/geschichte/deutsche-einheit/lange-wege-der-deutschen-einheit/4...    

Das Missverhältnis zwischen Arbeitsplätzen und Arbeitskräften führte
bereits wenige Jahre nach dem Mauerbau des 13. August 1961 dazu, dass offene Arbeitslosigkeit in der DDR als eine absolute Randerscheinung galt. Obgleich einige Anhaltspunkte dafür sprechen, dass es auch in der DDR trotz oder gerade wegen des im Artikel 24 Abs. 1 der Verfassung festgeschriebenen Rechts auf Arbeit eine gewisse verdeckte Arbeitslosigkeit gegeben hat – Gürtler, Ruppert und Vogler-Ludwig (1990) verorten diese bei rund 15 Prozent [1] – fiel die Arbeitslosigkeit im Vergleich mit der BRD dennoch gering aus.

Kommentar von PeVau ,

eine gewisse verdeckte Arbeitslosigkeit gegeben hat – Gürtler, Ruppert und Vogler-Ludwig (1990) verorten diese bei rund 15 Prozent [1]

15 Prozent? Das wäre ja ungefähr jeder Siebente im erwerbsfähigen Alter und Zustand. Ist da vielleicht ein Komma verloren gegangen? Eine solche Arbeitslosenquote hatte ja noch nicht einmal die alte Bundesrepublik. Diese Frage wird sich hier aber kaum klären lassen.

Erleuchtung, wie die Autoren auf verdeckte Arbeitslosigkeit kommen, bringt aber die Fußnote zu dieser Zahl.

Diese hohe verdeckte Arbeitslosigkeit ergibt sich aus dem Umstand, dass Unternehmen in der DDR in großem Umfang auch dann Personen beschäftigten, wenn diese im Prinzip nicht gebraucht wurden. Im Unterschied zur BRD wurden diese Personen nicht arbeitslos, sondern waren weiterhin in die Betriebe integriert.

In der von mir verlinkten Antwort von Homunculus wird auf diesen Aspekt aber auch eingegangen.

Kommentar von holodeck ,

Man hätte diese überzähligen Produktivkräfte übrigens auch nicht nicht arbeiten lassen können; auch das hätte den sozialen Frieden gestört. Wohl deshalb gab es die Pflicht zur Arbeit und Freiheitsentzug von bis zu fünf Jahren für Faulenzer ;-)

Antwort
von Peterwefer, 71

Offiziell hat es in der DDR keine Arbeitslosen gegeben. Analysen dieser Art dürften also ein schwieriges Unterfangen sein.

Antwort
von Lazarius, 37

Es gab in der DDR keine Arbeitslosen.

Antwort
von yerooke, 57

Die Arbeitslosenstatistiken sind alle gefälscht....spare dir die Mühe :)

Antwort
von regetra1952, 38

Der SED-Staat verbriefte nicht nur das Recht auf Arbeit, sondern legte auch jedem Bewohner ab 1968 (neue Verfassung) die Pflicht auf, an der Erarbeitung des gesellschaftlichen Reichtums aktiv teilzunehmen. Niemand sollte über arbeitslose oder nicht durch eigene Kraft erwirtschaftete Einkommen verfügen. Da es in den 1950er und abnehmend in den 1960er Jahren in der DDR noch Privatbetriebe gab, die Pleite gehen konnten, und bis zum Mauerbau bis zu 50 000 sogenannte Grenzgänger, die in Ost-Berlin und im Berliner Umland wohnten, aber in West-Berlin arbeiteten, konnte Arbeitslosigkeit ganz offiziell vorkommen. Überwiegend herrschte aber wegen des Sogs und der aktiven Abwerbung vor allem qualifizierter Arbeitskräfte aus dem westlichen Wirtschaftswunderland Arbeitskräftemangel. Deswegen konnten auch nach dem Mauerbau die über Nacht arbeitslos gewordenen Grenzgänger relativ schnell mit Arbeitsplätzen versorgt werden. Ab Mitte der 1970er Jahre verloren dann nicht wenige in den Westen offiziell Ausreisewillige wegen angeblicher Sicherheitsrelevanz ihren Arbeitsplatz, was wiederum zu zeitweiliger Arbeitslosigkeit führen konnte. Die Statistik der Ausreisewilligen sagt deswegen möglicherweise auch etwas über Arbeitslosigkeit aus. Letztlich kam auch gelegentlich Arbeitslosigkeit wegen Berufsverbots aus politischer Unbotmäßigkeit vor.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten