Frage von lnsider123, 56

Bohren: Darf ich bei Berechnungen zum sicheren Einspannen eines Werkstücks der Spannkraft des Spanners auch die Vorschubkraft des Bohrers addieren (s. Bild)?

Antwort
von Rockuser, 38

Nein. Das ergibt doch auch keinen Sinn. Sie Spannkraft ist  ja das dazu, dass das Werkstück sicher an der Stelle halten.

Wenn Du ein dickes Loch bohrst, fliegt dir alles um die Ohren, weil das Werkstück sich löst.

Antwort
von syncopcgda, 42

Ja, die auf das Werkstück durch den Bohrer wirkende Axialkraft ist direkt von der Größe des Vorschubs abhängig.

Kommentar von syncopcgda ,

Wenn das Werkstück allerdings unten aufliegt, spielt sie für die notwendige Spannkraft keine Rolle.

Kommentar von syncopcgda ,

Aber das auf das Werkstück wirkende Drehmoment ist umso größer, je höher der Vorschub ist.

Antwort
von Peppie85, 14

also so wie ich das hier sehe, liegt das werkstück flach auf. dem entsprechend ist die vorschubkraft hier nur mittelbar eine relevante größe.

wichtig ist, dass das werkstück gegen torsion gesichert werden muss, hier kommt der vorschub ins spiel. denn je größer der vorschub, desto dicker der spahn und desto größer die auftretenden torsionskräfte.

ein spanner jedenfalls würde nicht reichen. und am besten möglcihst weit weg vom bohrloch anlegen!

lg, Anna

Antwort
von Grautvornix, 20

Die Schnittkraft ist doch die Kraft, welchen durch den Bohrvorgang auf das Werkstück ausgeübt wird.

Je größer der Vorschub, desto größer die Schnittkraft.

Die Spannkraft des Spanners muss der Schnittkraft entgegenwirken, d.h. sie muss größer sein.

Welchen Sinn soll es machen diese beiden Kräfte zusammenzurechnen?

Beim bohren Arbeitet man immer mit einer Auflage,  (es sei) das es aus technischen Gründen nicht möglich ist.

Wenn du ohne Auflage arbeitest, dann ist die Reibkraft zu berechnen, welche zwischen Werkstück und Spannbacken wirkt.

In deinem Bild liegt das Werkstück auf, daher wird die Axialekraft, von der Unterlage bzw. von dem Maschinentisch aufgenommen.

Also ist es erforderlich, das Werkstück gegen Verdrehung zu sichern.

Hast du einen Anschlag, dann geht es um Scherkräfte, hast du keinen Anschlag, dann geht es wieder um Reibkräfte.

Zwischen Werkstückunterseite und der Oberfläche der Auflagefläche.

Das hängt vom Material der beiden Oberflächen und der Spannkraft der Spannschraube ab.

Kommentar von lnsider123 ,

Das Werkstück im Bild hat in zwei Richtung Anschläge (Stirnseite und Längsseite). Zusätzlich zu den beiden natürlich noch die Auflagefläche. Dann müsste ich also die Scherkräfte berechnen. Könntest Du mir dabei bitte bei dem Lösungsansatz helfen?

Antwort
von bit77, 20

Nein. Sollte sich der Bohrer zB. einhängen, fehlt ja diese zusätzliche Kraft. Sinn dieser Berechnung sollte ja wohl der sein, daß sich das Werkstück nicht bewegt, wenn die Schnitt- und Vorschubkräfte darauf einwirken.

Die Vorschubkraft ist allerdings nicht immer garantiert, sehr wohl aber Scher- und Drehkräfte, die sich beim Bohren auswirken.

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