Frage von stephanius79, 90

Bilgepumpen gegen Wasser im Lichtschacht?

Wir hatten kürzlich mal wieder das Problem, dass Wasser in die Lichtschächte gekommen ist und in den Keller gelangt. Mir ist klar, dass dies ein verbreitetes Problem ist und es dafür schon ausreichend Lösungsansätze gibt (bessere Drainage, Pumpenschacht, Tauchpumpen 220V, Fenster dicht etc.). Mich interessiert, ob jemand positive oder negative Erfahrung mit folgender Lösung gemacht hat:

Ausgangslage: zwei PVC-Lichtschächte in nebeneinander liegenden Kellerräumen mit einbruchgesicherten Gitterrosten und Laubschutz darüber. Es gibt zwar einen Abfluss, der ist aber nicht angeschlossen – das Wasser soll eigentlich in der Erde versickert, was aber nicht immer funktioniert. Wir brauchen ein Lösung, die auch von selbst anspringt, wenn wir nicht daheim sind, und am besten auch dann, wenn der Strom ausfällt.

Lösung: In jeden Lichtschacht eine kleine 12V Bilgepumpe z.B. diese hier https://www.amazon.de/dp/B00ESZKJTU/. Die Schläuche nach draußen in den Hofauslass. Beide Pumpen mit einer 12V-Batterie verbinden (18-30Ah, z.B. für Moped oder Rasenmäher). An diese Batterie ein Automatik-Ladegerät, das permanent daran hängen kann. Alternativ ein "Energiestation" bzw. "Starthilfebatterie". Dann alle drei Monate mal ein paar Liter Wasser in den Schacht zum Testen. Zusätzlich ggf. einen Stromgenerator mit 220V- und 12V-Anschluss in Reserve.

Meine Überlegung dahinter ist: - Die Pumpen sollen möglichst wartungsfrei sein und permanent in Bereitschaft. - Die Leistung ist zwar gering, aber das Wasser steigt eher moderat. - Durch die 12V-Batterie habe ich auch bei Stromausfall noch 2-3h Reserve.

Klingt das sinnvoll – oder hab ich was übersehen?

Antwort
von FordPrefect, 59

Im Prinzip kann man das schon so bauen, allerdings sind Bilgepumpen nicht dafür geeignet. Wasser über eine größere Höhe nach oben zu transportieren. Sie werden regelmäßig eingesetzt, um eben Bilge aus Schiffsrümpfen durch die dafür extra vorgesehenen Öffnungen nach außen zu pumpen; die Förderhöhe ist da wenig relevant.

Antwort
von Elfi96, 72

Dringt das Wasser durchs Mauerwerk in den Keller? Dann solltest du eher hingehen und direkt neben dem Mauerwerk den Boden ausheben. Schaue dir das Mauerwerk an bzw lass einen Fachmann dran.  Wenn der Keller aus KS- Steinen aufgemauert wurde und keine geeignete Sperre fürs Wasser vorhanden ist, solltest du das Mauerwerk mit einem Schwarzanstrich versehen lassen. Das ist so eine schwarze Teerfarbe, durch die das Wasser nicht mehr in den Stein eindringen kann.

 Meine Eltern hatten das. Dort am Lichtschacht war zwar auch ein Abfluss angeschlossen,  doch mein Mann (Maurermeister) musste da auch die  Abflussrohre neu verlegen, weil das Gefälle nicht passte. Anschließend hat er auf dem Kellermauerwerk den Schwarzanstrich aufgetragen. Nach dem Trocknen wurde die Erde wieder angefüllt und das Pflaster neu verlegt. LG

Kommentar von stephanius79 ,

Hallo. Nein, das Haus selbst ist absolut dicht (weiße Wanne). Nur wenn der Wasserpegel das Kellerfenster erreicht, läuft es halt dort durch den Rahmen. Das ist eigentlich auch normal. Nur die Entwässerung ist schlecht gelöst. Das Problem tritt allerdings auch nur 1-2x pro Jahr auf.

Kommentar von Elfi96 ,

Ich würde die Drainage verbessern und nach Möglichkeit an den Abwasserkanal anbinden. Dann hast du Ruhe. LG

Kommentar von stephanius79 ,

Danke. Würde ich auch gern. Kostet aber 3.000€. Meine Frage war nicht, ob es eine bessere Lösung gibt. Sondern ob diese hier für knapp 120€ auch geeignet ist.

Kommentar von Elfi96 ,

Sorry, mit Pumpen kenne ich mich nicht aus. Und bei Kosten von 3000€: kannst du die nicht senken, wenn du zB den Aushub des Bodens übernimmst? 

Antwort
von holycow1912, 66

Technisch gesehen sollte das funktionieren, denn prinzipiell ist 'ne Bilgepumpe nichts anderes wie ne "normale Pumpe". Wie man die jetzt anschließt - an einem 12V Netzteil, oder via Autobatterie ist dabei egal. Wie gesagt rein technisch betrachtet sollte das funktionieren. Ob es vom Volumen ausreicht kann ich nicht schätzen und ob es nicht noch bessere Lösungen gibt kann ich auch nicht sagen.

Antwort
von 123phil, 53

Wenn du dir eine ganz einfache Pumpe kaufst (230V/7000 L/h 34€) und eine Pegelschaltung bei Conrad kommst du Billiger und Effektiver.

Dein Idee wird schon funktionieren aber ist Spielerei.

Sollte die Pumpe zu groß sein,entweder eine kleine Deichpumpe (nur den Motor)und einen Schlauch dran.

Die Pumpe brauch eine Förderhöhe von mindestens 1m,ob das deine bringen?





Kommentar von stephanius79 ,

Danke für die Antwort.

Die kleinen Pumpen haben 2m Förderhöhe. Für den konkreten Fall müsste das reichen - vom Boden des Lichtschachts bis zum Abfluss sind es ca. 110cm Niveau-Unterschied. Bei der 220V-Lösung hätte ich kein automatisch einsetzendes Notstrom-System.

Dennoch finde ich den Vorschlag mit der Pegelschaltung interessant. Mir ist aber nicht klar, wie das gemeint ist: Schwimmschalter? Die verkraften nicht genug Ampere für große Pumpe - außer man baut noch ein Relais dran. Was wäre eine einfache Pumpe für 34€ (davon bräuchte ich dann auch zwei)? Was ist ein geeigneter Schalter?

Kommentar von 123phil ,

Gebe doch bei Conrad Elekrik,Pegelschaltung ein zum Suchen.Da gibt es drei Varianten,aber alle Drei mit Sensor.Ich bevorzuge die H-Tronik wo es auch verschiedene gibt.Die kannst dann irgendwo hinhauen bis 10 m.Ziehst nur Kabel dahin wo der Sensor und Pumpe hin müssen.Wann hast du mal Stromausfall?(50-65€)

Die Pumpe die ich meine ist eine ganz einfache Schmutzwasserpumpe.Es kann aber sein das die Pumpe für deine Verwendung unten zu Groß ist (12-15cm DM)

Kommentar von stephanius79 ,

Moin.

Ich hab das noch mal durchdacht, und der Aufbau eines kleinen externen Pumpengehäuses, von dem je zwei Saugschläuche und 12V-Kabel mit Schwimmschaltern am Ende in den Schacht führen ist mir jetzt klar. Die Steuerung muss über Relais gebaut werden, weil die Schwimmschalter nicht den Strom für die Pumpen abkönnen. Klingt nach Spaß beim Heimwerkern... Soweit so gut.

Wann habe ich Stromausfall: Mit hoher Wahrscheinlichkeit dann, wenn den ersten Nachbarn am unteren Ende meiner Straße der Keller voll läuft. Dann stellt der Netzbetreiber nämlich den Strom ab. Und ich halte es für ziemlich wahrscheinlich, dass ich genau dann die Pumpen gut brauchen könnte. Nein?

Außerdem haben externe Pumpen zwei weitere Nachteile: Wenn sie lang rumstehen, ist kein Wasser mehr drin - nur Luft. Und ob sie dann noch zuverlässig aus 1m Tiefe ansaugen? Und im Spätherbst, wenn's nachts kalt ist, frieren sie außerhalb des Lichtschachts vermutlich schneller ein.

Danke und Gruß

Kommentar von 123phil ,

Das du in so einer Gefährten Gegend wohnst,kann ich nicht wissen.Stromausfall kenne ich nicht,und wenn doch habe ich immer ein Akregat zur Stelle.Die Pumpen können ruhig da stehen,so bald es Regnet läuft die voll und sollte eigentlich Funktionieren.

So als Gedanke? könnte es mit einen Umformer auch Funktionieren.Da könntest du die Pegelschaltung nehmen und wärst unabhänig.

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