Frage von DreiGegengifts, 91

Auswirkung der Fahrrad Reifenbreite auf Rollwiderstand und Kraftumsetzung?

Ich fahre momentan relativ schmale Reifen von 35 mm auf einem Trekkingrad, mit dem ich auch mal zur Not einen Feldweg einschlage.

Ich hab mir immer gedacht, dass das gut ist, weil man dann weniger Rollwiderstand hat. Angeblich soll das aber nicht sein. Also breitere Reifen sollen weniger Rollwiderstand haben. So z.B. bei Schwalbe gelesen:

Breite Reifen rollen leichter als schmale! Diese Aussage trifft häufig auf Skepsis, doch bei gleichem Luftdruck federt der schmale Reifen tiefer ein und muss somit mehr Materialverformung überwinden.

Hat da jemand Erfahrungen gemacht?

Und wie verhält es sich dann mit Ballonreifen? Kommen hier noch wichtigere Faktoren dazu (z.B. dass vielleicht mehr Kraft durch die Federung geschluckt wird)?

Was sind eure Erfahrungen mit schmäleren und breiteren Reifen und wie verhalten sich Ballonreifen?

Mein Hauptaugenmerk liegt auf geringen Widerstand und eine möglichst gute Kraftumsetzung im Trekking Bereich.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Gehilfling, 61

Der Großteil des Fahrtwiderstands am Rad entsteht durch den sogenannten Walkwiderstand (~80%). Der Rest teilt sich auf in Rollwiderstand, Fahrbahnwiderstand, Kurvenlauf und Lagerreibung.

Deine Aussage betrifft den Walkwiderstand und stimmt nur, sofern beide Reifen mit dem gleichen Luftdruck befüllt sind. Dann würde der schmale Reifen aufgrund der konzenrierteren Kraft pro Latschbreite mehr einsinken als der breite.
Schmale Reifen besitzen allerdings in der Regel einen höheren Luftdruck und demnach fällt der Walkwiderstand keinesfalls größer aus, sondern eher kleiner.

Die Reifenbreite ist ausschlaggebend für den Schwallwiderstand zwischen Reifen und Fahrbahn (vergleichsweise bei Regen) und steigt mit zunehmenderer Reifenbreite. Allerdings muss man hier beachten, dass schmale Reifen zum Einsinken neigen und dann ein umgekehrter Effekt eintritt (mehr Widerstand durch "Bulldozing-Effekt").

Grundsätzlich gilt also: Je schmäler und härter der Reifen, desto geringer der Fahrtwiderstand am Reifen.


Antwort
von HalloRossi, 51

Kommt darauf an, was du fährst. Auf der Straße, möglichst schnell: große Reifen/ möglichst schmal/ viel Druck (28/33/8) . Im Gelände möglichst schnell: Groß/ Small/ mittlere Druck (29/21/2,5) im Gelände möglichst gut und flott  Groß/Mittel/ wenig Druck (29/23/1,8).  In einfachen Gelände ( Forstwege) währest du zB mit einem Crossrad (28/33/4) am schnellsten aber auch am unbequemsten unterwegs. Mit dem Hardtail  (29/21/3) währest du auf Forstautobahnen genauso schnell, aber deutlich angenehmer unter Wegs Klammern ( Größe/ Breite/Druck)

Kommentar von DreiGegengifts ,

Cool danke. Das entspricht auch meinen bisherigen Vorstellungen zum Thema.

Antwort
von Buddha12, 30

Ich bin jahrelang Mountainbike 26 Zoll gefahren, in jungen Jahren Bmx Räder......vor ca. 3 Jahren habe ich mich überwunden ein Crossrad zu kaufen 28 Zoll.

Meine Freundin hat sich ein Mountainbike gekauft zur selben Zeit, es ist für sie schwer mit zu halten, es ist zwar nur ein 26 Zoll, aber ein Bekannter hat ein 29 Zoll Mountainbike, auf eine längere Strecke merkt man auch mit seinen Panzerreifen, dass er sich Mühe geben muss.....

Ich würde mir niewieder ein Mountainbike kaufen....außer wenn ich wirklich im Gelände ackern würde ;-) Aber ich fahre nur leichtes Gelände und meistens Straße.....und da ist das Crossrad Perfekt! ;-)

Kommentar von DreiGegengifts ,

Das sagt einiges :)

Antwort
von Buddha12, 27

Mh wenn dies der Fall wäre, würden alle Rennradfahrer auf breitere Reifen wechseln......

Antwort
von tactless, 35

Wo du schon Schwalbe erwähnst, hier wird doch alles erklärt: 

http://www.schwalbe.com/de/rollwiderstand.html

Fahre selber Schwalbes Big Apple, und kann bislang nichts negatives über sie sagen. 

Kommentar von DreiGegengifts ,

Ja genau das ist die Seite.

Ich kann mir halt trotzdem beim besten Willen nicht vorstellen, dass solche Big Apple genauso leicht über den Asphalt gehen wie meine mit 35mm.

Oder anders gesagt: Wo sind die Nachteile? Warum mache ich nicht überall Big Apple drauf?

Kommentar von tactless ,

Ganz einfach weil die Dinger schwerer sind. Mein 2,35 Big Apple wiegt 780 Gramm, während so ein Rennradreifen da mal eben nur 200 Gramm wiegt. 

Fürs schnell fahren ist wenig Gewicht von Vorteil. 

Mit einem schwerem Rad brauchst du immer mehr Kraft als mit einem leichtem Rad, selbst wenn du die gleiche Übersetzung hast. 

Kommentar von DreiGegengifts ,

Danke das stimmt

Antwort
von Retniw98, 50

Mein Mountainbike hat relativ breite Reifen (mind 6cm). Dennoch fährt es sich auch auf asphaltierten Strecken sehr leicht. Das es dort einen größeren Rollwiderstand hat fällt minimal ins Gewicht. Wichtiger sind ein leichter Rahmen und eine gut eingestellte Federung. Bei Reifen überwiegen klar die Vorteile des besseren Grips (und somit mehr Geschwindigkeit) auf unbefestigten Wegen.

Kommentar von DreiGegengifts ,

Ok danke. Hätte immer gedacht, dass das was ausmacht auf Touren.

Kommentar von DreiGegengifts ,

Weißt du wie viel Druck da drin sind?

Kommentar von Retniw98 ,

Ich pumpe immer voll auf, habe dann zwischen 3,5 und 4 Bar. Auf den meisten Reifen ist auch aufgedruckt, wie viel Bar empfohlen werden.

Antwort
von HalloRossi, 23

Aber es ging hier ausschließlich um die Reifen

Kommentar von DreiGegengifts ,

Ja genau. Wieso?

Antwort
von olojith, 38

Also dünne Reifen haben eigentlich einen geringeren Rollwiderstand siehe Rennradreifen.
Bei breiten Reifen, ist die Kontaktfläche zum Boden großer, die Haftung stärker.
Was sie meinen bei dünnen reifen ist die Fläche, auf die sich das Gewicht ausbreiten kann geringer, als bei dicken Reifen.

Es ist genauso, als wenn du auf einen leicht zugefrorenen See steigst.
Mit den Füßen brichts du sofort ein mit einem großen Brett, o.Ä. kannst du drauf stehen.

Kommentar von tactless ,

Nein, die Haftung meinen die nicht! Belies dich einfach mal. 

http://www.schwalbe.com/de/rollwiderstand.html

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