Frage von reprisal, 71

380Volt auf 230 Volt umwandeln?

Hallo zusammen. Ich möchte mir einen Pizzaofen kaufen, besitze allerdings lediglich einen normalen 230 Volt Anschluss. Kann man den Ofen umbauen, wenn auf dem Typenschild 230/380 V oder 230/400V steht? Wenn ja was muss gewechselt werden und was würde so ein Umbau kosten? Danke schonmal und beste Grüße.

Antwort
von Parhalia, 43

Erkundige Dich dann mal nach der Heizleistung des Gerätes jeweils im Betrieb mit 230 Volt, als auch mit 400 Volt mit 2 oder 3 Phasen.

Wenn der Ofen bereits auf seinem Typenschild den Betrieb von 230V oder 400V ausweist, so besitzt er in seinem eigenen Anschlusskasten der Kabeleinführung vermutlich ein sogenanntes  "Brückensystem". ( das sind kleine Metallspangen aus Kupfer, die je nach Kontaktbelegung und Betriebsart dann entsprechend umgeschraubt werden )

Wenn der Pizzaofen insgesamt nur eine Heizleistung von max. 3600 Watt selbst im 3Phasen-Betrieb ( 400 Volt ) ausweist, so hast Du mit entsprechender Umbrückung auch an 1x230 Volt keine Leistungseinbussen. 

Das sollte sich ggf. dann aber ein Elektriker mal vorab bei Dir vor Ort ansehen, wie Deine Hauselektrik und deren Absicherung aufgebaut ist. Das wird insbesondere noch verstärkt wichtig, wenn der besagte Ofen werksmässig keinen ( 230V )Schuko - Stecker besitzt, sondern noch entweder einen "CEE-Stecker" für 400 Volt / 3x16 A , oder direkt per Kabel in einer Herd-Anschlussdose der Haus- / Wohnungsinstallation angeschlossen werden muss. Dann darf schon aus versicherungsrechtlichen Gründen nur ein ausgebildeter Fachmann ran.

Antwort
von CCCPtreiber, 49

Ja und Nein - die Heizelemente haben wahrscheinlich 230 Volt, also könnte man 3 X 230 Volt --- gegen N auf die gleiche Phase anschließen ohne etwas umzubauen. 

Das Problem ist dann das du aber (geschätzt) 3 X 16 Ampere auf einer Phase fließen hast, also 48 Ampere fließen. Das heißt zu brauchst einen Hausanschluss der das zulässt, die Genehmigung des Netzbetreibers (unwahrscheinlich das der so eine unsymetrische Belastung zulässt) und je nach Länge der Zuleitung ein Kabel statt etwa 5 X 2,5 mm² mit etwa (ohne Längenangaben nur Schätzung) mit 25 mm².

Daher bleibt dir nur die Wahl von einem Elektriker eine passende Drehstromzuleitung legen zu lassen. Übrigens sind es immer 400/230 Volt oder 380/220 Volt, die Spannungen sind über den Faktor Wurzel 3 fest verknüpft.

Übrigens kannst du aus einer normalen Steckdose nur eine Nennleistung von 2300 Watt ziehen (sind nämlich immer noch 10/16 A, also 10 Ampere Dauerstrom und 16 kurzzeitig) Das ist der Grund warum das Ding einen Drehstromanschluss hat, da sind es nämlich bis zu 6400 Watt. (16A X 400V = 6400 Watt) 

Kommentar von ProfDrStrom ,

Bis auf den letzten Absatz würde ich Deine Antwort unterschreiben, aber bei der Leistung von 400 V fehlt die Wurzel3 als Verkettungsfaktor.

Je nach Hersteller sind die Steckdosen auch für 16A Dauerlast ausgelegt. Deine Aussage ist nicht allgemein gültig.

Kommentar von CCCPtreiber ,

Je nach Verschaltung, bei den 400 Volt habe ich den Verkettungsfaktor ja schon berücksichtigt, also als theoretischen Wert 3 x Heizelement in Dreiecksschaltung. Beim Motor käme ja noch der Leistungsfaktor hinzu. 

16 Ampere Dauerlast gilt nur bei CEE-Steckdosen, nicht bei Schuko!

Kommentar von CCCPtreiber ,

Auf die Stirn patsch - natürlich 3 X 6400 Watt....

Kommentar von ProfDrStrom ,

16 Ampere Dauerlast gilt nur bei CEE-Steckdosen, nicht bei Schuko!

Das ist ein Irrglaube!

Mir liegen von Gira und Busch-Jaeger die VDE Prüfzertifikate vor und dort ist der Nennstrom mit 16A geprüft und genehmigt worden!

Kommentar von CCCPtreiber ,

Früher stand es drin, (Sogar mit Aufdruck) mag sein das man es heute geändert hat. Praktisch sieht man nicht selten heute zusammen gebackene Steckdosen, da dieses System nur für 10 Ampere gedacht war - zur Zeit der Diazed Sicherung dürfte es auch nur so abgesichert werden, erst mit den ersten LSS war 16 A zulässig. 

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten