Kulturelles Erbe

Das Kopftuch ist keine religiöse Pflicht. Für eine Pflicht halten es eigentlich nur zwei Sorten von Menschen: Fundamentalisten und Islamhasser. Die Fundamentalisten entscheiden sich bei Fragen dieser Art (halal oder haram, Pflicht oder Empfehlung) aus Prinzip immer für die vermeintlich "strengere" Antwort, weil sie befürchten, ihren Glauben sonst nicht ernst genug zu nehmen. Außerdem betrachten sie die Schriften wie eine Gebrauchsanleitung von Ikea, statt mal abstrakter über religiöse Aussagen nachzudenken. Naja, und die Islamhasser instrumentalisieren die angebliche Kopftuchpflicht dafür, zu zeigen, wie "diktatorisch" doch der Islam sei.

In Wahrheit wirst du weder eine Kopftuchpflicht im Koran finden noch lässt sich eine solche Pflicht bei der Betrachtung verschiedener historischer Quellen (islamischen und nicht-islamischen Ursprungs) feststellen. Eine muslimische Frau sollte sich nicht zu aufreizend präsentieren, das ist die religiöse Regel. Ob man dafür nun ein Kopftuch trägt oder die Haare offen lässt, kann man individuell für sich abstimmen, je nach dem in welcher Gesellschaft man lebt, welche klimatischen Bedingungen vorherrschen und wie man sich selber wohler fühlt.

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Die Türkei ist ein republikanischer Einheitsstaat.

Auf dem Demokratie-Index befindet sich das Land auf Platz 100 von 167 Ländern und wird somit als "Hybridregime" kategorisiert. Das bedeutet, es gibt zwar noch Überreste eines demokratischen Rechtstaates, jedoch wurden zahlreiche Elemente davon ausgehebelt. Stattdessen sorgt Staatspräsident Erdoğan dafür, dass sich die Türkei immer mehr zu einem autoritären Regime wandelt.

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Seit ihr dafür oder dagegen und warum?

Für die Türkei hätte es auf jeden Fall Vorteile, wenn sie Teil der EU werden würde.

Als Sohn türkischer Einwanderer würde ich mich persönlich auch sehr freuen, wenn die Türkei ein Teil Europas, der europäischen Wertegemeinschaft werden würde. Doch die türkische Regierung sorgt schon seit Jahren dafür, dass sich das Land immer weiter von Europa entfernt. Vom politischen Modell und dem Gesellschaftsideal her steuert man eher auf die östlichen Nachbarstaaten Iran, Irak oder Syrien zu.

Das war nicht immer so. In den Anfangsjahren seiner Regierungszeit wollte Erdoğan unbedingt in die EU und hat tatsächlich auch ein paar positive Schritte eingeleitet, z.B. wurde die Todesstrafe abgeschafft. Das war aber nur Augenwischerei, im Herzen war Erdoğan nie ein Demokrat. Hat er sogar im Fernsehen mal offen zugegeben: https://www.youtube.com/watch?v=cRnomcJrWE4

Irgendwann zeigte er mehr und mehr sein wahres Gesicht... Beispielsweise wurden 2007 im sogenannten Ergenekon-Prozess hunderte unschuldige Richter, Geschäftsleute, Politiker und Journalisten mit gefälschten Beweisen eingesperrt. Seitdem ging es mit der türkischen Demokratie bergab. Der Druck auf Erdoğan wurde immer größer, der Höhepunkt waren sicherlich die Gezi-Proteste im Jahr 2013. Es waren die größten und heftigsten Demonstrationen in der Geschichte der Türkei. Erdoğan wählte den Weg der Eskalation, ließ die Proteste gewaltsam niederschlagen. Dafür hat er sogar innerhalb seiner Partei Kritik bekommen, z.B. vom ehemaligen Staatspräsidenten Abdullah Gül und sogar vom stockkonservativen Bülent Arınç. Danach kamen immer mehr Skandale ans Licht, beispielsweise dass Erdoğan Steuergelder in die eigene Tasche gesteckt hat oder dass er sein Uni-Diplom gefälscht hat. Erdoğan reagierte auf den Druck immer autoritärer, ließ Kritiker einsperren, das Internet zensieren, erteilte der Polizei Sonderbefugnisse, änderte Gesetze zu seinen Gunsten... Inzwischen ist die Türkei kein demokratischer Rechtsstaat mehr, sondern eine Autokratie. Damit ist ein EU-Beitritt ausgeschlossen. Ich finde es auch richtig und konsequent, dass die millionenschweren "Annäherungsgelder" von der EU gestrichen wurden - denn von einer Annäherung an die Kopenhagener Kriterien der EU kann keine Rede sein. Ganz im Gegenteil verteufelt Erdoğan "den Westen" und stellt ihn als Feindbild dar. Daran wird sich wohl auch nichts mehr ändern, denn Erdoğan zieht seine Popularität aus genau dieser Rhetorik: Er braucht das böse Feindbild, um seinen Anhängern einzureden, dass sie unterdrückt würden und nun ihn als islamischen Messias bräuchten.

Die Türkei sollte sich Albanien als Vorbild nehmen, dort wird seit Jahren massiv die Korruption bekämpft, die Regierung ist pro-europäisch eingestellt, bleibt ihrer laizistischen Verfassung treu und schafft hoffentlich bald den EU-Beitritt.

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Nicht nur in Istanbul, überall in der Türkei. Warum? Weil Erdoğan dem Volk seine Moralansichten aufdrücken will. Damals, als er noch Oberbürgermeister von Istanbul war, wollte er sogar den Ballett-Tanz verbieten, weil Ballett ihm zu "pornographisch" war. Klingt wie ein Scherz, ist aber wahr. Und er wollte geschlechtergetrennte Schulbusse einführen.

Es gibt ein Sprichwort in der Türkei, das lautet: "Was ist der Unterschied zwischen einem Muslim und einem Islamist? Der Muslim lebt nach den Regeln des Islam. Der Islamist will anderen Menschen seine Regeln aufzwingen."

Erdoğan gehört in die zweite Kategorie. Ein zurückgebliebener Möchtegern-Sultan.

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Je nach dem, welchen kulturellen/sprachlichen Background ihr habt, könnte z.B. die Türkei (Ankara), die Vereinigte Arabische Emirate oder Indonesien was für euch sein.

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Weil Staat und Religion getrennt sind oder wie?

Genau. Der Laizismus wurde von unserem Staatsgründer Atatürk eingeführt. "Laizismus" bedeutet religiöse Unabhängigkeit des Staates und staatlicher Institutionen bzw. Vertreter. Übrigens ist davon nicht alleine das Kopftuch betroffen, sondern auch christliche Symbole wie z.B. das Kreuz, das Zülfikar der Aleviten oder die Kippa bei Juden. Menschen, die im öffentlichen Dienst arbeiten und den Staat quasi als Arbeitgeber haben, sollen religiös und ideologisch neutral auftreten. Damit will man zeigen, dass man nicht parteiisch für die eine oder andere Glaubensrichtung ist, sondern dass alle Religionen gleichberechtigt existieren dürfen.

Die Türkei ist nicht der einzige laizistische Staat auf der Welt, es gibt noch viele andere wie z.B. China, Albanien, Aserbaidschan, Frankreich, Kosovo, Portugal usw.

In Deutschland gibt es leider keinen richtigen Laizismus. Die Kirchen sind Körper des öffentlichen Rechts und werden z.B. von unseren Steuergeldern finanziert. Ich würde mir für Deutschland mehr Laizismus wünschen, einen religiös neutralen Staat und hundertprozentige Gleichberechtigung zwischen christlichen, muslimischen, jüdischen, hinduistischen und buddhistischen Verbänden.

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Nein, das steht nirgendwo im Koran. Leider vermischen viele Tradition und Religion. Im Nahen Osten ist es aus klimatischen Gründen seit langem eine Tradition, einen Schleier zu tragen. Auch arabische Christinnen, Jesidinnen usw. tragen in vielen Gegenden Kopftücher.

Der Koran sagt nur, dass Frauen sich nicht zu aufreizend präsentieren sollten. Das hat aber eben nicht zwingend was mit dem Kopfhaar zu tun. Eine Frau mit Kopftuch, die dick geschminkt ist und Leggins trägt, stylt sich aufreizender als eine Frau mit offenem Haar, die dezent oder gar nicht geschminkt ist und unauffällige Kleidung trägt.

Ich halte nicht viel von Verschleierungen, sie werfen nur ein negatives Licht auf den Islam. Außerdem haben 89% aller Nord- und Mitteleuropäer einen Vitamin-D-Mangel. Das ist eine Zivilisationskrankheit, von der viele Menschen nichts wissen. Vitamin D ist extrem wichtig für all unsere Körperfunktionen, für Knochen, Haut, Immunsystem usw. Je mehr wir uns unter Kleidungsstücken verstecken, umso ungesünder ist das für uns. Im Iran beispielsweise (wo die Menschen normalerweise genug Sonnenlicht aufnehmen) ist die Leukämie-Rate bei Frauen ab dem Jahr 1979 (als das Mullah-Regime an die Macht kam und Frauen per Gesetz zur Verschleierung gezwungen wurden) rasant angestiegen. Wenn das schon im Iran so extrem ist, dann kann man sich ja vorstellen, wie wenig Vitamin D eine verschleierte Frau in Mitteleuropa aufnimmt... Gott würde den Menschen niemals Regeln befehlen, die schlecht für ihre Gesundheit sind.

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Was tut Erdogan noch außer Inhaftierung, Pressefreiheit und Lira erhört sich noch was?

Korruption (Erdoğan war in den größten Korruptionsskandal des Landes verwickelt)

Betrug (Erdoğan hat sein Uni-Diplom fälschen lassen - somit hätte er eigentlich gar nicht Ministerpräsident werden dürfen, weil das darf man in der Türkei nur mit einem gültigen Uni-Diplom)

Unterwanderung staatlicher Institutionen (Zusammen mit seinem ehemaligen Weggefährten Fetullah Gülen hat Erdoğan den Staat unterwandert, um die kemalistische Elite zu entmachten. Heute bezeichnet Erdoğan Gülen - um ihn loszuwerden und alleine herrschen zu können - als "Terroristen" und wirft ihm vor, er hätte einen Parallelstaat aufgebaut. Dabei verschweigt er, dass er jahrelang dabei mitgemacht hat.)

Abschaffung der Gewaltenteilung (Ein essenzielles Standbein für einen demokratischen Rechtsstaat ist die Gewaltenteilung. In der Türkei arbeiten Politik, Justiz, Militär, Geheimdienst und Polizei jedoch nicht mehr unabhängig voneinander, sondern bestehen aus Erdoğan-treuen Leuten. Das bedeutet, es gibt keine unabhängige Instanz mehr, an die man sich als türkischer Bürger wenden kann, wenn man zu Unrecht zu irgendetwas beschuldigt wird.)

Einschränkung der Meinungsfreiheit (Die meisten Demonstrationen, die Erdoğan nicht passen, werden nicht genehmigt bzw. oft gewaltsam durch die Polizei aufgelöst. Im Internet findet eine starke Zensur statt, Google hat bekannt gegeben, dass die Türkei nach China das Land ist, das die meisten Internetseiten blockiert bzw. Webinhalte löscht.)

Schwere Menschenrechtsverletzungen in Gefängnissen (Amnesty International hat nachgewiesen, dass nach dem Putschversuch in türkischen Gefängnissen mehrfach zu Folter an Häftlingen gekommen ist.)

Unterstützung radikalislamischer Milizen (Erdoğan hat den syrischen Al-Qaida-Ableger "Al Nusra" mit Geld und Waffen unterstützt. Als der Journalist Can Dündar das türkische Volk darüber aufklären wollte und Beweisfotos veröffentlicht hat, ließ Erdoğan ihn festnehmen und forderte eine lebenslängliche Haftstrafe.)

Außenpolitische Isolation (Durch seine unkontrollierten und oft provokanten Äußerungen sowie die nicht mehr vorhandene Rechtsstaatlichkeit verspielt sich Erdoğan viel Vertrauen bei anderen Regierungen, außerdem verschreckt er dadurch ausländische Investoren, dessen Kapital für die türkische Wirtschaft sehr wichtig wäre.)

Demokratiefeindliche Aussagen und Befürwortung der Todesstrafe (Schon 1998 sagte Erdoğan auf einer öffentlichen Rede: "Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind.". In einem Fernsehauftritt sagte er außerdem: "Unserer Meinung nach kann Demokratie niemals das Ziel sein". Bezüglich der Todesstrafe sagte Erdoğan schon 2012: "Dass es in Amerika, China und Japan noch immer die Todesstrafe gibt, bedeutet, dass sie auch einen berechtigten Grund hat. (...) Leider wurde die Todesstrafe bei uns auf Druck einer bestimmten Seite abgeschafft." Nach dem gewonnenen Verfassungsreferendum im Jahr 2017 sagte er, dass es eine der ersten Aufgaben sei, die Wiedereinführung der Todesstrafe auf die Tagesordnung zu setzen.)

Ist Erdogan auch gefährlich für die Frauen in der Türkei?

Erdoğan spricht sich in Reden am Weltfrauentag zwar gegen Gewalt an Frauen aus. Allerdings sind sich diverse Frauenrechtlerinnen und Frauenrechtsorganisationen einig darin, dass die konservative Gesellschaftspolitik von Erdoğan die Macho-Denkweise der Männer und damit auch Gewalt an Frauen begünstigt. Erdoğan will, dass Frauen mindestens 3 Kinder gebären und statt arbeiten zu gehen, zuhause die Rolle als Mutter und Hausfrau einnehmen. Damit befürwortet er, dass Frauen total von ihren Männern abhängig sind, denn wer nicht arbeiten geht, hat kein eigenes Einkommen und kann nicht für sich selbst sorgen. Solche Abhängigkeiten sorgen dafür, dass Männer die Macht über ihre Frau haben und sich die Frauen nicht trauen, zur Polizei zu gehen wenn sie Gewalt erfahren. Auch von anderen AKP-Politikern hört man solche Sätze: "Frauen sollen in der Öffentlichkeit nicht laut lachen", "Flirtende Frauen sind wie H*ren", "Frauen ohne Kopftuch sind wie leerstehende Wohnungen".... Natürlich sind es keine Gesetze, die Frauen weniger Rechte geben. Aber es ist eine Geisteshaltung und ein zurückgebliebenes Frauenbild, das Erdoğan und seine AKP vermitteln. Wenn die Leute solche Aussagen oft genug im Fernsehen hören oder in der Zeitung lesen, dann fangen sie irgendwann an, genau so zu denken. Das ist so ähnlich wie mit der AfD in Deutschland, wenn die ständig gegen Flüchtlinge oder Muslime hetzen, dann schadet es dem Flüchtling oder Muslim zwar nicht direkt, aber halt indirekt, weil solche Aussagen dann salonfähig werden und sich verbreiten. Fakt ist jedenfalls, dass Gewalt und Mord an Frauen in der Türkei seit dem Jahr 2002 angestiegen ist.

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Ich glaube, Rationalität hilft immer weiter. Denn wenn es um Liebe geht, dann neigen wir im wahrsten Sinne des Wortes davon, zu romantisieren, zu phantasieren. Das ist ein essenzieller Unterschied. Wie das Wort schon sagt: "ratio" (lateinisch für "Verstand") - "romantisieren", "phantasieren" hingegen sind gefühlsbezogene Begriffe.

Was will ich dir damit sagen? Ich will sagen, dass unsere Emotionen oft unseren Verstand benebeln. Was ist überhaupt Liebe? Wir glauben oft, es gäbe einen perfekten Partner auf der Welt, nur diesen einen, und den müsse man finden. In Wirklichkeit ist es so, dass es überall auf der Welt hunderte von Menschen gibt, die theoretisch für eine gute Beziehung infrage kämen. Vielen davon wird man nie begegnen, weil sie einfach in einem anderen Land leben. Der zweite Aspekt, den viele nicht sehen ist: Man selber verändert sich, gerade wenn man noch jung ist. Wer vor 5 Jahren noch zu dir gepasst hätte, in den würdest du dich heute niemals verlieben. Weil er sich verändert hat oder weil du dich verändert hast - oder weil beide sich verändert haben. Das können Hobbys, Charaktereigenschaften aber auch einfach Kriterien, nach denen man sich seinen Partner aussucht, sein.

Dann sollte man unterscheiden zwischen "Verliebt-Sein" und "Liebe". Das "Verliebt-Sein" ist ein vorübergehender Zustand, in dem man, weil unser Gehirn bestimmte Hormone ausschüttet, die Person im goldenen Licht sieht. Man stellt diese Person auf ein Podest. Man sieht nur seine guten Seiten. Und vor allem: man sieht Dinge in dieser Person, die in Wirklichkeit nicht da sind. Warum? Weil jeder Mensch bestimmte Vorstellungen und Idealbilder im Kopf hat, die man sich im Laufe der Jahre so angehäuft hat: durch Geschichten, durch Filme, durch Beobachtungen im eigenen Umfeld, also Familie und Freundeskreis, vielleicht auch Promis... daraus setzen wir uns dann unsere ganz persönliche Idealvorstellung zusammen, wie wir uns eine Beziehung und unseren Traumpartner vorstellen. Und im Verliebtheits-Zustand projizieren wir diese Idealvorstellungen dann auf diese Person... und während wir so gefühlsbenebelt sind, glauben wir dann, diese Person würde tatsächlich all diese Idealvorstellungen erfüllen.

Von Liebe dagegen würde ich erst sprechen, wenn der Verliebtheits-Zustand vorüber ist, ihr euch aber trotzdem noch liebt. Es ist dann vielleicht nicht mehr ganz so die große Aufregung da, das liegt wie gesagt an unseren Hormonen (Dopamin). So wie wenn du dir eine geile Jacke kaufst - am Anfang kannst du dich nicht an ihr satt sehen, irgendwann gewöhnst du dich dann an sie... aber wenn du sie auch nach nem Jahr noch superschön findest und gerne trägst, dann war es der richtige Einkauf. So in etwa. Das Dopamin ist weg, der Partner flackert nicht mehr im goldenen Licht - aber man liebt ihn/sie trotzdem, es ist einfach Bindung da, Vertrauen, gemeinsame Erlebnisse, das Bedürfnis Zeit miteinander zu verbringen und ohne ihn/sie würde man sich leer fühlen. Dann kann man wirklich von Liebe sprechen. Das weiß man dann halt immer erst nach einiger Zeit.

Diese Dinge zu verstehen kann dir hoffentlich helfen, einzusehen, dass dein "Inoffizieller Freund" nicht deine wirkliche Liebe war, sondern nur ein Typ mit einer schönen Außenseite, bei dem du kurzzeitig Verliebtheits-Gefühle hattest. So wie ein Karton, der in schönes Geschenkpapier eingepackt ist, mit schöner Schleife, dass du erstmal ganz verzaubert bist - aber wenn du ihn auspackst dann eben siehst: Hm, war nur ein oller Pappkarton.

Du bist jung, du wirst noch so vielen Männern begegnen... da gibt es keinen Grund, am Boden zerstört zu sein. Besser, du erkennst das wahre Gesicht dieses Kerls direkt zu Anfang, als erst nach Monaten. Mach einfach weiter dein Ding, sei glücklich, finde Dinge die dich begeistern und alleine das wird dir eine attraktive Ausstrahlung geben, sodass die Typen sich zu dir angezogen fühlen werden und drum reißen werden, an deiner Seite zu sein :-) Und dann bist du in der machtvollen Position, dir nach deinen eigenen Kriterien jemanden auszuwählen, den du daten willst und in den du dich dann vielleicht verliebst. Stell dir immer vor, du wärst Königin Kleopatra - würde die sich von irgendeinem Macho rumkommandieren lassen? Am A*sch! Stell dir vor, du könntest jeden Mann dieser Welt haben, welchen würdest du dir dann aussuchen? Wie soll er aussehen, wie soll sein Charakter sein? Gib dir ruhig selber mehr Macht und trau dich, höhere Ansprüche zu setzen. So ein kleiner Pascha wie dein Ex soll erstmal lernen Frauen zu respektieren, jemanden wie dich ist er einfach nicht wert.

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Ich denke, du solltest eine ganz klare Haltung entwickeln: Und zwar die, dass kein Junge oder Mann dieser Welt dir irgendwas zu "verbieten" hat! Punkt. Das musst du dir einbrennen, das muss zu einem ganz festen Prinzip von dir werden. Wenn dir ein Junge oder Mann so kommt, gib ihm sofort einen Laufpass. Verstehst du, ein solches Rollenverständnis ("Ich als Mann stehe über dir, ich entscheide darüber, was du zu machen hast und was nicht.") ist keine Basis für eine gleichberechtigte und gesunde Beziehung. Wer so denkt, ist ein zurückgebliebener Macho.

In der Partnerschaft hat der Mann keineswegs über dir zu stehen, sondern ihr befindet euch komplett, hundertprozentig auf Augenhöhe. Das sollte dein Anspruch sein! Man sollte in einer Beziehung natürlich offen darüber sprechen, was für einen okay ist und was nicht. (Am besten natürlich, man spricht schon darüber, bevor man zusammen kommt - denn manchmal stellt sich dann schon direkt zu Anfang heraus, dass man sehr unterschiedliche Vorstellungen davon hat, wie die Beziehung ablaufen soll... wie du ja gerade an deinem Freund siehst.) Man sollte jederzeit offen seine Bedürfnisse aussprechen und darüber mit dem Partner diskutieren. Merkst du, das ist dann eine ganz andere Basis: Ihr diskutiert darüber, welche Regeln ihr für euch innerhalb einer Partnerschaft setzen möchtet, und zwar komplett auf Augenhöhe. Und dann kann man sich auf Kompromisse einigen. Was dein "inoffizieller Freund" da macht, ist keine gleichberechtigte demokratische Diskussion, sondern er diktiert dir seine Regeln. Diktatur statt Demokratie. Das ist ein riesen Unterschied.

Mich regt es alleine schon auf, wenn ich solche Aussagen hier lese! Denk mal darüber nach, was für eine Denkweise dahinter steckt, auf was für einen Status er dich eigentlich herabsetzt. Er entmündigt dich. Er gibt dir den Status eines kleinen Kindes, über das er bestimmen darf. Und eigentlich steckt auch ein tiefer Minderwertigkeitskomplex dahinter, wenn man seiner Freundin alles mögliche verbieten will. Nämlich die große Angst davor, was andere aus seiner (türkischen, arabischen?) Community denken könnten... und die Angst davor, andere Typen könnten dich ansprechen. Das ist doch ein Zeichen von Schwäche von ihm. Die Schwäche, dass er nicht vor seinen Kollegen das Rückgrat hat zu sagen: "Ich hab kein Problem damit, dass meine Freundin feiern geht." Die Schwäche, dass er anscheinend große Angst davor hat, dich sofort an andere Jungs zu verlieren, was auch nicht gerade von einem gesunden Selbstwertgefühl zeugt. Und zu guter Letzt auch wieder eine Herabsetzung deinerseits, dass du nicht in der Lage dazu wärst, einem Typen im Club zu sagen, dass du vergeben bist. Hallo?! Damit unterstellt er dir ja, du hättest keinen eigenen Mund, keine eigene Meinung und vor allem, du würdest ihn nicht lieben oder dich mit jedem Typen auf ne schnelle Nummer einlassen. Das ist eigentlich eine Beleidigung! Du bist eine selbstbestimmte Frau, wenn du vergeben bist, dann sagst du anderen Typen, die dich anmachen, das selbst. Du hast einen eigenen Mund, du kannst für dich selber einstehen, du brauchst dafür nicht ihn und erst recht keine affigen Verbote. Wenn er dir das nicht mal zutraut, wie gesagt, dann ist das schwach und zeugt auch nicht gerade davon, dass er tiefes Vertrauen in dich und eure Liebe hat.

Du kannst dir sicher sein, wenn er schon anfängt solche Sachen zu sagen, bevor ihr überhaupt offiziell zusammen seid, dann kannst du dir ja vorstellen, wie das laufen wird, wenn ihr euch outet und erstmal ein richtiges Paar seid. Selbst wenn du ihm sagen würdest, dass dich das stört, glaube ich kaum, dass er sich grundlegend ändern würde. Dazu hat er einfach diese Pascha-Mentalität zu tief eingebrannt, dieses Rollenverständnis von Mann und Frau, dass er als Mann das Sagen hat. Und er zeigt ja auch deutlich, was für eine Idealvorstellung von einer Beziehung er hat. Eigentlich sind diese Machos schwache und armselige Typen, wenn sie es nötig haben, eine Beziehung mit Drohungen, Verboten und Kontrollsucht zusammen zu halten. Stell dir das mal bildlich vor, wie ein solcher Mann seine Frau mit viel Kraft an der Kette hält, wie er sie versucht, mit Aggression und Härte an ihn zu binden. Ein wirklich starker Mann mit einem gesunden Selbstwertgefühl und vor allem Respekt vor dem weiblichen Geschlecht hat das nicht nötig. Er steht da wie eine Eiche, wie ein Fels in der Brandung, und die Frau lehnt sich von ganz alleine an ihn, ohne dass er sie mit Autorität dazu zwingen muss.

Kurzfristig mag es hart und auch schmerzhaft sein, den Kontakt mit ihm abzubrechen. Langfristig wird es dir aber besser so gehen, als wenn du dich in so eine Gefängnis-Beziehung mit einem kontrollsüchtigen Macho begibst. Und das Gute an der Sache ist doch, dass du dadurch neue Dinge für dich dazugelernt hast, neue Erkenntnisse gewonnen hast. Neue Prinzipien, die von nun an für dich gelten und die ab jetzt Kriterien für deinen zukünftigen Partner sein werden. Es gibt diesen schönen Spruch: War der Tag nicht dein Freund, so war er dein Lehrmeister :-)

LG und alles Gute für deine Zukunft

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Naja, die Problemlage ist doch klar: Deine Familie ist nicht einverstanden damit, dass du dich mit dem Jungen getroffen hast. Anscheinend aus kulturell-religiösen Gründen.

Du kannst jetzt zwei Dinge tun: Entweder du knickst ein und bist der brave Hund für deine Familie, der auch auf nicht hinnehmbare Regeln hört. Oder du hast den Mut, für deine Rechte einzustehen und sagst deiner Familie klar und deutlich, dass du dir die Freiheit, dich mit einem Jungen zu treffen, nicht nehmen lässt. Besser, du setzt früh genug deine Grenzen. Das ist wie wenn ein Lehrer eine neue Klasse bekommt: Lässt er sich von Anfang auf der Nase herumtanzen, kann er am Ende auch total streng werden und Klassenbucheinträge verteilen, aber das nützt nichts, die Schüler werden trotzdem keinen Respekt vor ihm haben. Wenn er aber von Beginn an klare Grenzen setzt, streng und konsequent ist, dann respektieren ihn die Schüler und er kann normal seinen Unterricht machen. "Wer sich ständig die Butter vom Brot nehmen lässt, hat irgendwann nicht mal mehr das Brot"

Genau so ist es mit dir und deiner Familie. Wenn du dir ständig von deiner Familie die Butter vom Brot nehmen lässt und sie sich ein paar Mal haben einknicken lassen, dann wirst du irgendwann gar nicht mehr in der Lage sein, deine Bedürfnisse durchzusetzen. Weil dann haben deine Eltern gelernt, wir müssen nur streng genug zu unserer Tochter sein, dann knickt sie schon ein. Wenn du aber von Anfang an bei Konflikten wie diesen klar und deutlich machst, dass du nicht zu jeder Regel Ja und Amen sagst - dann wird deine Familie früher oder später (ob es ihr passt oder nicht) einsehen, dass sie dich nicht zu allem, was ihren konservativen Vorstellungen so vorschwebt, zwingen können. Freiheit kriegt leider nicht jeder geschenkt, viele müssen sie sich erkämpfen. Sei eine Kämpferin und keine Sklavin :-) Viel Glück!

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Zunächst einmal: Total schöne Story, wünsche Euch beiden viel Glück!

Grundsätzlich sehe ich gar kein so großes Risiko, dass Du in ein Fettnäpfchen treten könntest, solange du achtsam bist, empathisch und aufrichtig. Vielleicht ein paar typische Missverständnisse und Unterschiede zwischen der türkischen und der deutschen Kultur, die mir als jemand, der selber mit beiden Kulturen groß geworden ist, bewusst geworden sind:

In der Türkei sowie in vielen anderen südeuropäischen oder nahöstlichen Ländern ist es üblich, dass man sich zum Essen einlädt. Das gehört einfach so zum guten Ton dazu. Freunde und andere Nahestehende werden nach Hause zum Essen eingeladen, das lehnt man aus Prinzip nicht ab, weil es sonst unhöflich wäre. Manchmal sind Südländer irritiert, dass sie von Deutschen nicht zum Essen eingeladen werden. Sie denken dann, man würde sie nicht voll akzeptieren/wertschätzen bzw. man wäre kühl zu ihnen. Hier ein passendes Beispiel: http://www.spiegel.de/sport/fussball/borussia-dortmund-ciro-immobilie-kritisiert-mitspieler-a-1019777.html Deine Freundin würde sich sicher sehr freuen und es als ein Zeichen von Respekt/Wertschätzung betrachten, wenn du sie Deiner Familie vorstellen würdest und z.B. Deine Eltern mal sonntags eine leckere deutsche Speise für sie kochen.

Der Artikel knüpft auch gleich an einen zweiten Reibungspunkt an, und zwar die Mentalität der Deutschen. Ich versuche es mal möglichst wertungsfrei zu sagen, aber Menschen, die in südlichen Ländern aufgewachsen sind, empfinden die Mentalität von Nord- und Mitteleuropäern insgesamt als kühl und distanziert. Es ist schwierig, das genau in Worte zu fassen, aber Südländer sind zumeist emotionaler, herzlicher, lauter, feuriger, spontaner, temperamentvoller... im negativen Sinne natürlich auch aufbrausender. Mitteleuropäer, das habe ich sowohl von Türken als auch von Griechen und Latinos öfter schon gehört, werden hingegen als sehr steif, wenig kommunikativ, rational, verschlossen, isoliert, "unsozial" (im Sinne von: nicht in so viele soziale Interaktionen verstrickt) ernst, mechanisch empfunden. Es könnte also sein, dass Deine Freundin die Deutschen (vor allem in diesen kalten Wintertagen) als ebenso kühl empfindet.

Dann vielleicht noch das Thema Nationalstolz: In Deutschland ist es ja eher verpönt, Nationalstolz zu besitzen, in der Türkei hingegen ist es sehr angesehen und verbreitet. Wenn Du noch nicht weißt, wie patriotisch Deine Freundin ist, solltest Du zu Anfang vielleicht eine gewisse Sensibilität an den Tag legen, wenn Du über die Türkei sprichst. Natürlich wissen die Türken selbst, dass ihr Land in vielerlei Hinsicht auf Ramschniveau ist, verglichen mit einem so hoch entwickelten Staat wie Deutschland. Und wenn Deine Freundin aus Istanbul kommt, gebildet ist und nicht religiös, dann wird sie auch wissen, dass Erdowahn ein schmutziger Autokrat ist. Trotzdem ist sie wahrscheinlich stolz auf ihre Kultur, Sprache, Küche, Musik usw. Deswegen solltest Du sensibel damit sein, Dich nicht zu abfällig oder von oben herab über die Türkei im Allgemeinen zu äußern.

Im Bezug auf Beziehungen haben die meisten Türkinnen, so weit ich weiß, egal ob religiös oder unreligiös, dann doch den Wunsch nach etwas sehr Festem mit Perspektive auf Heirat. Das ist einfach so deren Idealbild, welches einem sozial und medial vorgelebt wird. Es wäre natürlich Quatsch, sich jetzt schon direkt zu Beginn irgendwelchen Druck zu machen und über das Heiraten nachzudenken. Genießt erstmal Eure Zeit und schaut, wie Ihr zusammen passt, über alles weitere kann dann nachgedacht und geredet werden, wenn der richtige Zeitpunkt dafür ist. Ich will Dir aber nur sagen, wundere Dich nicht, falls sie Dich mal mit diesem Wunsch oder Gedanken konfrontieren sollte. Du musst es dann auch nicht direkt als Appell oder so verstehen, sondern vielleicht wird sie einfach mal aus der Emotion heraus so etwas zu Dir sagen, eben weil es tief in ihr ihre Idealvorstellung von einer Beziehung ist (dass diese eines Tages in einer Ehe endet).

Naja, ansonsten empfehle ich grundsätzlich, so ehrlich wie es nur geht miteinander umzugehen, und dabei am besten in Ich-Botschaften zu sprechen. "Ich nehme wahr, dass...", "Ich spüre das Gefühl in mir, dass" usw. Dadurch kann man vielen Missverständnissen vorbeugen. Das passiert so oft, dass Dinge, die man unterschwellig merkt, nicht ausgesprochen werden, und es deswegen erst zu Missverständnissen oder Konflikten kommt. Konflikte, die es nicht geben müsste, hätte man seine Wahrnehmung einfach mal als solche ausgesprochen.

LG und alles erdenkliche Glück, interkulturelle Partnerschaften braucht dieses Land :-)

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Geht es dir explizit um ihre Religion? Oder bist du daran interessiert, eine türkischstämmige oder arabischstämmige Frau (z.B. aufgrund ihres orientalischen Aussehens) kennenzulernen?

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Hey Lilije,

zuerst mal herzlichen Glückwunsch, ich hoffe dass eure Beziehung lange hält. Liebe ist etwas wunderbares und Gott hat ganz sicher nichts dagegen, wenn zwei Menschen sich lieben.

Deine Denkweise ist völlig richtig und du hast auch etwas erkannt, was viele nicht sehen: Es gibt eine riesengroße Doppelmoral in muslimischen Familien, wenn es darum geht, was Jungs dürfen und was Mädels dürfen. Da ich selber einen türkischen Migrationshintergrund habe, weiß ich wovon ich spreche. Egal ob in türkischen, arabischen, afghanischen oder albanischen Familien... immer werden Mädchen total entmündigt. Mit "entmündigt" meine ich, dass so getan wird, als wäre man als Tochter dumm und schwach und nicht in der Lage, eigene Entscheidungen zu treffen. Im Grunde genommen wird man wie ein kleines Kind behandelt, das man zwar (angeblich) liebt, aber über dessen Kopf man alles hinweg entscheidet und das immer einen Aufpasser braucht.

Außerdem sind die Töchter immer eine Art Aushängeschild gegenüber den anderen Familien, woran dann die "Familienehre" gemessen wird. So nach dem Motto: Wenn deine Tochter brav und gehorsam ist, dann seid ihr gute Muslime. Aber ob der Sohn kifft, kriminell ist und wie viele Mädels er gevögelt hat, interessiert keinen. Ob der Mann jungfräulich in die Ehe geht, juckt keine Sau, aber wehe die Frau blutet nicht, dann ist es ein riesen Drama.

Diese Doppelmoral ist einfach nur entsetzlich und damit muss im Jahr 2018 einfach Schluss sein, erst recht hier in Deutschland. Lass dir auch nicht einreden, dass Gott es so wollen würde, dass Jungs alles dürfen und Mädchen alles verboten ist, das ist einfach Schwachsinn! Ich wette, wenn dein Bruder (falls du einen hast) eine christliche Freundin hätte, dann wäre das für deine Eltern kein Thema, stimmts? Übrigens hast du es völlig richtig gesagt, deine Eltern können dich nicht zwingen, genau so religiös zu sein wie sie. Im Koran steht sogar: "Es gibt keinen Zwang im Glauben." (Sure 2:256). Jeder kann für sich selbst entscheiden, wie streng er es mit der Religion nimmt... außerdem ist die strengste Lebensweise nicht automatisch die richtige. Ich würde nämlich nicht die Wörter "streng" und "locker" benutzen, sondern eher "konservativ" und "zeitgemäß". Viele Muslime schaffen es nicht, den Islam im heutigen Kontext zu verstehen, sondern leben ihren Glauben auf eine zurückgebliebene Weise aus.

Ich finde jedenfalls: Wenn deine Eltern dich wirklich lieben, dann lieben sie dich auch, wenn du einen Christen als Freund hast. Liebe sollte bedingungslos sein! Und eben nicht an die Bedingung geknüpft, dass man gefälligst Erwartung a), b) oder c) erfüllt. Wahrscheinlich ist es für deine Eltern schwer, das zu verstehen... sie sind ja selber mit so konservativen Regeln aufgewachsen und glauben, sie müssten das tun was sie tun. Aber da solltest du eben standhaft bleiben, dann werden sie irgendwann schon verstehen, dass sie mit ihren traditionellen Ansichten nicht so einfach durchkommen. Mache deiner Mutter klar, dass du dir nicht einen Freund aufgrund seiner Religion oder Hautfarbe, den sie nicht mal kennengelernt hat, einfach verbieten lässt. Das ist eigentlich pure Diskriminierung. Wir Muslime wollen ja auch nicht, dass man uns ausschließt mit der Begründung, dass wir Muslime sind.

Mein Tipp für dich ist, dass du dir erstmal keinen so großen Stress machst und die Sache nicht zerdenkst. Du bist gut so wie du bist, du musst dich nicht schuldig fühlen. Genieße die Zeit mit deinem Freund. Ich hoffe, deine Eltern werden die Beziehung eines Tages akzeptieren - solange das nicht der Fall ist, könnt ihr ja trotzdem zusammen bleiben... du musst ja mit deinen Eltern dann nicht über das Thema reden.

Liebe Grüße und ganz viel Glück euch beiden!

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Der nachhaltigste Weg: Nicht so einen Moralapostel wie Erdoğan wählen... macht einen auf religiös und will uns alles Mögliche verbieten, aber hat selber nur Dreck am Stecken. Wahrscheinlich hat er seine private Pornosammlung in seinem 1000-Zimmer Palast, aber das türkische Volk behandelt er wie ein Kind, das nicht für sich selber entscheiden kann, was gut und was schlecht ist.

#özgürüz

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Also einen türkischen Namen, der so klingt, gibt es nicht. Höchstens Gökce. Woran machst Du denn Deine Vermutung fest, dass das Mädchen türkisch ist? Weißt Du auch ihren Nachnamen? Denn daran könnte ich wiederum erkennen, aus welchem Land bzw. Kulturkreis sie stammt.

Ich habe einfach mal "Derje" bei Facebook eingegeben und nach Personen mit diesem Namen gesucht. Dieser Name scheint in Äthiopien sehr verbreitet zu sein, jedenfalls kamen lauter äthiopische Facebook-Nutzer heraus. Allerdings scheint es ein Männername zu sein...

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Salam aleikum,

du wirst keine eindeutige Pflicht für das Kopftuch finden im Quran. Hier findest Du eine ausführliche Analyse dazu: http://tavhid.de/?p=1416

Ganz einfach erklärt ist es so, dass es früher überall in den Wüstenregionen üblich war, einen Schleier zu tragen (in Saudi-Arabien tragen ja sogar Männer eine Art "Kopftuch"), alleine schon wegen der Sonne und dem Staub. In den islamisch geprägten Regionen gab es außerdem früher die Regelung, dass Sklavinnen und Frauen aus der gesellschaftlichen Unterschicht keinen Schleier tragen durften, sondern nur Frauen aus dem höheren gesellschaftlichen Stand. So konnte man leicht unterscheiden zwischen diesen Gesellschaftsgruppen. Und das Kopfhaar der Frau hatte früher sowieso noch eine andere Symbolik, da es als besonders "keusch" oder "aufreizend" galt, wenn eine Frau die Haare offen trug.

Im heutigen Kontext ergibt es natürlich keinen Sinn mehr. Gerade hier in Europa gibt es weder Wüstenklima, noch ist es besonders außergewöhnlich oder sexuell, wenn man als Frau die Haare offen trägt. Wenn man der islamischen Kleidervorschrift nachkommen will, dann sollte man also z.B. nur darauf achten, nicht zu freizügig herumzulaufen oder sich vielleicht zu aufreizend zu schminken und zu stylen. Klar gibt es irgendwelche zurückgebliebenen Prediger, die behaupten, es sei eine unbedingte Pflicht, Kopftuch zu tragen oder den ganzen Körper in so ein Gewand zu hüllen. Heutzutage gibt es aber immer mehr vernünftige Stimmen, die eine andere Sichtweise befürworten. Man sollte sich eben von den Scharlatanen nichts einreden lassen, da wird unsere Religion leider zu allem möglichen Schwachsinn missbraucht, so wie es ja auch Prediger gibt, die behaupten, Musik sei verboten oder Frauen dürften kein Auto fahren. Das sind dann Auslöser dafür, dass der Islam in so einem schlechten Licht gesehen wird und man uns "normalen" Muslime damit gleichsetzt.

Also: Natürlich kann man als Muslima Kopftuch tragen, wenn man gerne will und das Gefühl hat, so am besten der religiösen Anordnung nachzukommen. Eine Pflicht ist es aber auf keinen Fall. Ich halte eher wenig von diesem Kleidungsstück, weil es meinem Empfinden nach unnötig polarisiert, meistens sowieso nur wegen der Erziehung der Eltern getragen wird und man ja auf viel einfacherem und für eine Frau gemütlicherem Wege die Bekleidungsregelung aus dem Quran befolgen kann. :-)

Hier ist auch ein meiner Meinung nach sehr guter Beitrag von einer Muslima zum Thema Kopftuch: https://de.qantara.de/inhalt/koran-auslegung-warum-ich-als-muslima-kein-kopftuch-trage-0

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