Solange die Orgel nicht verstimmt ist passt doch alles!
Gegenüber Organisten habe ich nur positive Vorurteile, z. B. denke ich, Organisten sind die belesensten Musiker und haben das beste harmonische und musiktheoretische Verständniss.

...zur Antwort

So, alle herhören, die nach Noten suchen!!!!

IMSLP - Petrucci Online library.

Da gibt es alles, deren Komponist schon länger als 30 Jahre tot ist. Für jedes Instrument, für jede Stimme, jedes Werk, alle veröffentlichten Transkriptionen.!
Von mittelalterlichen Tabulaturen, über J.S. Bachs Handschrift bis zu den Partituren moderner Symphonien! Es gibt da alles. Alles umsonst, kostenlos als PDF

Verbreitet die frohe Botschaft

...zur Antwort

hallo, ich bin Pianist und spiele fast ausschließlich Bach. Habe bisher leider nur ein paar mal auf einem echtem Cembalo spielen können.
Was Paradoxonmusic schreibt, ist nur die halbe Wahrheit. Was beim Klavier das Anschlagen ist, ist beim Cembalo das Loslassen der Tasten, weil das nämlich -anders wie auf einem modernem Flügel- auch noch einmal einen Ton erzeugt, weshalb es gar nicht immer gut klingen muss, wenn ein geübter Pianist sich zum ersten mal auf einem Cembalo ausprobiert.
Bei vielen Cembali kann man übrigens auch Register wählen, bei denen dann zusätzliche Saiten in verschiedenen Längen mitschwingen. Vielleicht weißt du ja schon, dass das auf dem Klavier ebenfalls nicht geht.
Auch was das moderne Piano angeht, gibt es gar nicht so viel Möglichkeiten den Klang zu modulieren, ein moderner Steinway klingt eigentlich immer ziemlich gleich, egal wie man anschlägt - es ist natürlich alles ziemlich relativ: gegenüber dem Cembalo entpuppt sich das Klavier als sehr Facettenreich, aber vergleicht man das moderne Klavier mit einem Wiener Fortepiano aus Beethovens Zeit bezüglich der Klangfarben, sieht der moderne Flügel schnell alt aus. Einen Vergleich mit einem Streichinstrument muss ich wohl gar nicht erst anführen...
Beide Instrumente sind in ihrem Reportoire recht eingeschränkt. So wie man auf einem Cembalo unmöglich die Etüden von Chopin oder Debussy spielen kann, so klingt ein Flügel für die Brandenburg-Concertos recht schnell recht "uncharmant"...
Ich finde das beide Instrumente eher Begleit- als Soloinstrumente sind, da sie was Akkorde angeht viele Möglichkeiten haben, und so gut einen harmonisches Grundgerüst schaffen können. Eine singende, führende Melodie auf dem Klavier zu haben kann zwar schön sein, bringt aber ein Problem mit sich: ein Klavier erklingt in so gut wie keiner Tonart rein.
Für BWV 1014-1019 finde ich das Cembalo auch aus diesem Grund geeigneter; die Geige, die intonieren kann, setzt sich stärker durch, das Cembalo ist transparenter und übertönt die Melodie nicht. Ausserdem ist es auch für die meisten Geiger angenehmer in Begleitung mit einem Cembalo zu spielen.
Bei den Stücken, die Bach für unbegleitetes Cembalo geschrieben hatte, ziehe ich das Klavier vor, weil es die Möglichkeit mit sich bringt, die verschiedenen Stimmen viel einfacher unterschiedlich klingen zu lassen. Das Klavier ist dann wohl doch noch eher ein Solo Instrument als das Cembalo.

...zur Antwort

Im Allgemeinen finde ich, dass es sehr hilfreich ist, nach Gehör spielen zu können, und je nachdem, was man spielen will, kann das ausreichend sein, oder auch nicht. Häufig höre ich solche Sprüche, wie: "Notenlesen ist für die, die kein Gehör haben" etc. (Hatte ich auch immer gedacht) Dem muss ich aber entgegensetzen, dass meine Erfahrung bestätigt hat, dass diejenigen, die kein all zu gutes Gehör haben, sich besonders schwer tun, vom Blatt zu lesen. Beim Notenlesen ist es wichtig, dass man weiß, wie ein Ton klingt, bevor man ihn anspielt. D.h. wenn c'' dasteht, dass man auch weiß, wie diese Tonhöhe klingt. Besonders Gitarristen lege ich es daher ans Herz immer auf einem gewissenhaft gestimmtem Instrument zu spielen, damit man mit der Zeit lernt, wie ein Ton klingt. Das kommt nicht von heute auf morgen, also keine Angst, wenn du denkst, dass du keine Fortschritte machst. Aber wie schon gesagt, es muss jeder selbst wissen, ob er Notenlesen lernen möchte oder nicht. Einen einfachen Song werden viele nach Gehör nachspielen können und da ist auch häufig die spezielle Tonhöhe meist auch nicht so wichtig, man kann ja transponieren, hauptsache die Akkordstufen stimmen. Ich habe aber bisher nur wenig Musiker getroffen, die es schaffen "kompliziertere" Werke, wie vier- bis fünfstimmige Fugen oder zusammenhängende Themen von orchestralen Synphonien, vom bloßen Hören nachspielen oder auf ein Blatt schreiben können. Aber die Leute, die mich damit beeindrucken konnten, konnten auch alle alles prima vista spielen, was man ihnen vorgelegt hatte.
Das Spielen nach Gehör trainiert man am besten beim aufmerksamen und richtigem Notenlesen, das kann natürlich jeder erlernen, aber Talent macht es schon leichter;)
Man muss halt wissen, wie ernst es einem mit der Liebe zur Musik ist und wie viel Aufwand man in sein "Hobby" (oder seine Passion) stecken möchte.
Wenn du erst angefangen hast Musik zu machen, kann es ja sein, dass du später dazu entscheiden wirst, noch weitere Instrumente zu erlernen. Da wirst du auch schneller "richtige" Musik aus einem fremden Instrument entlocken können, wenn du weißt, was du überhaupt auf der Gitarre die ganze Zeit gespielt hast.

Wenn du gerne improvisierst, wäre dass ein weiteres Argument, Notenlesen zu erlernen. Aber dann nicht einfach nur Notenlesen, sondern auch die Stellen die einem gefallen, ein wenig zu analysieren hilft (Warum steht da jetzt diese Note und nicht eine andere? wie klingt es, wenn ich den Vorzeichenwechsel ingoriere und wie wirkt sich das aus auf die folgenden Takte? warum ein verminderter Akkord? Diese Stelle hat eine besondere Farbe/übt ein ganz besonderes Gefühl auf mich aus- was ist hier besonders? - Der Nutzen hieraus sollte klar sein). Ich hatte beim Gitarrenspiel lange sehr viel Freude gehabt, auf Pentatonik, Kirchentonleitern etc. zu improvisieren. Häufig wird das ja auch schlecht geredet, aber ich finde in der Musik geht es nicht um Komplexität oder Klug***eißerei, sondern um Freude und Emotionen. Und wenn jemand daran Freude daran hat, soll und darf man die ihm nicht einfach nehmen. Jeder ist halt anders. Mir hatte es halt irgendwann nicht mehr gereicht, habe dann angefangen Piano und Violine zu lernen und auch Noten zu lesen. Und ich muss sagen, dass mein Gitarrenspiel seit dem viel besser geworden ist (aber nicht auf dem Level der Virtuosität... ich sollte meine Klampfe häufiger in die Hand nehmen). Ich habe angefangen Noten zu lesen, nachdem mir auffiel, dass all die Jazzer, die mir gefallen, eine klassische Ausbildung hinter sich haben, dann habe ich gedacht, ich lerne das auch. Bloß kommt man dann ohne Notenlesen nicht weit. Habe dann, als ich begann mich mit sog. "klassischen Musik" auseinanderzusetzen auch in diese verliebt, aber das ist eine andere Geschichte...
Also ich kann es jedem nur empfehlen und aus eigener Erfahrung und Beobachtungen an anderen Musikern bestätigen: Notenlesen ist nicht nur für die, die kein Gehör haben. Damit es was bringt muss man aber konzentriert bei der Sache bleiben. Und es bring ja auch schon immens viel, einfache Stücke lesen zu können, wenn man es richtig macht, versucht den Ton schon vorher zu hören, (anfangs laut mitzählen - Notenlesen schult nicht nur Gehör, sondern ist auch unter rhythmischen Gesichtspunkten häufig eine Herausforderung) etc. Auch denen, die nicht Lust oder Zeit haben, das Lesen zu perfektionieren, rate ich wenigstens ein bischen zu lesen. Man soll nur mal daran zurückdenken, in welchem Tempo man sich Wissen aneignen konnte, als man noch im Vorschulalter war und sich dann man mal bewusst werden, dass wenn man lesen kann und etwas nicht weiß es einfach schnell im Internet suchen  (schreiben + lesen!!!) oder in einem Lexikon/sonstiges nachschlagen kann. Und da dann nicht aufgeben, wenn man es will, aber denkt, nicht vorwärts zu kommen - man muss sein Ziel im Auge behalten!

...zur Antwort