Was sind Figuren?

Was Figuren sind, scheint auf den ersten Blick selbstverständlich. Sie bilden einen Teildes Alltags, wir sprechen problemlos über sie und folgen dabei starken Intuitionen:

Figuren gibt es, wenn auch nicht in der materiellen Realität. Man kann sie sichvorstellen, und man kann sie darstellen; die Wortherkunft von «Figur» oder «character» verweist darauf (vgl. die ersten Seiten der Einleitung). Jeder kann eigeneFiguren erfinden, sollte also mit ihnen unmittelbar vertraut sein. DieSelbstverständlichkeit weicht jedoch bald einer Reihe schwieriger Fragen: Wie kann ich «Figur» präzise definieren? Was für Gegenstände sind Figuren,wenn es sie nicht in der Realität gibt? Wie kann man an ihnen Anteil nehmen, obwohlsie nicht real sind? Welche Merkmale haben sie und wie entstehen sie? In welchemZusammenhang stehen Figuren mit Medientexten, mit Imagination undKommunikation? Von den Antworten auf diese Fragen hängt letztlich ab, wie manFiguren analysiert. (Zitat aus Jens Eder, Figurenanalyse, 2008)

Ich frage, weil man die Comic- und Zeichentrickfigur Donald Duck mit Gott verwechselt hat. Aber die Schwirigkeit besteht darin, dass Gott keine Figur ist, eher sind wir Menschen mangels umfassender Realität als seine Geschöpfe Figuren.

Das wird deutlich, wenn man sich das breite Spektrum möglicherAussagen bei der Figurenanalyse vor Augen führt. Selbst mit einfachen Sätzen können Rick Blaine aus dem Film CASABLANCA ganz unterschiedliche Merkmale zugeschrieben werden.

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