Gibt es einen richtigen Zeitpunkt für Kinder?

Ich bin der Meinung, dass man das Leben nicht perfekt planen kann. Selbst wenn man meint den idealen Partner gefunden zu haben, um eine Familie zu gründen, gibt es keine Garantie dafür, dass die Partnerschaft ewig hält. Schließlich wird jede zweite Ehe in Deutschland geschieden. Meine Eltern sind auch geschieden. Nach außen hin waren wir eine perfekte Familie. Meiner Mutter war es immer wichtig, dass wir perfekt aussehen usw. aber es gab ständig Streit und meine Beziehung zu meinen Eltern war nicht liebevoll. Sie waren immer kühl und total leistungsorientiert. Ich habe extrem darunter gelitten. Deshalb weiß ich, dass ein Kind nicht viel Geld braucht um glücklich zu sein oder eine scheinbare Bilderbuchfamilie.Viel wichtiger ist was sich intern abspielt und dass sich das Kind geborgen und geliebt fühlt. Ein Kind kann sich gut entwickeln, wenn die Mama sich als Alleinerziehende darum kümmert oder es in einer Patchworkfamilie aufwächst. Ein Kind kann auch mit zwei Müttern oder zwei Vätern glücklich aufwachsen und auch wenn die Eltern zu den Geringverdienern gehören kann ein Kind sich immer noch gut entwickeln.

Warum hört man so oft, dass man Kindern finanziell viel bieten muss? Ich war froh, wenn meine Eltern mit mir gespielt haben und wollte weder ständig in den Urlaub fahren noch eine teure Spielekonsole haben etc. Für mich war klar, dass Kino-oder Zoobesuche was besonderes sind. Ebenso wusste ich, dass es Geschenke nur an Weihnachten und am Geburtstag gibt und ich mir nicht einfach bei jedem Einkauf irgendwas aussuchen darf. Ich weiß aber wie groß dann die Vorfreude darauf war, wenn wir mal etwas unternommen haben. Ich kann mir gar nicht vorstellen wie es gewesen wäre wenn ich alles in den Ar*** geschoben bekommen hätte. Kinder brauchen nicht viel. Ich wollte weder Reitunterricht noch sonst irgendwas haben. Kleidung hat meine Mutter gebraucht gekauft genauso wie Spielsachen. Hat nie einer bemerkt.

Und letztendlich kann man das Leben nicht exakt vorausplanen. Vielleicht stirbt der Partner urplötzlich, man wird selbst schwer krank oder das Kind entwickelt sich wieder Erwarten zu einem Tyrann. Man kann jederzeit aus heiterem Himmel seinen Job verlieren, das Haus kann abfackeln usw. Perfektion gibt es doch nicht im Leben. Oder eine Garantie für irgendetwas.
Ich bin ungeplant schwanger geworden und habe mich nun dafür entschieden mit 19 Mama zu werden. Weil ich an den perfekten Zeitpunkt für ein Kind nicht glaube. Ich möchte meinem Kind vermitteln, dass nicht alles so laufen muss wie in der Werbung. Man darf Fehler machen, seine Gefühle zeigen und muss nicht irgendeinem Idealbild entsprechen. Ich möchte, dass mein Kind sich angenommen und geliebt fühlt, da mir das alles verwehrt geblieben ist. Dabei war ich geplant, meine Eltern verheiratet und nicht jung, ein Haus mit Garten gab es auch.

Wie würdet ihr die Frage beantworten?

Liebe, Kinder
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Warum wird häufig argumentiert, dass man seinen Kindern mit Ü30 finanziell mehr bieten kann?

Es wird häufig argumentiert, dass man erst sein Studium abschließen sollte bevor man Kinder bekommt. Ich wollte Ärztin werden und kann meinen Job mit kleinen Kindern schlecht vereinbaren (Schichtdienst usw.) Es wäre wesentlich einfacher für mich das Studium mit einem Kind zu managen, zudem mein Kind nach meinem Studium groß genug ist, um beispielsweise auf eine Ganztagsschule zu gehen, sodass ich Vollzeit arbeiten gehen kann. Mit kleinen Kindern ist das nicht möglich. Man kann auch mit einem Kind sich weiterbilden (Schule, Ausbildung, Studium etc.) Warum soll man das alles schon beendet haben? Mit 30 habe ich immer noch nicht sonderlich viel Geld, da wäre ich gerade fertig mit meinem Studium. Wann soll ich denn Kinder bekommen, mit 40?? Und verdiene ich ohnehin nicht weniger wenn ich zu Hause sitze, egal ob ich 19 oder 35 Jahre alt bin? Und was soll ich mit 30 als Student angespart haben? Da wird auch nicht viel bei rumkommen. Die ersten Jahre braucht ein Kind doch auch keine Statussymbole, da tut es der Flohmarkt, Geschenke von Verwandten usw. Und wenn das Kind größer ist verdiene ich durch meinen Job ausreichend Geld. Also warum sollte ich meinen Kind mit 30 finanziell mehr bieten können als jetzt mit 19? Als Studentin werde ich auch keinen Kredit für ein Haus bekommen. Aber braucht ein Kleinkind sowas überhaupt??

Finanzen, Familie, Geld, Kinder und Erziehung, Ausbildung und Studium, Beruf und Büro
7 Antworten
Sind Kinder wirklich so anstrengend, dass man bereut sie bekommen zu haben?

Ich bin 19 und bringe im Dezember meinen Sohn zur Welt. Der Kindsvater war von Anfang an dafür das Kind abzutreiben und redet mir alles schlecht, seitdem ich mich gegen die Abtreibung entschieden habe (zum Glück sind wir NICHT zusammen) Beispielsweise behauptet er, dass ich mit Kind mein Studium nicht beenden könnte und das erste Jahr so hart sein wird, dass ich mein Kind gerne gegen die Wand klatschen würde.
Aber Menschen sind unterschiedlich belastbar und einige Menschen können sich auch besser beherrschen als andere. Ich hab z.B eine top Selbstbeherrschung und bleibe selbst in Extremsituationen ruhig, Gewalt oder Aggressionen sind für mich ein Fremdwort. Mich kann so nichts wirklich aufregen. Und ich hab schon viel erlebt. Hab auch mit anderen Kindern zu tun gehabt, die den ganzen Tag rumgeschrien und mich genervt haben, aber ich konnte gut mit ihnen umgehen. Ich wollte auch immer Kinderärztin werden. Es gibt aber auch Menschen, die sich selbst über Kleinigkeiten aufregen und eher emotional anstatt rational reagieren. Das ist doch auch eine Frage der Persönlichkeit/Einstellung ob man sein Leben mit Kind managen kann oder dazu neigt sich überfordert zu fühlen. Und selbst dann kann man sich Hilfe holen. Manche haben ja 5 Kinder, ich hätte nur eins was ich versorgen und erziehen muss.

Man kann sein Kind später in die Kita oder zur Tagesmutter geben und so sein Studium beenden. Klar, hat man nicht soo viel Geld, aber ein Kind deshalb abzutreiben halte ich für dämlich. Gerade am Anfang legt ein Kind null Wert auf Statussymbole und ihn Deutschland bekommt man genug staatliche Gelder, sodass man sich und sein Kind versorgen kann. Außerdem kann ich mit Kind immer noch arbeiten gehen, auch Vollzeit (Ganztagsschulen?) Zudem kann ich mir einen neuen Partner suchen der mein Kind akzeptiert, sich kümmert und auch finanziell eine Stütze ist.
Mein Motto: Wer etwas schaffen will findet Wege, wer etwas nicht schaffen will Gründe.
Was sagt ihr dazu?

Kinder, Familie, Psychologie, Kinder und Erziehung, anstrengend
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