Ich weiss nicht, ob ich dir einen guten Rat geben kann, aber ich will dir jedenfalls mit meiner Antwort zumindest meine Anteilnahme aussprechen. Du bist 17, bist wohl auf dem Gymnasium? Du willst wohl das Abitur abschliessen, hast du denn eine Idee was du später machen willst? Du musst also wohl direkt nach Schule nach Hause und lernen? Hast du schon einmal mit dem Vertrauenslehrer an der Schule darüber gesprochen. Ich weiss du willst nicht, das deine Eltern davon erfahren, aber er ist ja genau deswegen Vertrauenslehrer, damit es unter euch bleibt. Er ist gewählt, um Schüler bei allen Belangen zur Seite zu stehen. Frag ihn doch mal, bitte... er kann dir vielleicht weitere Tipps geben. Es ist wohl keine so einfache Situation, aber wenn du mal mit dem Vertrauenslehrer sprichst, ist das schon einmal ein sehr guter Anfang. Du brauchst auf jeden Fall jegliche Unterstützung, denn deine Eltern drängen dich in die Ecke.
Ich hatte nun eine Therapie und dabei war das Thema die Rollen meiner Eltern und die mir aufgezwungene Rolle. Der Therapeut stellte erstmal klar, das niemand zu dem Zeitpunkt meiner Kindheit eine andere Rolle hätte einnehmen können, dazu war zuviel Druck da. Meine Eltern waren selbstständig. Was ich als Kind immer gespürt habe, war dieser Druck und die Schwere. Vermisst habe ich die Leichtigkeit. Meine Eltern haben mir gegenüber auch zugegeben, das das Vermitteln von Lebensfreude wohl zu kurz gekommen ist. Also wir haben dann in der Therapie folgendes gemacht: Ich sollte mir vorstellen wieder im Alter von 4 Jahre zu sein, meine Mutter käme nach Hause und ich würde mich an sie kuscheln. Der Therapeut fragte mich, wie sich das für meine Mutter anfühle? und wir stellten fest, das sie total verwirrt war, weil sie aus ihrer angestammten Rolle herausfiel in diesem Moment. Also sollte ich ihr folgendes sagen, was ich dann auch tat: Mama, ich hab dich liebe. Ich verlange nicht viel von dir, nur einmal am Tag eine herzliche Umarmung und das Gefühl, das du mich so liebst, wie ich bin. Dies sollte ich mir dann vorstellen, das all dies über die Jahre immer so gewesen sei. Dasselbe stellte ich mir dann auch noch bei meinem Vater vor und am Ende sollte ich mir vorstellen, wie ich mein Elternhaus verlasse, sie grüsse und gefestigt und innerlich stabil in die Welt hinausgehen kann, ohne Angst der Sache nicht gerecht zu werden.