Ich glaube, man muss hier drei Ebenen sauber trennen, sonst redet man aneinander vorbei.
1. Warum setzt sich KI durch?
Nicht, weil eine Mehrheit begeistert ist, sondern weil technologische Entwicklungen in Wettbewerbslogiken eingebettet sind. Wenn ein Unternehmen mit KI effizienter wird, Kosten spart oder schneller innoviert, entsteht ein Druck auf andere, nachzuziehen. Das ist ein ökonomischer Mechanismus und kein moralisches Urteil.
2. Wofür wird sie tatsächlich genutzt?
Es gibt triviale Anwendungen (Hotlines, Texte, Bilder), aber auch sehr konkrete Felder wie Medizin, Materialforschung oder Energieoptimierung. Dort kann KI Muster erkennen, die für Menschen schwer oder gar nicht sichtbar sind. Das heißt nicht, dass alles sinnvoll ist, aber es ist mehr als nur „Hype“.
3. Wo liegen reale Risiken?
Ressourcenverbrauch (RAM, Strom), Machtkonzentration bei wenigen Anbietern, Fehlanwendungen, Abhängigkeiten. Diese Punkte sind legitim und müssen diskutiert werden. Ohne in Alarmismus oder Verklärung zu verfallen.
Die Frage ist also weniger: „Brauchen wir KI?“
Sondern eher: Unter welchen Bedingungen wollen wir sie einsetzen und wo nicht?
Technik setzt sich selten durch, weil alle sie lieben.
Sie setzt sich durch, wenn sie strukturelle Vorteile erzeugt.
Ob diese Vorteile gesellschaftlich klug genutzt werden, ist dann eine politische und ethische Frage, keine rein technische.