Ist man mit der Allgemeinen Hochschulreife ein besserer Mensch?

Ich war früher mit einem schlechten Hauptschulabschluss der klassische Verlierer unseres Bildungssystems, mit sehr viel Eifer und Strebsamkeit habe ich auf den Zweiten Bildungsweg erst den Realschulabschluss nachgeholt und zum Schluss noch das Abitur, so dass ich im letzten Jahr mit dem Studium anfangen konnte.

Während sich meine Verwandten früher fast für mich geschämt haben, posaunen sie auf einmal in der Öffentlichkeit, was sie doch für einen tüchtigen Neffen hätten.

Auch meine Nachbarn, die früher niemals Notiz von mir genommen haben, sprechen mich seit Beginn des Besuchs an der Abendschule immer wieder einmal auf die beachtenswerten Leistungen auf der Schule / im Studium an. Es sind die selben Nachbarn, die vor fünf Jahren noch sagten, meine Eltern seien gestraft mit mir.

Das wäre früher nie vorgekommen. Ihr Verhalten zeigt mir, dass man mit der Allgemeinen Hochschule in der Gesellschaft um ein Vielfaches anerkannter sein muss.

Aber ist man mit der Allgemeinen Hochschulreife ein besserer Mensch?

Ich habe da so meine Zweifel.

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Warum gilt man für einen großen Teil der Gesellschaft als faul oder "ewiger Student" wenn man an der Universität studiert und die 30 überschritten hat?

Wenn ich sage, dass ich in der Universität studiere, bekomme ich regelmäßig einen "Shitstorm", weil ich mit 32 immer noch nicht mit dem Studium fertig wäre.

Zugegeben ich hatte in der regulären Schulzeit eine "Null-Bock-Phase" und mir damals viele Türen verbaut und nur mit viel Glück eine Ausbildungsstelle in einem eher unbeliebten Berufsfeld bekommen und auch mehrere Jahre darin gearbeitet.

Irgendwann habe ich die Kurve bekommen und habe auf dem Abendgymnasium erst einmal mein Fachabitur bekommen und auf Drängen meines Stufenleiters dann auch noch das Abitur.

Seit einem halben Jahr bin ich jetzt an der Universität im Grundschullehramtsstudium.

Wenn man sagt, dass man mit über 30 noch studiert, wird mir von vielen direkt Faulheit nachgesagt. Das ist aber ganz sicher nicht der Fall.

Wenn man dann aber sagt, dass man schon so einige Jahre gearbeitet hat, haben auf einmal alle Hochachtung vor dem Arbeitseifer und der Strebsamkeit. Wie kommt das?

Warum gilt man für einen großen Teil der Gesellschaft als faul oder "ewiger Student" wenn man an der Universität studiert und die 30 überschritten hat?

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