Hallo,

ja (vgl. Vor-Kommentare), heute gelten in der Psychologie tatsächlich Eigenschaften der Persönlichkeit, des "Charakters" usw. als Mischung aus (erblichen) Anlagen und Umwelt-Einflüssen. Und ich machte auch bei vielen Beratungen für "schüchterne" Menschen die Erfahrung, dass das Hauptproblem war, dass sie es "allen recht machen" wollten. Das kann man ja aber wirklich nicht, denn Menschen haben ja unterschiedliche Meinungen. Wegen dieser Ansicht reden auch einige Leute, vor allem in Gruppen, wenig. Sie wollen mit ihrer Meinung nicht anecken. Es gibt ja aber keine Meinung, die allen passt. D.h. man kann seine Meinung ruhig vertreten, ggf. macht man sich damit nicht nur Freunde... Aber echte Freunde werden einen wegen eigener Ansichten ja nicht verteufeln, nur durch Äußern seiner Meinung, Bedürfnisse etc. kann man ja auch nur sehen, wer wirklich Freunde sind/auch mal zu einem hält, wenn man ggf. auch mal "Mist verzapft"- was ja auch jeder mal macht. Nobody is perfect!

Und, by the way, manche Leute mögen zurück-haltendere, manche weniger zurückhaltendere Leute.. Beides hat ja auch Vor-und Nachteile. Auch "ruhiger" kann schön sein. Millionen Leute machen heute Yoga, Meditation etc. um zur Ruhe, Stille,... zu kommen... Und wie sagt das Sprichwort "Reden ist silber, Schweigen Gold"... Das mag nicht immer stimmen. Aber oft! "Zurückhaltender" zu sein muss ja nicht ein Problem sein, außer man hat dadurch /bekommt/empfindet welche.

Ich berate auch professionell, therapeutisch Menschen mit div. Problemen - z.B. auch Ängsten, depressiven Verstimmungen etc. So etwas könnte da theoret. zwar mit hereinspielen, da könnte man auch Rat vor Ort suchen bei einer Beratungsstelle oder dergl., findet man zB bei www.sekis.de . Oder halt auch entspr. Fachleuten (oder Vertrauten) auch an Schulen, Uni. (ggf. auch Familie) etc. Die es ja auch nicht zufällig gibt. Denn die Frage betrifft ja wirklich nicht nur wenige sondern ganz, ganz viele Leute!

Allerdings muss man wirklich auch aufpassen, dass man aus einer Sache, die relativ normal ist (zumal in bestimmtem Alter) etwas "Krank-haftes" macht.. Und erst dadurch ein Problem schafft! Zumal es auch zig ganz plausible Gründe gibt, warum Leute schüchternere sind als andere. Z.B. weil sie nicht im Kindergarten waren oder Einzelkinder sind, das also nicht von Beginn an so geübt haben, diese Kommunikation. Andererseits gibt es auch Einzelkinder, die gerade gut gelernt haben sich (auch verbal) zu behaupten, da sie eben nur eine Stimme hatten (und nicht z.B. gemeinsam mit Geschwistern Interessen z.B. gegenüber Eltern kund tun konnten. Oder sogar gerade Leute mit Geschwistern noch von anderen Geschwistern ständig "überstimmt " wurden, sogar deshalb , wegen dieser Erfahrung, heute Probleme haben sich Gehör zu verschaffen). Usw.

Da kann etwas Analyse der Vergangenheit hilfreich sein, auch um - oft auch ziemlich schnell- Lösungen /Erkenntnisse für die Zukunft zu finden (das sollte dann aber wirklich den GENAUEN Einzelfall berücksichtigen mit allen Aspekten, das ginge wirklich nur im persönl. Gespräch mit Fachleuten). Manchmal ist das wohl auch nötig. Oft muss man aber wohl auch gar nicht so (sehr) in der Vergangenheit "wühlen", reicht auch wirklich ein in die Zukunft gerichtetes Verhaltens-oder Kommunik.-Training, ggf. eben auch etwas andere Sicht der Dinge, wenn relativ egal ist warum man heute so handelt - nur Interesse daran besteht, dass man es eben künftig eben besser kann. Vieles kann man auch alleine oder mit Freunden selbstsichereres Auftreten üben, Vieles ergibt sich auch einfach mit der Zeit, z.B. auch durch Kennenlernen von Menschen, die einem vermitteln, dass man sehr wertvoll ist und deshalb ja auch gar keinen Grund hat sich "zu verstecken". Manchmal sind aber auch Fachleute besser/nötig, wenn das zuvor nicht hilft und man ernsthafte Probleme dadurch bekommt mit sozialen Kontakten, in der Schule usw. Das könnte einem sonst wirklich die Zukunft versauen - wenn man sich auch ständig "unter Wert verkauft" (und dadurch z.B. schlechte Noten bekommt, deshalb ggf. keinen Ausbildungsplatz usw.)

Manchmal werden aber auch Leute zum Psychologen geschickt wegen angeblicher Hemmungen usw., dann kommt erst heraus, dass sie zB kl. Hörfehler haben (oder andere organische Sachen) und deshalb gar nicht so mitbekamen, was die anderen sagten/ sich gar nicht so ins Gespräch einbringen konnten (was zuvor die Personen selbst und andere gar nicht merkten, eben auf "Schüchternheit" zurück-führten) usw. Wenn es wirklich weiter, trotz aller Übung usw. ein Problem sein sollte müsste man sich natürlich auch genauer anschauen, was da,auch an bisherigen Erfahrungen ggf. blockiert etc., etc., etc. Da gäbe es sehr viele Möglichkeiten, die auch nur persönlich/auch mit noch besserer Kenntnis der Person, Geschichte usw. wirklich gut zu beurteilen wären mit dann auch hierzu passenden Hilfsmöglichkeiten.

Ggf. liegt "Schüchternheit" aber auch doch nur an der Persönlichkeit. Manche glauben ja sogar daran, dass verschiedene Sternzeichen anders drauf sind, zB manche eher "Selbstdarsteller" sind und manche eher zurückhaltender. Diese Unterschiedlichkeit der Persönlichkeit ist auch wissenschaftl. erwiesen und auf zig Faktoren zurückzuführen. Daran könnte man auch arbeiten bzw. das entwickelt sich (teilw. auch von alleine). Aber by the way ist ja auch die Frage, ob es eigentlich schlimm ist, wenn man eher zurückhaltender ist. In vielen Kulturen ist das viel "angesagter" als das "aus sich rausgehen". Klar, ggf. möchte man es mehr, kann sich etwas anpassen/weiter entwickeln. Ganz wichtig ist nur, dass man- "bei sich bleibt", ist wie man ist. Nur dann wird man ja auch auf Dauer gute Freunde haben/Clique(n), die zu einem passen, einen mögen und gut finden wie man ist. Klar, jeder kann/muss etwas an sich ständig arbeiten. Nur kann es doch auch eine STÄRKE sein, dass man etwas ruhiger, reflektierter, nachdenklicher ist, nicht so oberflächlich sondern tiefsinniger, bedachter... Ggf. auch sensibel im positiven Sinn?

Vielleicht kannst du dich an den Suizid des Fußballers R.Enke vor einiger Zeit erinnern. Ein toller,ruhiger, sensibler Mensch, den zig Tausende Menschen schätzten und mochten . Nur er sich selbst nicht bzw. er scheiterte an einer Gesell-schaft, wo das Ruhige, Zurückhaltende nicht so viel zählt... Hätte aber er sich ändern müssen? Nein, zumindest nicht viel. Sondern die Gesellschaft, wo "Lautschreier" oft Karriere machen, Leute die aber zB lieber Taten statt (gr.) Worte sprechen lassen, zB auch lieber Gutes tun statt ständig drüber zu reden Probleme bekommen, obwohl sie GUTE Menschen sind.. Und die Guten dann noch Probleme kriegen, dass sie nicht als so toll gelten...Auch noch denken, dass andere Leute besser sind (weil die mehr davon ERZÄHLEN wie toll sie sind - obwohl sie weniger TUN). Und dann kaum mehr was von sich erzählen, da ANGEBLICH gar nicht so wichtig...

Wichtig also: Es gibt sicher eine übertriebene Zurückhaltung/Schüchternheit, an der man arbeiten sollte (s.oben). Es kann ja aber auch positiv zurückhaltendere Menschen geben. Zumal, wie ja auch schon jemand schrieb, zurückhaltenderes Verhalten (bis hin zu leichter Angst) ja auch erst einmal nicht schlimm ist. Sondern nur "gesunde Vorsicht".

Außerdem kann der "Schüchterne" ja sicher auch ganz viele Sachen besser als andere (die - evtl.- schon besser in Gruppen sprechen können). Diese Erkenntnis könnte auch noch selbstbewusster auftreten lassen. Zudem kann der ja auch evtl. noch besser schreiben als andere, seine Interessen, Gefühle besser schriftlich (Mails, Briefe,...) ausdrücken... Ja auch nicht verkehrt, man muss ja auch nicht nur alles verbal machen. Vielen fällt schriftlich da Vieles leichter? Warum nicht, solang man auch noch (einigermaßen) auch mündlich etwas ergänzt.

Andere Leute erzählen immer von tollen Sachen/wie toll sie sind... Sind sie deshalb toller? Macht Quantität (mehr sagen) es aus oder die QUALITÄT von dem, was man sagt? Und tut? Also ich persönlich - und ich weiß, dass es vielen anderen Leuten auch so geht - ziehen gerade heute, in einer so "lauten", hektischen Zeit sogar Leute vor, die auch mal Schweigen, ZUHÖREN können. Das ist richtig schön, erhol-sam. Und ggf. nicht so oft etwas sagen - aber wenn dann etwas wo man denkt "Wow, da hat sich ja echt mal jemand Gedanken gemacht, sich damit auseinandergesetzt". Sich selbst zu hinterfragen ist sicher oft gut,das machen "Schüchterne" meistens auch. Oft aber auch zu viel. Oft ist man aber auch nicht selbst das Problem sondern es wird einem ja auch nur vermittelt, dass man eines hat (auch durch irgendwelche TV-Sendungen, wo alle so gut miteinander reden können.. Das entspricht auch oft nicht der Realität). Und bloß weil andere mehr reden müssen die ja auch nicht redege-wandter, selbstbewusster etc. sein. Oft wird durch viel "Quasseln" auch nur eigene Unsicher-heit kaschiert, überdeckt...

Sind wir nicht alle etwas schüchtern, haben Lampenfieber etc.? Top-Sportler,Musiker etc. bringen Höchst-Leistungen weil sie deshalb zuvor so angespannt sind ...Und wenn man z.B. beim Ansprechen eines tollen Menschen z.B. in der Disco oder dergl. absolut nicht schüchtern ist, ist das dann normal?Wohl auch nicht unbedingt, oder?

Wie gesagt: WENN "Schüchternheit" wirklich ein Problem ist .. s.oben. Oft ist es aber keines, sind "Schüchterne" ganz normale Menschen wie du und ich, natürlich können wir alle noch an uns arbeiten. Aber eben dabei, s.o., auch bei uns bleiben.

W. Laub, Kiel/Falkensee (bei Berlin), Dipl.-Pädagoge und (Familien-) Therapeut

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Hallo nochmals,

gern geschehen (mit meiner ausführl. Antwort zuvor) :.)

Und genau, wie du auch schreibst, es gibt kein Patent-Rezept/Erklärung/Lösung.. Wirklich: Probieren geht über Studieren...

Wie du schreibst gibt es z. B. wirklich auch Einzelkinder mit solchen Problemen und solche ohne diese. Viele sogar, die hingegen gerade gut gelernt haben sich (auch verbal) zu be-haupten, da sie eben nur eine Stimme hatten (und nicht z.B. gemeinsam mit Geschwistern Interessen z.B. gegenüber Eltern kund tun konnten). Da also schon "trainiert" sind.
Und du halt ggf. nicht so, ggf. haben deine Eltern immer auf deine Bedürfnisse gehört, ohne dass du laut werden musstest.. Toll, super. Nur brauchtest du damals halt auch nicht so lernen wie du in der Gruppe gehört wirst, was heute etwas Trainings-Nachholbedarf erfordert... Tja .. (Das sind aber alles Spekulationen, zu einer ausreichenden diesbezügl. Analyse bräuchte man wirklich mehr Zeit und persönl. Gespräche, das hier nur so als Andeutung, dass es da sehr viele Aspekte geben kann).

Oder andererseits gibt es Leute mit Geschwistern mit solchen Problemen - die sogar noch von anderen Geschwistern ständig "überstimmt " wurden, sogar deshalb , gerade wegen dieser Erfahrung, heute Probleme haben sich Gehör zu verschaffen. Usw. Da kann etwas Analyse der Vergangenheit hilfreich sein, auch um - oft auch ziemlich schnell- Lösungen /Erkenntnisse für die Zukunft zu finden (das sollte dann aber wirklich den GENAUEN Einzelfall berücksichtigen mit allen Aspekten, das ginge wirklich nur im persönl. Gespräch mit Fachleuten). Manchmal ist das wohl auch nötig. Oft muss man aber auch gar nicht (sehr) in der Vergangenheit "wühlen", reicht auch wirklich ein in die Zukunft gerichtetes Verhaltens-oder Kommunik.-Training, ggf. eben auch etwas andere Sicht der Dinge (vgl. z.B. dazu meinen Kommentar zuvor) wenn relativ egal ist warum man heute so handelt - nur Interesse daran besteht, dass man es eben künftig eben besser kann. Wofür du hier ja schon viele Tipps bekommen hast. Ebenso wie für den Fall, dass das nicht reicht. Anyway ALL THE BEST nochmals!

W. Laub, Kiel/Falkensee (bei Berlin), Familien-Therapeut und Dipl.-Pädagoge

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Hallo,

ich wollte dich auch nur nochmals aufmuntern und wie schon andere Leute hier bestätigen, dass es viele Sachen gibt (s.Einträge zuvor), die helfen könnten. Was genau hilft weiß man auch erst durch Probieren (geht ja auch über Studieren). Und ja,oft macht einfach Übung den Meister... Ich berate auch professionell, therapeutisch Menschen mit div. Problemen - z.B. auch Ängsten, depressiven Verstimmungen etc. So etwas könnte da theoret. zwar mit hereinspielen und falls dir die Tipps zuvor nicht helfen könntest du dir da auch Rat vor Ort suchen bei einer Beratungsstelle oder dergl., findet man zB bei www.sekis.de . Oder halt auch entspr. Fachleuten (oder Vertrauten) auch an Schulen, Uni. (ggf. auch Familie) etc. Die es ja auch nicht zufällig gibt. Denn deine Frage betrifft ja nicht nur wenige sondern ganz, ganz viele Leute!

Allerdings muss man wirklich auch aufpassen, dass man aus einer Sache, die relativ normal ist (zumal in bestimmtem Alter) etwas "Krank-haftes" macht.. Und erst dadurch ein Problem schafft! Zumal es auch zig ganz plausible Gründe gibt, warum Leute schüchternere sind als andere. Z.B. weil sie nicht im Kinder-garten waren oder Einzelkinder sind, das also nicht von Beginn an so geübt haben, diese Kommunikation. Manchmal werden aber auch Leute zum Psychologen geschickt wegen angeblicher Hemmungen usw., dann kommt erst heraus, dass sie zB kl. Hörfehler haben (oder andere organische Sachen) und deshalb gar nicht so mitbekamen, was die anderen sagten/ sich gar nicht so ins Gespräch einbringen konnten (was zuvor die Personen selbst und andere gar nicht merkten, eben auf "Schüchternheit" zurück-führten) usw. Wenn es wirklich weiter, trotz aller Übung usw. ein Problem sein sollte müsste man sich natürlich auch genauer anschauen, was dich da an bisherigen Erfahrungen ggf. blockiert etc., etc., etc. Da gäbe es sehr viele Möglichkeiten, die auch nur persönlich/auch mit noch besserer Kenntnis deiner Person, Geschichte usw. wirklich gut zu beurteilen wären mit dann auch hierzu, zu dir passenden Hilfsmöglichkeiten. Da kann eine "Ferndiagnose" ggf. sogar gefährlich sein.

Aber, vor allem bitte: Lass dich auch nicht verrückt machen! Ggf. liegts halt auch nur an deiner Persönlichkeit. Manche glauben ja sogar daran, dass verschiedene Sternzeichen anders drauf sind, zB manche eher "Selbstdarsteller" sind und manche eher zurückhaltender. Das ist auch wissenschaftl. erwiesen und auf zig Faktoren zurückzuführen. Daran könnte man auch arbeiten bzw. das entwickelt sich (teilw. auch von alleine). Aber by the way ist ja auch die Frage, ob es eigentlich schlimm ist, wenn man eher zurückhaltender ist. In vielen Kulturen ist das viel "angesagter" als das "aus sich rausgehen". Klar, ggf. möchtest du es mehr, kannst dich etwas anpassen/weiter entwickeln. Ganz wichtig ist nur, dass du - wie ja auch schon andere schrieben - "bei dir bleibst", bist wie du bist. Nur dann wirst du auch auf Dauer gute Freunde haben/Clique(n), die zu dir passen, dich mögen und gut finden wie du bist. Klar, jeder kann/muss etwas an sich ständig arbeiten. Nur kann es doch auch deine STÄRKE sein, dass du etwas ruhiger, reflektierter, nachdenklicher bist, nicht so oberflächlich sondern tiefsinniger, bedachter... Ggf. auch sensibel im positiven Sinn? Vielleicht kannst du dich an den Suizid des Fußballers R.Enke vor einiger Zeit erinnern. Ein toller,ruhiger, sensibler Mensch, den zig Tausende Menschen schätzten und mochten . Nur er sich selbst nicht bzw. er scheiterte an einer Gesell-schaft, wo das Ruhige, Zurückhaltende nicht so viel zählt... Hätte aber er sich ändern müssen? Nein, zumindest nicht viel. Sondern die Gesellschaft, wo "Lautschreier" oft Karriere machen, Leute die aber zB lieber Taten statt (gr.) Worte sprechen lassen, zB auch lieber Gutes tun statt ständig drüber zu reden Probleme bekommen, obwohl sie GUTE Menschen sind.. Und die Guten dann noch Probleme kriegen, dass sie nicht als so toll gelten...Auch noch denken, dass andere Leute besser sind (weil die mehr davon ERZÄHLEN wie toll sie sind - obwohl sie weniger TUN). Und dann kaum mehr was von sich erzählen, da ANGEBLICH gar nicht so wichtig...

Ich denke wirklich auch, dass du ganz viele tolle Sachen hast, damit halt nur nicht so prahlst. Andere Leute erzählen immer von tollen Sachen/wie toll sie sind... Sind sie deshalb toller? Macht Quantität (mehr sagen) es aus oder die QUALITÄT von dem, was man sagt? Und tut? Also ich persönlich - und ich weiß, dass es vielen anderen Leuten auch so geht - ziehen gerade heute, in einer so "lauten", hektischen Zeit sogar Leute vor, die auch mal Schweigen, ZUHÖREN können. Das ist richtig schön, erhol-sam. Und ggf. nicht so oft etwas sagen - aber wenn dann etwas wo man denkt "Wow, da hat sich ja echt mal jemand Gedanken gemacht, sich damit auseinandergesetzt". Und wirklich: Guck mal, ob die Leute, die mehr sagen als du, wirklich (inhaltlich)immer mehr zu sagen haben als du. Sicher nicht. Du kannst das was du zu sagen hast also ganz sicher nun auch als so wertvoll betrachten, dass du s auch loslassen kannst. Daraus (schlechtes Selbstwert-gefühl, "ich hab ja gar nicht so viel zu sagen"/"Was ich sage ist ja gar nicht so wichtig" ) resultieren doch nämlich die meisten "Redeängste". Und das brauchst du denke ich wirklich nicht haben. Allein, dass du dir so reflektierend Gedanken machst zeigt, dass du nicht dumm bist! Und du hast sicher sehr viele gute Seiten, die ja auch offen-sichtlich viele Leute schätzen, zB deine Freunde/Clique. Ggf. mögen die ja sogar deine ruhigere Art gerade? Viele Männer-Freundschaften bestehen ja zB auch oft darin, dass man Stunden lang durch die Gegend zieht oder angelt oder dergl., ohne viel Worte. Auch Frauen ziehen ja oft einfach so miteinander los. Und, s. Kommentare zuvor, gerade auch etwas zurückhaltendere Frauen reizen oft auch, zumal wenn sie eben - wie du sicher auch - noch andere Qualitäten haben.

Auch "ruhiger" kann schön sein. Millionen Leute machen heute Yoga, Meditation etc. um zur Ruhe, Stille,... zu kommen... Ggf. bist du denen ja schon sogar voraus? Und wie sagt das Sprichwort "Reden ist silber, Schweigen Gold"... Das mag nicht immer stimmen. Aber oft!

Wie gesagt: Wenn du dich mit deinem Problem trotz allem nicht wohl fühlst kannst du daran mit den für dich passenden Tipps aus den Kommentaren hier arbeiten. Einiges daraus (auch aus meinem) hilft ggf., anderes nicht. Das ist ja auch normal. Zumindest "Kommunikations-Training" kann ja nie schaden. Aber ggf. ist für dich ja auch hilfreich dir das hier Geschriebene auch etwas zu überlegen. Aus meiner berufl. Praxis weiß ich, dass damit alleine oft schon sehr vielen Leuten geholfen ist. Getreu dem Motto (so in etwa) "Ich bin etwas zurückhaltender, na und. Das ist kein Problem sondern gut so!".

Wir leben ja schließlich auch eigentlich im Land der Dichter und Denker... Die gr. Denker, Philosophen, guten Menschen (als solche gelten ja zB Mutter Theresa, Gandhi,...) waren ja auch gerade eben nicht immer die, die ihre Mitmenschen immer "volltexteten". Sondern die, die auch zuhörten, sich mehr in der (guten) Tat als mit hehren Worten zeigten...

Sich selbst zu hinterfragen ist sicher oft gut. Oft ist man aber auch nicht selbst das Problem sondern es wird einem ja auch nur vermittelt, dass man eines hat (auch durch irgendwelche TV-Sendungen, wo alle so gut miteinander reden können.. Das entspricht auch oft nicht der Realität). Und bloß weil andere mehr reden müssen die ja auch nicht redege-wandter, selbstbewusster etc. sein. Oft wird durch viel "Quasseln" auch nur eigene Unsicher-heit kaschiert, überdeckt... Und du hast immerhin den Mut, dir da Gedanken drüber zu machen.

Wenn es eine gute Clique ist hilft man sich ja auch gegenseitig, z.B. wenn einer etwas "Rede-probleme" hat, denn es sollte ja keiner zu kurz kommen. Wenn du das Gefühl hast könntest du ja auch um Hilfe bitten. Wenn dir das direkt zu unangenehm ist z.B. ja auch positiv ausgedrückt, indem du anderen sagst "Toll, wie du immer sagen kannst was du denkst. Würde ich auch gerne. Wie schaffst du das eigentlich?". Ggf. könntest du noch dazu sagen "wäre nett mir da etwas zu helfen". Bei echtem Interesse an dir werden deine Leute dich ja aber auch so nach deiner Meinung etc. fragen. Und, s.o., sie schätzen dich aber gerade auch so wie du bist und berücksichtigen deine Ideen, Meinung etc. auch wenn du sie in wenigeren Worten (aber dafür ggf. ja auch mehr Gesten, Taten usw.) ausdrückst. Sonst wären es auch nicht die besten Freunde. Und ansonsten.. S. oben (ich will nicht nochmals alles wiederholen/dich nun weiter "volltexten" :.) Wie auch immer, was immer dir auch hilft, ggf. ist es ja auch bei vielen Sachen die "goldene Mitte" (ein bisschen Weiter-Entwicklung ist sicher für alle Menschen gut, wichtig ist aber auch sich selbst treu zu bleiben, auch dem, was einen besonders macht).

Ich wünsche dir auf jeden Fall weiter alles Gute! Und vielen Dank auch dafür, dass du ein Thema ansprichst, das sicher ganz vielen Leuten Gedanken macht. Deshalb habe ich auch so ausführlich dazu geschrieben, ggf. hilft dir ein Hinweis hiervon nicht so viel aber dafür anderen Leuten, würde mich freuen.

W. Laub, Kiel/Falkensee (bei Berlin), Dipl.-Pädagoge und (Familien-) Therapeut

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