Der Islam als Motor der Wissenschaft?

Was haltet ihr von diesem Artikel: https://www.deutschlandfunk.de/sure-50-vers-6-der-koran-als-motor-der-wissenschaft.2395.de.html?dram:article_id=424294 ?

Ich finde es differenziert.

Der Quran fordert in der Tat zum Denken, Reflektieren und Forschen an sehr vielen Stellen auf:

{Sag: "Denkt nach über das in den Himmeln und auf Erden!" Doch weder die Zeichen noch die Ermahner nützen Menschen, die keinen Iman (Glauben) verinnerlichen wollen.} Sure 10 Ayah 101

Oder:

{[...]Gott erläutert euch Seine Zeichen, damit ihr nachdenkt.}

Oder:

{Gewiß, in der Erschaffung der Himmel und der Erde, in der Aufeinanderfolge der Nacht und des Tages, in den Schiffen, die über das Meer mit Nützlichem für die Menschen ziehen, in dem, was Gott vom Himmel an Wasser fallen ließ, mit dem ER dann die Landschaft nach ihrem Tod wieder belebte und dann auf ihr jedes sich bewegendes Lebewesen ausbreiten ließ, in der Strömung der Winde und in den gratis fügsam gemachten Wolken zwischen dem Himmel und der Erde, sind zweifelsohne Zeichen für die Leute, die begreifen.}

Oder:

{[...]Gewiß, darin sind sicherlich Zeichen für Menschen, die nachdenken.}

Oder:

{Ist derjenige, der weiß, daß dir von deinem HERRN nichts außer der Wahrheit hinabgesandt wurde, etwa gleich demjenigen, der blind ist?! Doch nur die verständigen Menschen besinnen sich.}

Oder:

{Dies ist eine Erklärung für dieMenschen, damit sie mit ihr gewarnt werden, damit sie wissen, daß ER nur ein einziger Gott ist, und damit die Verständigen sich entsinnen.}

et cetera.

Desweiteren gibt es dutzende Verse die die empirischen Phänomene Zeichen für Verständige nennt, exemplarisch:

{Der Mensch soll darüber nachdenken, woraus er erschaffen wurde.} Sure 86 Ayah 5

Oder:

{Auch in eurer Erschaffung und in den zahlreichen Lebewesen aller Art, die überall anzutreffen sind, liegen Zeichen für die Menschen, die nachdenken und die gewiß die Wahrheit erkennen können.} Sure 45 Ayah 4

Oder:

{Gewiß, in der Schöpfung der Himmel und der Erde und in der Verschiedenheit von Nacht und Tag sind zweifelsohne Zeichen für die Verständigen.

Diejenigen, die Gott im Stehen, im Sitzen und liegend auf ihren Seiten gedenken und über die Schöpfung der Himmel und der Erde nachdenken: "Unser HERR, DU hast dies nicht umsonst erschaffen, gepriesen-erhaben bist Du, so bewahre uns vor der Peinigung des Feuers!}

So auch der Aufruf zu forschen und sogar zu reisen um Erkenntnisse zu sammeln:

{Sag: "Zieht auf der Erde umher, dann seht nach, wie die Schöpfung begann. Dann wird ALLAH das letzte Entstehen entstehen lassen. Gewiß, ALLAH ist über alles allmächtig.} Sure 29 Ayah 20..

Über diejenigen die sich nicht ihres Verstandes bedienen heißt es sogar:

{Die übelsten Lebewesen sind nach Gottes Urteil die, die sich absichtlich taub und stumm stellen, die, die sich des Verstandes nicht bedienen.} Sure 8 Ayah 22

et cetera perge perge.

Wieso werden solche Verse in Diskussionen unterschlagen?

_

Religion, Islam, Wissenschaft, Koran, Naturwissenschaft, Quran, Philosophie und Gesellschaft
13 Antworten
John Locke und die Todesstrafe?

Jedem Philosophie-Interessierten wird John Locke sicher ein Begriff sein.

Wie bewertet ihr seine Sicht auf die Todesstrafe?

«Unter politischer Gewalt also verstehe ich ein Recht, Gesetze zu geben mit Todesstrafe und folglich allen geringeren Strafen, zur Regelung und Erhaltung des Eigentums, und die Macht der Gemeinschaft zu gebrauchen, um diese Gesetze zu vollziehen und das Gemeinwesen gegen Schädigung von außen zu schützen, und alles dies allein für das öffentliche Wohl.»
(John Locke, Zweite Abhandlung über die Regierung, 1. Kapitel, Punkt 3)

Deutlicher wird er in Kapitel 3:

«Der Mensch wird, wie nachgewiesen worden ist, mit einem Rechtsanspruch auf vollkommene Freiheit und unbeschränkten Genuß aller Rechte und Privilegien des Naturrechts, in gleichem Verhältnis wie jeder andere Mensch oder eine Menge von Menschen geboren.
Dadurch hat er von Natur eine Gewalt, nicht allein sein Eigentum, d. h. Leben, Freiheit und Besitz gegen die Schädigungen und Angriffe anderer zu schützen, sondern auch über jede Verletzung dieses Rechtes durch andere zu richten und sie so zu bestrafen, wie es nach seiner Überzeugung das Vergehen verdient, sogar mit dem Tod, wenn es sich um Verbrechen handelt, deren Abscheulichkeit nach seiner Meinung die Todesstrafe erfordert
(John Locke, Zweite Abhandlung über die Regierung, 2. Kapitel, Punkt 87)
England, USA, Deutschland, Philosophie, westen, Auflösung, John Locke
1 Antwort
Die Doppelmoral der Säkularen?

Hallo,

ich habe einen erschreckenden Bericht aus der französischen Revolution gelesen, das darlegt wie schlimm die "Bleus" ihre Bevölkerung malträtierten und terrorisierten:

„Ganz grauenhafte Szenen spielten sich in Le Mans ab, wo man den Frauen, Greisen und Kindern, die sich in den Häusern dieser großen Stadt versteckt hatten, nachspürte, ihnen dann unter den Augen von Barbotte und Prieur mit Säbeln und Bajonetten die Kleider vom Leib herunterfetzte, die Frauen und Mädchen notzüchtigte und, da deren für die,,Blauen“ nicht genügende da waren, auch noch die Leichen schändete. Diese zum Teil nekrophile Orgie endete dann damit, daß man zum Gaudium der Regierungssoldaten aus den Kadavern nach dem Vorbild von Arras ,,Republikanische Batterien“ zusammenbaute. In Angers hingegen köpfte man die Gehenkten und verlangte von den Ärzten, daß sie die Köpfe präparierten, um sie auf den Zinnen der Stadtmauern aufzupflanzen. Da aber die Ärzte zu langsam arbeiteten, köpfte man schnell noch einen Haufen von Häftlingen, darunter eine 82 Jahre alte, sehr heiligmäßige Äbtissin.
In Avranches und in Fougères (Normandie) fanden in den Spitälern höllische Szenen würdig des Pinsels eines Brueghels statt. Dort lagen auch kranke Frauen von Chouans, die geschändet und langsam zu Tode gequält wurden. Einen besonderen Spaß fanden die ,,Blauen“ darin, ihnen Schießpulver in die Schen einzuführen und dann zur Explosion zu bringen, […]
Ein großes Vergnügen bereitete es den Bleus, die sich selbst colonnes infernales nannten, Frauen und Kinder in Backöfen schmoren zu lassen. Um den sadistischen Genuß jedoch auf die Spitze zu treiben, wurden die Opfer in die kalten Rohre gepreßt, die erst dann beheizt wurden . […] Die Bleus aber waren auch ,,praktisch“. Sie gerbten die Häute ihrer Opfer (die Männer lieferten besseres Material als die Frauen) und machten daraus Lederschürzen, Reithosen und Bucheinbände. Auch das Fett der Leichen verwendete man, um Seifen für die Spitäler herzustellen . Eine solche Gerberei übersiedelte von Meudon nach Pont-de-Cé in der Vendée. […]
In der Vendée aber war es ein besonders beliebter Sport der Bleus, die Kinder aus dem Fenster zu werfen, um sie dann mit dem Bajonett aufzufangen. Sehr populär war auch das Aufschlitzen schwangerer Frauen, um die Ungeborenen zu zerstückeln und die Frauen verbluten zu lassen. Andere schwangere Frauen zerquetschte man in den Wein- und Obstpressen . […]
Ein ganz besonders grausiger Fall war der eines Mädchens , das man nach seiner Schändung nackt mit auseinandergespreizten Beinen an zwei Baumästen aufhing und von oben nach unten aufzuschneiden versuchte. Den Bleus mangelte es eben nicht an Phantasie .“
(Erik von Kühnelt-Leddihn, Konservative Weltsicht als Chance – Entlarvung von Mythen und Klischees ( >> ), Seite 39-40)

Was müssen das für widerliche Individuen gewesen sein, sowas unschuldigen Menschen anzutun? Und wieso werden diese Ereignisse nicht thematisiert?

Europa, Islam, Sprache, Deutschland, Politik, Recht, Demokratie., französische revolution, Islamismus, Propaganda, Philosophie und Gesellschaft
3 Antworten
Wie begründet sich die säkulare Ethik?

Wenn man ruhig und kritisch nachdenkt, kommt man unweigerlich zum Schluss, das alle Säkularisten einer Tautologie erliegen.

"Moralische" Entscheidungen werden auf Grundlage erarbeiteter Methoden gegründet, die aber an sich keinerlei Grundlage haben. Dieses Dilemma löst man dann damit, dass man um das Modell zu belegen, es als ihrer selbst wegen als vernünftig deklariert. (Was aber ein logischer Fehlschluss ist.)

Beispiel: Wie und mit was will denn ein Säkularist begründen, dass exemplarisch die deontologische der utilitaristischen Ethik vorzuziehen ist? Und warum? Mit was will man die Richtigkeit des Modells beweisen?

Geht nicht, außer man nimmt das präferierte Modell als Maßstab, obschon das aus dem Modell selbst nicht folgt. Die Tautologie: "Das Modell ist richtig, weil es richtig ist.", denn nur dann ist es möglich andere Modelle zu kritisieren. Die daraus resultierende Frage ist nun:

Woher schöpft das Modell ihr Anspruch auf Absolutheit? Und warum ist dem Folge zu leisten?

Das wieder mit der "Vernunft" zu begründen wäre ein Zirkelschluss. Denn man müsste sich wieder eines Vernunft-Modells bedienen und ad infinitum.

Im Grunde muss zwangsläufig der Säkularismus also ein religionsähnliches Charakteristikum entwickeln - mit eben dem Anspruch auf Absolutheit - um überhaupt fortzubestehen, weil keines seiner Prinzipien objektiv verifizierbar sind.

Das aber widerspricht dem Wesen der Ideologie, der zufolge es profan sei.... und ein Modell das zu seinen eigenen Ansprüchen im Widerspruch steht, kann keine moralische Systeme entwerfen.

Ein über alle Vernunftgründe stehender Ethos wurde durch eine vernunftargumentierende und damit wechselnde Ethik ersetzt.

Man staune mal was damit alles möglich ist:

Folgender Bericht aus der französischen Revolution, zu dessen Mitteln der Terror gehörte um den Säkularismus durchzusetzen:

„Es gibt keine Vendée mehr, meine republikanischen Mitbürger! Sie ist unter unseren Säbeln gestorben mitsamt den Frauen und Kindern. Ich habe sie gerade in den Sümpfen und Wäldern von Savenay begraben. Im Sinne eurer Befehle wurden die Kinder unter den Hufen der Pferde zertrampelt, die Frauen abgeschlachtet, damit sie keine Briganten mehr in die Welt setzen. Die Straßen sind voller Leichen, mancherorts bilden sie ganze Pyramiden. In Savenay finden Massenerschießungen statt, denn es kommen immer wieder Briganten, die sich ergeben. Wir nehmen keine Gefangenen, denn man müßte ihnen das Brot der Freiheit geben, doch das Erbarmen hat nichts mit dem Geist der Revolution zu tun.“

(Erik von Kühnelt-Leddihn, Konservative Weltsicht als Chance – Entlarvung von Mythen und Klischees (>>), Seite 38)

Der Mann dachte das Ermorden Unschuldiger sei moralisch, nennt sogar ein "Vernunftgrund":

"[...]damit sie keine Briganten mehr in die Welt setzen[...]"

Inwieweit würde ein Säkularist das heute verurteilen, und gemessen woran?

Fragen über Fragen.

Religion, Politik, Ethik, Kant, Moral, Vernunft, irrational, Philosophie und Gesellschaft, Wirtschaft und Finanzen
8 Antworten