Schwerbehindert und gestört? Denkt ihr: die (Reha)Eingliederungsmaßnahme ist zum Scheitern verurteilt (u.a. wenn man mal das Alter und die Fristen einbezieht)?

Diesmal geht es wieder um eine Freundin. Sie hat eine Angststörung mit depressiver Komponente und ist laut einer (veralteten) Diagnose zusätzlich noch gestört (Persönlichkeitsstörung). Sie ist wegen ihrer Angststörung als schwerbehindert eingestuft worden und das Jobcenter setzt eine stationäre Reha voraus.

Der Antrag auf ihre stationäre Reha wurde aber abgelehnt mit der Begründung dass sie zuerst eine Langzeittherapie machen muss. Für die Langzeittherapie wird eine Zeit von maximal 2 Jahren angesetzt (wenn sie nach 2 Jahren immer noch nicht für eine Reha gesund genug ist, wird keine Reha mehr durchgeführt)

Jetzt ist die Frage ob es überhaupt noch zwecks der Fristen und Wartezeiten hinhaut.

Voraussetzung für eine Langzeittherapie ist, dass eine ambulante Maßnahme scheitert bzw. nicht ausreicht. Dazu muss sie erst einen ambulanten Facharzt aufsuchen und 4-6 Monate (medikamentöse und therapeutische) Terapie machen. Erst wenn das scheitert, bekommt sie von der KK eine stationäre Langzeittherapie bezahlt.

Einen Therapieplatz hat sie erst für Ende dieses Jahres ergattert wegen langer Wartezeit. Insofern sie dann einen stationären Aufenthalt bewilligt bekommt, hat sie noch mal ca. 6-12 Monate Wartezeit. Dann rechnen wir noch mal 1 Jahr Therapie hinzu. Fertig wäre sie dann erst Mitte 2021. Erst dann würde evtl. eine stationäre berufliche Reha beginnen. Wieder mit Wartezeit verbunden und einem folgenden 1-jährigen Aufenthalt. Diese Reha hätte sie dann erst 2022 abgeschlossen. Erst dann würde sie vom Jobcenter erst wieder in eine Ausbildung vermittelt werden können.

Da sie schon mal Therapien abgebrochen hat, geht das mit Wartezeit nicht schneller. Diese ganzen Maßnahmen werden auch nur bis 25 finanziell finanziert. Wenn sie in der Zwischenzeit 25 wird, wäre alles umsonst gewesen und sie müsste die Maßnahme sowieso abbrechen. Das wird sie wahrscheinlich nicht mehr schaffen?

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Psychisch gestört? Ist das Sozialamt oder das Jobcenter zuständig? Oder: Eingliederungsvereinbarung ändern oder lieber so lassen?

Meine Freundin 21, ist psychisch krank und sollte eigentlich in eine Maßnahme vom Jobcenter (Reha-Maßnahme zur Wiedereingliederung) gehen. Laut dem medizinischen Dienst des Jobcenters ist sie täglich weniger als 3h pro Tag leistungsfähig, daher kommt auch ihre spezielle Eingliederungsvereinbarung.

Die EGV hat sie jetzt schon seit 2 Jahren. Ziel ist nur die Wiederherstellung ihres Gesundheitszustandes. Diese EGV ist noch 4 Jahre, bis zu ihrem 25. Lebensjahr gültig.

Meine Freundin hat noch keine passende Klinik gefunden bzw. bekam nur Absagen von ihrer KK bzgl. Kostenübernahme, da sie bereits Versicherungslücken hat. Allerdings hat sie einen ambulanten Therapieplatz ab Ausgust dieses Jahres bekommen.

Sie ist eigentlich nicht arbeitsfähig. Soll sie jetzt in der Zwischenzeit lieber zum Sozialamt gehen oder beim Jobcenter bleiben? Wie ist das mit der EGV? Soll sie die EGV ändern lassen bevor sie erneut Antrag auf Leistungen stellt, oder soll sie die EGV lieber so lassen? Auf jeden Fall steht in den EVG nicht konkret was sie tun soll und die vom Jobcenter wissen auch nicht genau was sie tun soll.

Zumindest hätte sie keinen Stress mit einer Maßnahme und müsste mit dieser EGV keine Bewerbungen schreiben. Sie ist sich nicht sicher ob sie eine neue EGV unterschreiben sollte. Das könnte eigentlich auch ein Nachteil für sie sein.

Bitte Rat von jemanden der sich damit auskennt und Erfahrungen hat?

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