Antworten von Draschomat

  • 8
    Lehramt Latein studieren?
    Antwort von Draschomat Draschomat

    Es stimmt, dass die Einstellungschancen für Lehrer schlecht sind. Und das, obwohl eigentlich ein Lehrermangel vorherrscht, sogar in Fächern wie Deutsch oder Englisch. Wenn man sich ansieht, wie viele Stunden täglich an Schulen ausfallen, wird schnell klar, dass viel mehr Lehrer nötig wären, als derzeit angestellt sind.

    Trotzdem muss man differenzieren, nicht jedes Lehramtsstudium ist aussichtslos. Die klassische Deutsch/Geschichte-Kombination würde ich derzeit nicht einmal dem größten Germanistik-Fan mit historischem Interesse anraten. Latein ist dagegen durchaus zu empfehlen, ebenso Mathematik, Physik, Informatik, evtl. auch Biologie, Chemie und Sport.

    In all diesen Fächern sind gute Chancen auf eine Beamtenstelle gegeben und das wird sich so schnell nicht ändern. Warum? Diese Fächer studieren nicht viele, weil sie relativ schwierige Studiengänge sind. Latein studieren an den großen Unis vielleicht wenige Hundert, Deutsch oder Geschichte oder Englisch studieren dagegen weit über 1000.

    Wenn dich Latein reizt, solltest du dieses Studium zumindest versuchen. Nach wenigen Semestern weiß man ohnehin, ob es passt oder nicht. Antikes Gedankengut (speziell Philosophie) ist äußerst interessant und in den Seminaren und schriftlichen Hausarbeiten interpretiert man Texte und beschäftigt sich mit ihren Inhalten - ich kenne nichts, was den Geist mehr fordert. Ansonsten steht natürlich das Übersetzen im Vordergrund, sowohl Latein zu Deutsch als auch Deutsch zu Latein. Letzteres ist erstmal ungewohnt, aber mit der Zeit verinnerlicht man grammatikalische Kleinigkeiten und auch unbekanntere Wörter. Dadurch, dass man viel übersetzt, macht man auch schnell Fortschritte, Erfahrung stellt sich ein. Ich sage es mal so: In der Schule übersetzt man zeilenweise, an der Uni seitenweise.

    Wenn du Spaß an der Sprache hast, wird dir das ständige Übersetzen nicht viel ausmachen. Ein angenehmer Nebeneffekt ist, dass man auch die deutsche Sprache sehr viel besser zu beherrschen lernt. An der Uni geht das Lernen übrigens erst richtig los, d. h. du musst in der Schule nicht der Lateinchecker sein, der nur Bestnoten erreicht hat. Vorwissen ist sicher ratsam und vorteilhaft, aber die eigentliche sprachliche Weiterentwicklung findet an der Uni statt. Das Graecum ist kein großes Problem, man hat einen einjährigen Kurs und darf bei der Klausur ein Wörterbuch benutzen. Die Prüfung ist natürlich schon unangenehm, weil man überhaupt keine Routine mit altgriechischen Klausuren hat, aber besonders für diejenigen, die gute Lateinkenntnisse haben, ist Altgriechisch kein Stolperstein.

    Mein Rat: Lieber ein hohes Ziel setzen und den schwierigeren Studiengang probieren, als sofort eine angenehmere Fächerkombination in Angriff nehmen. Wenn du das anspruchsvollere Fach meisterst, hast du nicht nur einen sicheren Job (selbst wenn nicht sofort eine Beamtenstelle parat ist, irgendwo kommt man auf jeden Fall unter) und zudem musst du dich nicht grämen, die größere Herausforderung nicht zumindest versucht zu haben.

    Viel Erfolg und gute Entscheidungen!

  • 14
    NACH ESSSEN SOFORT SPORT ODER WARTEN??
    Hilfreichste Antwort von Draschomat Draschomat

    Direkt nach der Nahrungsaufnahme ist zur optimalen Verdauung eine Ruhepause angesagt. Meistens fühlt man sich nach einem Essen ohnehin nicht besonders fit, sondern eher müde. Daher machen nicht wenige Menschen nach dem Mittagessen ein Mittagsschläfchen oder legen nach dem Abendessen eine Pause ein. ;-)

    Eine halbe Stunde würde ich also mindestens warten, bevor ich mich wieder sportlich betätige. Das andere Extrem, nämlich mit ganz leerem Magen zu joggen, ist übrigens auch nicht empfehlenswert. Wer also schon frühmorgens zum Laufen geht, sollte vorher zumindest eine Kleinigkeit gegessen haben.

    Was aber auch sehr wichtig ist und gerne vergessen wird: Viel trinken!

    Kommentar von janJD janJDjanJD

    Absolut richt, nur ein Nachtrag sei mir gestattet. Müde - ganz genau - aufgrund der Blutverteilung. Der Körper braucht nun mehr Blut zum Arbeiten für das gesamte Verdauungssystem, weshalb wir müde werden, weil es woanders, naja nicht fehlt, aber eben weniger ist. Der Grund warum man auch nicht schwimmen sollte - nicht weil Mutti es verboten hat, weil die Muskeln weniger gut durchblutet und mit Sauerstoff versorgt wird was zu Krämpfen und so weiter beim Schwimmen führt. Beim Laufen kann sich der Körper einfach nicht auf den Sport konzentrieren, Priorität hat die Verdauung. Es wäre unklug. Wie lang die Warte- oder Verdauungs- zeit ist, hängt von der Mahlzeit ab.

  • 9
    Skiurlaub österreich
    Antwort von Draschomat Draschomat

    Welches Skigebiet empfehlenswert ist, hängt von vielen Faktoren ab, z. B. wie gut man Ski fährt, wie lange man Urlaub machen möchte, wie viele Kilometer man täglich abspulen möchte, welche Pistenarten man bevorzugt, wie die Schneelage ist etc.

    Wenn du mehrere Tage Ski fahren willst, sollte das Skigebiet etwas größer sein (z. B. die Skigebiete um Schladming). Wenn du dich sportlich so richtig auspowern willst, sollten viele anspruchsvolle Pisten vorhanden sein (z. B. Mayrhofen im Zillertal).

    Wenn du als Anfänger flachere Pisten fahren möchtest (blau und rot), bieten sich die Gletscherskigebiete an. Natürlich sollte in diesem Fall das Wetter gut sein. Dafür hast du dann ein so tolles Panorama um dich herum, dass du richtig genüsslich Ski fahren kannst. Beispiele: Zugspitzgletscher, Stubaier Gletscher.

    Letztlich ist es aber fast egal, wo man Ski fährt: Gerade in Österreich ist der Standard sehr hoch, es ist also unwahrscheinlich, dass man nicht voll auf seine Kosten kommt. Preislich sind die Unterschiede auch nicht so groß, man muss mit etwa 40 € pro Tag rechnen.

    Was meine persönlichen Erfahrungen angeht: Bei perfektem Wetter auf der Zugspitze oder auf dem Stubaier Gletscher Ski zu fahren, ist schwer zu toppen. Skitechnisch war die Reiteralm bei Schladming das Beste, was ich bisher erleben durfte (trotz oder gerade wegen einer Menge Neuschnee und Sturm ;-)). Viel Spaß!

    Kommentar von Testnick Testnick

    Wie geil O_O

    Welches Hotel hastn genommen?

    Kommentar von Draschomat DraschomatDraschomat

    Zugspitze und Stubaital waren Tagesausflüge von München aus. Unterkunft für die Reiteralm war ein Bauernhof, sehr abgelegen und nur auf Kiesweg zu erreichen (was im Winter problematisch werden kann). Hotels gibt es natürlich auch sehr viele, man muss sich bzgl. Skigebiet und Unterkunft am besten im Internet schlau machen und dann entsprechend planen. Die Alpen sind im Winter übrigens nicht nur für Skifahrer eine absolute Empfehlung - die Natur ist an sich schon ein Traum.

  • 7
    warum ist das lesen von philosophie büchern gefährlich?
    Antwort von Draschomat Draschomat

    In der Philosophie stellt man oft Dinge in Frage, die für andere selbstverständlich und unzweifelhaft sind. Es kann also passieren, dass man mehr zum Individualisten wird, was ich aber gar nicht für so falsch halte, da man in meinen Augen nur so zu echter Freiheit gelangen kann. Oder würdest du die Menschen als frei bezeichnen, die von ihrem Arbeitsalltag oder ihrem Smartphone "gefangen" sind und einfach nur wie fremdgesteuert "funktionieren"?

    Wichtig ist es, nicht nur entsprechende Bücher zu lesen, sondern sich über den Autor und seinen Lebenshintergrund zu informieren. Die Schriftsteller sind geprägt von ihrem Umfeld und nur so lassen sich auch fragwürdige oder heute untragbare Ansichten erklären. Lesen alleine bringt noch nicht viel - Informationen einholen ist auch notwendig.

    Ebenso nötig ist es, über das Gelesene nachzudenken. Hier beginnt ja erst die eigentliche Denkarbeit. Stimmt die Aussage, ist sie vertretbar? Gibt es Alternativen? Wer schreibt ähnlich/gegensätzlich? Ist die Erklärung schlüssig, macht sie einen subjektiven/objektiven Eindruck? Ist sie wirklich subjektiv/objektiv? Es gibt wohl kaum Wertvolleres als einen Text, über den man reflektieren kann - deshalb lese ich auch keine Romane (mehr). Es ist sicherlich gut, wenn jemand viel und gerne liest, aber mittlerweile lese ich weniger und denke dafür umso mehr darüber nach. In der Philosophie reicht schon eine kleine Aussage, um Stunden damit zu füllen. Das erscheint mir angenehmer als der Kampf mit einer ewig langen Geschichte, von der ich hinterher keinen intellektuellen Nutzen habe.

    Gefährlich sind philosophische Bücher zum Einen, weil sie unhaltbare Aussagen beinhalten können (kann theoretisch jedes Buch betreffen!), die es kritisch zu hinterfragen gilt (z. B. Kants oder Voltaires Rassenlehre). Versteht man die Hintergründe, kann man sich diese Ansichten erklären, sie aber nach heutigem Stand entkräften und sich deshalb lieber anderen, sehr wertvollen Beiträge dieser Autoren widmen (z. B. die beeindruckende philosophische Geschichtsbetrachtung Voltaires). Zum Anderen kann Philosophie gefährlich werden, wenn man verschiedene Autoren liest, die sich bzgl. zentraler Lebensfragen widersprechen. Da kann man sich schnell hilflos und verlassen fühlen, weil man nicht (mehr) weiß, was man überhaupt für wahr oder wenigstens für vernünftig halten soll. Deshalb ist eine sachliche Distanz zu den Dingen notwenig - eine Eigenschaft, die einem auch in der Realität sehr von Nutzen sein kann.

    Eigne dir also eine gewisse Lockerheit an: So bleibst du nämlich offener für Neues und außerdem behältst du leichter den Überblick und entscheidest weniger irrational. Außerdem lebt es sich mit Abstand gerade zu negativen Dingen leichter. Dazu gehört auch, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen und Selbstironie zu pflegen. Ein großer Wissensschatz macht demütig, weil sich, je mehr man weiß, umso mehr Fragen auftun, die man zum Großteil nicht beantworten kann (Beispiel: Evolutionstheorie). Daher bezeichnet sich nur ein Esel selbst als weise.

    Was auch bedrückend ist: Es gibt so viel Schriftgut, das es zu lesen wert wäre, für das aber keine Zeit ist, gerade wenn man über einzelne Textstücke lange und viel nachdenkt bzw. diskutiert. Daher mein Buchtipp: Cicero, De re publica ("Über den Staat") - gerade die Traumbeschreibung am Ende des (erhaltenen) Werks hat mich so fasziniert wie bisher kaum etwas. So viel Inhalt und so eine kunstvolle Sprache auf wenigen Seiten - das ist einzigartig.

    Gefährlich kann es auch sein, wenn man keinen Ausgleich zum Denksport betreibt. Also ist auch mal eine Tour im Freien oder einfach nur frische Luft empfehlenswert. Quintilian schreibt, am besten lernt es sich nachts, wenn Stille herrscht und keine Ablenkung, andere antike Autoren suchten gerne die entspannte Natur und inspirierende Gärten auf. Heutzutage wäre auch Sport eine tolle Möglichkeit zur Abwechslung - das Gehirn mag keine Eintönigkeit. ;-)

    Wissen kann übrigens auch deprimierend sein, z. B. darüber, dass das gestrige Dschungelcamp über 50 % Marktanteil erreicht hat. Bevor ich mich darüber aber aufrege, möchte ich lieber nüchtern festhalten, wer es sich ansehen möchte, möge es halt tun, und mit einem Augenzwinkern auf meinen Eingangspunkt verweisen, dass man als philosophisch Interessierter gewiss nicht zum Mainstream gehört, sondern eher Individualist ist. In vielen Dingen finde ich es aber schön, nicht der Masse zu entsprechen. ;-)

  • 6
    Kann man noch irgendwo Glühbrinen kaufen?
    Antwort von Draschomat Draschomat

    Klar, im Internet gibt es nach wie vor eine große Auswahl, die mich vor einiger Zeit selbst überrascht hat. Amazon ist ein gutes Beispiel, um zu zeigen, wie viele Anbieter darauf hoffen, dass sie mit Glühbirnen weiterhin ein gutes Geschäft machen können. Aber auch viele Elektro-Fachgeschäfte haben sich mit Glühbirnen eingedeckt und können somit noch welche anbieten. Die Glühbirne soll ohnehin stufenweise und nicht sofort ganz ersetzt werden - soweit ich weiß, hängt es von der Watt-Anzahl ab.

    Es wird ja viel geschimpft über das Glühbirnenverbot, aber je mehr ich mich darüber informiere, desto richtiger finde ich das Vorgehen der EU. Wenn eine Glühbirne eine Weile brennt, wird sie so heiß, dass man sie nicht mehr anfassen kann. Soll heißen: Sie verbraucht viel zu viel Energie (die abgestrahlte Wärme ist ja überhaupt nicht erwünscht!). Ich habe einige Lampen mit drei oder vier Leuchten - man braucht sich nur mal auszurechnen, wie viel Strom mit 40- oder 60-Watt- Glühbirnen verschleudert wird.

    Das Problem bei der Reform ist, dass man die Alternativen nicht gut erläutert hat. Energiesparlampen sind tatsächlich nicht empfehlenswert, der gesundheitliche Aspekt sollte bekannt sein. Aber ihr Licht ist auch weniger überzeugend und außerdem benötigen sie eine gewisse Zeit, bis sie ihr volles Licht entfalten. LED-Leuchten haben mich als Alternative schon eher interessiert, und nachdem ich mich mehr informiert hatte, habe ich ein paar gekauft. Ergebnis: LED-Birnen sind relativ teuer, es ist aber bzgl. des Lichts kein Unterschied zu Glühbirnen erkennbar, und sie benötigen nur einen Bruchteil des Stroms einer Glühbirne. Die Haltbarkeit ist auch besser, es kann kein Glühdraht durchbrennen. Meine LEDs sind seit vielen Monaten in Betrieb und leuchten perfekt. Zwei Glühbirnen mussten unterdessen gewechselt werden (Leuchtfäden kaputt, typisches Ende einer Glühbirne).

    Meine Empfehlung: Allmählich auf LEDs umsteigen - besonders bei den Lampen, die am häufigsten benutzt werden!

    Kommentar von Ontario OntarioOntario

    Draschomat ! Magst in Teilen deiner Antwort Recht haben. Glühbirnen der alten Generation wird es auch noch weiterhin geben, weil teilweise vorgeschrieben. Dass eine Glühbirne heiss wird, wenn sie eine Zeit lang brennt ist doch normal. Du musst sie ja nicht anfassen. Kannst das Licht ausschalten und in kurzer Zeit danach kann man die Glühbirne anfassen. Bis du mit einer 60 Watt Glühbirne eine Kilowattstunde verbrauchst, kannst du diese über viele Stunden brennen lassen. ( fast 17 Stunden lang).. Dafür zahlst du für die Glühbirne einen kleinen Preis. Habe Glühbirnen die täglich eingeschaltet werden und nach Jahren immer noch funktionieren. Habe auch diese sog. Energiesparlampen. Stückpreis fast 20.--€. Diese halten, wenn überhaupt knapp 2 Jahre, so diese täglich eingeschaltet werden. Wo also liegt da eine Einsparung an Geld ? Ja, geringeeren Stromverbrauch, der wird aber bei Neuanschaffung einer Energiesparlampe schnell neutralisiert und am Ende kostet die Choise mehr, als ich an Strom zu zahlen habe. LEDs sind eine Alternative und halten meist auch länger als die Energiesparlampen. Es gibt bei dem LÈDs auch unterschiedliche Lichtnuancen

    Kommentar von KeativPixie KeativPixieKeativPixie

    komisch .... warum halten sich kompaktleuchtstoffröhren länger als früher die alten glühbirnen???? kurios kurios

    Kommentar von Ontario OntarioOntario

    Kuriso, kurios, wo ging es denn um Kompaktleuchtstoffröhren ?

    Kommentar von Fraganti FragantiFraganti

    Herkömmliche Energiesparlampen (nicht LED) sind "Kompaktleuchtstoffröhren" mit E27 oder E14 Sockel.

    Kommentar von andreas03o andreas03oandreas03o

    Kuriso, kurios, wo ging es denn um Kompaktleuchtstoffröhren ?

    In dem oben stehenden Text:

    Energiesparlampen (..bla, bla) (ziemlich gesundheitsgefährdendes wegen dem Quecksilber)

    Andere Energiesparlampen (LED) enthalten kein Quecksilber, dieses befindet sich u.a. in den Röhren der Kompaktleuchtstofflampen. In den neueren, gebunden als Amalgam - haben viele auch im Mund, als Zahnfüllung.

    Kommentar von FoGaFo FoGaFoFoGaFo

    LED sind Leucht Dioden. Die Meisten sprchen nicht von Leucht Dioden sondern von diesen Kompaktleuchtstofflampen....

    Kommentar von FoGaFo FoGaFoFoGaFo

    LED sind Leucht Dioden. Die Meisten sprchen nicht von Leucht Dioden sondern von diesen Kompaktleuchtstofflampen....

    Kommentar von andreas03o andreas03oandreas03o

    Stückpreis fast 20.--€

    Das muss ja schon seeeeehr lange her sein.

    Ich verstehe nicht, wie man mit Zahlen, und Argumenten, hier herum fabuliert, die sämtlichst überholt sind!?

    Aber schön, dass du schon LEDs, als Alternative, wahrgenommen hast.

    Kommentar von Draschomat DraschomatDraschomat

    Ich möchte eine leuchtende Glühbirne ja auch gar nicht anfassen, es ging mir nur darum aufzuzeigen, dass sie (zu) viel Energie verbraucht. Eigentlich möchte man ja nur das Licht und nicht zusätzlich noch die unnütze Wärme.

    Die LEDs, die ich gekauft hatte, kosteten 7-12€ pro Stück (Markenware). Das ist ok, früher waren sie wesentlich teurer. Wenn die Entwicklung so weitergeht, werden immer mehr Menschen LEDs nutzen und die Preise somit weiter sinken.

    Die Glühbirne war eine tolle Erfindung, aber nichtsdestotrotz sollte es gerade in der Technik dauerhaften Fortschritt geben - Objekte können immer weiter optimiert werden, und dann sollte man das auch unterstützen. Die panischen Reaktionen auf neue Verordnungen kann ich deshalb nicht nachvollziehen, auch weil die Glühbirne gegen eine LED ziemlich alt aussieht. Einziger Nachteil ist (noch) der höhere Preis.

    Kommentar von andreas03o andreas03oandreas03o

    Glühbirnen sind selbst wenn man sie geschenkt bekommt noch zu teuer.

    Eine LED mit 800 Lummen, entsprechend einer 60W Glühbirne, hat unter 10W (9,4W) und eine Lebensdauer von über 10000 Stunden. In den 10000 Stunden verbraucht sie also unter 100 kWh, eine Glühlampe mehr als 6 mal so viel ~ 600 kWh. Eine kWh kostet mehr als 25 Cent.

    Kosten der LED: Anschaffung 10,- Euro, Energie für die Lebensdauer (10000 Stunden) 25,- Euro, Gesamtkosten = 35,- Euro.

    Kosten der Glühlampe: nur die Energie für 10000 Stunden 150,- Euro

  • 9
    Kann ich das Graecum selbstständig und extern machen?
    Antwort von Draschomat Draschomat

    Möglich ist ein Selbststudium schon, man braucht sich nur eigenständig für die entsprechende Prüfung anzumelden, die man jedes Halbjahr an bestimmten Gymnasien ablegen kann. Oder man besucht bereits als Schüler den passenden Kurs an der Uni. Für ratsam halte ich das aus mehreren Gründen jedoch nicht.

    Erstens: Zu Schulzeiten sollte man sich auf die vielen Klausuren und auf das Abitur konzentrieren. Es ist gut, um zukünftige Absichten zu wissen, aber Dinge, die normalerweise nach dem Abitur anstehen, müssen nicht schon vorher erledigt werden.

    Zweitens: Ein kleiner Teil der Lateinstudenten hatte Altgriechisch bereits an der Schule. Diese Möglichkeit sollte man natürlich wahrnehmen, sofern man ein Lateinstudium anpeilt, da man sich während des Studiums eine Zusatzbelastung erspart. Gewöhnlich gibt es diese Option lediglich an humanistischen Gymnasien.

    Drittens: Punkt 2 bedeutet, dass der Großteil der Lateinstudenten Altgriechisch während des Studiums lernen muss. Der Kurs läuft zwei Semester lang, teilweise mit Blockkursen vor bzw. nach dem Semester. Bei einem guten Dozenten und etwas Sprachtalent sollte man gut damit zurecht kommen. Es ist ratsam, zu dieser Zeit nicht zu viele andere Kurse zu belegen, dann erscheint mir diese Vorgehensweise als die beste, zumal ja die Mehrheit der Lateinstudenten das Graecum so absolviert.

    Je besser die Lateinkenntnisse sind, desto leichter fällt übrigens Altgriechisch - auch ein Grund, warum es sinnvoll ist, sich auf Latein zu konzentrieren und Altgriechisch erst während des Studiums zu erlernen. Was im Lateinischen der ablativus absolutus ist, stellt im Altgriechischen eben der genitivus absolutus dar. Nur so als Beispiel... ;-)

    Aber auch die Deklinationen und einige Vokabeln lernt ein guter Lateiner schnell und locker - am schwierigsten erschien mir der Gebrauch der Verben. Viel Spaß und Erfolg!

  • 18
    Ich kümmer mich morgen drum...
    Hilfreichste Antwort von Draschomat Draschomat

    Man übt oft lieber irgendeine ungeliebte Tätigkeit aus, als dass man ein Referat vorbereitet oder auf eine Prüfung lernt. Das eigene Zimmer ist meistens gerade zu Klausurenzeiten am saubersten - die Aufschieberei hat also manchmal auch etwas Gutes. ;-)

    Die Sache lässt sich aber sogar allgemein von einer positiven Seite betrachten: Dass man seine Aufgaben in der Schule, im Studium oder insgesamt im Leben immer erfolgreich bewältigt, ist Zeichen einer bestimmten Qualität. Es zeugt von einer gewissen Fähigkeit, wenn man es schafft, immer alles irgendwie in einem zeitlichen Rahmen zu managen. Das Wann spielt dann eigentlich kaum eine Rolle.

    Bekommt man alles auf die Reihe, ist die Selbstdisziplin groß genug. Wenn nicht, kann man sich mit Arbeitsstrategien oder wirklich klar festgelegten Plänen behelfen oder z. B. auch mit dem - psychologisch ausgedrückt - Premack-Prinzip. Das bedeutet, man belohnt sich (oder auch Mitmenschen) für eine ungeliebte Aufgabe, indem man sich (ihnen) im Anschluss etwas sehr Angenehmes gönnt: Jetzt mache ich das Referat, danach höre ich 20 Minuten meine Lieblingsmusik. Ehe man sich versieht, sitzt man hoch motiviert am Referat, weil man sich schon auf die geliebten Songs freut. So belohnt man sich oft ohnehin unbewusst, und wenn alles läuft, braucht man sowieso nicht einzugreifen.

    Du brauchst also nichts zu hassen und dich auch nicht darüber zu ärgern. Erstens ist es doch ein spannendes Gefühl, wenn man z. B. aus Zeitnot richtig durchstarten muss (evtl. ist man dann sogar am leistungsfähigsten), und zweitens kann man sich darüber freuen, dass man jetzt ein paar Stunden hochkonzentriert arbeitet, um tags darauf das Referat schon ad acta zu legen. Ganz ohne ewiges Herumspekulieren und wochenlanger Vorbereitung. Leistung ergibt sich nie aus ewig langem Arbeiten, sondern aus der möglichst effizienten Arbeit innerhalb möglichst kurzer Zeit.

    Bleibt man beim Beispiel eines Referats, so fällt es natürlich zu Beginn in den Anfangssemestern schwerer, sich innerhalb kürzester Zeit optimal vorzubereiten. Mit Übung und Erfahrung sollte man aber seine Leistungsfähigkeit in der Ausbildung/im Beruf steigern können. Gelingt das nicht, kann es problematisch werden, wenn man z. B. nicht nur für die Arbeit leben möchte oder man einmal eine sehr arbeitsintensive Zeit durchmachen muss, in der es nicht möglich ist, alles exakt und ausführlichst zu planen.

    Fazit: Das, worüber du dich ärgerst, könnte eigentlich ein Grund für ein (Selbst-)Lob sein. Da ohnehin viel zu wenig gelobt wird und weil es nicht schadet, Optimist zu sein, kann man hier bedenkenlos die positive Sichtweise vertreten. Der Trick ist, alles im Leben irgendwie zu managen. Solange das gelingt, gibt es keinen Grund zur Kritik. Es besteht natürlich die latente Gefahr, vor Panik zu zittern, wenn man in ein paar Tagen ein Referat hat und man sich damit noch überhaupt nicht beschäftigt hat (jaja, das schlechte Gewissen ;-)) - da ist Kontrolle und Gelassenheit das Stichwort. Die hast du aber, entweder notgedrungen aus eigener Erfahrung oder wohlüberlegt aus einer inneren Lockerheit, sonst hättest du nicht hier in aller Ruhe eine blitzsaubere Frage hingezaubert, obwohl du doch das Referat machen musst... ;-)

    Kommentar von Mortex Mortex

    Die Entscheidung war nicht leicht weil es hier sehr viele, sehr gute Antworten gibt aber das sternchen bekommst du ;)

  • 11
    Was billiges von Amazon...
    Antwort von Draschomat Draschomat

    An deiner Stelle würde ich den Gutschein in jedem Fall voll ausnutzen und insgesamt auch einen Betrag über 20 € anpeilen, um die Versandkosten zu sparen (sofern die Artikel direkt über Amazon bestellt werden). Es fällt wirklich nicht schwer, bei einer Bestellung auf Amazon über 20 € zu kommen. ;-)

    Kleinigkeiten, die man auf Amazon günstig kaufen kann und die sinnvoll sind, wären etwa:

    Kabel jeder Art (z. B. HDMI), Knopfzellenbatterien, Filme/DVDs, Bücher, Druckerpapier, Fotopapier, Druckerpatronen, CDs, Kleinigkeiten für Hobbys wie Luftpumpe für Ballsportarten, Sturmhaube für Skifahren und vieles mehr...

    Denk einfach an all das, was du magst oder gern tust - wenn du dann ein paar Suchbegriffe eingibst, wirst du schnell fündig. Viel Spaß! ;-)

    Kommentar von auchmama auchmamaauchmama

    Es fällt wirklich nicht schwer, bei einer Bestellung auf Amazon über 20 € zu kommen. ;-)

    DAS unterschreibe ich blind! ;-)

  • 9
    Nicht bewegen können Trotz Wachzustand
    Antwort von Draschomat Draschomat

    Das sich der Zustand Schlafparalyse nennt, hast du mittlerweile in Erfahrung bringen können. Wichtig ist zu wissen, dass dieses Phänomen harmlos ist, wenngleich es viele Betroffene als unangenehm und beklemmend empfinden.

    Wenn man Sport treibt und eine gesunde Lebensweise an den Tag legt und dementsprechend feste und ruhige Schlafzeiten genießen kann, sollte die Schlafparalyse eher eine Seltenheit sein oder gar nicht eintreten. Hat man massive Probleme damit, ist wohl eine ärztliche Untersuchung angebracht.

    Schläft man unregelmäßig oder hat man zu wenig Schlaf, lässt sich die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass sich eine Paralyse ergibt. So war es bei mir, ich wollte dieses Phänomen nicht absichtlich herbeirufen, habe es aber schon ab und an erlebt, wenn ich nachts zu wenig geschlafen und mich dann nachmittags ein paar Minuten hingelegt habe.

    Das Gefühl lässt sich schwerlich beschreiben, es muss selbst erlebt werden. Man kann sehen, sich aber nicht bewegen - teils kann man durch Augenbewegungen die Starre beenden, meist (so war es bei mir immer) schläft man jedoch nach kürzester Zeit wieder fest ein und wacht später "richtig" auf. Die Situation ist mitunter beängstigend, weil man es überhaupt nicht gewohnt ist, sich nicht bewegen zu können, von daher kann ich verstehen, wenn manche Menschen richtige Panik verspüren. Ansonsten muss man der Paralyse aber nicht allzu viel Beachtung schenken, evtl. kann man sie sogar "genießen". ;-)

  • 9
    Warum war es früher anscheinend normal, Kinder zu schlagen?
    Hilfreichste Antwort von Draschomat Draschomat

    Wenn ein Erwachsener einen anderen schlägt, ist das schon schlimm. Gegenüber Kindern ist die Sache aber noch viel schlimmer, da ein Ungleichgewicht der Machtverhältnisse besteht. Kinder sind unterlegen und wehrlos, daher auch der Willkür des Erwachsenen ausgesetzt. Eine gewalttätige oder autoritäre Umgebung kann also nie dafür sorgen, dass sich ein Kind bestmöglich entwickelt.

    Früher war das Schlagen normal, weil z. B. in vielen Glaubensrichtungen von berechtigten Züchtigungen gegenüber der Nachkommenschaft die Rede ist. Und weil früher allgemein eher die autoritäre Schiene gefahren wurde. Gleichberechtigung und körperliche Unversehrtheit sind Errungenschaften, die es noch nicht lange gibt. Dieser Tatsache sollte sich jeder bewusst sein und sie auch aktiv verteidigen. Auch waren früher die Pädagogik und Psychologie noch nicht ausgeprägt, erst in den letzten 30-40 Jahren hat sich auf diesen Gebieten viel getan.

    Dass aus geschlagenen Kindern etwas Positives wurde und daher Schläge nicht so schlimm oder - wie manche meinen - sogar ein berechtigtes Erziehungsmittel seien, ist eine dümmliche Argumentation. Wenn Menschen etwas Schlechtes geschieht, fällt es ihnen schwer(er), etwas Positives daraus zu machen. Wer also seinen Lieben nicht schaden will, fügt ihnen auch keine Gewalt zu (umso absurder die Aussage "Ich tue das, weil ich dich liebe.")

    Gewiss gibt es viele Menschen, die in ihrer Kindheit Schläge aushalten mussten und dennoch ein positives Leben, oft ganz ohne Gewalt, führen können. Auf den ersten Blick mag es so wirken, als hätten die Prügeleien keine großartigen Auswirkungen auf ihr Leben gehabt. Wenn man sich aber intensiv damit beschäftigt und sich Lebensgeschichten möglichst genau ansieht, findet man immer Dinge, mit denen die Personen eben wegen diesen Erfahrungen zu kämpfen haben (man denke auch an Kriegserfahrungen).

    Psychologisch lässt sich nämlich jedes Verhalten erklären (warum ist jemand schüchtern, warum weint jemand wegen etwas, warum ist Person X in Situation Y aggressiv etc.), man muss (theoretisch) "nur" die ganze Lebensgeschichte der Person kennen. In der Praxis ist das natürlich nicht möglich, man weiß ja selbst von sich oft nicht, wieso man in einer bestimmten Situation so und nicht anders reagiert oder warum man etwas mag und etwas anderes nicht. Wenn Menschen beispielsweise Angst vor Spinnen haben oder sich vor einem Wurm ekeln, ist es unwahrscheinlich, dass diese Furcht bzw. dieser Ekel angeboren ist. ;-) Und so verhält es sich mit den meisten Verhaltensweisen, Ängsten, Persönlichkeitseinstellungen und vielem mehr... früher wurde Schlimmes übrigens kaum verarbeitet, meist verdrängt - leicht verkraften kann es ohnehin niemand, weder früher noch heute. Hier wird der Wert der Psychologie klar.

    Was früher als normal gesehen wurde, muss deshalb nicht richtig gewesen sein (das gilt heutzutage auch!). Gut ist, dass ein Umdenken stattfindet und meist nur die ältere Generation davon spricht, Prügel sei nicht so schlimm und manchmal sogar angebracht. Negative Emotionen führen aber nie zum Erfolg, das sehen die meisten Leute mittlerweile ein. Früher war es auch der Fall, dass man unberechtigt verprügelt wurde - etwas Schlimmeres kann ich mir nicht vorstellen. Man hat nichts verbrochen, dennoch ist man hilflos einer Strafe z. B. eines Lehrers ausgesetzt. Würden Erwachsene das wollen?

    Häufig ging bzw. geht es beim Zuschlagen leider nur um Macht(ausübung) des Überlegenen und nicht um eine bestmögliche Erziehung. Oder es fehlen pädagogische Alternativen zur Erziehung, dann gilt auch das Zuhauen als letztes Mittel. Wenn ein Kind dann aber auch so denkt und zuschlägt, wenn es etwas unbedingt durchsetzen will, braucht man sich nicht über diese Verhaltensweise zu wundern. Es wurde in vielen Experimenten gezeigt, dass negative Strafen uneffizient sind, nicht nur Schläge, sondern sogar lautes Schimpfen... ;-)

    Kommentar von La123 La123La123

    wow tolle Antwort aber was meinst du mit nagtive Strafe?

    Kommentar von Draschomat DraschomatDraschomat

    Negative Bestrafung ("negativ" ist nicht wertend gemeint, wobei letztlich nur das Schimpfen in bestimmten Fällen (z. B. um eine ganze Gruppe von Kindern unter Kontrolle zu halten) wirklich vertretbar ist) sind Aktionen, bei denen man einem anderen etwas Schlechtes darbietet, weil er sich falsch verhält. Beispiele: Prügel, Haue, aber auch Schimpfen, Einsperren etc.

    Positive Bestrafung sind Aktionen, bei denen man einem anderen etwas Gutes wegnimmt, weil er sich falsch verhält. Beispiele: Taschengeld abziehen, Computer/TV einschränken, Freizeitaktivität ausfallen lassen etc.

    Positive Bestrafung ist sehr viel wirksamer als negative - ebenso wie das Prinzip, dass ein Kind etwas Gewünschtes/Schönes machen darf, sobald es etwas Unerwünschtes/Unbeliebtes erledigt hat. Beispiel: "Wenn du die Hausaufgaben gemacht hast, darfst du im Garten spielen." oder "Wenn du dein Zimmer gesäubert hast, lese ich dir eine Geschichte vor."

    Kommentar von kiniro kinirokiniro

    Positive Bestrafung ist für mich ein Paradoxon.

    Manche scheinen ja subtile Manipulation im Umgang mit Kindern für erstrebenswert zu halten. Macht all diese Kinder zu ehrlichen Erwachsen ironieoff

    Kommentar von Draschomat DraschomatDraschomat

    Man wirkt immer auf andere Menschen ein, wenn man mit ihnen interagiert. Das ist keine schlimme Sache, vor allem wenn ein Einfluss Positives bewirkt. Und gerade bei jungen Menschen kann man Positives bewirken, weil sie (meist) offener und formbarer sind als Erwachsene.

    Um Manipulation geht es also nicht, zumal natürlich die Konsequenzen im Voraus bekannt sein müssen. Ein Fehlverhalten muss diese oder jene Konsequenz bringen. So geht es uns Erwachsenen ja auch, wenn wir gegen Gepflogenheiten oder gegen Recht verstoßen.

    Positive Bestrafung erweist sich als äußerst wirksam und ist in jedem Fall wesentlich vernünftiger als lautes Herumschreien oder Prügelei. Nur leider hat sich das noch nicht bei allen herumgesprochen, wie man hier und auch immer wieder in den Zeitungen etc. liest.

  • 18
    Ist meine Realität real? :(
    Antwort von Draschomat Draschomat

    Nahezu jeder Mensch stellt sich irgendwann in seinem Leben derartige Fragen. Diese Überlegungen zeugen von einer gewissen geistigen Reife. Je älter man wird, desto eingehender interessiert man sich auch für Themen wie Vergänglichkeit oder Tod. Das echte Problem ist jedoch, dass es bei all diesen Fragestellungen keine eindeutigen Antworten gibt. Trotzdem lohnt es sich aber, darüber nachzudenken.

    Der Film, den du anspricht, ist ausgezeichnet, weil er aufzeigt, wie subjektiv Realität ist. Nicht einmal Farben und andere Dinge, die man wahrnehmen kann, erscheinen allen Menschen gleich. Truman ist im Film zwar als Opfer zu betrachten, aber er selbst hält lange Zeit das für real, was es in Wirklichkeit gar nicht ist. Wer sagt, dass es dir/mir/uns nicht auch so geht?

    Es gibt viele verschiedene philosophische Standpunkte dazu, die zum Teil sogar in die Psychologie übergehen. Allen, die sich genauer damit beschäftigen wollen, sei das Höhlengleichnis des griechischen Philosophen Plato ans Herz gelegt: Das Gedankenexperiment macht deutlich, dass es ohne Weiteres möglich ist, dass die mit den Sinnen wahrnehmbare Welt alles andere als die echte, von den Sinnen befreite Welt ist. Dass es quasi eine Scheinwelt gibt, in der wir leben, und eine echte Welt, die uns verborgen ist. Also so etwas wie ein Diesseits und ein Jenseits (hier ist ein Schnittpunkt zu vielen Religionen, die ja z. T. aus dem Gedankengut Platos entstanden sind).

    Ich muss sagen, dass diese Annahme umso wahrscheinlicher wird, je mehr man sich damit auseinandersetzt (auch aus anderen wissenschaftlichen Gesichtspunkten wie der Physik). Man stößt immer an neue gedankliche Grenzen und es erscheint mir nicht plausibel, dass ein Mensch bzw. ein menschliches Gedächtnis dazu in der Lage ist, Dinge so einzuschätzen, wie sie wahrhaftig sind. In der Psychologie heißt es diesbzgl., dass der Mensch nicht rational ist, sondern rationalisierend, d. h. er ist nicht vernünftig, sondern er sucht nach vernünftigen Gründen, die er dann gelten lässt, wenn sie Sinn ergeben, die deshalb aber noch lange nicht wahrhaftig vernünftig und stimmig sind.

    Um aber wieder zur Normalität und zum Lebensalltag zurückzukehren: Niemand kann dir garantieren, dass du kein Truman bist. Niemand kann dir garantieren, dass das, was du wahrnimmst, echt ist. Aber was soll's? Für dich ist es deine Realität, und das ist das Einzige, was zählt. Daher der wichtigste Rat: Mach das Beste draus! Kümmere dich um deine Familie und deine Freunde, denn so wird es dir besser gehen! Wenn es ihnen gut geht, geht es dir auch gut. Ganz egal, ob sie real sind oder nicht. ;-)

    Die Erfahrung und das Bewusstsein, dass man etwas bewirken und verändern kann, wenn man will, ist elementar für die Zufriedenheit im Leben, Stichwort Selbstwirksamkeit (die Frage nach der Realität stellt sich da gar nicht). Wenn man weiß, dass man sein Ziel erreicht, wenn man sich anstrengt, wird man motivierter und engagierter sein, und wenn das Ziel erreicht ist, ist die Freude umso größer. Dementsprechend sollte man den Leuten aus dem Weg gehen, die immer nur jammern und schimpfen. Entweder sie haben sich immer vergeblich angestrengt (was bedauerlich ist) oder sie sind zu faul, um etwas zu verändern.

    Behalte dir deine gedankliche Freiheit bei und genieß deine Realität - wenn sie nicht real war, hattest du trotzdem ein tolles Leben... ;-)

    Kommentar von LouisGoebel LouisGoebel

    Direkt DH..

  • 31
    Morgen, Muffel...
    Hilfreichste Antwort von Draschomat Draschomat

    Genieß doch das Privileg, das man als Student besitzt: Völlig selbständig arbeiten. Egal, wo. Egal, wann. Hauptsache, die Sache wird in einer bestimmten Zeit erledigt. Hauptsache, die Sache wird in einer bestimmten Zeit gelernt. Keine ständigen Befehle, keine ständigen Erinnerungen, dafür volle Eigenständigkeit. Warum das aufgeben? Und vor allem: Warum sich selbst einschränken, wenn es nicht sein muss? Viele Menschen wissen nicht mehr, was Freiheit ist, vor allem weil sie sich selbst mehr Grenzen setzen als nötig.

    Ändern wir mal die Sichtweise: Es ist die Pflicht eines Studenten, faul zu sein, alles möglichst spät zu erledigen, am besten auf den letzten Drücker. Passend zu dieser Lebensweise gehört es sich, sich möglichst lange am - wie du schon richtigerweise sagst - "göttlichen Bett" zu erfreuen. Auch ist es ein Muss, erst einige Zeit schlaftrunken durch die geschäftige Umgebung zu wanken, bevor man sich dem Buchstabensalat der unzähligen Bücher widmet. Sonst kann ja niemand sagen, Studenten hätten es so schön, müssten ohnehin nie arbeiten bzw. lernen. Man ist quasi dazu verpflichtet, genau dann zu arbeiten und zu lernen, wenn es niemand mitbekommt. Was bleibt denn da anderes übrig als die Nacht? Wir haben einfach keine andere Wahl!

    Um noch mal ernst zu werden: Du bezeichnest dich selbst als Nachteule. Du kannst es dir erlauben, diesen Rhythmus zu leben. Also alles im grünen Bereich. Studenten sind so flexibel, dass sie problemlos "umschalten" können, wenn der Berufsalltag beginnt und man zur frühmorgentlichen Hektik gezwungen ist. Ist es dein Ernst, von "schöner morgendlicher Ruhe" zu sprechen? Das einzig Schöne am Morgen ist ein Sonnenaufgang oder der Ruf eines verirrten Gockels, aber ansonsten sehe ich nur gehetzte Leute, eine unangenehme Hektik und eine endlose Autoschlange. Ist es nicht ein Genuss, sich in einer solchen Situation nochmal im Bett umdrehen zu können (und zwar nicht nur fünf Minuten, lieber fünf Stunden!) und dafür die Nacht zu nutzen - die Zeit, in der die Welt wirklich angenehm still steht? Mein bevorzugtes Motto also: CARPE NOCTEM!

    P. S. Ein Studium braucht keinen Wecker, ein Studium braucht Bücher, einen wachen Geist und ein ruhiges Plätzchen!

    LG von einem "Leidensgenossen", der jetzt schlafen geht... ;-)

    Kommentar von auchmama auchmamaauchmama

    Wir haben einfach keine andere Wahl!

    mitleidigguck ;-)

    Kommentar von Draschomat DraschomatDraschomat

    Na endlich zeigt jemand mal Verständnis... ;-)

    Kommentar von auchmama auchmamaauchmama

    koppstreichelundtröst - kennst mich doch ;-)))

    Kommentar von scopie scopiescopie

    Na, mit so einer bestärkenden Antwort hatte ich nicht gerechnet. Ich hatte in letzter Zeit wohl mit zu vielen Menschen zu tun, die eher / lieber den Tag nutzen als die Nacht. Bin kein Fähnchen im Winde, aber irgendwann fing ich dann doch mal an mich am Kopf zu kratzen und zu fragen.
    Und irgendwie wirkt sie jetzt auch ein bisschen hinfällig, meine Frage, wenn ich deine Zeilen lese. Nur so ein bisschen. Und die vielen Antworten, von denen ich die meisten mit einem Schmunzeln gelesen habe, haben mich auch wieder etwas "zurechtgerückt". Ist doch alles halb so wild. Auch wenn ich ein paar Tipps der User aufgreifen werde.

    Ich danke dir für deine Antwort. Wirklich schön.

    Kommentar von Draschomat DraschomatDraschomat

    Gerade ist mir noch das passende Video zu dieser Frage eingefallen:

    http://www.youtube.com/watch?v=SFLX2h66zco

    Vielleicht kann man sich da einiges abschauen... :-D

    Kommentar von Janiela JanielaJaniela

    Wow, klingt das idealisiert. So ein Studium will ich auch. Nee ernsthaft: Ich bestätige hier die richtige Ansicht, die richtige humorvolle Umgangsweise, mit dem Klischee fertig zu werden, indem man darin aufgeht und ich bestätige auch, dass man sich weitgehend seine Zeit selbst einteilen kann, aber leider ist es in meinen Fächern an meiner Uni derart verschult und mit Anwesenheitspflichten durchsetzt, dass ich darunter leide, nicht meinen Rhythmus des autodidaktischen Lernens durchziehen, einfach ein Buch lesen und am Ende die Prüfung machen zu können. Stattdessen muss ich mit Anwesenheit glänzen, in Gruppenarbeit Papierschnipsel ausschneiden und auf einem anderen Blatt zusammenkleben, bunte Plakate zur Veranschaulichung einer Theorie gestalten und mir jede Menge unausgereifte Denkweisen anhören. Ich wünschte, ich könnte 'n Magister machen :(

    Kommentar von Draschomat DraschomatDraschomat

    Jep, die Verschulung hat Einzug gehalten und auch die Anwesenheitspflicht wurde vor wenigen Semestern verschärft, um sie kurz darauf immerhin wieder etwas zu entschärfen, auch oder vor allem auf Druck der Studenten. Ansonsten gilt der Satz, der eigentlich immer gilt: Versuchen wir das Beste daraus zu machen.

    Kommentar von scopie scopiescopie

    Ach mensch, so eine rege Beteiligung und so viele tolle Antworten. Kommt ja selten vor, dass man am liebsten gleich mehrere auszeichnen will.

    Ich danke dir - um zwanzig nach zwei... ;-) und auch allen anderen für die guten Ratschläge und all die Worte. Gute Nacht. :-)

    Kommentar von Draschomat DraschomatDraschomat

    Vielen Dank für den Stern - die Frage hat richtig Spaß gemacht. Wie auch die Seminararbeit, die gerade eben wieder um zwei Seiten angewachsen ist. Dabei hat die Nacht erst begonnen... für heute habe ich aber genug (getan). ;-)

    Kommentar von auchmama auchmamaauchmama

    Auch wenn mein "träum süß" einige Tage später kommt, ist es garantiert noch nicht zu spät!

    Heute Abend wird es ja wieder dunkel und morgen wird weiter geschlaf......ääähm studiert ;-)))

  • 16
    Gibt es sowas wie ''Fotogen'' wirklich?
    Antwort von Draschomat Draschomat

    Naja, Fotogenität hat viel mit Schönheit an sich zu tun. Und zu Schönheit gehören etwa Symmetrie oder homogene Größenverhältnisse. Dünn heißt nicht automatisch schön, und etwas mollig heißt nicht zwingend unschön. Vor wenigen Jahrzehnten war das Frauenideal übrigens noch von mehr Rundungen geprägt als heutzutage, was eigentlich schade ist, weil es nicht nur viele vermissen, sondern weil es auch wesentlich gesünder war. ;-)

    Ich würde aber sogar behaupten, dass Fotogenität und Schönheit gar nicht so sehr von der Person abhängen, sondern eher vom Können des Fotografen. Wenn man top gestylt ist, ist es natürlich nicht so schwierig, ansprechende Fotos zu schießen. Aber wenn ein Fotograf den Blick für die richtige Kameraposition und den richtigen Augenblick hat, kann er aus jedem Objekt ein tolles Foto machen. Und so ein Foto ist in den meisten Fällen wesentlich besser als die gestellt wirkenden Fotos mit den oft unnatürlichen oder sogar überschminkten Gestalten. Gelungene Privatfotos halte daher in der Regel für deutlich schöner, gelungener, aussagekräftiger, auch erotischer etc. als Bilder aus der Promi-Presse.

    Der Fotograf soll im Idealfall also der Künstler sein. Nicht das Objekt und nicht der Kosmetiker. Auch nicht die Kamera. Es gibt nicht wenige Menschen, die glauben, eine sehr teure Kamera sorge immer für schöne Bilder. Auch eine fotogene Person garantiert kein gutes Bild. Die Gesamtkomposition muss stimmen, und die muss der Fotograf im Blick haben.

    Posing wirkt meist unnatürlich, aber immerhin kann man damit als Objekt meistens für ein passables Ergebnis sorgen. Beispiele: Nie von unten fotografieren lassen. Oder auch nie frontal, sondern immer leicht seitlich oder mit leicht gedrehtem Kopf. Es sei denn, man hat ein exakt symmetrisches Gesicht, aber das ist sehr selten. Exakt unter der Mitte der Nase befindet sich etwa meist nicht die Mitte der Zahnreihe. Beim Testen nicht erschrecken... ;-)

    Bei einem schlechten Fotografen oder einer sehr ungünstigen Position kann es sicherlich passieren, dass eine Person auf dem Foto nicht so schön wirkt wie in der Realität. Meistens ist es aber andersherum: Man erschrickt, wenn man eine aus den Medien bekannte Persönlichkeit real erblickt. Oder wenn man Alltagsbilder der Promis sieht. Schönheit ist in den Medien mehr Schein als Sein, das sollte man immer bedenken.

  • 12
    Lohnt es sich noch, Latein auf Lehramt zu studieren?
    Hilfreichste Antwort von Draschomat Draschomat

    Ja, sicher lohnt sich ein Lateinstudium. Bei einer anderen antiken Sprache, nämlich Altgriechisch, müsste man sich schon eher Gedanken machen, da es nur noch an sehr wenigen Gymnasien unterrichtet wird und die Studentenzahlen sehr niedrig sind.

    Vor einigen Jahren gab es die Vermutung, Latein könnte von Französisch und vor allem von Spanisch als die am häufigsten gewählte Fremdsprache an Gymnasien nach Englisch verdrängt werden. Das traf aber überhaupt nicht zu, Spanisch spielt keine allzu große Rolle und die Zahlen der Lateinschüler haben ihr Tief bereits überwunden - Latein ist noch vor Französisch weiterhin die zweite Wahl. Die Vorteile in Sachen Allgemeinbildung und sprachlicher Fertigkeit überwiegen bei Latein einfach, gerade im Deutschen wird man bei guten Lateinkenntnissen deutlich besser, auch schreibt man viele Fremdwörter automatisch richtig und das Erlernen fremder Vokabeln fällt ohnehin sehr leicht.

    Aber zurück zum Studium: Wichtig ist, dass du die Situation in deinem Bundesland kennst. Wie steht es um das Unterrichtsfach Latein, wie steht es um das Gymnasium. Und welche Universitäten bieten überhaupt die Kombination Latein/Musik an. Das ist mit Sicherheit keine gewöhnliche Kombination, aber soweit ich weiß, gibt es Universitäten, die diese Kombination ermöglichen. Man muss aber bedenken, dass die meisten Musiklehrer Musik als Doppelfach studieren, weil das Fach an sich schon fordernd ist, sowohl im Studium (man muss mehrere Instrumente beherrschen) als auch im Beruf (Proben etc.). Ein Lateinstudium stellt auch ein sehr anspruchsvolles Studium dar, deshalb ist die Kombination mit Musik bestimmt schwierig, aber wohl auch machbar, schließlich studieren manche die Kombination Latein/Mathe. ;-)

    Günstiger, auch aus inhaltlicher Sicht, wäre die Verbindung Latein/Geschichte - alles, was man in Alter Geschichte (= Antike) lernt, lässt sich für Latein anwenden. Ebenso wäre Religion günstig, zudem Deutsch, da man bei jedem Sprachstudium auch im Deutschen jede kleinste Kleinigkeit bei Grammatik und Wortschatz kennen sollte (später als Lehrer ist Deutsch natürlich eher undankbar).

    Fazit: Informier dich bei Lehrern und Universitäten, wie es um deine Wunschkombination steht. Normalerweise hast du für die Entscheidung noch einige Monate Zeit, vielleicht ergibt sich die Sache von alleine. Evtl. ändert sich deine jetzige Meinung, evtl. ist eine Option gar nicht möglich, sodass die Pläne umsonst waren. Umso besser, wenn du frühzeitig Informationen einholst und die Möglichkeiten auslotest. Die besten Tipps gibt es übrigens von denen, die gerade das studieren oder vor Kurzem das fertig studiert haben, was du selbst studieren willst. Viel Erfolg! ;-)

    Kommentar von QuestionMarkk QuestionMarkk

    Vielen Dank für diesem, mir Hoffnung bringende Antwort. :) Ich bin auf meine Studienfächer schon lange vorbereitet, ich weiß ganz genau wo man sie studieren kann und was ich dafür können muss. Ich mache z.B. schon seit ca. 2 Jahren ein Vorstudium in Musik, damit ich durch die Aufnahmeprüfung komme.

    Kommentar von Draschomat DraschomatDraschomat

    Ok, das klingt ja optimal. Du scheinst auf die Zeit nach dem Abitur perfekt vorbereitet zu sein. Mach dir deshalb keinen Kopf, ob Latein noch länger unterrichtet wird. Im Bildungswesen gibt es andere Schwierigkeiten zu bewältigen. ;-)

  • 15
    "DIE" Nudel!
    Hilfreichste Antwort von Draschomat Draschomat

    Nudeln sind immer eine gesunde und mit einer passenden Sauce vor allem auch eine leckere Sache, die Form spielt da eigentlich keine große Rolle. Allerdings sind manche Köche so kreativ, dass sich doch wieder Formen finden, die ich ablehnen würde (Bild 1). ;-)

    Dass gleiche Nudeln bei verschiedener Form unterschiedlich schmecken, bilde ich mir auch ein, und ich vermute, dass es mit der Dicke bzw. Konsistenz zu tun hat, evtl. auch mit der Gewohnheit. Sind die Nudeln größer und dicker, als man es gewohnt ist, kann einem das Essen "anders" vorkommen, evtl. sind die Nudeln ja auch weniger weich bzw. weicher etc. Große Unterschiede sollte es aber nicht geben, der Teller ist also auch bei ungewohnten Nudeln immer vollständig leer zu essen. ;-)

    Eine besondere Herausforderung ist es, Spaghetti zu essen. Nicht nur was das Besteck angeht, versteht sich, denn mit einem weißen T-Shirt ist der Kampf normalerweise schon verloren (Bild 2). Oft hilft am Ende nur noch die überstürzte Flucht hinter die Möbel, um das hinterlassene Schlachtfeld nicht selbst sauber machen zu müssen (Bild 3 - was man von Kindern alles lernen kann!). Wenn es darum geht, Spaghetti zu machen, ist man(n) natürlich mit von der Partie: Schließlich lassen sich diverse Küchengeräte für die Mission "missbrauchen" - ein Heidenspaß, der aber auch ausarten kann (Bild 4).

    Entscheidend ist insgesamt wohl weniger die Form der Nudel als vielmehr die Zutaten, aus denen sie gemacht ist. Beim Blick in ein Nudelregal wird klar, dass es extreme viele verschiedene Sorten gibt, die sich wohl alle bei einem bestimmten Gericht am besten eignen. Das ist aber kein Grund, nicht selbst mal ein wenig zu experimentieren. ;-)

    Kommentar von auchmama auchmamaauchmama

    lach - die Nudelform auf Deinen ersten Bild, könnte ich mir nicht mal zu "Schweine"braten vorstellen ;-)))

    Danke für Deine Antwort und die Bestätigung, dass ich mit meiner Wahrnehmung, doch nicht so ganz allein bin. Vielleicht liegt es wirklich einfach daran, dass das Auge immer mit isst und die vielen Formen, von daher schon ihre Berechtigung haben...

    Kommentar von Draschomat DraschomatDraschomat

    Haha - Nudeln können noch so lecker sein, zum Schweinebraten mag der Bayer ganz klar und ausschließlich Knödel... ;-)

  • 11
    Wieder Fußball spielen ?
    Hilfreichste Antwort von Draschomat Draschomat

    In jedem Fall musst du dich stückchenweise voranarbeiten, damit das Gelenk nicht durch zu starke Belastung plötzlich in Mitleidenschaft gezogen wird oder sogar ganz kaputt geht. An sich solltest du schon weiterhin deiner Leidenschaft nachgehen können, außerdem wird das Kniegelenk ja auch bei vielen anderen Sportarten und Tätigkeiten gebraucht.

    Wenn eine Verletzung ständig wieder aufbricht oder ein Gelenk grundsätzlich nicht mehr belastbar ist, muss man wohl oder übel an ein Ende der aktiven Sportlerzeit denken. Hauptsache, man riskiert keine Probleme im Alltag, nur weil man als Sportler zu ehrgeizig ist oder Warnsignale nicht erkennt. So extrem negativ sieht es bei dir aber nicht aus, das Entscheidende ist wohl, dass du von Leidensgenossen oder Medizinern (gut) beraten wirst.

    Dass die Kniescheibe leicht herausspringt, ist nicht ungewöhnlich, jedes Gelenk wird lax, wenn man Verletzungen davongetragen hat, auch z. B. an der Schulter. Springt ein Knochen oder in deinem Fall die Kniescheibe sehr oft heraus, wird man an einer OP nicht vorbeikommen. Krankengymnastik ist hilfreich, aber an sich zu wenig für echte Stabilität - da muss man die Übungen schon auch daheim intensiv betreiben und zusätzlich Krafttraining für das entsprechende Gelenk durchführen. Die Belastung ist dabei immer langsam zu steigern (nie von 0 auf 100 belasten!).

    Dementsprechend wichtig ist auch angepasstes Aufwärmen vor dem Sport. Beugt man das Knie nicht mehrfach durch oder zieht man den Unterschenkel nicht ein paar Mal zum Oberschenkel hoch, geht schnell etwas kaputt, wenn man im Spiel plötzlich voll durchzieht. Tapes fördern die Durchblutung, soweit ich weiß, sind also weniger geeignet, um Stabilität zu verleihen. Bandagen schon eher, Spieler mit Knieverletzungen tragen sie häufig, und ich denke, dass sie das nicht nur zum Schutz, sondern auch für die Stabilität machen.

    Jedenfalls hoffe ich, dass du irgendwie Kontakt zu Sportlern mit ähnlichen Problemen hast, die können immer am besten helfen. Dazu noch ein paar ärztliche Tipps und die Chancen stehen nicht schlecht, dass du den Fußball noch einige Zeit genießen kannst. Viel Glück! ;-)

    Kommentar von Joschco JoschcoJoschco

    vielen dank ;) super Antwort :D

    Kommentar von Draschomat DraschomatDraschomat

    Naja, so aussagekräftig ist die Antwort ja leider nicht, weil ich kein Experte für Kniescheiben bin. Aber ich hoffe, du findest welche, die dir konkret helfen können. Danke für den Stern... ;-)

  • 22
    Gedanken einer Großmutter
    Hilfreichste Antwort von Draschomat Draschomat

    Die mütterliche Fürsorge wirst du nicht abtreten, du wirst sie sowohl wieder anwenden als auch erfolgreich weitergeben. Habe in meinem Bekanntenkreis einige Paare, die sich über Enkelkinder freuen dürfen, und stelle fest: Diese Paare scheinen seit den Geburten der Enkel eher jünger als älter zu werden. Und sie erleben unglaublich viel Freude, fühlen sich in der Zeit viele Jahre zurückversetzt. Was Babys so alles bewirken können. ;-)

    Umso besser also, wenn sich Kind und Oma oft sehen können. Nicht übertrieben, es gibt ja auch noch die Eltern. Aber selbige kommen sicher auf die Großeltern zu, mal mit Fragen, mal mit Bitten. Dafür gibt es dann unterhaltsame Stunden mit dem Nachkömmling und alle kommen auf ihre Kosten.

    Oma-Sein hat insgesamt außergewöhnlich viele Vorteile. Aber Obacht: Man darf nicht übermütig werden, sonst blüht einem die Situation auf Bild 1. Oder die auf Bild 2, wobei ich da spontan eher an einen stolzen Opa denke. ;-) Wichtig ist auch, schnell die richtige Ausrüstung für den Nachwuchs zu besorgen - ein bisschen Werbung für Oma kann nie schaden (Bild 3). Womöglich spricht die Werbung so gut an, dass Bild 4 möglich wird. Von Eltern wird die abgebildete Leistung sehr gerne in Anspruch genommen. ;-)

    Und was das Baby angeht: Das fährt sicher voll auf Oma ab - trotz so mancher roter Flecken, die es wehrlos über sich ergehen lassen muss (Bild 5). Alles Gute! ;-)

    Kommentar von mbmama mbmamambmama

    lach

    Du hast mal wieder den Nagel auf den Kopf getroffen lieber Draschomat. Ganz lieben Dank für deine Antwort.............und das T-Shirt werde ich sofort ordern!

    Kommentar von Draschomat DraschomatDraschomat

    Haha, ich hab grad auch noch die Opa-GmbH gefunden... :-D

    http://www.universalhandel24.de/images/K1404-Firma-Opa.jpg

    Kommentar von mbmama mbmamambmama

    lol

    Kommentar von auchmama auchmamaauchmama

    Bild 5 ist die Krööööönung ;-)))

  • 19
    warum helfen menschen vorallem in großstädten nicht wenn was passiert? Beispiel unten...
    Antwort von Draschomat Draschomat

    Hier gibt die Psychologie Erklärungen und Lösungsvorschläge - genau diese Thematik wurde intensiv erforscht, weil man wissen wollte, ob Menschen wirklich von Grund auf so schlecht sind, dass sie Artgenossen nicht helfen (wollen). Öfters ist ja auch die Rede davon, dass Tiere die besseren Menschen seien. Die Forschung hat gezeigt, dass es (glücklicherweise) nicht ganz so schlimm aussieht. Der Fachbegriff für das beschriebene Phänomen heißt Bystander-Effekt. Ursprung der Sache war der Fall Kitty Genovese in den 60er Jahren in den USA, die bewiesenermaßen über 30 Minuten um Hilfe rief, als sie vergewaltigt wurde, aber niemand half, obwohl über 30 Leute die Hilfeschreie vernommen hatten. Erst später kam Hilfe - leider zu spät, sie verstarb auf dem Weg ins Krankenhaus.

    Das Grundproblem ist in solchen Fällen die Verantwortungsdiffusion (das ist übrigens auch bei der Zivilcourage der Fall, aber hier geht es um Hilfeleistung). In der Öffentlichkeit verteilt sich die Verantwortung, aktiv einzugreifen und Hilfe zu leisten, auf mehrere Leute - je mehr Leute anwesend sind, desto unwahrscheinlicher ist es, dass jemand aktiv hilft (eigentlich paradox). Man bewertet Situationen gerne nach dem Verhalten anderer, und wenn niemand eingreift, denkt man eher, die Sache sei nicht so schlimm oder man habe sich verhört. Ist man alleine, fühlt man sich dagegen eher verpflichtet, einzugreifen (moralisches Bewusstsein, eigenes Gewissen). Außerdem entfällt beim Alleinsein die Bewertungsangst, die einen hemmt, vor anderen eine Handlung auszuführen (und sich evtl. zu blamieren etc.).

    Aber nun zum Wichtigsten: Wie kann man Leute aktivieren? Man muss der Verantwortungsdiffusion entgegenwirken - man muss jedem Menschen einzeln klar machen, dass er ganz individuell gefordert ist. Das gelingt z. B. mit dem Satz: "Hallo, Sie im gelben Hemd, helfen Sie mir bitte!" oder "Du mit der Sonnenbrille und dem Hut, komm bitte her!". Sätze wie "Ich brauche Hilfe!" oder "Kann mir jemand helfen?" sind leider wenig wirksam, weil niemand direkt angesprochen wird und sich daher auch niemand direkt angesprochen fühlt. Schaulustige oder Nichtstuende wird es leider auch immer geben, aber dieses Verhalten muss beinahe entschuldigt werden, weil nur sehr selten Boshaftigkeit oder Dummheit dahintersteckt, sondern sich die (unbewusste) Natur des Menschen einfach so verhält. Interessant ist, dass fast alle Menschen aktiv helfen, wenn sie mit diesen psychologischen Phänomenen vertraut gemacht wurden - Aufklärung ist also wichtig, denn nur dann ist optimale Hilfe gewährleistet (und dann lassen sich auch viele schlimme Fälle vermeiden). Nur wenige Leute handeln von sich aus so couragiert, dass sie ohne entsprechendes psychologisches Vorwissen aktiv eingreifen. Allergrößten Respekt daher für deine Aktion - sowas ist grundsätzlich NICHT selbstverständlich!

    P. S. In Großstädten findet eine ständige Reizüberflutung (zu viele Menschen, zu viel Bewegung, zu viel Lärm etc.) statt, d. h. man blendet den Großteil der Geschehnisse um sich herum aus, um einigermaßen "gesund" mit seiner Umwelt zurechtzukommen und um nicht ständig überfordert zu sein (daher sucht man auch keinen Blickkontakt mit den vielen Entgegenkommenden und grüßt sie auch nicht). Diese Tatsache in Verbindung mit der Verantwortungsdiffusion sorgt dafür, dass gerade in Städten wenig Hilfe geleistet wird.

    Kommentar von Maienblume MaienblumeMaienblume

    Super aufgedröselt! Ich würde gerne einen Haufen Daumen ausschütten! LG!

    Kommentar von ElseBrain ElseBrainElseBrain

    Ja ich auch, absolut saugute Antwort !

    Kommentar von Phil2404 Phil2404

    Die Antwort an sich ist wirklich klasse und sehr interessant. Dafür: DH

    Andererseits ist es schockierend, dass man heute sogar für ein dermaßen dämliches, feiges und dummes Verhalten eine psychologische Begründung, ja sogar fast schon eine "entschuldigung" sucht, perverser Weise auch noch fündig wird und das alles dann unter dem Namen Bystander-Effekt verpackt...

    Ich selbst bin 22 und finde es ehrlich gesagt zum K*****, wie ignorant viele Leute durchs Leben stolzieren. Das zeigt sich gerade wieder in solchen Situationen, leider. Aber woran liegt das?

    Ich persönlich bin da etwas anderer Ansicht. Meine Erziehung war sehr konservativ und wertebezogen (nicht religiös... ich bin nun wirklich alles andere als religiös...) Für mich ist es selbstverständlich älteren Menschen die Tür aufzuhalten und ihnen zu helfen wenn die Situation es verlangt.

    Das gilt allerdings nicht nur für das Beispiel mit den älteren Menschen, prinzipiell wenn ich sehe dass jemand in einer Situation ist, in der er Hilfe braucht, gebe ich selbstverständlich diese Hilfe, natürlich vorausgesetzt man ist dazu in der Lage. Wenn ich das nicht sein sollte, aus welchen Gründen auch immer, muss ich doch mindestens dafür sorgen, dass eine Hilfestellung gegeben wird. Sei es durch das Informieren der Polizei, eines Krankenwagens etc.

    Kommentar von Draschomat DraschomatDraschomat

    Naja, Menschen verhalten sich leider häufig dämlich, manchmal auch feige, sehr oft dumm (Kleiner Test: Lass einen Raucher vernünftig erklären, warum er raucht ;-)). Die Psychologie interessiert sich dafür, wann und warum so ein Verhalten auftritt, nicht einfach nur aus Spaß, sondern ein bisschen aus Interesse und vor allem deshalb, um nach einer Erklärung auch Gegenmaßnahmen und Verbesserungen weitergeben zu können.

    Deine Einstellung ist super, aber du schreibst ja selbst, dass viele andere unwissend und gedankenlos durch das Leben gehen. Für all diese gilt: Wer für ein Thema sensibilisiert wird, reagiert auch anders, in der Regel besser. Das habe ich auch schon an mir selber bemerkt.

    Deshalb ist es gut, wenn solche Dinge und Situationen thematisiert werden, und aus diesem Grund ist auch diese Frage eine gute. Genau wie viele Antworten hier richtig gut und lesenswert sind. :-)

  • 12
    Grammatikalischer Fehler im Songtitel / Tattoo
    Antwort von Draschomat Draschomat
    Abgestimmt für: grammatikalisch falscher Schriftzug

    Mir gefällt, dass du diese Problematik erkannt hast und dass du dir echte Gedanken um die Sache bzw. den Inhalt gemacht hast. Respekt schon mal dafür! ;-)

    Was den Spruch angeht, würde ich den grammatikalisch falschen Schriftzug nehmen.

    Mein Hauptargument: Das Lied der Band heißt so (und das ist meiner Meinung nach das Wichtigste). Ich kannte übrigens weder die Band noch den Song, aber der Titel klingt gut. ;-)

    Ein weiteres wichtiges Argument, um die lateinische Konstruktion zu erklären: per steht im klassischen Latein (also so, wie es z. B. ein Cicero oder Caesar verfasst hat), immer mit Akkusativ. Das bedeutet, wenn man in der Schule oder auch an der Universität per mit Ablativ konstruiert, wird das als Fehler angestrichen.

    Aber trotzdem gibt es lateinische Texte (z. B. Inschriften ein paar Jahrhunderte nach Caesar und Cicero), in denen per mit Ablativ konstruiert wird. In ausführlichen Lexika steht dann "spätlateinisch" dabei, um zu zeigen, dass es diese Konstruktionen gibt, sie aber eben unklassisch sind (in der Schule wird nur das klassische Latein gelehrt, deshalb wird deine Lehrerin gesagt haben, per mit Ablativ sei unmöglich ;-)).

    Also würde ich mich für die musikalisch richtige Wendung entscheiden. Denn auch sprachlich kann man sich den vermeintlich falschen Ausdruck erklären - und diese Erklärung hast du dann auch parat, wenn jemand fragt oder Besserwisserei betreiben will.

    Interessant wäre, warum die Band genau diesen Titel in genau dieser Konstruktion gewählt hat. Evtl. war es eine Unachtsamkeit, die einen nach klassischen Regeln grammatikalischen Fehler erzeugt hat, oder die Band hat ein Faible für Spätlatein. ;-)

  • 19
    Eine ältere Freundin, die aus Leipzig stammt trauert der DDR heute noch in großen Teilen nach
    Antwort von Draschomat Draschomat

    In einer freien und unabhängigen Gesellschaft ist es durchaus schwierig, aus den vielen Möglichkeiten, die sich einem bieten, das Beste zu machen, zumal ja auch die Menschen selbst sehr verschieden sind. Das Zurechtfinden kann anstrengend sein, es kann viele widersprüchliche Meinungen geben, teils auch entgegengesetzte Wege und "lästige Andersdenkende". Soll heißen: In unserer pluralistischen Welt findet man sich nicht so leicht zurecht, man ist letztlich immer gezwungen, einen Weg nur für sich selbst auszuloten, oft auch anderen zu widersprechen, sich zu allem eine eigene Meinung zu bilden.

    Und trotzdem ist so eine Welt, in der man sich frei bewegen und frei denken darf, eine angenehmere (und beständigere), als es in einem totalitären Staat der Fall ist. Gewiss ist das Leben in einer Diktatur einfacher, es gibt Leute, die einem sagen, was zu tun ist, Andersdenkende werden nicht geduldet, alles hat seinen geregelten Ablauf. Alles ist vorgegeben, geplant, man muss sich selbst keinen Kopf zerbrechen, sondern einfach machen, was andere sagen. Aber ist das wirklich begrüßenswert - kann sich die Menschheit in einem solchen Umfeld optimal entwickeln? Wo bleiben Individualismus, freier Wille, eigener Erfindungsgeist, eigene Entscheidungskraft, irgendetwas an irgendeinem Ort nach Belieben zu machen? Wo bleiben Menschenrechte, das höchste Gut der Menschheit? Wir würden sie wohl erst wieder zu schätzen wissen, wenn sie uns fehlen würden...

    Vielleicht liegt das Gefühl des Kämpfens also daran, dass man in einer Demokratie umso mehr gefordert ist, eigenständig zu denken und zu handeln. Eigeninitiative und Engagement ist gefragt, wer es ruhig angehen lässt, hat verloren. Zweifelsohne sind die negativen Gedanken über unsere jetzige Zeit mit dem zum Teil aus dem Ruder gelaufenen Kapitalismus verbunden. Eine allzu freie Marktwirtschaft, in der nur Leistung und nur Geld zählt, kann zum Problem werden, d. h. hier ist die Politik gefragt, um sinnvolle Grenzen zu setzen. Dann käme man gar nicht auf die Idee, irgendwelche alte Systeme bzw. die vermeintlich bessere Vergangenheit zu idealisieren.

    Denn seien wir ehrlich: Je mehr man sich mit der Geschichte der DDR beschäftigt, desto mehr kommt einem das Grauen. Wie gerade in den Anfangsjahren das Volk getäuscht wurde: Die vielen leeren Floskeln, die Falschinterpretationen - nach wenigen Jahren haben sogar die Leute selbst (trotz "einheitlicher Informationspolitik") gemerkt, dass vieles im Argen liegt (ein verderblicher Fehler im System). Man braucht sich nur damalige Schulbücher oder Ausgaben der Zeitung "Neues Deutschland" ansehen, um zu erkennen, welche Art von Ideologie hinter dem totalitären Staat lag. Nungut, auch wir leben in einer (zwar ganz anderen, aber dennoch auch) ideologischen Welt und auch wir sind zum Teil Manipulationen durch Medien oder Politiker ausgesetzt, aber trotzdem ist das nicht mit damals zu vergleichen.

    Außerdem ist es leider nicht bei der bloßen Manipulation geblieben - jeglicher Widerstand wurde aktiv und aggressiv bekämpft, wie es eben in einem totalitären Staat üblich ist. Und jetzt kommen wir in einen Bereich, in dem es schwer fällt, in einem solchen Staat überhaupt irgendetwas Gutes zu finden. Zur NS-Zeit wussten die Menschen auch, "wo es lang geht", und ich befürchte, viele fühlten sich auch recht "sicher"...

    Mein Rat: Da deine Freundin wohl wenig mit der heutigen Zeit anzufangen weiß (was durchaus verständlich ist, wenn man als Kind von etwas stark geprägt wurde), dürften Argumente bzgl. Freiheit und Demokratie wenig nützlich sein - vielleicht empfindet sie diese Ideale sogar als Bedrohung. Da sie jedenfalls offenbar mehr das Ende als den Beginn der DDR erlebt hat, sollte sie sich mal mit den Anfängen der DDR beschäftigen - welche Absichten, welche Ziele wurden verfolgt etc. Die DDR ist nämlich von Beginn an in sich zerbrochen, d. h. wer den Anfang nicht erlebt hat, kann die Ideologie und das Wesen der DDR (durch das eigene Erleben) wohl gar nicht richtig einschätzen. Schon nach wenigen Jahren musste ja z. B. die SED die Propaganda umstellen, weil sie so irrsinnig und unglaubwürdig war, dass sie kaum jemand ernst nahm (ein Beispiel wäre die ständige Floskel "Bonner Ultras" für die Regierung der BRD). Um in diese Thematik einzusteigen, muss man gar nicht mal so viele Bücher wälzen, es finden sich im Internet viele hochwertige Seiten zum Thema DDR, sogar mit vielen Originaldokumenten und anderen hochinteressanten Quellen.

    P. S. Bei allen Problemen, die wir haben: Es wird hier im Allgemeinen nicht immer schlechter... ;-)

    Kommentar von Draschomat DraschomatDraschomat

    Eines möchte ich noch anfügen: Ohne Frage ist das politische System der DDR mehr als kritisch zu sehen. Dass die Menschen aber trotzdem (z. B. im privaten Bereich) viele schöne Momente erlebt haben, muss wohl nicht bezweifelt werden. Deshalb ist es legitim, wenn deine Freundin in gewisser Weise ihrer Vergangenheit nachhängt - die Orte der Kindheit sind nun mal ihre Heimat und werden sie auch bleiben. Trotzdem wäre es natürlich umso besser, je mehr sie sich auch mit dem Hier und Jetzt identifizieren könnte. Vielleicht kannst du ihr an dieser Stelle helfen - viel Erfolg dabei!

    Kommentar von Kolonio KolonioKolonio

    Eine tolle Antwort! Du sprichst mir aus der Seele. Mehrere meiner engeren Familienmitglieder saßen wegen etwaiger "Verbrechen", deren Inhalt nur Meinungsäußerung und ein daraus resultiertes Verpfeifen durch einen "Freund" darstellte, im Gefängnis, einer in Berlin-Hohenschönhausen und zwei in Bautzen. Mehr muss man dazu nicht sagen, oder?

    Mir ist es lieber, mein Leben selbst in die Hand zu nehmen, anstatt in einer pseudo-sicheren sozialistischen Gesellschaft fremdbestimmt dahin zu vegetieren, auch wenn ich mir heute nicht alles leisten kann. Und, was noch viel wichtiger ist, ich muss mich keinem unterwerfen, damit die Familie sicher und ohne Angst leben darf. Menschlich kann ich andere verstehen, die der sozialistischen Gesellschaftsordnung nachtrauern, man war wirtschaftlich versorgt. Allerdings läuft es mir jedes Mal kalt den Rücken herunter, wenn Leute sagen, dass damals alles besser war, und ich begegne regelmäßig dieser Pfeife von damals, die mir freundlich zulächelt und mir verlogen einen schönen Tag wünscht. Hass ist falsch, aber das Gefühl zu kontrollieren, ist schwer.

    Was ich damit sagen möchte: Für mich ist es eins der befreiendsten und schönsten Gefühle, ehrlich und dafür etwas bescheidener durch die Welt zu gehen, anstatt die Augen schließen und anderen in ihr Rektum kriechen zu müssen, um es mal so zu sagen.

    Kurzum: Vielen Dank für deinen Kommentar!

    Mit besten Grüßen und ein schönes Wochenende wünsche ich!