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Würde ich das Medizin-Studium schaffen?

gefragt von Miiranda am 03.08.2009 um 16:20 Uhr

Gibt es hier zufällig jemanden der Medizin studiert und mir etwas darüber erzählen könnte? Ich habe in 2 Jahren voraussichtlich mein Abitur, bin mir aber immernoch nicht im klaren was ich eigentlich studieren möchte. Ich interessiere mich allerdings sehr für Medizin, Schwerpunkt Chirurgie. Über den Aufbau der 6Studienjahre habe ich mich bereits informiert, ich wüsste allerdings gerne inwiefern Chemie / Physik eine Rolle spielt.. Ich weiß zwar, dass man meistens mit dem Physikum anfängt beim Studium, aber inwiefern sind Vorkenntnisse notwendig? Ich habe weder Physik noch Chemie gewählt, meine LK's sind Englisch und Deutsch. Latein habe ich ebenfalls nicht, also meine Voraussetzungen sind nicht gerade die Besten... Aber ich bin sehr lernwillig und interessiert.. Angenommen, dass ich vom NC her auch einen Studienplatz bekommen würde, wie sehen meine Chancen aus das Studium zu schaffen? Ohne Chemie und Physik-Kenntnisse? Über sonstige Informationen wäre ich ebenfalls sehr dankbar!! LG


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anonym
beantwortet von lunaleone am 4. August 2009 09:12
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ich hab Medizin geschafft mit mittelprächtigen Mathe-und Chemie- Kenntnissen, ohne Physik und mit großer Begeisterung für Naturwissenschaften und Bio-Leistungskurs (Biochemie war allerdings superhart für mich ....). Ich hatte das Latinum.Meine weiteren Schwerpunkte waren Deutsch, Geschichte, Englisch, was mir nicht geschadet hat - wie ja überhaupt ein erweiterter Horizont niemals schadet. Ich war auch lernwillig wie du es nennst, hinzu kam, dass viele Zusammenhänge, die mir in Mathe, Physik etc. in der Schule einfach nicht in den Schädel rein wollten, während des Medizinstudiums auf einmal logisch und sinnvoll für mich waren. Ich habe es im Zusammenhang einfach besser verstanden. Aber es ist wirklich ein Paukstudium, man muss - wie du richtig erkannt hast - sehr viel lernen (auch auswendig lernen). Eine Liebe zum Menschen ist eine unabdingbare Voraussetzung und die Bereitschaft auch unter harten Arbeitsbedingungen Leistung zu bringen. Ein Praktikum gibt einen kleinen Einblick. Wenn du an Chriurgie interessiert bist, ergibt sich evtl. auch eine Schnuppermöglichkeit als Rettungsassistent bzw. Ehrenamtlicher beim Roten Kreuz. Für mich fiel die Entscheidung, nachdem wir zuhause ein schwer erkranktes Familienmitglied gepflegt hatten und ich merkte, dass ich das kann und mich nicht ekle. Meine andere Liebhaberei (das Schreiben) habe ich inzwischen auch zum Beruf gemacht, wobei mir zugute kommt, dass einem als Arzt nichts Menschliches mehr fremd ist, wie man so schön sagt (weiter Horizont, siehe oben ....). Du solltest dir aber darüber klar werden, warum es gerade die Chirurgie sein soll. Was fasziniert dich an diesem Gebiet? Es gibt sehr viele Fachgebiete und es lohnt sich auch hier sich nicht allzufrüh festzulegen. Ich bin letztendlich auch ganz woanders gelandet und trotzdem zufrieden. Du hast ja noch Zeit dich gründlich zu informieren, ich finde es toll, dass du dir bereits jetzt diese Gedanken machst. Wir brauchen ganz dringend gute, (auch) denkende Ärzte!


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tobiderfisch
beantwortet von tobiderfisch am 3. August 2009 16:22
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Also gerade im Physikum spielt v.a. Chemie (Stichwort Biochemie) schon eine wichtige Rolle. Aber wenn man lernwillig ist geht alles denke ich.


anonym
beantwortet von Saarland60 am 3. August 2009 16:24
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Das große Latinum würdest Du an der Uni nachmachen müssen.

Fundierte Kenntnisse in Chemie sind unbedingt notwendig, insbesondere für Seminare zur Biochemie und darauf aufbauend Physiologie.

Mathe und Physik sind zwar auch insofern notwendig, als da Scheine verlangt werden, aber dafür gibts dann ja auch die entsprechenden Proseminare. Das ist auch ohne Leistungskurs zu schaffen.

Kommentar von Elli24 am 3. August 2009 17:41

Das mit dem Latinum ist Quatsch. Das war früher mal so, aber heute braucht man das nicht mehr.

Kommentar von Saarland60 am 3. August 2009 17:52

Dann bin ich da nicht auf dem neuesten Stand. Zu meiner Studienzeit war das noch Voraussetzung.

Kommentar von 64ea9d409aa8a48fea5a3963b76a22bfsmallDocRoc am 5. August 2009 14:41

Elli hat recht. Ich habe 98 approbiert und hatte nicht eine Stunde Latein in meinem Leben. Im ersten Semester gibt es die schöne Vorlesung über Medizinische Terminologie, da lernt man alles was ein Mediziner an Altsprachen brauch... Exitus letalis, glandula submandibulare, digitus IV und das ganze Fachchinesisch.


anonym
beantwortet von Elli24 am 3. August 2009 17:45
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Ich an deiner Stelle würde mal an die nächste Uni in die Studienfachberatung der Mediziner gehen und würde mal versuchen mit ein paar Medizinstudenten zu reden. Solange du lernwillig bist, geht eigentlich fast alles. Latein bzw. das Latinum ist gar kein Thema mehr, das brauchen Mediziner heute nicht mehr, sondern lernen nur noch das nötige "Fach(-chinesisch)-Latein. Vielleicht kannst du ein Praktikum im Krankenhaus machen oder so, dann bekämst du auch mal einen Einblick ins Arbeitsleben. Viel Erfolg.


anonym
beantwortet von Tigerkater am 4. August 2009 12:23
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Für Deine evtl.Zulassung zum Medizinstudium spielen Vorkenntnisse in Physik oder Chemie oder Latinum keine Rolle, wenn Dein Zensurenschnitt stimmt (eine 1 vor dem Komma ist schon empfehlenswert). Du wirst nur bis zum Physikum mehr "pauken" müssen !!!



DocRoc
beantwortet von DocRoc am 5. August 2009 14:46
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Mach dir keinen Kopf. Die vorklinischen Kurse in Physik und Chemie sind zwar Pflicht, aber keine ernstzunehmende Hürde. Mein Bruder hat Chemie studiert und so einen Kurs für Mediziner geleitet. Er war immer entsetzt über den geringen Kenntnisstand der meisten Studenten. Und später in der Klinik sind diese Fächer nicht mehr relevant. Und Latein schon mal gar nicht. Einfach im ersten Semester fleißig die Vorlesung in Medizinischer Terminologie besuchen...passt. Da ist Deutsch und Englisch als LK mit Sicherheit hilfreicher.


anonym
beantwortet von meerkatze am 27. Oktober 2009 11:21
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Weiß nicht ob Frage noch aktuell ist. Also das Physikum heißt eigentlich nicht wegen Physik so ;-) , sondern da werden allgemein medizinische Grundlagenfächer abgeprüft, z.B. Anatomie, Physiologie etc. und na gut, auch Physik und Chemie. Aber das sind zwei von vielen, nicht unbedingt die Hauptsache. Sowieso wirst du sehr bald nach Beginn des Studiums mit Dingen konfrontiert werden, die du nie im Leben in der Schule hättest lernen können. Das ist auch viel wichtiger als irgendwelche doofen Chemie und Physik-Kenntnisse, die ein Arzt später sowieso nicht braucht. An unserer Uni gab es immer so spezielle Veranstaltungen "Chemie" bzw. "Physik für Mediziner" und das "für Mediziner" bedeutete im Klartext, dass da nicht so sehr in die Tiefe gegangen wurde. Ein bisschen mehr reinhängen musst du dich natürlich schon als jemand, der Chemie+Physik-LK hatte. Aber das haben wohl die wenigsten Medizinstudenten genau in der Kombination.

Dass man Latein braucht, stimmt schon lange nicht mehr. Ich glaube, du musst dann evtl. zusätzlich einen Kurs "Medizinische Terminologie" besuchen, aber ansonsten hat das keine nachteiligen Auswirkungen. Die Latein-Schüler haben in der Schule doch auch nicht gelernt, was Blinddarm oder Beckenknochen auf Latein heißt ;-) (ich hatte Latein und bereue es)

Also grundsätzlich: Was du in der Schule an Fächern hattest, beeinflusst deinen Erfolg beim Studium sehr, sehr wenig. Aber: Medizin ist ein sehr schwieriges Fach. Es ist entscheidend, dass du dich zum Lernen motivieren kannst, immer und immer wieder. Auf ein ruhiges Studentenleben oder großartige Nebentätigkeiten neben dem Studium brauchst du nicht zu hoffen. Aber dem Klischee nach können Mediziner gut abfeiern, wenn mal wieder eine wichtige Klausur überstanden ist :-)

Wenn du in der Schule jemand bist, der Hausaufgaben am liebsten von anderen abschreibt; wenn du dich selbst vor angekündigten Schulaufgaben kaum zum Lernen überwinden kannst und dir nicht vorstellen könntest, auch mal zwei Wochen oder länger auf einen Test zu lernen - dann ist Medizin vermutlich nichts für dich.

Das ist die Realität im Medizinstudium: Für die großen Prüfungen - Physikum, Staatsexamen - lernt man Monate, es gibt da so Bücher mit ein paar tausend Seiten zur Vorbereitung. Auch zwischendurch gibt es immer wieder Tests und Klausuren, in denen man nicht durchfallen darf. Viele davon sind ungefähr so viel Lern-Aufwand wie das gesamte Abi. Ich weiß, das kann man sich als Schüler kaum vorstellen, ist aber so. Aber man wächst da rein, nach ein paar Semestern gewöhnt man sich dran. Und dann kommen die richtig großen Hürden mit Physikum und am Ende dann Staatsexamen.

Medizin ist kein Studium, das man "aus Spaß" mal so anfängt. Man muss sich da richtig reinhängen und wenn man wirklich Arzt werden will und diesen Traum immer vor Augen hat, dann kann man es auch schaffen. Sonst gäbe es ja keine Ärzte im Land ;-)


anonym
beantwortet von audia8quadro am 4. August 2009 18:13
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Ohne Latein nicht machbar,Physik und Chemie werden im Vorphysikum gelehrt und geprüft.

Kommentar von 64ea9d409aa8a48fea5a3963b76a22bfsmallDocRoc am 5. August 2009 14:42

Siehe oben. Sehr gut ohne Lateinkenntnisse machbar.


ForzaFan
beantwortet von ForzaFan am 16. August 2009 16:55
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Natürlich wirst Du es schaffen. Egal welche Noten du bis jetzt in der Schule hattest, wenn du Dich jetzt richtig motivierst und disziplinierst, dann schaffst du auch jedes Studium.

Entscheidend ist nur die Sache, ob Dich Medizin auch wirklich begeistert. Wenn ja, dann wirst du genug möglichkeiten finden um weiter zu lernen und es wird ich auch jedes neue Wissen weiter motivieren. Ich habe beispielsweise BWL abgeschlossen. Meine Lehrer würden sich ziemlich wundern, wenn sie mein Diplom gesehen hätten, die wollten mich nicht mal ins Gymnasium schicken. Daher denke ich dass du auch mit der richtigen EInstellung das Medizin Studium abschließen kannst. Mir haben Tipps von der Seite http://www.allesgelingt.de/erfolgreich_studieren/ beim BWL studium geholfen. Suche nach solchen Seiten zum Thema MEdizin und du wirst es auch schaffen.


Holderbusch
beantwortet von Holderbusch am 5. November 2009 20:23
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Du schaffst es ohne Latein und mit durchschnittlichen Kenntnissen in Chemie und Physik, vorausgesetzt, Du willst wirklich wissen, wie der menschliche Körper funktioniert. Dann lernst Du nämlich alles, was Dir in der Schule entgangen ist, freiwillig nach, weil Du es zum Verstehen brauchst. Vielleicht willst Du Dir mal den Test anschauen, den man für die Zulassung zum Medizinstudium machen muss:

http://www.tms-info.org/content/files/informationsbroschuere.pdf

Da siehst Du, daß kaum Faktenwissen abgefragt wird, sondern die Vernetzung in Deinem Gehirn. Du kannst den Test für Dich aus dem Stegreif machen mit dem, was Du bis heute weißt. Probier's doch mal! Du wirst schon sehen! Man muß kein 1,0-Schüler sein, um diese Fragen zu beantworten. Man muß den Fragetext verstehen und einen gesunden Menschenverstand haben. Das reicht, um den unglaublichen Wust an Fakten einander zuzuordnen, so daß man sie in Prüfungen mittels Logik wieder ableiten kann. Nur keine Angst - die verwirrt immer den Kopf. Pack's an, Du willst doch Chirurg werden! Viel Erfolg! Holderbusch


anonym
beantwortet von xeniabb am 22. November 2009 22:19
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Hallo, ich habe auch eine Frage :) Brauche ich denn englisch für ein medizinstudium in deutschland? denn ich habe es in der 12. klasse abgewählt und es gibt kein zurück mehr. Bereuen tue ich es auch nicht, denn meiner meinung nach kann ich englisch fließend sprechen. Ich habe es wegen dem Lehrer abgewählt, der den kurs massakriert und als Penner beleidigt.


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